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BeitragVerfasst: 19.03.2016, 09:32 
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Tyler Durden hat geschrieben:
Wo was eingetragen wurde kann man doch im Steuerbescheid gar nicht einsehen.

Klar kann man sehen wo was eingetragen wurde.
Ich habe grade erst gestern meinen Stuerbescheid erhalten und ich konnte genau sehen ob sie richtig gerechnet hatten.
Zitat:
Relevant im Steuerbescheid sind doch nur die "Erläuterungen zur Festsetzung", die ich ja schon hochgeladen habe, und die "Berechnung des zu versteuerten Einkommens". Die Berechnung ist korrekt, wenn man von der "ersten Tätigkeitsstätte" ausgeht.

Wie hat das Fianzamt denn die anderen Kunden behandelt ? Reisekosten oder auch Erste tätigkeitsstätte ? Nach der Erläuterung zur folge würde ich behaupten alle Kunden bei dem du im Einsatz warst.
Aus der Erläuterung lässt sich ebenfallls entnehmen das hier wohl dein Arbeitgeber dem Finanzamt eine Zuordung auf Dauer bzw. bis auf weiteres mitgeteilt hat, den von alleine darf das Fianzamt keine festlegen.
Zitat:

Was passiert denn wenn mein Einspruch abgelehnt wird? Hat man dann wieder einen Monat Zeit für einen erneuten Einspruch oder hat sich das dann erledigt?

Hier gilt das Verwaltungsrecht.
Du musst also im ersten Schritt nach Prüfung deines Steuerbescheides Widerspruch in der genannten Frist einlegen und diese begründen.
Dann wird das Fianzamt deinen Bescheid erneut Prüfen und entweder korrigieren oder aber es wird deinen Widerspruch als unbegründet zurückweisen.
Erst wenn sie diesen zurückgewiesen haben kannst du dann innerhalb eines Monats nach erhalt des Widerspruchbescheids Klage einreichen.


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BeitragVerfasst: 20.03.2016, 17:46 
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Hafenkasper hat geschrieben:
[quote="Cid"Tätigkeit Stätte eits folgendes gepostet:

Nach BFH Urteil vom 09.07.2009 - VI R 21/08 verfüge ich als
Leiharbeitnehmer über keine regelmäßige Arbeitsstätte i.S.d. § 9,
Abs. 1 Satz 3, Nr. 4 des EstG. Daher mache ich die tatsächlich
gefahrenen KM zum Kunden-Einsatz
geltend (Bestätigt durch den BFH,
Urteil vom 15.05.2013 - VI R 43/12).


Genau wegen dem Urteil hat man ab 2014 aus regelmäßiger Arbeitstätte die Erste Tätigkeitstätte gemacht.[/quote]

Das geänderte Reisekostenrecht bezieht sich nicht nur auf die Leiharbeit!
Da das AÜG keine zeitliche Definition des Einsatzes vornimmt ist dieses Gesetz
auch für die Steuer bindend.

Da Tyler bereits die Erklärungen im Steuerbescheid gepostet hat, geht aus dem Text bereits hervor dass das FA
den Sitz der ZAF nicht als erste Tätigkeitsstätte anerkannt hat - und hier muss angesetzt werden mit einem Einspruch wie ich oben beschrieben habe und anschließend einer Klage, insofern der Einspruch nicht akzeptiert wird.
Ich würde zudem die ZaF bitten mir zu bestätigen dass dort die erste Tätigkeitstätte vorliegt!

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...Staatshaushalt - Ein Haushalt in dem alle essen, aber niemand spülen will!

http://www.youtube.com/watch?v=ziDDgZdunF0


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BeitragVerfasst: 19.04.2016, 13:04 
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Beiträge: 26
Mein Einspruch ist laut Finanzamt unbegründet. Ich war bei allen Entleihern 2014 wohl "dauerhaft" beschäftigt.
Gibt es nicht pro Dienstverhältnis nur eine "erste Tätigkeitsstätte" oder zählt jeder Einsatz bei einem Entleiher als eigenes Dienstverhältnis? Wohl kaum oder...

Vllt hat mein Steuerberater die Steuererklärung wirklich falsch ausgefüllt, wie Hafenkasper schon schrieb. Oder wieso hab ich jetzt 4 "erste Tätigkeitsstätten"?

