ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 06.07.2012, 09:48 
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Berlin. Mit einer höheren Renten können Zeitarbeitnehmer rechnen, die nach Tarifverträgen der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) gearbeitet haben. „Wir berechnen automatisch die Rentenansprüche aller Versicherten neu, bei denen unserer Überprüfungen ergeben haben, dass sie nach einem CGZP-Tarifvertrag bezahlt worden sind.“ Niemand müsse dafür einen Antrag stellen, sagte Dirk von der Heide von der Deutschen Rentenversicherung dem Handelsblatt. Auch die Deutsche Unfallversicherung werde von sich aus aktiv, so deren Chef, Joachim Breuer auf Anfrage des Handelsblatt.
Die Rentenerhöhungen sind die unmittelbare Folge eines Urteils des Bundesarbeitsgerichts. Ende 2010 erklärte es die wegen der Niedriglöhne in ihren Zeitarbeitstarifverträgen unter Beschuss geratene CGZP für nicht tariffähig. In drei weiteren Entscheidungen stellte das oberste Arbeitsgericht Ende Mai klar, dass damit auch alle von der CGZP seit 2002 geschlossenen Tarifverträge nichtig sind. Sie sahen zum Teil Stundenlöhne von drei Euro vor. Dies aber bedeutet, dass die Zeitarbeiter eigentlich wie Stammbelegschaften hätten bezahlt werden müssen. Außerdem hätten die betroffenen 3115 meist kleinen Zeitarbeitsfirmen entsprechend höhere Sozialgaben abführen müssen.

Wie viel das ist, ermittelt derzeit die Rentenversicherung. Bislang hat sie 1395 Firmen überprüft und 833 Beitragsbescheide mit Nachforderungen von insgesamt 54 Millionen Euro erlassen. 100 Millionen Euro könnten es nach konservativen Schätzungen am Ende werden, von denen 50 Millionen bei der Rentenversicherung landen dürften.

Grund für die relativ bescheidene Summe ist, dass die Forderungen der Sozialkassen nach vier Jahren verjähren, also nur für Beschäftigungszeiten seit 2006 erhoben werden können. Wer vorher nach CGZP-Tarif gearbeitet hat, erhält also auch keine nachträgliche Korrektur der Rente. Für deren Höhe gilt die Faustregel, um den Prozentsatz, um den der Lohn zu niedrig war, steigt auch der für den Beschäftigungszeitraum gutgeschriebene Rentenanspruch. Im Normalfall dürfte das Rentenplus nicht über einen kleinen zweistelligen Eurobetrag im Monat hinaus gehen.

Anders sieht es bei einer Unfallrente aus. Denn deren Höhe richtet sich nicht nach den über ein Erwerbsleben eingezahlten Beiträgen, sondern beträgt bis zwei Drittel des letzten Lohns. „Da kann es schnell um einige hundert Euro gehen“, so Breuer. Zudem will die Unfallversicherung auf die Einrede der Verjährung verzichten. Also werden Unfallrenten rückwirkend bis 2002 nachträglich erhöht. „Wir rechnen mit tausend Fällen und Zusatzkosten von drei Millionen Euro im Jahr“, so Breuer.

Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen ... 45488.html

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Gruß

Jobber

"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."

- Mahatma Gandhi (indischer Politiker (1869-1948))


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BeitragVerfasst: 06.07.2012, 20:47 
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Tolle Überschrift.....


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BeitragVerfasst: 11.07.2012, 14:05 
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jobber hat geschrieben:
Berlin. Mit einer höheren Renten können Zeitarbeitnehmer rechnen, die nach Tarifverträgen der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) gearbeitet haben. „Wir berechnen automatisch die Rentenansprüche aller Versicherten neu, bei denen unserer Überprüfungen ergeben haben, dass sie nach einem CGZP-Tarifvertrag bezahlt worden sind.“

Deshalb fällt die Rente aber noch lange nicht höher aus:
Wir reden hier von einem Zeitraum von maximal 6 Jahren (2004-2010), wohl eher 3 Jahren (Ausschlußfristen). Über die gesamte "Karriere" eines LAN macht das nichts aus, da kommt unter'm Strich im Alter trotzdem nur die Mindestabsicherung raus.

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„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. [...]” (Napoleon)


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BeitragVerfasst: 11.07.2012, 16:53 
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Registriert: 03.03.2011, 19:39
Beiträge: 1006
Zitat:
Niemand müsse dafür einen Antrag stellen, sagte Dirk von der Heide von der Deutschen Rentenversicherung dem Handelsblatt. Auch die Deutsche Unfallversicherung werde von sich aus aktiv, so deren Chef, Joachim Breuer auf Anfrage des Handelsblatt.


Das sind die beiden wichtigten Sätze an die Leserschaft. Die LAN sollen schön weiterschlafen, der Staat kümmert sich schon. Wer`s glaubt.
Möchte mal wissen, wie die eine derart komplitzierte Rechnung mit ihren paar Hanseln flächendeckend in Deutschland durchführen.

Die richtigen Anmerkungen von Schimmelreiter kommen noch dazu.


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BeitragVerfasst: 12.09.2012, 08:35 
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Administrator

Registriert: 27.12.2004, 14:20
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Hallo,

zur Info:

http://www.bundestag.de/presse/hib/2012 ... 86/02.html


Karl


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BeitragVerfasst: 12.09.2012, 08:57 
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dann bekommen ja Tausende Zeitarbeiter bald Post von der Rentenversicherung mit neuen Berechnungen wo sie dann 3 cent mehr Rente bekommen (würden) *lol*


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BeitragVerfasst: 13.09.2012, 06:19 
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Registriert: 10.02.2008, 13:02
Beiträge: 423
Wohnort: Kreis Bayreuth
Zugegeben der Betrag um den die Rentenzahlung steigen würdoder wird ist lächerlich gering, nur selbt um Centbeträge lässt sich streiten ich rechne immer hoch, da sieht das dann schon anders aus, da geht es nicht mehr nur um Peanuts

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Lerne die Regeln gut, damit Du sie richtig brechen kannst. Dalai Lama


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