ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 17.06.2015, 23:36 
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karla hat geschrieben:
Hallo Premutos1982,

2003 hat die Schröderregierung den DGB-Gewerkschaften klargemacht, dass wenn sie keine TV abschließen werden sie das ganze gesetzlich regeln. Die CGZP hat ihnen dann das Geschäft abgenommen.
Bei den TV - Verhandlungen 2003 gab es ein vorläufiges Ergebnis mit dem BZA (heute BAP) ähnlich wie heute mit Branchenzuschlägen. Und es gab vom damaligen Wirtschaftsminister Clement die Zusage, dass er diese allgemeinverbindlich erklären wolle. Statt Clements Zusage kam die CGZP.
Das Märchen, dass wenn der DGB keine TV abgeschlossen hätte, gäbe es equal-pay ist offensichtlich nicht auszurotten.

Karl


Tja Karl, wie es aussieht hast du dich damit bereits abgefunden. Wie soll ich mir das vorstellen sollte es KEINEN TV geben? Die Politik wird das dann regeln? Du meinst, es wird dann schlimmer als mit Gefälligkeitstarif? Wie will die Regieung das zur HOCHkonjunktur vermitteln, dass LAN auf keinen Fall EP bekommen sollen? Ich verstehe nicht, was du meinst. Zumal das Vorhaben mit EP ab 9 Monaten genau so wenig Sinn machen würde. Wenn das echt deine Einstellung ist, dann hoffe ich, dass nicht so viele mit deiner Einstellung in der TK sitzen. Auf dem DGB kann ich getrost verzichten in Sachen TV.

LAN sichern letzendlich den Arbeitsplatz der Festangestellten, sollte es in der Konjunktur mal hapern. Die müssen als erstes die Koffer packen. So muss also kein Festangestellter gekündigt werden. Das macht das Leben der Gewerkschaften einfacher. Das ist das eine. Das LAN dabei jedoch so massiv schlechter gestellt werden, werde ich nicht akzeptieren. Der DGB - allen voran die IGM - denkt dabei nur an die Festangestellten, die ja auch höhere Beiträge zahlen. Hätten wir EP und keine Werkverträge, hätten die Unternehmen nur die Möglichkeit festanzustellen oder outsourcing. Dazu sage ich mal: Na und? Sicherheit für die einen auf die Kosten der anderen ist ASOZIAL! Dies ist ein Forum der IGM. Trotzdem bitte ich, dass alle Metaller auch mal über den Schatten springen und an die denken, die nicht in den Genuss von BZ kommen und auch nach JAHREN grad mal die Hälfte eines Festangestellten verdienen. Davon gibt es sehr viele. Der DGB hilft da nicht weiter. Nur der Rechtschutz taugt was. Auf den Tarif würde ich als LAN GERNE verzichten. Im Übrigen wäre auch mit BZ nicht glücklich. Schließlich ist auch da noch eine SEHR große Lücke zu den Festangestellten. Aber wem sag ich das....


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 18.06.2015, 06:19 
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Registriert: 16.01.2011, 08:24
Beiträge: 515
Martias hat geschrieben:
Premutos1982 hat geschrieben:
Sehr gut! Das müsste man nun noch beweisen und man hätte ein Argument, dass der DGB gar nicht tariffähig ist.



Die wurde in der Vergangenheit bereits entschieden.
Höchst Richterlich gesehen, ist der DGB Tarifähig.


Kannst Du bitte mitteilen, welche Entscheidung Du meinst?

Ich kenne nur die Entscheidung des BAG vom 14.12.2010 mit dem Az. 1 ABR 19/10, wo zu klären war, ob Ver.di und der DGB für Leiharbeiter zuständig und damit klagebefugt sind. Nachdem die Vorinstanz den DGB aus dem Rennen genommen hat, ist dieser vor den BAG nicht mehr angetreten. Etwas unsportlich, zumal DGB-Funktionäre an die Arbeitgeberverbände Briefe geschrieben haben, wie die tarifliche Regelung zum Arbeitszeitkonto auszulegen ist. Auf diese Briefe berufen sich LAG, z.B. LAG Düsseldorf vom 29.10.2014 -7 Sa 1053/13 -, wenn sie begründen, warum das Arbeitszeitkonto im Nichteinsatz angeknabbert werden darf. Der DGB als Spitzenorganisation ist und war nie tarifzuständig. Das ist den Jungs aber erst im Zusammenhang mit der Frage aufgefallen, ob die CGZP tarifzuständig ist.
Ver.di wurde nur für einen sehr kleinen Bereich der Leiharbeiter für tarifzuständig erklärt. Leiharbeiter, die im Einsatz für ein öffentlich-rechtlich verfassten Krankenhaus und bestimmter Flughafenbetreiber sind (für die besagten Flughafenbetreiber hat Ver.di eigene Tarifverträge abgeschlossen), dürfen von ver.di vertreten werden. .