In meine Begründung hab ich alle Punkte aufgeführt die mir Cid vorgeschlagen hat. Laut Finanzamt können die Rechtsprechungen ab 2014 nicht mehr herangezogen werden.


Antwortschreiben vom Finanzamt:

http://up.picr.de/25257278mx.jpg

http://up.picr.de/25257279oe.jpg


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BeitragVerfasst: 19.04.2016, 16:03 
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Beiträge: 720
Tyler Durden hat geschrieben:
Mein Einspruch ist laut Finanzamt unbegründet. Ich war bei allen Entleihern 2014 wohl "dauerhaft" beschäftigt.
Gibt es nicht pro Dienstverhältnis nur eine "erste Tätigkeitsstätte" oder zählt jeder Einsatz bei einem Entleiher als eigenes Dienstverhältnis? Wohl kaum oder...

Vllt hat mein Steuerberater die Steuererklärung wirklich falsch ausgefüllt, wie Hafenkasper schon schrieb. Oder wieso hab ich jetzt 4 "erste Tätigkeitsstätten"?

In meine Begründung hab ich alle Punkte aufgeführt die mir Cid vorgeschlagen hat. Laut Finanzamt können die Rechtsprechungen ab 2014 nicht mehr herangezogen werden.


Antwortschreiben vom Finanzamt:

http://up.picr.de/25257278mx.jpg

http://up.picr.de/25257279oe.jpg


Das Finanzamt meint also, dass die ZAF dich entgegen § 1 Abs. 1 Satz 2 AÜG nicht vorrübergehend sondern "dauerhaft" überlassen hat? Ist ja ein starkes Stück


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BeitragVerfasst: 21.04.2016, 22:36 
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Hallo
Ich würde den Einspruch nicht zurücknehmen!!!

Zur Not Richterlich klären lassen.
So würde ich dem Fuzzi das auch erläutern!

Viele grüße Micha


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BeitragVerfasst: 22.04.2016, 09:37 
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Zitat:
In meine Begründung hab ich alle Punkte aufgeführt die mir Cid vorgeschlagen hat.


Hi Tyler, das tut mir leid - hast Du vom Zeit-AG noch einen Wisch bekommen, auf dem steht, dass die ZAF deine erste Tätigkeitsstätte ist? Hatte ich in meinen Ausführungen dargelegt, hatte ich bei meinen auch.

Jetzt bleibt Dir nur der Klageweg vor de Finanzgericht... Ist allerdings in der Mitgliedschaft eines Lst-Hilfevereins incl.

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BeitragVerfasst: 02.05.2016, 16:03 
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...Das waren die Vorgaben meines FA um die kpl. Fahrstrecke als Entfernungskm erstattet zu bekommen PLUS VMA.

Durch die Vorlage eines unbefristeten Vertrages in Verbindung mit einer durch die ZAF bestätigten ersten Tätigkeitsstätte der ZAF und einer Übersicht durch die ZAF an welchen Entleihern ich gearbeitet hatte, wurden die vom FA geforderten Eigenschaften erfüllt.

Jeder LAN sollte[b] vor Vertragsabschluss von der ZAF die Bestätigung[/b] erhalten, dass es sich um die erste Tätigkeitsstätte handelt!

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BeitragVerfasst: 05.05.2016, 09:15 
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Tyler Durden hat geschrieben:
Mein Einspruch ist laut Finanzamt unbegründet. Ich war bei allen Entleihern 2014 wohl "dauerhaft" beschäftigt.



Sollte ein Einsatz dauerhaft sein, dann ist dieser rechtswidrig und die Arbeitsagentur muss die Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung entziehen
So heißt es in der Geschäftsanweisung zum Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (Stand: Juli 2015):

Arbeitsagentur hat geschrieben:
„(3) Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat sich in zwei Entscheidungen vom 10. Juli 2013 (Az. 7 ABR 91/11) und vom 10. Dezember 2013 (Az. 9 AZR 51/13) mit dem Begriff „vo-rübergehend“ auseinandergesetzt. Das BAG hat entschieden, dass § 1 Abs. 1 Satz 2 die nicht mehr vorübergehende Arbeitnehmerüberlassung verbietet. Das BAG hat jedoch nicht definiert, wann eine Überlassung nicht mehr vorübergehend ist. Zur Rechtsfolge ei-ner nicht mehr vorübergehenden Arbeitnehmerüberlassung hat das BAG auf den Gesetz-geber verwiesen.
(4) In der Prüfpraxis können die Verleiher auf die Rechtsprechung des BAG hingewiesen werden. Aufgrund der bestehenden Rechtsunsicherheit kann die BA nur in den Fällen tä-tig werden, bei denen eine dauerhafte Überlassung eindeutig ist. In solchen Fällen sollte
auf eine Änderung des Überlassungsvertrages bzw. auf eine rechtlich zulässige Überlas-sung hingewirkt werden“



