ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Positionen BZA u. IGZ zu equal-pay
BeitragVerfasst: 09.01.2011, 22:39 
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Hallo,

Vom BZA ist folgende Positionierung bekannt:

14.12.2010 bza | Der Vizepräsident und Tarifverhandlungsführer des Bundesverbands Zeitarbeit e.V. (BZA), Thomas Bäumer, erklärt zum heutigen Beschluss des Bundesarbeitsgerichts zur Tariffähigkeit der CGZP: „Der heutige Beschluss ist für die betroffenen Zeitarbeitsunternehmen, die die AMP/CGZP-Tarifverträge angewendet haben und die nun etwaigen finanziellen Forderungen entgegensehen müssen, bedauerlich. BZA-Mitglieder und Anwender der BZA/DGB-Tarifverträge sind hiervon jedoch nicht betroffen.“.......„Bedenklich ist jedoch die offenbar politische Motivation des Verfahrens gegen die CGZP.

Nachzulesen unter: http://www.bza.de/

Sonst ist mir zur Positionierung des BZA zur DGB-TG seither nichts mehr bekannt. Gehe also mal davon aus mehr ist denen dazu nichts mehr eingefallen.


Also schauen wir uns mal den Konkurrenzverband IGZ an:

Unter: https://www.xing.com/net/igz/news-27501 ... /#34658542

gibt es eine Diskussion zum Thema die es sich lohnt nachzuvollziehen.

Der Eintrag von Hr.S. vom 09.01.2011 gefällt mir gut. Nicht wegen des Inhalts aber er gibt die Möglichkeit mal die Überlegungen der Gegenseite kennenzulernen.

Ich erlaube mir mal den kompletten Beitrag reinzukopieren:
Zitat:
Besten Dank an alle Teilnehmer für diese gehaltvollen, konstruktiven Diskussionsbeiträge.

Falsche Legendenbildungen und Angstmacherei, lieber Arnd Schumacher, helfen der Branche jetzt nicht wirklich weiter. Denn die politischen (Neu-) Positionierungen der Parteien (auch der SPD) erfolgte lange vor dem BAG-Beschluss und hat etwas mit der (teilweise sehr einseitigen) Wahrnehmung der Zeitarbeit, Oppositionsrollen etc. zu tun.

Wichtig erscheint mir, dass es uns gelingt, hierauf nicht nur abwehrend zu regieren, sondern offensiv ein Branchenleitbild entwerfen (und natürlich umsetzen, soweit wir als Tarifakteure hierauf Einfluss haben), dass den zukünftigen Herausforderungen stand hält und geeignet ist, einen ähnlich breiten gesellschaftspolitischen Konsens zu erzielen wie etwa bei der AÜG-Novelle 2002.

Zu diesen "Eckwerten" könnten etwa die folgenden iGZ-Verbandsziele gehören:

1. Der iGZ befürwortet die Aufnahme der Zeitarbeit in das Arbeitnehmerentsendegesetz und die Allgemeinverbindlicherklärung der zwischen den Zeitarbeitsverbänden und den Gewerkschaften geschlossenen Tarifverträge für Mindestbedingungen in der Zeitarbeit auf dem Verordnungswege durch das BMAS.

2. Der iGZ akzeptiert die im aktuellen BMAS-Gesetzesentwurf zur „Verhinderung von Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassung“ vorgeschlagene sog. "Schlecker - Klausel", gemäß der eine Abweichung vom Gleichbehandlungsgrundsatz zukünftig nicht zulässig sein soll, wenn der überlassene Arbeitnehmer innerhalb der letzten sechs Monate direkt bei dem Entleiher beschäftigt war.

3. Der iGZ wendet sich gegen jegliche weitere gesetzliche Einschränkungen des AÜG. Dies betrifft sowohl Regulierungsvorschriften zur Begrenzung von Überlassungsdauer oder Befristungsabreden als auch jegliche Einschränkung der Tariföffnungsklausel, beispielsweise durch eine zwingend anzuwendende Gleichbehandlung ab einer bestimmten Einsatz- oder Beschäftigungsdauer.

4. Der iGZ strebt die Verbesserung der politischen und gesellschaftlichen Anerkennung der Zeitarbeit an. Dazu müssen Lösungen gefunden werden, die das Thema "Lohngerechtigkeit" aufgreifen und bei längeren Einsatzzeiten zu vergleichbaren Entgelten zwischen Zeitarbeitskraft und Stammarbeitnehmer führen. Der iGZ will dieses Ziel durch tarifliche Lösungen zwischen den Zeitarbeitgebern und den Gewerkschaften umsetzen und ausdrücklich nicht vom Gesetzgeber oder via anderer Branchentarifverträge (siehe Stahlindustrie) regeln lassen.

Das tarifpolitische Modell des iGZ umfasst dabei folgende Eckpunkte:

4.1. Gesetzliche Ansätze, die Tariföffnungsklausel zu streichen oder einzugrenzen, bergen unzählige Rechtsunsicherheiten und hohe Administrationskosten bei der Umsetzung des dann notwendigen Gleichbehandlungsgebotes und greifen in die verfassungsrechtliche Tarifautonomie ein. Vielmehr muss es den Tarifparteien vorbehalten bleiben, einen Vergleichs- oder Referenzlohn, der im Entleihbetrieb als Basis herangezogen wird, eindeutig zu definieren und abschließend zu bestimmen.

4.2. Qualifizierte Arbeitnehmer sollen, in Abhängigkeit von der Einsatzdauer im Kundenunternehmen, eine stufenweise Erhöhung ihrer Vergütung erhalten, die sich mit zunehmender Einsatzdauer an die Vergütung der vergleichbaren Stammbeschäftigten annähert.