Ver.di und die IG Metall haben nach dieser Entscheidung schleunigst ihre Satzungen geändert, was nur erforderlich war, wenn beide Gewerkschaften erkannt haben, dass sie zuvor für die Leiharbeit nicht tarifzuständig waren.
Während in alten Tarifverträgen der DGB als Tarifpartner genannt wurde, tauch der DGB im aktuellen Tarifvertrag nun nicht mehr als Verhandlungspartner auf. Dann wäre nämlich das gesamte Tarifwerk samt Bezugnahmeklauseln für die Tonne.

Auch ist höchst fraglich, ob die IG Metall in 2012 überhaupt Branchenzuschlagstarifverträge aushandeln durfte, werden damit doch Teile der eigentlichen Tarifverträge ausgehebelt, was unzulässig ist, wenn es sich um Verträge handelt, die gemeinschaftlich von allen DGB-Einzelgewerkschaften ausgehandelt wurden, zumal sich in den alten Tarifverträgen die Sozialpartner zugesichert haben, gemeinsam Verhandlungen über Branchenzuschläge aufzunehmen..

Wie absurd die Branchenzuschlagstarifverträge sind, zeigt sich, sobald ein Ver.di-Mitglied in einem M+E-Betrieb eingesetzt wird. Dann hat er nämlich keinen Anspruch auf die Leistungen des Tarif-vertrages der IG Metall. Er bekommt keinen Branchenzuschlag. Ein Wechsel zur IG Metall macht keinen Sinn, ist im Nichteinsatz (z.B. nach Abmeldung wegen eines Streiks der Leiharbeiter) doch nur Ver.di tarifzuständig und der nächste Einsatz könnte im Zuständigkeitsbereich einer ganz anderen Gewerkschaft liegen. Es ist höchst fraglich, ob die IG Metall überhaupt klagebefugt ist, wenn ein Leiharbeiter im Nichteinsatz oder außerhalb des M+E_Bereich eingesetzt wird.

Aus meiner Sicht wollen die Gewerkschaften um jeden Preis in der Leiharbeit Tarifverträge abschließen. Auch wenn damit bessere gesetzliche Regelungen, z.B. bei der Befristung von Arbeitsverträgen nach dem TzBfG, ausgehebelt werden

_________________
Der letzte Kampfaufruf http://www.youtube.com/watch?v=88Hh_DqJA5k
Der letzte Arbeitskampf http://www.youtube.com/watch?v=tGdVo6a0Ats


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 23.06.2015, 16:11 
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Registriert: 14.06.2011, 17:23
Beiträge: 71
Hallo hans

Me Läuft es ja genau darauf hinaus, die von dir erwähnten Satzungsänderungen die damit eine Zuständigkeit, wenn auch nur eine Augenscheinliche, herbeiführen.
Das genügt bereits.

Zudem wurden in einigen Klagen auch in Nebensätzen bereits von den Richtern signalisiert, das sie keinen Grund dafür sähen, das der DGB nicht Zuständig wäre.
Ich muss es nochmals heraussuchen, aber das war der tenor.
Zudem wurde ja bereits mehrere Klagen angestrebt, die aber allesamt bereits im Vorfeld abgewiesen wurden.

Das für mich ein sehr klares Signal, solange man nicht eindeutige Rechtsverstösse nachweisen kann, wird sich auch nichts ändern.

Es bleibt nur die Politik, die man durch nüchterne und faktisch belegbare Berichte gegen allerlei Propagandageschwätz sensibilisieren muss.
Dieser Weg ist zumindest halbwegs Erfolgsversprechend und hat sich als praktikabel erwiesen.

Nun, das ein zugehen auf die Gerwekschaften nicht viel hilft, das haben wir ja in der Vergangenheit bitterlich lernen müssen.
Und das hier Politische Machtinteressen im Namen der "Neuen Mitte" ( über den Brüller kann ich mich immer noch nicht beruhigen ) vertreten werden,
und sonst gar nichts, darüber sind wir uns, glaube ich, auch halbwegs einig. Mir ist das ganz recht.
Solange die Gewerkschaft unglaubwürdiger wird, verlieren auch die Unternehmen zunehmend an Verhandlungspartnern die sie zum Abschluss von *HUST*
Tarifverträgen so dringend brauchen. Der Schein zählt ja. Und wenn dieser schwindet, sieht man sich auf einmal vollkommen ungeschützt
dem Normalen Bürger gegenüber der wohl inzwischen ein wenig die Geduld verliert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 19.07.2015, 11:26 
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Beiträge: 720
http://www.templin-thiess.de/blog/arbei ... -vorgelegt

