ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 02.05.2013, 21:11 
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Hallo,


unter: http://www.hundertprozentich.de/images/ ... pr_mai.pdf

der neueste Newsletter von Verdi mit Beiträgen zu den Tarifverträgen und zum letzten Verhandlungstermin am 30.04.2013


Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 03.05.2013, 16:49 
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Tarifinfo 4 hat geschrieben:
30.04.2013

Tarifrunde Zeitarbeit: Info zur vierten Verhandlungsrunde am 30. April 2013

Die vierte Verhandlungsrunde zur Zeitarbeit zwischen den DGB-Mitgliedsgewerkschaften in der DGB-Tarifgemeinschaft und den Arbeitgeberverbänden ist am 30. April ohne Abschluss vertagt worden. Die DGB-Gewerkschaften bekräftigten nochmals ihre Forderung, Manteltarifthemen und das Entgelt als Gesamtpaket zu verhandeln.

Die DGB-Mitgliedsgewerkschaften in der DGB-Tarifgemeinschaft sind am 30. April 2013 zur vierten Tarifverhandlung mit den Arbeitgeberverbänden in der Zeitarbeit BAP und IGZ zusammen gekommen.

Die Entgeltforderungen der DGB-Mitgliedsgewerkschaften in der DGB-Tarifgemeinschaft sind den Arbeitgebern bereits in der 1. Tarifverhandlung übermittelt worden:
•Die unterste Entgeltgruppe sollte in zwei Stufen von zuerst 8,50 Euro auf dann 9,00 Euro (West) erhöht werden. Die anderen Entgeltgruppen müssen entsprechend prozentual angepasst werden.
•Die Entgelttabelle Ost soll sich an das Niveau West so annähern, dass am Ende der Laufzeit ein gleiches Entgelt Ost/West erreicht ist.
•Der Entgelttarifvertrag sollte eine Laufzeit von 24 Monaten haben.
•Der Mindestlohntarifvertrag sollte eine Laufzeit von 30 Monaten haben (wegen Vorlaufzeit zum Erlass der Rechtsverordnung von ca. 6 Monaten, deshalb ist ein frühzeitiger Abschluss notwendig).

Außerdem wurden einige Änderungen in den Mantel- und Entgeltrahmentarifverträgen gefordert (u.a. Regelungen zum Streikbrucheinsatz, zu den Ausschlussfristen, Arbeitszeitkonten und Entgeltgruppendefinitionen).

In der vierten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber ein neues Angebot zu den Entgelten vorgelegt, das aber nicht weiter verhandelt wurde, da die Arbeitgeber nur eine Einigung zum Entgelt erzielen wollten, ohne sich zu den Mantelthemen zu äußern. Die DGB-Mitgliedsgewerkschaften in der DGB-Tarifgemeinschaft haben daher nochmals ihre Forderung bekräftigt, die Mantelthemen und das Entgelt als Gesamtpaket zu verhandeln. Sie erwarten ein verhandlungsfähiges Angebot der Gegenseite zu den Forderungen in Bezug auf die Mantelthemen.

Beim Streikbrucheinsatz von Leiharbeitsbeschäftigten haben die Arbeitgeber einer wichtigen Klarstellung zugestimmt, dass auch der Einsatz von bereits im bestreikten Betrieb eingesetzten Leiharbeitsbeschäftigten unzulässig ist.

Zu den derzeit sehr kurzen Ausschlussfristen und den missbrauchsanfälligen Regelungen der Arbeitszeitkonten und Entgeltgruppendefinitionen wurde eine technische Kommission mit Vertreter/-innen der Tarifpartner eingerichtet, die bis zum nächsten Tarifverhandlungstermin konkrete Formulierungsvorschläge erarbeiten soll.

Danach werden die Tarifverhandlungen fortgesetzt.

Der nächste Verhandlungstermin findet Ende Juni 2013 statt.
Tarifinfo 4

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 03.05.2013, 18:02 
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Scheint so, als wäre die Regierung diemal tatsächlich schneller und auch besser gewesen.
Ich bin erstaunt.
http://www.pressebox.de/pressemitteilun ... xid/593803


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 03.05.2013, 20:37 
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Martias hat geschrieben:
Scheint so, als wäre die Regierung diemal tatsächlich schneller und auch besser gewesen.
Ich bin erstaunt.
http://www.pressebox.de/pressemitteilun ... xid/593803



Der Beschluss, Zeitarbeit wieder auf ihre eigentliche Kernfunktion - der Abdeckung von Auftragsspitzen und Vertretungsfällen - zurückzuführen, sei schlicht absurd.
"Zeitarbeit dient seit jeher dem flexiblen Einsatz zur Abarbeitung von Auftragsspitzen und zum Einsatz in Vertretungsfällen, und das hat sich bis heute nicht geändert", unterstrich Stolz.