4.3. Für gering qualifizierte Zeitarbeitskräfte stehen die Eingliederung aus der Nichtbeschäftigung in den ersten Arbeitsmarkt, die Erhaltung der Beschäftigungsmöglichkeiten und die Erhaltung und Weiterentwicklung der Beschäftigungsfähigkeit im Fokus.

5. Der iGZ betrachtet die Qualifizierung und Weiterbildung von Zeitarbeitskräften als wichtige Zukunftsaufgabe und ist bestrebt, diese Aufgabe gemeinsam mit dem Tarifpartner zu fördern und tariflich umzusetzen.

6. Der iGZ steht für Tariftreue und für eine korrekte und umfassende Anwendung der geschlossenen Tarifverträge. Die Förderung dieses Ziels soll durch eine „Tarifgütestelle“ im engen Austausch mit den Tarifpartnern beim DGB kontinuierlich umgesetzt und verbessert werden.

Was meinen Sie: tragfähige Ansätze? Was wäre ggf. noch zu ergänzen?


Im Punkt 3. schreibt Hr.S.:
3. Der iGZ wendet sich gegen jegliche weitere gesetzliche Einschränkungen des AÜG. Dies betrifft sowohl Regulierungsvorschriften zur Begrenzung von Überlassungsdauer oder Befristungsabreden als auch jegliche Einschränkung der Tariföffnungsklausel, beispielsweise durch eine zwingend anzuwendende Gleichbehandlung ab einer bestimmten Einsatz- oder Beschäftigungsdauer.

In den nachfolgenden Begründungen legt Hr. S nahe, dass er das alles auch will aber nicht als gesetzliche Regulierung sondern tarifautonom.

Dass die Tarifpartner DGB-TG und CGZP u. Nachfolger bockschwach sind (CGZP besonders angeknockt) ist Geschäftsgrundlage seiner Überlegungen.

Den Unterschied zwischen BZA und IGZ will ich aber nicht einfach unter den Tisch wischen. Beim IGZ kann jeder den es interessiert , nachlesen wie der Verband tickt. Beim BZA kann man nur spekulieren.

In dem Zusammenhang interessiert mich wie die DGB-TG mitTarifspekulanten wie Herrn Bäumer die BZA-Tarife verbessern will? (In der Metallbranche bezahlt der AMP (neu) ab 01.01.2011 40 Cent zusätzlich (also das was Hr. Bäumer und sein BZA seit 2004 verweigern).

In der "normalen" Metallindustrie gibt es vorgezogene Tarifzahlungen. Für die Branche Zeitarbeit natürlich undenkbar.

Karl


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BeitragVerfasst: 19.01.2011, 22:09 
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Hallo,

der BZA kommt jetzt aus der Reserve. Die Diskussionen im Vermittlungssausschuss des Bundestags über die Einführung von equal-pay nach einer gewissen Frist der Einarbeitung macht sie nervös.

Unter: http://www.bza.de/

ist eine Pressemitteilung veröffentlicht:

BZA-Pressemitteilung
Politik plant „Equal Pay“ für die Zeitarbeit
Zehntausende Arbeitsplätze werden wegfallen – auch außerhalb der Zeitarbeit


Also erst mal drohen mit Entlassungen.

Zweitens: Jobverlagerungen ins Ausland, die auch Nicht-Zeitarbeitsplätze betreffen, und Rationalisierung.“
(Als ob z.B. die vielen Metallbetriebe die massenhaft Leiharbeiter einsetzen in der Vergangenheit noch nie ins Ausland verlagert hätten und den Begriff Rationalisierung erst durch den BZA kennenlernen).

Drittens: Zudem ist es nicht praktikabel, für Zeitarbeitnehmer jedes Mal umständlich einen Vergleichslohn auszurechnen,
Achso weil es umständlich ist. Es stimmt allerdings schon, Billiglohntabellen eintippen geht einfacher.

Viertens: Da nahezu alle Zeitarbeitnehmer nach Zeitarbeitstarifverträgen bezahlt werden - die meisten auf Basis eines DGB- Tarifvertrags –, wäre Equal Pay auch ein Angriff auf die Tarifautonomie.“.
Tarifautonomie ist wenn der BZA seit 6 Jahren seine Verhandlungsverpflichtung Branchenzuschläge § 6 Entelt-TV) ..unter gleichberechtigter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Unternehmen und des Grundsatzes gleicher Lohn für gleiche Arbeit seither auf 0 Euro halten konnte. Klar doch, die Gewinne liegen seit 6 Jahren auch bei 0 Euro.

Tarifautonomie a la BZA: 6 Jahre nix anbieten, mit den Billigdumpern vom AMP gemeinsame Sache machen und jetzt jammern.

Karl


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BeitragVerfasst: 19.01.2011, 22:39 
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Solange die Profite sprudeln, soll sich der Staat gefälligst raushalten. Aber wehe, es gibt Gewinneinbußen oder gar Verluste, da kann der Staat gar nicht schnell genug eingreifen.

Es gibt passende Bezeichnungen für solche Leute, aber ich will heute nicht ausfällig werden.

Treffend kommentiert, Karl.


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BeitragVerfasst: 21.01.2011, 13:11 
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"Unternehmen, deren Existenz lediglich davon abhängt, ihren Beschäftigten weniger als einen zum Leben ausreichenden Lohn zu zahlen, sollen in diesem Land kein Recht mehr haben, weiter ihre Geschäfte zu betreiben." Sagte mal ein US Präsident
Wobei der damalige Mindestlohn in der US kein Vergleichsmaßstab für heute sein kann.