Der Gesetzesentwurf soll im Herbst vorgelegt werden. Ob die Gesetze dann schon 2016 greifen oder erst 2017 wäre interessant zu wissen, da die TV bis Ende 2016 laufen. Ich hoffe, dass die gesetze ab 2016 greifen und die TV gekündigt werden. Dann haben unsere geliebten "Sozialpartner" (hahaha) wieder eine Chance, gerechte TV auszuhandeln. Sollte wieder mal nur Dreck rauskommen, werde ich meine Mitgliedschaft bei der ver.di kündigen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.09.2015, 08:32 
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Registriert: 25.12.2006, 20:45
Beiträge: 1214
Erfreulicherweise gibt es im Forum doch noch Diskussionen rund um die Tarifverhandlungen. Ich kopiere mal einige Beispiele hier rein und hole ältere Beiträge aus den Tiefen hervor.
challenger hat geschrieben:
Jörg20 hat geschrieben:
Hi Cid,
nicht , dass ich das falsch verstehe - aber die AN-Vertretung im Betrieb (also der Betriebrat) handelt keine Tarife aus. Das macht die Tarifkommission der Gewerkschaft.
Ob und in welchen Umfang da Disponenten sind, hängt doch ausschließlich von der Gewerkschaft ab (und ob die Disponenten Gewerkschaftsmitglieder sind)

Ich finde das übrigens nicht wie du falsch, da es sich genauso um Arbeitnehmer handelt.

Hallo Jörg,
ich als Gewerkschaftsmitglied sage Dir, die Tarif-
kommission Zeitarbeit ist mit Sicherheit eine der
größten GURKENTRUPPEN in der deutschen Tarif-
landschaft. Mit dem ARBEITSZEITKONTO hat die
TaKo den Zeitarbeitsfirmen ein Instrument für
organisierte Abzockerei und Lohndrückerei an die
Hand gegeben.

Cid hat geschrieben:
Konnte trotz suchens keine nennenswerten Ressourcen im web finden, wer von verdi oder IGM in der TK drinsitzt

Hallo Cid, hier im Thread 09/2013 findest Du z.B. folgende Personalien:

hilde hat geschrieben:
Eugen Scheinberger

Bild

(Leiharbeitnehmer und stellv. Betriebsratsvorsitzender bei TUJA Zeitarbeit GmbH, Regensburg)
Zitat:
Dieser Tarifvertrag bedeutet einen historischen Durchbruch, was die 'Mantelthemen' angeht. Besonders bei der Entgeltfortzahlung, bei der Regelung von Arbeitszeitkonten und Eingruppierungsgrundsätzen. Mit diesem Tarifvertrag wird der Missbrauch von Arbeitszeitkonten eingedämmt. Und er sichert insgesamt knapp 13 Prozent Lohnerhöhung innerhalb von drei Jahren für die Leihbeschäftigten im Osten.
quelle: igmetall

hilde hat geschrieben:
Kirsten Schärl

Bild

(Leiharbeitnehmerin und Betriebsratsmitglied bei Randstad, Regensburg)
Zitat:
Ohne Tarifvertrag wäre für die Leihbeschäftigten unklar, welche Ansprüche sie haben. Gerade in Zeiten der Nichtbeschäftigung greift für die Leihbeschäftigten Equal Pay eben nicht. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Entlohnung und die sozialen Rahmenbedingungen für Leihbeschäftigte klar geregelt sind. Und das haben wir mit diesem Tarifvertrag geschafft.
quelle: igmetall

hilde hat geschrieben:
Peter Hintermeier

Bild

(Leiharbeitnehmer und Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei der GeAT AG, Erfurt)
Zitat:
Das mit dem Tarifvertrag ist eine gute Sache. Mögliche Nachteile sehe ich für uns aus den neuen Bundesländern bei der langen Laufzeit und die zu langsame Angleichung der Ost- an die West-Entgelte. Das ist eine Sache, die für mich wesentlich schneller hätte gehen können. Aber der Abschluss geht in die richtige Richtung und bedeutet mehr Sicherheit für die Leiharbeitnehmer und Leiharbeitnehmerinnen.
quelle: igmetall

hilde hat geschrieben:
Andreas Gaa

Bild

(Betriebsratsmitglied bei PFW Aerospace GmbH, Speyer)
Zitat:
Für uns in der PFW ist es wichtig, dass weiterhin ein Tarifvertrag besteht. Auch im Hinblick auf die Diskussion um einen Mindestlohn bedeutet er einen weiteren Schritt hin zu Equal Pay. Was auch gut passt, ist die Angleichung der Entgelte Ost/West bis 2016. Unterm Strich bringt der Tarifvertrag den Leiharbeitnehmern mehr soziale Sicherheit und mehr Geld auch für die Familien.
quelle: igmetall

Allein in diesem Thread wurden im Laufe der Jahre auch noch andere Namen genannt, die den "Gurkentruppen" angehör(t)en. Also wer sich für das Thema interessiert findet schon Informationen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.09.2015, 19:14 
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Registriert: 24.07.2013, 19:10
Beiträge: 720
challenger hat geschrieben:
cortez hat geschrieben:
challenger hat geschrieben:
Die Zeitkontenregelung wurde meiner Erinnerung nach bereits 2003 Im MTV festgeschrieben. Es war praktisch der Einstand der TaKo-Urgurkentruppe.