Vertretungsfälle die Jahre andauern.....ja,schon klar

Es sei bestürzend, dass hier auf Kosten der Zeitarbeitsbranche aus der Ferne Wahlkampf betrieben werde, statt in der Nähe den Dialog zu suchen. Es sei mehr als befremdlich, wenn nicht nur die Zeitarbeit durch solche Bundesratsinitiativen von SPD und Grünen in Misskredit gebracht werde,
Ooooch,das haben die Leihbuden und deren Lobyisten ganz alleine geschafft!
sondern auch auf der anderen Seite die Arbeit der Gewerkschaften - der Abschluss von Tarifverträgen - durch einen Beschluss vollkommen hinfällig gemacht werde.

Tja EqualPay hasst diese Brut wie der Teufel das Weihwasser.

Endlich wurde einmal gehandelt statt wie Frau VdL nur zu Lamentieren um dann vor den
Lobyisten nieder zu knieen. :?

Viele Grüße Micha


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.05.2013, 06:38 
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@Martias

Nur das der Bundesrat nicht die Regierung ist. Und was SPD und Grüne beschließen, wenn sie dann mal Regierungsmacht haben, dürfte allen bekannt sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.05.2013, 16:04 
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jedem? mir jedenfalls nicht.. :)
früherwaralles hat geschrieben:
@Martias

Nur das der Bundesrat nicht die Regierung ist. Und was SPD und Grüne beschließen, wenn sie dann mal Regierungsmacht haben, dürfte allen bekannt sein.
früherwaralles hat geschrieben:
@Martias

Nur das der Bundesrat nicht die Regierung ist. Und was SPD und Grüne beschließen, wenn sie dann mal Regierungsmacht haben, dürfte allen bekannt sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.05.2013, 23:00 
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Martias hat geschrieben:

Also erst einmal einen herzlichen Dank an iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz. Ohne ihn und seine Kommentierung dieses Bundesratsbeschlußes hätte wohl nur eine Minderheit von dem Equal-Pay-Grundsatz durch SPD und Grüne erfahren. Werner Stolz ist genau wie Holger Zastrow ein von der Zeit überholtes Auslaufmodell. Sein Zeitarbeitgeberverband muß sich genau wie die FDP den neuen Gegebenheiten stellen - immer nur billig ist nicht mehr gesellschaftskonform. Abgesehen davon muß die Frage erlaubt sein, wer überhaupt noch iGZ, BAP oder FDP benötigt. Ohne diese würde es diesem Land wohl kaum schlechter gehen als im Augenblick.

Immerhin hat sich die FDP heute in Nürnberg ein klein wenig den neuen Gegebenheiten angepasst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 06.05.2013, 16:06 
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wenn man schon die tarifverträge neu auflegen will, könnte man ja wenigstens equal-pay mit aufnehmen.
so etwas in der art: "die bezahlung nach dem grundsatz des equal-pay nach AÜG paragraph bla bla ist grundsätzlich folge zu leisten. die im TV festgehaltenen entgeltgruppen kommen ausschließlich bei der bezahlung von einsatzfreien Zeiten/Freizeitausgleich zur anwendung." oder so ähnlich. und bumm wäre das problem gelöst.
aber nein die gewerkschaften vereinbaren lieber wieder niedriglöhne und verkaufen ihre forderungen von 2 mal fuffzig cent (wenn überhaupt gerademal der inflationsausgleich!) und eine angleichung von ost auf west (schon lange überfällig und eigentlich selbstverständlich!) als ein riesen zu erreichenden erfolg.
und jedes jahr hört man von den gewerkschaften schreien "faire leiharbeit!" und dann sowas. da fühlt man sich doch langsam als leiharbeiter veräppelt. werden wir überhaupt noch vernünftig vertreten? morgen gehen ja wieder die warnstreiks in der metallbranche los, auch bei mir im entleihbetrieb wird gestreikt. da werden dann wieder große töne gespuckt und satte 6,5% für alle festangestellten gefordert. die leihwerker dürfen dann wieder schön mitmarschieren und kriegen aber nix ab, zumindest wenn kein equal pay gezahlt wird. das solch eine spaltung der arbeiterklasse von den gewerkschaften toleriert und sogar gefördert wird, will mir einfach nicht in den kopp! es ist nur noch zum heulen.
naja ich bin mal gespannt mit welcher konsequenz die gewerkschaften diesmal ihre "tollen" forderungen durchzusetzen gedenken, gegen streiks hätte ich nichts dagegen aber wahrscheinlich wird es wie immer wieder darauf hinauslaufen dass man vor den zeitarbeitgebern zusammenknickt und klein nach gibt.
na denn, prost mahlzeit... :x