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Mit freundlichen Grüßen

Christian Iwanowski

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BeitragVerfasst: 21.01.2011, 16:19 
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Und da ja immerwieder behauptet wird das Mindestlöhne Arbeitsplätze vernichten dem empfehle ich mal die DieDi „Minimum Wage Effects Across State Borders“ des Arbeitsmarkt-Forschungszentrums der University of California. :wink:


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BeitragVerfasst: 31.01.2011, 14:14 
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Hallo,

die Verbände Verleiher und Entleiher (BDA) versuchen Druck auf die Politik zu machen um equal-pay und equal-treatment nach einer gewissen Einarbeitungszeit zu verhindern.

Siehe:
http://www.bza.de/

http://www.ig-zeitarbeit.de/system/file ... chtend.pdf


Drei Argumente sind auffallend:

1. Die Entleiher müssten offenlegen was ihre Stammmannschaften verdienen. Und bei neuen Einsätzen muss jedes mal der Lohn neu berechnet werden.
Stimmt, das ist aufwändiger aber nicht unlösbar.

2. Wird behauptet, dass equal-pay für Helfer nicht mehr bezahlbar wäre. BZA-Zitat:
Opfer von Equal Pay sind dann diejenigen, denen es schwer fällt, sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten...denn zu Equal-Pay Bedingungen haben sie keine Chance auf dem Arbeitsmarkt.


Hieß es bisher immer : Die Flexibilität ist das wesentliche "Jobmotor-Argument". Läßt man jetzt die Sau raus.

Schnörkellos ausgedrückt: Billig muss billig bleiben.

3. Die Tarifautonomie: Seit Jahren treten Unternehmer aus den Verbänden aus und weigern sich zunehmend überhaupt noch Tarifverträge abzuschließen.
Und 2003 klagten der MVZ (Vorläufer AMP) gegen den faktischen Tarif"zwang". Der BZA hatte dies 2003 ebenso als Forderung.

Mal sehen falls die Politik wieder einknickt, ob dann die Tarifautonomie-Fans von BZA und IGZ der DGB-TG die bis 2013 vereinbarten Tarife von sich aus kündigen und der DGB-TG ein gemeinsames Tarifwerk mit z.B. bezifferten Branchenzuschlägen etc. anbieten?

Das wäre doch mal ein tarifautonomes Angebot.

Nicht vergessen 24. Februar 2011!

Karl


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BeitragVerfasst: 31.01.2011, 19:55 
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karla hat geschrieben:
1. Die Entleiher müssten offenlegen was ihre Stammmannschaften verdienen. Und bei neuen Einsätzen muss jedes mal der Lohn neu berechnet werden.
Stimmt, das ist aufwändiger aber nicht unlösbar.


Vielen LAN arbeiten auch jeden Tag woanders. Und der Lohn wird ja auch noch mit Taschenrechner und altmodische Schreibmaschine errechnet und geschrieben. *kopfschüttelt*


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BeitragVerfasst: 01.02.2011, 10:47 
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Hatschi hat geschrieben:
karla hat geschrieben:
1. Die Entleiher müssten offenlegen was ihre Stammmannschaften verdienen. Und bei neuen Einsätzen muss jedes mal der Lohn neu berechnet werden.
Stimmt, das ist aufwändiger aber nicht unlösbar.


Vielen LAN arbeiten auch jeden Tag woanders. Und der Lohn wird ja auch noch mit Taschenrechner und altmodische Schreibmaschine errechnet und geschrieben. *kopfschüttelt*


§ 12 AÜG Schriftformerfordernis. Und hier muss der Kunde die wesentlichen Arbeitsbedingungen angeben. Wo ist das Problem?
Ohne diese Urkunde ist das Ganze Schwarzarbeit! Herr Staatsanwalt übernehmen sie.

Der LAN mag täglich wechseln, der Disponent weiß das aber vorher. Leiharbeit gibt es seit 44 Jahren offiziell in Deutschland. In der Vortarifzeit war so was alles üblich. Mancher Disponent soll mal die alten Hasen fragen wie das früher ging.
Auftrag dem LAN mitgeteilt und gleich hingesetzt und sich um einen Folgeauftrag gekümmert und nicht Auftragsende gleich Kündigung.

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Mit freundlichen Grüßen

Christian Iwanowski

Düsseldorf


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BeitragVerfasst: 04.02.2011, 00:43 
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Hallo,


der BZA legt nach siehe:

http://www.bza.de/fileadmin/bilder/2010 ... al_Pay.pdf

Da heißt es u.a.:
Zitat:
Die seit 2003 von den Tarifpartnern zum Vorteil aller Beteiligten gelebte Sozialpartnerschaft stünde mit dem faktischen Ende der Zeitarbeitstarifverträge vor dem Aus.“


Die hier vom BZA gepriesene "gelebte Sozialpartnerschaft" stand 2003 absolut leblos im Entgelt-TV/BZA
§ 6 Verhandlungsverpflichtung Branchenzuschlag
.

Dort hieß es z.B.: "Ziel dieser Verhandlungen ist die Vereinbarung von solchen Zuschlägen unter gleichberechtigter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Unternehmen und des Grundgedankens "gleicher Lohn für gleiche Arbeit".

Genau dieser Passus verschwand ab 2005 aus dem Text des BZA/TV.

Seither heißt dieser Passus: "...vereinbaren die Tarifvertragsparteien, nach dem 1.Oktober 2005 unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Situation der Zeitarbeitsbranche erneut Verhandlungen aufzunehmen".

Die Ergebnisse dieses abgespeckten Textes seit 2005 kennt jeder: Nix + Nix ergibt Nix.
Jetzt schreiben wir 2011 und die TV laufen noch bis 31. Okt. 2013

Nochmals zum auf der Zunge zergehen lassen Hr. Bäumer (BZA):

"..Die seit 2003 von den Tarifpartnern zum Vorteil aller Beteiligten gelebte Sozialpartnerschaft..."

Ja, genau so schaut es aus wenn ein Krokodil auf die Tränendrüse drückt.