Ich denke mal das war keine "Truppe", sondern ein ziemlich weit oben angesiedelter (exklusiver) Zirkel. Norbert Fuhrmann könnte dazu sicher einiges erzählen und das Zeitkonto war bestimmt ein von der igm-Spitze ausdrücklich gewünschter Bestandteil. Ich vermute mal den massiven Missbrauch des Arbeitszeitkontos hatten die Funktionäre nicht auf dem Radar - genauso wenig wie den Sturm der Basis gegen die miserablen Abschlüsse die nach 2003 folgten. Damals war ich Leiharbeiter und ich erinnere mich das (ohne irgend eine Information oder Bekanntgabe) ein gültiger Tarifvertrag aufgedröselt wurde, um massive Verschlechterungen für die Leiharbeiter hineinzuschreiben. Der Urvertrag war nicht einmal schlecht und in einer strukturarmen Region habe ich damals bessere Reglungen gehabt als viele Festangestellte, die von regelmäßigen Lohnsteigerungen und festgeschriebenen Auslösesätzen nur träumen konnten.

Hallo Cortez,
spätestens JETZT, wo die Kunde des MASSIVEN UND
OFFENSICHTLICHEN MIßBRAUCHS DES AZK u.a. auch
Dank des ARD Magazins "Monitor" (Kann immer noch
unter dem Begriff "Monitor Zeitarbeit" gegoogelt werden)
bis in die letzten Wnkel der Republik vorgedrungen ist,
hat meiner Auffassung nach die DGB TaKo Zeitarbeit die
verdammte Pflicht,den MTV von dem perfidem Instrument
Arbeitzeitkonto zu befreien.Ansonsten macht sich die TaKo
zum HOFNARREN der Zeitarbeitsbranche.


Die TK sind doch schon sowas wie die Hofnarren der Branche.

Wenn man sich die o.a. Fotos ansieht: Schaut mal an, vor wechem Banner die da stehen und sich abknipsen lassen: GLEICHE ARBEIT? GLEICHES GELD!
Dann schließen die so einen Tarif ab. 2 Tage später guckt man auf die Webseite der IGMetall und was steht dann da? "Wir fordern weiter EP ab dem ersten Tag"

HALLO??! Ihr hattet grad die Chance!!! Hättet ihr KEINEN TV abgeschlossen, dann hätten wir EP bereits! Per Gesetz! Okay, man hätte nur den gesetzlichen Urlaub, aber dafür kein AZK mehr!! Man hätte in der Probezeit eine 2-wöchige Kündigungsfrist und nicht 1(!!!!!!) Tag oder 1 Woche! Hab ich die Ausschlussfristen schon erwähnt?!


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.09.2015, 19:30 
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(Leiharbeitnehmerin und Betriebsratsmitglied bei Randstad, Regensburg)
Zitat:
Ohne Tarifvertrag wäre für die Leihbeschäftigten unklar, welche Ansprüche sie haben. Gerade in Zeiten der Nichtbeschäftigung greift für die Leihbeschäftigten Equal Pay eben nicht. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Entlohnung und die sozialen Rahmenbedingungen für Leihbeschäftigte klar geregelt sind. Und das haben wir mit diesem Tarifvertrag geschafft.


Genau hier irrt sich die gute Dame:

Klarer gehts gar nicht:

Was muss im Arbeitsvertrag stehen?
§2 NachwG
(1) Der Arbeitgeber hat spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen. In die Niederschrift sind mindestens aufzunehmen:

1.
der Name und die Anschrift der Vertragsparteien,
2.
der Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses,
3.
bei befristeten Arbeitsverhältnissen: die vorhersehbare Dauer des Arbeitsverhältnisses,
4.
der Arbeitsort oder, falls der Arbeitnehmer nicht nur an einem bestimmten Arbeitsort tätig sein soll, ein Hinweis darauf, daß der Arbeitnehmer an verschiedenen Orten beschäftigt werden kann,
5.
eine kurze Charakterisierung oder Beschreibung der vom Arbeitnehmer zu leistenden Tätigkeit,
6.
die Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgelts einschließlich der Zuschläge, der Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie anderer Bestandteile des Arbeitsentgelts und deren Fälligkeit,
7.
die vereinbarte Arbeitszeit,
8.
die Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs,
9.
die Fristen für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses,
10.
ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden sind.

Der Nachweis der wesentlichen Vertragsbedingungen in elektronischer Form ist ausgeschlossen.

Somit ist klar, dass ein LAN mit EP bezahlt werden muss, sofern er im Einsatz ist. Ist er nicht im Einsatz, wird der Lohn aus dem Arbeitsvertrag vergütet! (615er BGB)

Ich hab grad gesehen, dass die gute Dame BR bei Stadtrand ist!!!! HAHAHA mich wundert echt nix mehr.....