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 07.05.2013, 20:06 
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Richtig RobbyRobson,

die Verhandlungen zu den nächsten TV´s werden sicher auch wieder von solchen Mitgliedern geführt die offensichtlich noch keine Sekunde Leiharbeiter waren.
Die ganzen Prozente für Branchenzuschläge und so, werden durch den Leihbetrieb doch sehr erfolgreich ausgehebelt. Wenn der LAN kommt und was "will", gibt´s ebend keine Vertragsverlängerung für den Verleiher und raus ist er. Geht sehr elegant und wird auch vom Betriebsrat im Zweifelfall gut unterstützt. Aber natürlich nur zur Wahrung des Arbeitsschutzes. Und der Verleiher darf seinen Vertrag dann immer noch Fortführen. Im Klartext, er bringt einen neuen LAN. Aber davon bekommt der „abgemeldete LAN“ dann nichts mehr mit.

Die wird also den TV wieder etwas aufgechromt, mit neuen Sudokozahlenrätseln gefüllt und dann werden die Zeitungen wieder schreiben können, wieviel mehr die LAN´s den jetzt Verdienen können, wenn, ja wenn sie dann noch im gleichen Einsatzbetrieb sind und nicht die Supperprozentpotenzspirale von neuem Beginnen muß.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 12.05.2013, 22:00 
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Ein wirklich tolles Angebot von den Leihbuden! Erinnere mich noch als letzten Herbst der IGZ "Stolz" verlauten ließ, man hätte mit dem neuen Trinkgeld von 8,19 Euro, den von vielen Seiten geforderten Mindestlohn von 8,50 Euro "fast schon erreicht". Diese tolle Aussage kann man dann ja im nächsten Herbst offenbar wieder rauskramen, oder gleich kommentarlos zum alten iGZ Pressemüll verlinken.
Tarifgeplänkere hin oder her, mittlerweile dürfte selbst den übelsten Basarfeilschern wie Schumacher eingeleuchtet haben, dass die nächste EG1 Stufe bei den armseligen 8,50 Euro ankommen wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 12.05.2013, 23:34 
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Das_weisse_Schaf hat geschrieben:
(...), dass die nächste EG1 Stufe bei den armseligen 8,50 Euro ankommen wird.

Wie z.B. bei den ostdeutschen Friseuren ab 2015. Das würde wunderbar Stoff für Kampagnen geben, wenn die Herren Bäumer und Piening darunter bleiben wollen:

"BAP und iGZ, die neuen Friseure der Republik!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 13.05.2013, 17:40 
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Registriert: 17.06.2012, 15:26
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cortez hat geschrieben:
Das_weisse_Schaf hat geschrieben:
(...), dass die nächste EG1 Stufe bei den armseligen 8,50 Euro ankommen wird.

Wie z.B. bei den ostdeutschen Friseuren ab 2015. Das würde wunderbar Stoff für Kampagnen geben, wenn die Herren Bäumer und Piening darunter bleiben wollen:

"BAP und iGZ, die neuen Friseure der Republik!"

:lol: :lol:

Da hat ja ein Frisör mehr Lohn wie ein LAN wenn er voll (40h Woche) arbeitet. Da ja der LAN idR nur 35h bezahlt bekommt....


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 14.05.2013, 00:09 
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Beiträge: 36
LF1 hat geschrieben:
cortez hat geschrieben:
Das_weisse_Schaf hat geschrieben:
(...), dass die nächste EG1 Stufe bei den armseligen 8,50 Euro ankommen wird.

Wie z.B. bei den ostdeutschen Friseuren ab 2015. Das würde wunderbar Stoff für Kampagnen geben, wenn die Herren Bäumer und Piening darunter bleiben wollen:

"BAP und iGZ, die neuen Friseure der Republik!"