Der BZA aber genau so der IGZ werden dieser Tage nicht müde die Tarifautonomie zu beschwören.

Da die Politik equal-pay nicht vom ersten Tag an gesetzlich festlegen werden (für die SPD u. Die Grünen ist das eine Verhandlungsgrösse) bleibt also für Tarifautonomie noch jede Menge Spielraum.

Deshalb: Wenn die gesetzlichen Größen festgelegt sind gehören die TV mit BZA und IGZ gekündigt und dann schauen wir mal wie diese Verbände mit der praktischen Möglichkeit die Zeitarbeit tarifautonom zu gestalten, umgehen.

Karl


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BeitragVerfasst: 04.02.2011, 09:25 
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Lustig ist auch diese Passage:

BZA hat geschrieben:
"Bäumer weiter: „Durch Equal Pay bekäme die Zeitarbeit Tarifabschlüsse anderer
Branchen ohne irgendein Mitspracherecht aufgezwungen – ein Geschäft zu Lasten
Dritter, vor allem der zehntausenden Arbeitnehmer, deren Job hierdurch
wegfiele."


Die Zeitarbeitstarifverträge sind den Stammbelegschaften anderen Brancen ohne irgendein Mitspracherecht aufgezuwungen worden. Die Stammbelegschaftsjobs sind in den letzten Jahren weggefallen, weil für die Arbeitgeber so günstige Zeitarbeitstarifverträge angeschlossen wurden, dass sie leiber Zeitarbeiter einsetzen.

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BeitragVerfasst: 04.02.2011, 12:33 
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Hallo,

neue Wasserstandsmeldung zu equal-pay unter:

http://nachrichten.rp-online.de/politik ... u-1.331419

Karl


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BeitragVerfasst: 05.02.2011, 09:06 
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Der Artikel bestätigt mich in der Annahme, dass gerade EU-Recht gebeugt und die Interessen der Arbeiterklasse verraten werden.


http://nachrichten.rp-online.de/politik/hartz-iv-union-geht-auf-opposition-zu-1.331419
hat geschrieben:
„Demnach sollen Zeitarbeitnehmer nach drei oder vier Monaten den gleichen Lohn erhalten wie ihre angestellten Kollegen.“


Laut der Bundesagentur für Arbeit dauern nur 44% der Leiharbeitsverhältnisse 3 Monate oder länger.

Quelle:http://statistik.arbeitsagentur.de/cae/servlet/contentblob/244170/publicationFile/119019/Arbeitsmarkt-Deutschland-Zeitarbeit-Aktuelle-Entwicklung-1HJ2010.pdf

Dass Ergebnis einer solchen Regelung wird folglich sein, dass künftig Leiharbeitsverhältnisse vor dem Einsetzen von Equal Pay gekündigt werden. Ab Mai werden überwiegend geringer qualifizierte Leiharbeiter (Sprachproblem) aus Osteuropa kommen, die man relativ schnell gegen Neue austauschen kann. Lediglich höher qualifizierte Leiharbeitnehmer könnten in den Genuss von Equal Pay kommen, weil es keinen Sinn macht, alle drei Monate einen neuen Kollegen einzuarbeiten.

http://nachrichten.rp-online.de/politik/hartz-iv-union-geht-auf-opposition-zu-1.331419
hat geschrieben:
„Der Begriff "Equal Pay" soll sich aber nur auf den "Eckregelsatz", also den reinen Lohn beziehen. Weihnachts- und Urlaubsgeld wären nicht einbezogen. So könnten Unternehmen erfahrene Mitarbeiter finanziell würdigen."


Aus meiner Sicht eine Rechtsbeugung des Gleichbehandlungsgrundsatzes und Schwachsinn. Warum soll ein Leiharbeiter automatisch nicht erfahrener als ein Stammbelegschaftsmitarbeiter sein? Der Druck des Leiharbeitnehmers, rauszufliegen und dann wieder für weniger als Equal Pay arbeiten zu müssen, wird diesen motivieren, sich mehr anzustrengen. Im übrigen sind Weihnachts- und Urlaubsgeld in der Regel tariflich festgeschrieben und eine Auszahlung erfolgt leistungstunabhängig.
Die wesentliche Frage ist aber, wie kann ein Leiharbeitnehmer überprüfen, ob die gemachten Angaben des Entleihers zum Equal Pay auch richtig sind. Wird es hier eine unabhängige Kontrollinstands geben? In der Regel möchte der Arbeitgeber nicht, dass sich die Stammkollegen über ihren Lohn austauschen und in vielen Arbeitsverträgen gibt es auch einen Verschwiegenheitspassus.


http://nachrichten.rp-online.de/politik/hartz-iv-union-geht-auf-opposition-zu-1.331419
hat geschrieben:
„Ein Mindestlohn für die Branche ist zwischen Union und FDP bereits verabredet."


Wurde eine Lohnuntergrenze oder ein Lohngitter ausgehandelt? Sollte es sich nur um eine Lohnuntergrenze handeln, dann wird das Ergebnis sein, dass die Löhne für qualifizierte Leiharbeitnehmer auf die Lohnuntergrenze abgesenkt werden, weil die osteuropäischen Leiharbeiter einen derartigen Tarifvertrag aufgedrückt bekommen.
Nach welchen Kriterien soll künftig der Mindestlohn angepasst werden?
Die IG Metal hat in der Regel gute Tarifverträge ausgehandelt. Hier dürfte der Abstand zum Mindestlohn hoch sein und damit der Austausch der Stammbelegschaft (hoher Organisationsgrad) betriebswirtschaftlich Sinn machen. Bei nicht tarifgebundenen Unternehmen (geringer Organisationsgrad) insbesondere in Ostdeutschland dürfte ein Mindestlohn sich nicht wesentlich vom Stammbelegschaftslohn unterscheiden. Aus meiner Sicht könnte eine solche Regelung dazu führen, dass die IG Metal (im Banken und Versicherungsbereich Verdi) an Durchsetzungskraft verlieren wird.