Zuletzt geändert von Premutos1982 am 04.09.2015, 21:25, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.09.2015, 20:21 
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Premutos1982 hat geschrieben:
HALLO??! Ihr hattet grad die Chance!!! Hättet ihr KEINEN TV abgeschlossen, dann hätten wir EP bereits! Per Gesetz!

Schön, der Thread lebt noch! So einfach ist das natürlich nicht, aber das weißt du sicher selbst. Jedes Jahr den Urschleim durchkauen macht auch keinen Spaß. Arbeite dich durch den Thread oder frage bei karla an, ob er dir die rechtlichen Expertisen per Mail zusenden kann.

Premutos1982 hat geschrieben:
Die TK sind doch schon sowas wie die Hofnarren der Branche.

Den genauen Termin kenne ich zwar nicht, aber im September wollten sie sich wieder versammeln, dort in ihrem Turm am Main.

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"Wir rekrutieren am Bodensatz des Arbeitsmarkts" (Thomas Bäumer, CEO TUJA & Adecco / Tarifverhandlungsführer VGZ / BDA (Die nehmen aber auch wirklich jeden!) usw.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.09.2015, 20:56 
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hilde hat geschrieben:
Der März ist vorbei. Wann tagt denn nun die Tarifkommission der igm?

Gibt es überhaupt noch einmal Verhandlungen über das Entgelt in den Tarifwerken der Leiharbeit?

Wahrscheinlich ist das Thema Leiharbeit für alle Zeiten beerdigt!

Das Thema Leiharbeit ist für die IGMetall durch. Tarifverhandlungen wird es wohl nicht mehr geben. Werksverträge und andere Ablenkerthemen werden die Zukunft bestimmen.

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Zuletzt geändert von hilde am 04.09.2015, 22:32, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.09.2015, 21:20 
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Ich weiß, was Karla dazu sagt.

"2003 hat die Schröderregierung den DGB-Gewerkschaften klargemacht, dass wenn sie keine TV abschließen werden sie das ganze gesetzlich regeln."

Wers glaubt wird seelig. Ich will mal einen Politiker sehen, der sich zu dieser Zeit hinstellt und sagt:

"Ja liebe Leiharbeiter. EP geht mal gaaar nicht! Lieber DGB, bitte mach nen Tarif, der LAN schlechter stellt. Sonst machen wir das per Gesetz!..."

Ich bleibe bei meiner Meinung: Kein Tarif ist besser als der Tarif, den LAN jetzt ertragen müssen von Gewerkschaften, die kaum LAN als Mitglieder haben.

edit:

Grad weil LAN nicht gewerkschaftlich organisiert sind, ist ein Arbeitskampf auch unmöglich. Streikende LAN.... das wäre mal was. Ich sehe auch keine Initiativen von Ver.di und Co.
Hauptsache ist, dass die Erzieher für das Papiersterne ausschneiden einen Lohn bekommen, den z.B. eine Krankenschwester bekommt, die wesentlich mehr Verantwortung hat...


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.09.2015, 21:47 
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Premutos1982 hat geschrieben:
Ich sehe auch keine Initiativen von Ver.di und Co. Hauptsache ist, dass die Erzieher für das Papiersterne ausschneiden einen Lohn bekommen, den z.B. eine Krankenschwester bekommt, die wesentlich mehr Verantwortung hat...

:evil:

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Zuletzt geändert von hilde am 04.09.2015, 22:28, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.09.2015, 22:02 
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Entweder hast du den Zusammenhang nicht kapiert oder keine Ahnung.

Arbeitgeberseite hier eingeschleust... Humor hast du jedenfalls.

Als Arschloch lasse ich mich von dir sicherlich nicht betiteln.

@Karla

Ich hätte gern "rechtliche belastbare Expertisen zur EqualPayProblematik"


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.09.2015, 22:08 
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Premutos1982 hat geschrieben:
Hauptsache ist, dass die Erzieher für das Papiersterne ausschneiden einen Lohn bekommen, den z.B. eine Krankenschwester bekommt, die wesentlich mehr Verantwortung hat...

:twisted:

_________________
"Wir rekrutieren am Bodensatz des Arbeitsmarkts" (Thomas Bäumer, CEO TUJA & Adecco / Tarifverhandlungsführer VGZ / BDA (Die nehmen aber auch wirklich jeden!) usw.)


Zuletzt geändert von hilde am 04.09.2015, 22:27, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.09.2015, 22:18 
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Beiträge: 720
Ist gut Hilde, trink lieber noch 1-2 Bier.

Damit war gemeint, dass für andere Berufe Arbeitskampf sehr ernst genommen wird, bei Leiharbeiter nicht! Da werden Tarife einfach durchgewunken!