:lol: :lol:

Da hat ja ein Frisör mehr Lohn wie ein LAN wenn er voll (40h Woche) arbeitet. Da ja der LAN idR nur 35h bezahlt bekommt....



ausserdem bekommt ein LAN i.d.R. auch kein Trinkgeld.
es bleibt dabei: dieser Tarifvertrag ist ungerecht und überflüssig. Die Tarifbindung eines LAN sollte sich nach der Branche des Kundenbetriebes richten. Alles andere wie equal-pay ist und bleibt ungerecht, fertig punkt aus. Eigentlich müsste der LAN sogar noch einen Aufschlag erhalten (+10%), aufgrund 5 mal höheres Risiko arbeitslos zu werden im Gegensatz zu einem Festangestellten und höhere Flexibilität!


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 14.05.2013, 12:50 
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Hallo,

auf der Startseite von ZOOM http://www.igmetall-zoom.de/

ist jetzt die Begründung der DGB-TG eingestellt warum die DGB-TG nicht daran denkt die TV in der Leiharbeit grundsätzlich zugunsten des equal-pay-Gebots zu überdenken.

Einerseits ist es zu begrüßen, dass jetzt endlich mal Klartext geredet wird, andererseits wäre es notwendig gewesen diese Diskussion in der IGM zu führen bevor man sich mit den ZAF-Verbänden in Verhandlungen begibt. Erst schafft man Fakten und die Begründungen liefert man nach wenn in der DGB-TG schon alles entschieden wurde. Das ist aber kein Grund die Diskussionen darüber jetzt nicht zu verstärken angesichts der Diskussionen über einen Ausstieg aus den TV der bisher nur im Bereich von Verdi stattfindet.


Karl

PS.
Der auch auf der Startseite eingestellte link zum Neuen Deutschland Gewerkschafter gegen Leiharbeitstarifvertrag nochmals hier:
http://www.neues-deutschland.de/artikel ... rtrag.html


Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 14.05.2013, 14:50 
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Hallo,

mal eine kleine Zwischenfrage.
Was ist eigentlich mit dem Urlaubs- und Weihnachtsgeld? Bisher kann man es ja nur als Witz bezeichnen. Wird es auch neu verhandelt oder darf ich mir davon weiterhin ein Eis kaufen und zuschauen wie die Kollegen von ihrem Urlaubsgeld nach St. Tropez fliegen?


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BeitragVerfasst: 14.05.2013, 17:48 
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Die iGZ/BAP-Dumpingtarife werden in dieser ARD-Reportage als "Hungerlöhne" bezeichnet. Das ist zwar nicht neu, aber wichtig ist dass das immer wieder unters Volk gebracht wird. Und diese Sendung wurde geschaut, wie die empörten Diskussionen heute am Arbeitsplatz zeigten.

Es handelt sich bei den gezeigten "Hungerlöhnen" um die Schmuddeltariflöhne von DGB und iGZ/BAP!

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 15.05.2013, 17:00 
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Welche Reportage war das, link korrekt? Die vom Montag bei Daimler mit den Scheinwerksverträgen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 15.05.2013, 22:51 
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Hmm ich stelle mir grad vor, dass wenn es in der Zeitarbeit zukünftig kein allgemeinverbindliches Trinkgeld mehr gibt, so könnten die Zeitarbeitsfirmen wie z.B. "Work Express" aus dem Osten mit noch niederigen Löhnen die deutschen Personaldienstleister kaputtmachen. Das hätte doch irgendwie was :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:


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BeitragVerfasst: 16.05.2013, 03:12 
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Richtig, ich meinte diesen ARD-Film: "Hungerlohn am Fließband - Wie Tarife ausgehebelt werden". Die Leiharbeiter in (Schein)Werkverträgen werden nach den Schmuddeltarifverträgen der DGB-BAP/iGZ-Tarifgemeinschaft bezahlt. BAP/iGZ-Leihbuden sind die Anbieter von Werkvertragsarbeiten und besonders umtriebige Leihunternehmer sind an ausländischen Leihbuden beteiligt, wie z.B. unser OberiGZler Holger Piening an der polnischen Work Express (siehe auch den Link: "Streikbruch durch Pienings Work Express").

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 16.05.2013, 21:38 
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Hallo,

am 14.05. schrieb ich:

auf der Startseite von ZOOM http://www.igmetall-zoom.de/
ist jetzt die Begründung der DGB-TG eingestellt warum die DGB-TG nicht daran denkt die TV in der Leiharbeit grundsätzlich zugunsten des equal-pay-Gebots zu überdenken......Erst schafft man Fakten und die Begründungen liefert man nach wenn in der DGB-TG schon alles entschieden wurde. Das ist aber kein Grund die Diskussionen darüber jetzt nicht zu verstärken angesichts der Diskussionen über einen Ausstieg aus den TV der bisher nur im Bereich von Verdi stattfindet.