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BeitragVerfasst: 05.02.2011, 09:49 
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Hallo

für mich ist es ein grosser Schwachsinn gleichen Lohn erst später für Leihsklaven einzuführen.
Entweder sofort oder gar nicht.
Hat denn ein Gelernter Installateur weniger Kenntnisse nur weil er bei einer ZAF ist?
Nein ich Behaupte das ein Leiharbeiter aufgrund seiner Firmenwechsel mehr mitbekommt als ein Arbeiter der immer nur bei einer Firma sein Unwesen treibt.


Gruss Uwe


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BeitragVerfasst: 05.02.2011, 13:45 
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Hallo Botanicmann2000.

Zitat:
Entweder sofort oder gar nicht.


BZA, IGZ und AMP wenn sie die Politik aufhalten könnten würden dir sicher entgegenkommen beim zweiten Teil deines Angebots.

Will man etwas in Richtung deines ersten Teils deines Zitats bewegen reicht es nicht aus im Internet nur Fingerübungen auf der Tastatur zu machen.

Alles werden die LAN von der Politik nicht bekommen. Also las uns doch besser überlegen wie wir das zu Gunsten der LAN verbessern können.

Ich habe oben versucht mal ein paar Denkanstösse zu geben. Z.B.: Tarifverträge mit BZA und IGZ kündigen und dafür zu agitieren und natürlich auch mobilisieren.

Warum nicht solche Überlegungen zum Aktionstag am 24. Februar einbringen?

Karl


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 Betreff des Beitrags: Huber in der SZ
BeitragVerfasst: 05.02.2011, 15:34 
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Zitat:
Zoff um die Leiharbeiter: IG-Metall-Chef Berthold Huber fährt schwere Geschütze gegen Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt auf.

IG-Metall-Chef Berthold Huber ist ein besonnener Gewerkschafter. Der Reformer hat Tarifverträge mit größerer Eigenständigkeit für Betriebe durchgesetzt, so wie es die Arbeitgeber stets wollten. Umso bemerkenswerter, dass Huber nun schwere Geschütze gegen Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt auffährt: Er droht, keine flexiblen Tarifmodelle für Entlohnung oder Arbeitszeiten mehr zu vereinbaren, "wenn die Arbeitgeber diese Regelungen zum Beispiel durch Leiharbeit weiter unterlaufen. Ich schwanke zwischen Enttäuschung und Zorn über die Arbeitgeber", sagt Huber der Süddeutschen Zeitung.

Den Chef der größten Einzelgewerkschaft Europas verärgert eine lapidare Ankündigung von Hundt. Der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) wendet sich gegen die Pläne von Regierung und Opposition, Deutschlands fast eine Million Leiharbeiter nach einer bestimmten Frist genauso wie die Stammbelegschaft zu bezahlen: "Die großen Unternehmen werden Wege finden, um durch Auswechseln der Zeitarbeitnehmer mit dem Problem fertig zu werden." Hundt geht also davon aus, dass Konzerne in Zukunft immer dann neue Leiharbeiter anfordern, wenn sie die bisherigen Kräfte genauso bezahlen müssten wie die Stammbelegschaft. Mit seiner Aussage kündige der Arbeitgeberpräsident "den Konsens auf, den wir in den vergangenen Jahren hatten", sagte Huber. Seine Drohung ist brisant, weil das partnerschaftliche Verhältnis von Gewerkschaften und Arbeitgeber als einer der wichtigsten Gründe für den rasanten Aufschwung in Deutschland gilt, der im Rest der Welt bewundert wird.

Huber erklärt seine Wut so: "Die Arbeitgeber wollten Leiharbeiter, um Flexibilität zu bekommen, etwa wenn es kurzfristig mehr Aufträge gibt." Diese sei ihnen zugestanden worden. Nun stelle sich heraus, dass sie einfach die Löhne senken und ihre Profite erhöhen wollen. Das ist eine Täuschung der Menschen und der Politik", kritisiert der Gewerkschaftschef. Auch die SPD zeigte sich über den Arbeitgeberchef verärgert. "Herr Hundt versucht, durch Säbelrasseln der Politik den Gestaltungsspielraum abzupressen", sagt SPD-Vizechefin Manuela Schwesig. Am Sonntag wird bei einem Spitzengespräch von Regierung und Opposition erneut eine Lösung im Hartz-IV-Streit gesucht. Dabei geht es auch um die Frage, ab wann Leiharbeiter genauso zu bezahlen sind wie die Mitarbeiter in dem Betrieb, in dem sie gerade eingesetzt werden. Huber fordert die gleiche Bezahlung vom ersten Tag an. SPD und Grüne wollen dies spätestens nach wenigen Wochen. Die FDP sprach zuletzt von neun Monaten. Mit der gleichen Bezahlung von Leiharbeitern wollen die Politiker verhindern, dass Unternehmen zukünftig immer mehr Stammarbeitskräfte durch billige Leiharbeitnehmer ersetzen. Die Arbeitgeber in der Zeitarbeitsbranche fürchten, dass dadurch Zehntausende Arbeitsplätze verloren gehen.

Huber warnt vor "Scheindebatten". Er wies darauf hin, dass die Tarifverträge in der Metallbranche Einarbeitungszeiten vorsähen, bis jemand den vollen Lohn bekomme. "Wenn Leiharbeiter mit den Stammkräften gleichgestellt sind, bekommen sie nicht ab dem ersten Tag das volle Gehalt eines langjährig Beschäftigten. Der Leiharbeiter wird so behandelt wie ein Festangestellter, der gerade angefangen hat." Bei dem Spitzengespräch geht es auch um die Höhe des Regelsatzes für Hartz-IV-Empfänger und das Bildungspaket für arme Kinder. Die Hartz-IV-Reform war am Widerstand der SPD-regierten Länder im Bundesrat vorläufig gescheitert. Seitdem ringen Regierung und Opposition um einen Kompromiss.