Von mir aus können Erzieher mehr verdienen. Denn sollten Krankenschwestern jedoch auch mehr bekommen. Obs dir passt oder nicht, geht mir am Arsch vorbei.

Im Übrigen denke ich, dass man dir eine arbeitgeberseitige Nähe eher zutraut als mir ;) Denk mal drüber nach!


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.09.2015, 22:21 
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Registriert: 08.11.2014, 11:21
Beiträge: 565
cortez hat geschrieben:
Erfreulicherweise gibt es im Forum doch noch Diskussionen rund um die Tarifverhandlungen. Ich kopiere mal einige Beispiele hier rein und hole ältere Beiträge aus den Tiefen hervor.
challenger hat geschrieben:
Jörg20 hat geschrieben:
Hi Cid,
nicht , dass ich das falsch verstehe - aber die AN-Vertretung im Betrieb (also der Betriebrat) handelt keine Tarife aus. Das macht die Tarifkommission der Gewerkschaft.
Ob und in welchen Umfang da Disponenten sind, hängt doch ausschließlich von der Gewerkschaft ab (und ob die Disponenten Gewerkschaftsmitglieder sind)

Ich finde das übrigens nicht wie du falsch, da es sich genauso um Arbeitnehmer handelt.

Hallo Jörg,
ich als Gewerkschaftsmitglied sage Dir, die Tarif-
kommission Zeitarbeit ist mit Sicherheit eine der
größten GURKENTRUPPEN in der deutschen Tarif-
landschaft. Mit dem ARBEITSZEITKONTO hat die
TaKo den Zeitarbeitsfirmen ein Instrument für
organisierte Abzockerei und Lohndrückerei an die
Hand gegeben.

Cid hat geschrieben:
Konnte trotz suchens keine nennenswerten Ressourcen im web finden, wer von verdi oder IGM in der TK drinsitzt

Hallo Cid, hier im Thread 09/2013 findest Du z.B. folgende Personalien:

hilde hat geschrieben:
Eugen Scheinberger

Bild

(Leiharbeitnehmer und stellv. Betriebsratsvorsitzender bei TUJA Zeitarbeit GmbH, Regensburg)
Zitat:
Dieser Tarifvertrag bedeutet einen historischen Durchbruch, was die 'Mantelthemen' angeht. Besonders bei der Entgeltfortzahlung, bei der Regelung von Arbeitszeitkonten und Eingruppierungsgrundsätzen. Mit diesem Tarifvertrag wird der Missbrauch von Arbeitszeitkonten eingedämmt. Und er sichert insgesamt knapp 13 Prozent Lohnerhöhung innerhalb von drei Jahren für die Leihbeschäftigten im Osten.
quelle: igmetall

hilde hat geschrieben:
Kirsten Schärl

Bild

(Leiharbeitnehmerin und Betriebsratsmitglied bei Randstad, Regensburg)
Zitat:
Ohne Tarifvertrag wäre für die Leihbeschäftigten unklar, welche Ansprüche sie haben. Gerade in Zeiten der Nichtbeschäftigung greift für die Leihbeschäftigten Equal Pay eben nicht. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Entlohnung und die sozialen Rahmenbedingungen für Leihbeschäftigte klar geregelt sind. Und das haben wir mit diesem Tarifvertrag geschafft.
quelle: igmetall

hilde hat geschrieben:
Peter Hintermeier

Bild

(Leiharbeitnehmer und Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei der GeAT AG, Erfurt)
Zitat:
Das mit dem Tarifvertrag ist eine gute Sache. Mögliche Nachteile sehe ich für uns aus den neuen Bundesländern bei der langen Laufzeit und die zu langsame Angleichung der Ost- an die West-Entgelte. Das ist eine Sache, die für mich wesentlich schneller hätte gehen können. Aber der Abschluss geht in die richtige Richtung und bedeutet mehr Sicherheit für die Leiharbeitnehmer und Leiharbeitnehmerinnen.
quelle: igmetall

hilde hat geschrieben:
Andreas Gaa

Bild

(Betriebsratsmitglied bei PFW Aerospace GmbH, Speyer)
Zitat:
Für uns in der PFW ist es wichtig, dass weiterhin ein Tarifvertrag besteht. Auch im Hinblick auf die Diskussion um einen Mindestlohn bedeutet er einen weiteren Schritt hin zu Equal Pay. Was auch gut passt, ist die Angleichung der Entgelte Ost/West bis 2016. Unterm Strich bringt der Tarifvertrag den Leiharbeitnehmern mehr soziale Sicherheit und mehr Geld auch für die Familien.
quelle: igmetall

Allein in diesem Thread wurden im Laufe der Jahre auch noch andere Namen genannt, die den "Gurkentruppen" angehör(t)en. Also wer sich für das Thema interessiert findet schon Informationen.

Hallo Cortez,
weißt Du, ob die oben abgebildeten TaKo-Mitglieder
bereits der ersten DGB-TaKo angehört haben, die
das unsägliche Arbeitszeitkonto auf dem Gewissen
hat ???