Was bisher Diskussionen hierzu betrifft nur tote Hose. Liegts vielleicht daran, dass es ziemlich viel zu lesen ist? Aber, ohne Fleiss kein Preis.

Als Kontrapunkt zum oben genannten link:

http://www.labournet.de/politik/alltag/ ... fvertrage/

So kann jeder der sich eine eigene Meinung bilden will mal Für und Wider zu Gemüte führen.


Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 17.05.2013, 10:23 
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In einer aktuellen Stellungnahme rechtfertigt der DGB-Bundesvorstand die Verhandlungen zum Abschluss eines Tarifvertrags in der Leiharbeit. Die dortigen Fragen und Antworten sind eine Reaktion auf gewerkschaftsinterne Kritiker, die einen Ausstieg aus den Tarifverträgen fordern.
Der DGB möchte das Gesetz des Handelns in der Hand behalten, solange eine Abweichung durch Tarifverträge gesetzlich vorgesehen ist. Die Angst vor Gefälligkeitstarifverträgen ist groß. Der hart erkämpfte Mindestlohn soll erhalten bleiben. Ebenso die gerade vereinbarten Branchenzuschläge.
Die Argumente sind bekannt und nicht unplausibel. Aber dennoch: Warum bloß - so fragen sich viele ratlose Mitglieder - gibt man sich weiterhin für Tarifverträge her, welche die Bezahlung verschlechtern!? Und das zugunsten einer Branche, die seit vielen Jahren öffentlich bekämpft wird!?
Wäre es nicht offener und ehrlicher, wenn der DGB den folgenden Frage-und-Antwort-Katalog veröffentlichen würde:

Warum werden die Tarifverträge nicht gekündigt?
Die Kündigung der Tarifverträge käme einer Kriegserklärung gleich. Wir sind nicht stark genug, diesen Konflikt erfolgreich zu Ende zu führen. Wenn du deinen Feind nicht besiegen kannst, dann mach ihn dir zum Freund.

Wie stehen die Mitglieder zu dieser Haltung?
Die große Mehrheit der Mitglieder ist nicht persönlich betroffen. Und immerhin steigert eine günstige und praktikable Leiharbeit die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen und sichert dadurch die Stammarbeitsplätze.

Was ist mit den Interessen der Leiharbeitnehmer?
Das sind nur 3 Prozent aller Beschäftigten, und von denen sind die allermeisten gar nicht bei uns organisiert. Gemessen daran tun wir schon mehr als genug.

Und wie soll Equal Pay erreicht werden?
Da ist die Politik gefragt, die hat uns das Problem schließlich eingebrockt.

Quelle: http://templin-thiess.de/neues-arbeitsr ... %C3%B6chte


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 18.05.2013, 07:27 
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Der DGB möchte das Gesetz des Handelns in der Hand behalten, schön. Aber doch bitte nicht mit Abschlüssen die zu Aufstockerlöhnen bei Vollzeit führen, wie sie diese Woche in der ARD ("Hungerlohn am Fließband - Wie Tarife ausgehebelt werden") zu sehen waren. Die Tariflohn zahlende iGZ-Leihbude diwa Personalservice GmbH verleiht Leiharbeiter an die Speditionsfirma Preymesser um sie in Untertürkheim am Daimlerband werkarbeiten zu lassen.

Der Skandal ist nicht der eventuelle Scheinwerkvertrag, sondern das miese Tarifentgelt durch die iGZ i.H.v. 8,19€/h (und das in Westdeutschland). Im Osten wollen die Menschenschinder von BAP/iGZ noch für die nächsten 15 Jahre weit darunter bleiben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 31.05.2013, 23:17 
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8,50€ sollen ab 2014 in der Entgeltgruppe 1 (Ostdeutschland/Berlin) gezahlt werden, wie aus iGZ-Quellen an die Öffentlichkeit gesickert ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 01.06.2013, 05:32 
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Da die Tarifverhandlungen erst Ende Juni fortgesetzt und evt. auch abgeschlossen werden, scheint es so, als wäre es ruhig geworden. Dem ist aber nicht so.
siehe:
http://www.labournet.de/politik/alltag/ ... /?cat=6757
http://schluss-mit-leiharbeit.tk/

Hier als Weiterleitung Informationen aus "Rundbrief Nr. 5 - Offener Brief Leiharbeit" aus ver.di Kreisen:


Liebe KollegInnen!
Ist das die Antwort?
Der ver.di – Bundesvorstand hat 27. Mai 2013 getagt und eine Position zu den Tarifverhandlungen abgegeben.
Diese Position wurde am 28. Mai mit einem Anschreiben an folgenden Verteiler per mail verschickt:
Bezirksgeschäftsführungen, Landesbezirksfachbereichsleitungen, Gewerkschaftsrat
Vorsitzende der ehrenamtlichen Gremien
· Landesbezirksvorstand, Bezirksvorstand, Bundesfachbereichsvorstand, Landesbezirksfachbereichsvorstand
· BA Gruppen und Frauen

Es ist wohl auch beabsichtigt, allen 425 ehrenamtliche KollegInnen, die inzwischen den Offenen Brief unterschrieben haben, eine Antwort zukommen zu lassen.

(...)

Im Fazit kann man zum jetzigen Stand der Diskussion festhalten:
Die DGB-Tarifgemeinschaft scheint weiter verhandeln zu wollen.
Der DGB, die IG Metall und IG BCE ignorieren weiterhin unsere Position.
(...)

In einem jetzt veröffentlichten Tarifletter extra wird auf unsere Unterschriftenliste eingegangen. Mit dem Hinweis, in unserem Offenen Brief würde die Behauptung aufgestellt, ohne „DGB-Tarifverträge gelte quasi automatisch equal-pay“ wird fortgeführt: „Dies ist jedoch nicht richtig.“

Mit dem Hinweis, dass der ver.di-Bundesvorstand sich mehrfach ausführlich mit den Pro- und Contra-Argumenten auseinandergesetzt und eine Abwägung vorgenommen hat, heißt es:
„Die Entscheidung ist klar: Die Tarifverhandlungen werden weiter geführt.“

Da der Tarifletter ausdrücklich mit dem Hinweis „ist nur für die ver.di-interne Diskussion und Information“ versehen ist, bitte ich euch, bei Interesse, die Ausgabe selbst zu besorgen.

Dies bedeutet aber, dass wir einen langen Atem brauchen.

Ggf. kann es notwendig sein, unsere Positionen in den kommenden Versammlungen im Rahmen der Organisationswahlen einzubringen, um letztendlich vielleicht doch noch etwas zu bewirken.
Deshalb sollten wir nicht nachlassen, weiterhin in Gremien diese Frage zu diskutieren und die Durchsetzung von gleichen Arbeitsbedingungen für LeiharbeiterInnen zu fordern.

Mit solidarischen Grüßen
Jan de Vries


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 01.06.2013, 10:53 
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http://www.otz.de/web/zgt/wirtschaft/de ... 1333402467

2014: 8,50 EUR Im Osten


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 03.06.2013, 17:59 
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Hallo,

zu den Tarifverhandlungen in der Leiharbeit nochmals einige Anmerkungen.

Die DGB-TG ist offensichtlich entschlossen die Tarifverträge weiter zu verhandeln und ist auch offensichtlich bereit die Tarifverträge noch vor Ende des Auslaufens der TV im Oktober abzuschließen.

Das Hauptargument der der Verhandler kann man nachlesen im DGB-Papier unter:

http://www.igmetall-zoom.de/ sowie im Positionspapier des Verdi-Bundesvorstands unter:

http://www.labournet.de/politik/alltag/ ... eiharbeit/ dort das Positionspapier anklicken und die pdf öffnen.

Das Hauptargument für einen vorzeitigen Abschluss lautet:
Ohne einen neuen Entgelttarifvertrag kann also kein Mindestlohntarifvertrag in der Leiharbeit geschlossen werden und damit fehlt die Grundlage für eine verbindliche Lohnuntergrenze. Es gäbe dann keinen für alle verbindlichen Branchenmindestlohn in der Leiharbeit und damit keinen Mindestentgeltschutz in der verleihfreien Zei. Der Grundsatz des Equal Pay im AÜG regelt nämlich nur das Entgelt während der Verleihzeit.

Was die Vertreter dieser Position aber vollkommen unter den Tisch fallen:
Die Nichtverschlechterung in der verleihfreien Zeit gilt mit einem Mindestlohn nur für die unterste Lohngruppe. Alle darüber können in der einsatzlosen Zeit verschlechtert werden bis auf das Niveau der untersten Entgeltgruppe.

1.Schließt die DGB-TG noch vor dem Auslaufen der Tarifverträge zum 31. Oktober einen neuen Entgeltvertrag und einen TV für ein Mindestentgelt (8, 50 Euro) ab nimmt sie sich ohne Not das Druckmittel der Nachwirkung bzw. Nichtnachwirkung des alten Entgelt-TV (Die ZAF-Verbände haben höchstes Interesse Planbarkeit für ihre Geschäfte zu erhalten um nicht wieder in eine unsichere Situation mit ihren Tarifen zu kommen).