Kein Bier, kein Benzin - und ein Trick Für die Verhandlungen der Parteien wurde in den vergangenen Tagen eine neue Streitfront aufgebaut. SPD und Grüne wollen, dass das von der Regierung geplante Bildungspaket, für das der Bund die Kosten trägt, von den Kommunen umgesetzt wird - und das Geld des Bundes dafür direkt an die Kommunen fließt. Den verfassungsrechtlichen Weg dafür soll der Artikel 91e Grundgesetz öffnen, der im Juli 2010 ins Grundgesetz eingefügt wurde. Die Staatsrechtsprofessoren Ulrich Battis (Humboldt-Uni Berlin) und Joachim Wieland (Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer) haben diesen Weg in Rechtsgutachten für statthaft erklärt. Eine Stellungnahme der Bundesministerien für Finanzen, Inneres und Justiz hält diesen Weg nicht für gangbar. Ursula von der Leyen hat den Verhandlungsführern der SPD und der Grünen mit Brief vom 2. Februar mitgeteilt, dass "eine Finanzbeziehung zwischen Bund und Ländern nicht vorgesehen ist" und dass eine solche Finanzierung nicht rechtlich belastbar sei. Dies sei nur durch eine Grundgesetzänderung möglich, für die von der Leyen "keine ausreichende Mehrheit" sieht, wohl, weil vor allem die FDP nicht mitmachen würde. Der Weg via 91e ist teuer, weil die tatsächlich bei den Kommunen anfallenden Kosten abgerechnet würden.
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BeitragVerfasst: 06.02.2011, 05:30 
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Zitat:
Nun stelle sich heraus, dass sie einfach die Löhne senken und ihre Profite erhöhen wollen.

Ja, was für eine Überraschung. Weiß grad nicht, ob ich lachen oder weinen soll.


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BeitragVerfasst: 07.02.2011, 17:31 
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Hallo Cortez,

und ist die Strategie von Herr`n Wetzel aufgegangen?


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BeitragVerfasst: 07.02.2011, 23:30 
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edit: 21.02,2011

Moin Elsa,

Du wolltest Equal Pay vom ersten Tag an, oder gar nicht. Nun, es gibt kein Equal Pay. Zufrieden? Ansonsten 'Herr`n Wetzel' persönlich fragen, oder eben mit Leuten wie @Hans weiter kämpfen.

Viel Spaß noch mit @Hans und Konsorten - tschüß, Cortez


Zuletzt geändert von cortez am 21.02.2011, 13:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Zitate von der Homepage der IGZ:

"Peter Schüren: Wenn man die derzeitige Debatte verfolgt, könnte man meinen, dass dem DGB die eigenen Tarifverträge peinlich sind. Die Tatsache, dass das oft niedrige Lohnniveau auch auf Tarifverträge der DGB-Gewerkschaften zurückgeht, ist eben nur schwer vermittelbar. Da fällt es leichter, gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu fordern, und sich ein Scheingefecht mit der Regierung zu liefern, statt eine gute Tarifpolitik zu machen."

"Schüren: Wir brauchen endlich Tarifverträge, die diesen Namen verdienen. Sie müssen ein angemessenes Lohnniveau und vernünftige Arbeitsbedingungen für flexibel einsetzbare Mitarbeiter regeln. Nur weil das in den letzten Jahren nicht gut lief, müssen wir aber nicht vom Tarifvertrag als Regelungsinstrument Abschied nehmen."

"Schüren: Ich bin da skeptisch. Im schlimmsten Fall wartet Deutschland wieder einmal ab, bis es einen Rüffel vom Europäischen Gerichtshof kassiert. Es wäre nicht das erste Mal. Denn die europäischen Vorgaben sind eindeutig – es kümmert sich nur niemand darum. (Focus online, 07.02.´11)"


Quelle: http://www.ig-zeitarbeit.de/artikel/8425

Wenn das alles nicht so traurig wäre, wäre es schon wieder lustig. :roll:

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Hallo,

auf die DGB-Studie Niedriglohn und Lohndumping im Verleihgewerbe(6 Seiten) nachlesbar unter:

http://www.dgb.de/themen/++co++05964e7a ... 188b4dc422

reagiert der Tarif"partner" BZA so:

Propaganda statt Wissenschaft: DGB-„Studie“ zur Zeitarbeit |

nachlesbar unter: http://www.bza.de/fileadmin/bilder/2011 ... se_DGB.pdf

Zum "Partner" BZA mal ein paar Stichpunkte:

1. Den ersten Mindestlohn-TV hat der BZA nur unterschrieben weil die DGB-TG bereit war die einsatzbezogenen Zuschläge für die LAN zu verschlechtern. Dieser TV kam dann überhaupt nicht aber der BZA kassiert seither die verschlechterten Zuschläge.
Das ist keine Propaganda sondern die bittere Wahrheit.

2. Der Streichung des § 8.6 (Verrechnung Lohn mit VMA) hat der BZA erst zugestimmt als es in der IGM zu brodeln begann und die Tarifkommissionen von IGM und Verdi ihren Vorständen die rote Karte zeigten.

3. Die seit 2003 vereinbarte Verhandlungsverpflichtung für Branchenzuschläge wurden von ihm bis zum heutigen Tage wie ein Papier an einem "gewissen Örtchen" behandelt.