_________________
Die Leiharbeit ist eine Maschinerie,
in die du als Schwein reingehst und
als Wurst rauskommst


Wer montags lächelt, nimmt die richtigen Drogen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.09.2015, 05:38 
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Hallo challenger,

ich hatte Dir doch hier (link) schon meine Vermutung zu 2003 mitgeteilt. Die vier sind Betriebsräte, sicher in ihren Firmen erreichbar und Du kannst sie selbst kontaktieren/fragen. Wie willst Du das Zeitkonto wegbekommen? Der politische Wille zur Abschaffung quer durch die DGB-Gewerkschaften fehlt, von der BAP-Seite ganz zu schweigen. Ich persönlich halte von polemischen, also unumsetzbaren Forderungen ("Zeitkonto weg!", "Leiharbeit verbieten!" usw.) nichts. Meine pragmatische Forderung wäre: Jede Stunde die ins Arbeitszeitkonto wandert, muss mit einem Überstundenzuschlag (z.B. 25 Prozent) vergütet werden und das Problem löst sich zum großen Teil von selbst. Zumal viele Leiharbeiter sich mit dem Zeitkonto arrangiert haben.

Überhaupt ist hier im Forum viel Polemik im Spiel. Du z.B. bezeichnest die TaKo als "Gurkentruppe" und wunderst Dich dann ernsthaft das diese Gurken nicht an der Diskussion teilnehmen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.09.2015, 07:45 
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Registriert: 24.07.2013, 19:10
Beiträge: 720
Andersrum bitte. Die Typen der TaKo nehmen hier an keiner Diakussion Teil. Deswegen sind es Gurken.
Rufe nach der Teilnahme der TaKo an diesem Forum gibt es schon lange..


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.09.2015, 10:41 
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Registriert: 08.11.2014, 11:21
Beiträge: 565
cortez hat geschrieben:
Hallo challenger,

ich hatte Dir doch hier (link) schon meine Vermutung zu 2003 mitgeteilt. Die vier sind Betriebsräte, sicher in ihren Firmen erreichbar und Du kannst sie selbst kontaktieren/fragen. Wie willst Du das Zeitkonto wegbekommen? Der politische Wille zur Abschaffung quer durch die DGB-Gewerkschaften fehlt, von der BAP-Seite ganz zu schweigen. Ich persönlich halte von polemischen, also unumsetzbaren Forderungen ("Zeitkonto weg!", "Leiharbeit verbieten!" usw.) nichts. Meine pragmatische Forderung wäre: Jede Stunde die ins Arbeitszeitkonto wandert, muss mit einem Überstundenzuschlag (z.B. 25 Prozent) vergütet werden und das Problem löst sich zum großen Teil von selbst. Zumal viele Leiharbeiter sich mit dem Zeitkonto arrangiert haben.

Überhaupt ist hier im Forum viel Polemik im Spiel. Du z.B. bezeichnest die TaKo als "Gurkentruppe" und wunderst Dich dann ernsthaft das diese Gurken nicht an der Diskussion teilnehmen?

Hallo Cortez,
Leiharbeit verbieten gehört keineswegs zu meinen
Forderungen. Aber das Du "Zeitkonto weg" mit
"Leiharbeit verbieten" gleichstellst und als soge -
nannte "unumsetzbare Forderung" bezeichnest,
halte ich schon für bedenklich.
Schuld an der Plünderung der Zeitkonten haben
meiner Auffassung nicht nur die Verleiher. Schuld
haben auch die,die den Verleihern hierzu den Weg
bereitet haben,sich über alle Schranken tariflicher
Bestimmungen expressis verbis hinwegzusetzen
und,bislang jedenfalls, ALLES UNTERLASSEN HABEN,
die organisierte Abzockerei und Lohndrückerei via
Arbeitszeitkonto zu Lasten der Leiharbeiter abzuwenden.
Und dies sind nun mal die Gewerkschaften,insbesondere
die DGB Tarifkommission Gurkentruppe

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Die Leiharbeit ist eine Maschinerie,
in die du als Schwein reingehst und
als Wurst rauskommst


Wer montags lächelt, nimmt die richtigen Drogen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.09.2015, 11:35 
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Premutos1982 hat geschrieben:
Damit war gemeint, dass für andere Berufe Arbeitskampf sehr ernst genommen wird,

Wird er das?

Meines Erachtens hat sich ver.di viel zu billig abspeisen lassen, daher wurde der Vermittlungsvorschlag ja auch von der Basis abgelehnt.

Du vergißt z.B., daß durch den Tarif "SuE" auch Stellen wie z.B. der Fachanleiter oder Werkpädagoge in einer Behindertenwerkstatt oder einer Einrichtung der Jugendhilfe erfaßt wird.