2. Schließt die DGB-TG noch vor den nächsten Bundestagswahlen im Herbst ab dann wird auch der Druck von der Politik genommen ersthaft über Verbesserungen im AÜG nachzudenken. Wer soll der DGB-TG noch abnehmen, dass sie für "uneingeschränkten Equal Pay Grundsatz ohne Abweichungsmöglichkeit" ist (Positionspapier Verdi) wenn sie selber den Druck herausnehmen?

Ob ein gänzliches herausgehen aus den TV erfolgreich ist darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein. Deshalb sollte man in die Tarifkommissionen der DGB-TG die Fragen nach der Ablehnung von vorzeitigen Abschlüssen in diese hineintragen und an die erste Stelle setzen.

Es ist an der Zeit dass sich langsam wieder was rührt! Am 24.06. trifft sich die TK der IGM in Frankfurt

Karl

PS:
Ein Beispiel wie sich ZAF die Nichteinsatzzeit verbilligen:
Bei Fujitsu in Augsburg (PC-Werk) sind in den letzten Monaten aufgrund schlechter Auftragseingäge die Leiharbeiter von 500 auf unter 300 verringert worden (Abmeldungen mit z.T. anschließender Kündigung). Den verbliebenen ca. 300 legte man Änderungen der Arbeitsverträge vor mit einer Reduzierung der Arbeitszeit auf 130 Stunden. Das bedeutet wenn der LAN trotzdem mehr Stunden im Monat arbeitet gehen die Stunden aufs AKZ aber die Garantiestunden bei Nichteinsatz sind dann eben nur noch 130 Stunden. Die Möglichkeiten der Bescheisserei mittels Erpressung der LAN sind in dieser Branche endlos.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 03.06.2013, 19:28 
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Beiträge: 1006
Zitat:
Das Hauptargument für einen vorzeitigen Abschluss lautet:
Ohne einen neuen Entgelttarifvertrag kann also kein Mindestlohntarifvertrag in der Leiharbeit geschlossen werden und damit fehlt die Grundlage für eine verbindliche Lohnuntergrenze. Es gäbe dann keinen für alle verbindlichen Branchenmindestlohn in der Leiharbeit und damit keinen Mindestentgeltschutz in der verleihfreien Zei. Der Grundsatz des Equal Pay im AÜG regelt nämlich nur das Entgelt während der Verleihzeit.


Aha. Und welcher Rechtsexperte des DGB kann das schlüssig beweisen?

Zitat:
Was die Vertreter dieser Position aber vollkommen unter den Tisch fallen:
Die Nichtverschlechterung in der verleihfreien Zeit gilt mit einem Mindestlohn nur für die unterste Lohngruppe. Alle darüber können in der einsatzlosen Zeit verschlechtert werden bis auf das Niveau der untersten Entgeltgruppe.


Die Vertreter welcher Position? Irgendwie verstehe ich Deinen Gedankensprung an dieser Stelle nicht.

Aber mal ehrlich, wenn ich mir diese Seite mit dem Herrn Claus Matecki anschaue, dann weiss ich nicht ob ich lachen oder heulen soll:

Zitat:
Was würde das für die verleihfreie Zeit bedeuten, wenn der Tarifvertrag im Oktober endet?

Läuft zum Beispiel der Mindestlohn-Tarifvertrag im Herbst aus und es wird kein neuer geschlossen, gibt es keinerlei tarifliche Regelungen und damit keinen Branchenmindestlohn für die verleihfreie Zeit aller Leiharbeitnehmer mehr. Sie wären in der verleihfreien Zeit der Willkür der Leiharbeitsfirma schutzlos ausgeliefert.