Das Mindeste was man mit solch einem Tarif"partner" machen kann ist die Kündigung des Entgelt-TV. Dann kann er ja mal erklären ob er mit der DGB-TG noch etwas zu tun haben will oder ob er sich tarifmäßig neu orientieren will.

Karl


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BeitragVerfasst: 11.02.2011, 12:41 
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Eine Pedition an den Bundestag halte ich für Zeitverschwendung. Habe mal in die Debatte über Harz IV reingeschaut. Es ist einfach unerträglich was unser sogenanten Volksvertreter so von sich geben. Ich kann das Leiden unserer Ministerin für Arbeit und Soziales nicht mehr mit ansehen. Ein Mindestlohn, ob nun €7,50 oder €8,50, würde die Einkommenssituation der vielen Aufstocker nicht unbedingt verbessern, würde aber soviele Mittel freisetzen, dass über eine deutliche Erhöhung der Regelsätze, besonders für Kinder, nicht mehr überlegt werden müste.
In diesem Zusammenhang ist die Kündigung der DGB Zeitarbeitstarife die schärfste Waffe die im Moment zur Verfügung steht. Die Zornesröte, speziel einiger FDP Politiker, möchte ich gerne sehen. Unser Aussenamtschef in Rot, wat lecker.
Sicher werden nach einer Tarifkündigung nicht 500 000 Leiharbeiter zum Arbeitsgericht gehen und auf gleiches Geld klagen, aber einige 1000 würden schon reichen um die eine oder andere Sklavenbude ins Nirvana zu schicken.
In der Hauptsache würden sich die Gewerkschaftsfunktionäre ein Stück Vertrauen zurückholen, was seit der Kungelei mit Schröder und dem verurteilten Peter Harz, bei den Arbeitnehmern verloren gegangen ist.
Ich sehe auch keine andere Möglichkeit wie Koll. Huber seiner Drohung Nachdruck verleihen möchte.
Die Streikbereitschaft unter den Leiharbeitern halte ich für nicht sehr ausgeprägt. Allein auf Grund des niedrigen Organisationsgrades. Obwohl ein Streik aller Leiharbeiter in diesem Land ja bald einem Generalstreik gleich kommen würde, auf jeden Fall in einigen Brachen z.B. Logistik. Das könnte dem einen oder anderen Entleiher sehr weh tun. Ob dann in Deutschland ein Umdenken einsetzt müste man mal probieren.
Der Alte


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BeitragVerfasst: 14.03.2011, 11:37 
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Hallo,

unter: http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten ... 27725.html

Bericht wie im Vermittlungsausschuss des Bundestages EQUAL-PAY verschwand.

Dazu passend noch die Protokollnotiz des Vermittlungsausschusses:
Protokollerklärung: Vermittlungsausschuss - Zum künftigen Umgang mit Zeitarbeit

Die Tarifvertragsparteien sind aufgefordert, den Einsatz von Zeitarbeit in den einzelnen Branchen verantwortlich zu regeln und Missbräuche zu Lasten der Arbeitnehmer wirksam zu bekämpfen. Hierbei soll besonders berücksichtigt werden, nach welcher angemessenen Verleihdauer "Equal Pay" einsetzt. Sollten die Tarifpartner in den diesjährigen Tarifrunden keine befriedigenden Ergebnisse erzielen, wird die Bundesregierung eine Kommission einberufen. Aufgabe der Kommission wäre es, unter Wahrung der Tarifautonomie angemessene Vorschläge für die Bundesregierung zu erarbeiten.

(Quelle: http://www.xing.com/net/igz/news-275011 ... /#35489926 )

Zu den 9 oder 12 Monaten :

2002 gab es das Job-AQTIV-Gesetz mit der Regelung, dass Zeitarbeit auf max. 2 Jahre begrenzt wurde und ab dem 13. Monat equal-pay bezahlt werden musste.
Das Ergebnis war, dass nach 12 Monaten die LAN in aller Regel abgemeldet wurden.

Wieso soll das nach 9 Monaten anders sein?

Wenn in Frankfurt so etwas diskutiert wird sollten wir mitdiskutieren auch wenn wir dazu nicht eingeladen wurden.

Karl


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BeitragVerfasst: 14.03.2011, 19:34 
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karla hat geschrieben:
Das Ergebnis war, dass nach 12 Monaten die LAN in aller Regel abgemeldet wurden.
Wieso soll das nach 9 Monaten anders sein?


gute Frage.
Man will unbedingt die Überlassungsdauer begrenzen, und träumt sich zusammen, dass dann alle übernommen werden.
Ja klar.


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BeitragVerfasst: 15.03.2011, 17:00 
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Hallo,

noch ein Artikel dazu aus "Junge Welt" unter:

http://www.jungewelt.de/2011/03-15/117.php

Karl


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BeitragVerfasst: 16.03.2011, 14:45 
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karla hat geschrieben:
Wieso soll das nach 9 Monaten anders sein?

Wenn in Frankfurt so etwas diskutiert wird sollten wir mitdiskutieren auch wenn wir dazu nicht eingeladen wurden.

Karl



Das wird nicht diskutiert. Es ging darum zu sagen bevor es nichts gibt nehmen wir lieber die 9 unter der Bedingung, dass wir per Tarifvertrag das kürzer regeln dürfen.
Wir wollen equal pay ab dem ersten Tag. Nur brauchen wir dafür politische Mehrheiten!!

_________________
Mit freundlichen Grüßen

Christian Iwanowski

Düsseldorf


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BeitragVerfasst: 16.03.2011, 18:29 
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Iwanowski hat geschrieben:
Wir wollen equal pay ab dem ersten Tag. Nur brauchen wir dafür politische Mehrheiten!!


Ich denke das regelt das AÜG, oder hat es etwa jemand ausgehebelt???