Soweit ich informiert bin, ging es in den Gerichtsverfahren bisher immer nur darum, ob eine nicht nur vorübergehende Überlassung einen Arbeitsvertrag mit dem Entleiher begründet bzw. ob der Entleiher-Betriebsrat den Einsatz widersprechen darf. Welche Ansprüche man gegenüber der Leihbude bei Dauerüberlassung hat, z.B. Eual Pay, wurde wohl noch nicht verhandelt. Aus meiner Sicht könnte sich hier ein Schadensersatzanspruch in Höhe der entgangenen Steuererstattung

ergeben, weil man diese Leistung erhalten hätte, wenn die Verleihung nicht rechtwidrig gewesen wäre.

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Der letzte Kampfaufruf http://www.youtube.com/watch?v=88Hh_DqJA5k
Der letzte Arbeitskampf http://www.youtube.com/watch?v=tGdVo6a0Ats


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BeitragVerfasst: 24.01.2017, 14:55 
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http://www.rechtsprechung.niedersachsen.de/jportal/portal/page/bsndprod.psml?doc.id=STRE201775148&st=null&doctyp=juris-r&showdoccase=1&paramfromHL=true#focuspoint

Dieses schöne Urteil bestätigt meine im Thread beschriebene Vorgehensweise. Starkes Urteil!

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BeitragVerfasst: 30.03.2017, 21:33 
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Beiträge: 449
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Moin, moin zusammen!

Aus meinem Einkommensteuerbescheid für 2016:

Mein EStB 2016 hat geschrieben:
Die Entfernungspauschale wurde für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte des Ehemannes,
die nicht mit dem eigenen oder zur Nutzung überlassenen PKW zurückgelegt wurden, auf 4500€ begrenzt.


In Bezug genommen wird dabei §9 Abs.1 Satz 3 Nr. 4 EStG:
§9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG hat geschrieben:
Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte im Sinne des Absatzes 4. 2Zur Abgeltung dieser Aufwendungen ist für jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die erste Tätigkeitsstätte aufsucht eine Entfernungspauschale für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte von 0,30 Euro anzusetzen, höchstens jedoch 4 500 Euro im Kalenderjahr; ein höherer Betrag als 4 500 Euro ist anzusetzen, soweit der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt. (...)


Siehe hierzu auch haufe: Fahrten Wohnung - erste Tätigkeitsstätte


Meine Ehefrau und ich nutzen gemeinsam ein Fahrzeug. Für Einsätze in HH nutze ich Monatskarten.
Ich nehme mal an, die 4500€ sind damit als Höchstgrenze rechtens.


Bon week-end,
rw


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BeitragVerfasst: 02.05.2017, 13:12 
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Hallo,

die Höchstgrenze ist rechtens - dein zweiter Link allerdings passt nicht für LAN.

Denn die Fahrten vom Wohnort zum Entleihbetrieb sind Dienstreisen, da dein Arbeitsplatz beim Verleiher ist.

Bekommst Du Fahrgeld/oder Monatskarte wird das abgezogen:

Bsp.:

Einfache Entfernung Wohnort - Kundenbetrieb 24 km * 2 = 48km
48 km * 230 AT * 0,3 Reisekostensatz =3.312,-€ ./. gezahlte Reisekosten deiner ZAF!

= Die Summe kannst Du als Reisekosten ansetzen; für die ersten 3 Monaten zudem noch VMA 12,-€/Arbeitstag.
Ob und was der AG gezahlt hat. steht in der Steuerbescheinigung in den Feldern 17 und 20.

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BeitragVerfasst: 15.05.2018, 07:49 
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Für Alle die es betrifft- beim BFH ist ein Verfahren anhängig -

BFH (VI R 6/17)

Sich einfach auf das Az bei Der Steuer beziehen.

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