http://www.dgb.de/themen/++co++1d1e92de ... 188b4dc422

Ist dem Mann eigentlich klar, wie bisher die einsatzfreie Zeit unter Zuhilfenahme der unsäglichen DGB-Leiharbeitstarifverträge (AZK und Microkündigungsfristen in den ersten 3 Monaten) gelebt wird? Da fehlen mir die Worte.
Will man uns hier absichtlich veralbern? Gelten bei einem nicht vorhanden TV der § 615 BGB, sowie der § 11 Abs. 4 AÜG nicht mehr? Hier geht man m.E. vorsätzlich auf Dummfang. Gleiches gilt für den plötzlich ach so wichtigen Mindestlohn. Wie lange hat das nochmal gedauert, bis der endlich wirksam geworden war? Ich glaube es war mehr als ein Jahr. Das hat doch wirklich niemanden interessiert und ich wüsste auch nicht für wen das überhaupt ne Rolle spielt oder gespielt hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.06.2013, 10:10 
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Registriert: 06.05.2010, 09:31
Beiträge: 216
früherwaralles hat geschrieben:
Gleiches gilt für den plötzlich ach so wichtigen Mindestlohn. Wie lange hat das nochmal gedauert, bis der endlich wirksam geworden war? Ich glaube es war mehr als ein Jahr. Das hat doch wirklich niemanden interessiert und ich wüsste auch nicht für wen das überhaupt ne Rolle spielt oder gespielt hat.


Das mit dem Mindestlohn war reine Verarschung, es wurden ja auch vorher schon so gut wie alle nach Tarif bezahlt (und die unterste Gruppe entspricht Mindestlohn). Kann mir kaum vorstellen, dass damals jemand mehr Lohn gekriegt hat, außer vielleicht irgendwelche Haustarifsgeschichten oder Leute, die bei Kunden ohne Tarifvertrag (also Equal Pay) bei Kunden arbeiten, wo die Vergleichslöhne unter Mindestlohn waren.

Trotzdem ist der Mindestlohn nicht völlig unnütz, er soll wohl vor Dumping durch ausländische ZAF schützen. Auch wenn mir nicht ganz klar ist, ob und wie die hier in D bezahlen müssen (müssen die deutsche Tarife bezahlen? Kann eine ungarische ZAF nach ungarischen ZAF-Tarifverträgen in D arbeiten?).
Nach allgemeinverbindlichen Mindestlöhnen muss sich jedenfalls jeder richten, vielleicht gibt es hier die gemeinsame Angst deutscher ZAF und des DGB, dass ausländische Dumping-Lohnarbeiter den deutschen Arbeitsmarkt fluten, wenn der Mindestlohn wegfällt.

Jetzt müssen die jedenfalls alle Werkverträge machen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.06.2013, 12:26 
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Registriert: 05.07.2012, 10:09
Beiträge: 16
früherwaralles hat geschrieben:
Zitat:
Das Hauptargument für einen vorzeitigen Abschluss lautet:
Ohne einen neuen Entgelttarifvertrag kann also kein Mindestlohntarifvertrag in der Leiharbeit geschlossen werden und damit fehlt die Grundlage für eine verbindliche Lohnuntergrenze. Es gäbe dann keinen für alle verbindlichen Branchenmindestlohn in der Leiharbeit und damit keinen Mindestentgeltschutz in der verleihfreien Zei. Der Grundsatz des Equal Pay im AÜG regelt nämlich nur das Entgelt während der Verleihzeit.


Aha. Und welcher Rechtsexperte des DGB kann das schlüssig beweisen?



Keine Ahnung, was die Rechtsexperten des DGB sagen würden, aber §9, Nr.2 S.1 AÜG ist eindeutig:
"Vereinbarungen, die für den Leiharbeitnehmer für die Zeit der Überlassung an einen Entleiher schlechtere
als die im Betrieb des Entleihers für einen vergleichbaren Arbeitnehmer des Entleihers geltenden
wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Arbeitsentgelts vorsehen."

Annahmeverzugslohn würde sich bei arbeitsvertraglicher Festlegung des Lohns auf eben diesen arbeitsvertraglichen Lohn beschränken. Ergo könnte die ZAF ohne den TV (noch mehr?) machen, was sie will.

Ob die Nachwirkung Bestand hätte, ist allseits umstritten... :!:


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.06.2013, 12:32 
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Registriert: 10.02.2008, 13:02
Beiträge: 423
Wohnort: Kreis Bayreuth
Wobei die Herren mal wieder ganz ausser Acht lassen das die verleihfreie Zeit durch die erarbeiteten Zeitkontostunden abgedeckt wird (zwar nicht legal aber es wird gemacht) sollten diese Stunden nicht ausreichen erfolgt vorsichtshalber die Kündigung bei Auftragsende ( oder eben Auftragspause)
Eins würde ich mir wünschen, das diese Kündigungsfristen( 2 Tage sind keine Frist sondrn ein Witz, und ein schlechter noch dazu) den gesetzlichen Fristen angepasst werden

_________________
Lerne die Regeln gut, damit Du sie richtig brechen kannst. Dalai Lama


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