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 Betreff des Beitrags: Positionen DGB-TG zu equal-pay?
BeitragVerfasst: 17.03.2011, 22:24 
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Hallo Christian,

dies mal nicht zu BZA u. IGZ sondern:

Positionen DGB-TG zu equal-pay?

Zitat:
Das wird nicht diskutiert. Es ging darum zu sagen bevor es nichts gibt nehmen wir lieber die 9 unter der Bedingung, dass wir per Tarifvertrag das kürzer regeln dürfen.
Wir wollen equal pay ab dem ersten Tag. Nur brauchen wir dafür politische Mehrheiten!!


1. Man ist ja darauf angewiesen an Hand dessen was man aus der Presse ("Schwäbisches Tagblatt" Reutlingen und "Junge Welt") erfahren konnte sich etwas zusammenzureimen. Ich versuch es mal.

Im Vermittlungsausschuss des Bundestages war der Stand zuletzt so: Die SPD war für equal-pay ab 4 Wochen und die FDP nach 9 Monaten. Die CDU irgendwo dazwischen. Und plötzlich fiel alles sang- und klanglos unter den Tisch.

2. Der Hintergrund dafür ist anscheinend die IGM wollte sich mit 9 Monaten zufriedengeben und Verdi mit der SPD preferierten 6 Monate. Die IGM wollte sozusagen den "Spatz in der Hand" und nicht die "Taube auf dem Dach" um dann per gesetzlicher Vorgabe im AÜG über TV die 9 Monate herunterzudrücken.

3. Auffallend ist: Anscheinend haben die IGM und Verdi vorher überhaupt nicht miteinander geredet wo für sie der Knackpunkt liegt. Und Gabriel hat dann entschieden wo für ihn der Knackpunkt lag.

4. Es scheint mal wieder etwas schief gelaufen zu sein in der DGB-TG. Damit muss man wohl immer wieder rechnen. Deshalb stellt sich jetzt die Frage wie geht es denn weiter? Was hat man in der IGM für Vorstellungen?
Beim Vorstand! Bei der Tarifkommission! Beim Fachbereich Tarifpolitik?

5. In der Protokollnotiz des Vermittlungsausschusses nach dem Ende der Vermittlungsgespräche heißt es:

"Protokollerklärung: Vermittlungsausschuss - Zum künftigen Umgang mit Zeitarbeit

Die Tarifvertragsparteien sind aufgefordert, den Einsatz von Zeitarbeit in den einzelnen Branchen verantwortlich zu regeln und Missbräuche zu Lasten der Arbeitnehmer wirksam zu bekämpfen. Hierbei soll besonders berücksichtigt werden, nach welcher angemessenen Verleihdauer "Equal Pay" einsetzt. Sollten die Tarifpartner in den diesjährigen Tarifrunden keine befriedigenden Ergebnisse erzielen, wird die Bundesregierung eine Kommission einberufen. Aufgabe der Kommission wäre es, unter Wahrung der Tarifautonomie angemessene Vorschläge für die Bundesregierung zu erarbeiten. "


In den diesjährigen Tarifrunden sollen also befriedigende Ergebnisse erziehlt werden. So jedenfalls die Vorstellung der Politik.

Was sagt denn nun die DGB-TG dazu? 3 Monate vom Jahr sind schon fast vorbei.
Für meinen Teil werde ich erst mal in unserem nächsten AK MiZ das Thema ansprechen.
Sollte es dieses Jahr noch einen ZOOM-workshop geben gehört das Thema auch dort auf die Tagesordnung.
Vielleicht schreibe ich auch dem Verantwortlichen beim Vorstand für Leiharbeit mal wieder eine e-mail.

Falls das alles nichts hilft verlege ich mich wieder aufs Zeitung lesen. Da erfährt man zumindest hin -und wieder auch etwas. (Siehe: "Schwäbisches Tagblatt).

Karl

PS:
Verwundert bin ich aber auch was für ein laues Lüftchen das Thema hier im Forum ausgelöst hat?


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BeitragVerfasst: 17.03.2011, 23:09 
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Was sollen die Diskussionen über equal pay überhaupt? Die SPD dafür ab 4 Wochen. die anderen dafür ab X wochen. BLA BLA . Fakt ist, das seitens der PARTEIEN und Gewerkschaften (Und so Gott will ich NIE WIEDER ein Kreuz bei CDU, SPD, Gruene, FDP machen, möge die Hand mir ABFAULEN oder einer GW des DGB beitreten) das Interesse diesen Umstand zu ändern nie gefragt war. Der DGB hat diesen Kram doch erst zementiert....... und das erst vor kurzem

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---> Artikel 23 Absatz 2: Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit <---


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BeitragVerfasst: 17.03.2011, 23:37 
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Habrack hat geschrieben:
Fakt ist, das seitens der PARTEIEN und Gewerkschaften (Und so Gott will ich NIE WIEDER ein Kreuz bei CDU, SPD, Gruene, FDP machen,....

na denn mach dein Kreuz mal da, womit du wieder schwarz-gelb ermöglichst.
Bei den Parteien nämlich, die definitiv nicht ans Ruder kommen. Guter Plan.

Was muss ich wählen, damit das, was ich für das kleinste Übel halte, an die Macht kommt.
Das ist die Frage.


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BeitragVerfasst: 18.03.2011, 10:42 
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Tach,
Zitat:
na denn mach dein Kreuz mal da, womit du wieder schwarz-gelb ermöglichst.
Bei den Parteien nämlich, die definitiv nicht ans Ruder kommen. Guter Plan.

Was muss ich wählen, damit das, was ich für das kleinste Übel halte, an die Macht kommt.
Das ist die Frage.


Du hast damit wahrscheinlich Recht. Leider haben viele Wähler die gleiche, taktische Denke. Ich jedoch nicht

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