Dann kannst Du gerne mal nachsehen, wie das eingruppiert wird:
TVöD - Sozial- und Erziehungsdienste

Eingruppierungsmerkmale

S 4

Kinderpflegerinnen/Kinderpfleger mit staatlicher Anerkennung oder mit staatlicher Prüfung und entsprechender Tätigkeit sowie sonstige Beschäftigte, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben, mit schwierigen fachlichen Tätigkeiten. (Hierzu Protokollerklärungen Nrn. 1 und 2)

Beschäftigte im handwerklichen Erziehungsdienst mit abgeschlossener Berufsausbildung. (Hierzu Protokollerklärung Nr. 1)


Die Tabelle nach Schlichtung verrät Dir dazu dann (Stufe 3):
durchschn. Monatsgehalt: 2867.81 €
... also nach Umlage von Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf das durchschnittliche Monatsgehalt.

Das sieht für einen Facharbeiter erst einmal ganz gut aus - obwohl hier im Forum teilweise die am lautesten schreien, die aufgrund von Branchenzuschlägen bei einem Autobauer o.ä. sogar noch mehr bekommen - aber Du kannst ja mal versuchen, mit reinem Gesellen-/Facharbeiterbrief in diese Stellen reinzukommen.
Die oft gewünschte Weiterbildung zum Werkpädagogen oder die bevorzugte Qualifikation als Meister oder Techniker schenkt der Mitarbeiter dem Träger ...

Zwar kommen Meister und Techniker durchaus auch im SuE vor, allerdings wäre für eine Höhergruppierung eine gleichzeitige leitende Funktion nötig ... also wirklich leitend und nicht anleitend ...

Jetzt darf jeder gerne mal in seiner Metall-Oase nachhorchen, was dort der Meister in der Lehrwerkstatt so bekommt.

Dann erst nochmal überlegen, ob die Forderung nach mehr als 2867.81 €/mtl. für einen Meister/Techniker/Werkpädagogen, der aus jugendlichen Straftätern u.ä. irgendwie am Ende Facharbeiter mit Gesellenbrief der HWK oder Facharbeiterbrief der IHK, am besten auch noch in einem 3,5jährigen Berufsbild, machen soll ...
... oder für den Meister/Techniker/Werkpädagoge, der Behinderte in einer Behindertenwerkstatt sinnvoll anleiten soll und dabei am besten den inkontinenten auch noch die Pampers wechselt (Originalfrage aus einem Vorstellungsgespräch) ...
... wirklich so utopisch ist.

Als Abschluß empfehle ich noch, die Unterschiede zwischen den Berufen "Kinderpfleger/Kinderpflegerin" und "Erzieher/Erzieherin" nachzuschlagen.
"Papiersterne ausschneiden" (= Kinderpflegerin) gibt es nämlich auch schon für S2-S4.

Und nein, ich werde nicht nach SuE bezahlt. Ich bin zwar als Ausbilder tätig, aber in der freien Wirtschaft für dementsprechend mehr Geld.

Ich rege mich nur darüber auf, wenn niemand dem Anderen den Dreck unter den Fingernägeln gönnt.
Von mir aus dürfen sich Maschinen- und Anlagenführer, Fachhandelspacker und ähnliche 2jährige gerne als echte Facharbeiter fühlen und auch gutes Geld verdienen, das sollte man dann einer Kinderpflegerin aber bitte auch nicht absprechen.



Premutos1982 hat geschrieben:
bei Leiharbeiter nicht! Da werden Tarife einfach durchgewunken!

Du bildest Dir da was ein.

Natürlich unterschreiben ver.di, IG BCE und IG Metall Gefälligkeitstarife in der Leihbranche.

Bei ver.di und IG BCE ist das aber auch ganz allgemein Programm:
ver.di: Regierungsbeschäftigter beim Eichamt, Einstellungsvoraussetzung "Facharbeiter Metall oder Elektro", runtergruppiert von TV-L 6 auf TV-L 4 mit ver.di's Segen
ver.di: Frißt einen faulen Kompromiss in SuE, den ihr die Basis dann um die Ohren haut
ver.di: Kneift bei Deutsche Post/DHL den Schwanz ein, die Regionalgesellschaften mit niedrigerem Lohn/Gehalt bleiben, nur die Pfründe der Alten wurden gesichert
IG BCE: Muß ich dazu noch was sagen?

Die IG Metall ist günstigerenfalls von der Metallbranche geblendet und denkt, deren Modelle würden auch funktionieren, wenn man mit dem legalisierten organisierten Verbrechen verhandelt. Natürlich ist so ein AZK/JAZ eine tolle Sache, wenn ich mir zig Wochen mehr Urlaub damit rausarbeiten kann, aber ebenso natürlich ist es auch Scheiße, wenn es der willkürlichen Disposition durch den Arbeitgeber ausgesetzt wird, der dann damit sein wirtschaftliches Risiko auf den Beschäftigten abwälzt, welcher dann während des Abfeierns des AZK grundsätzlich schon mit der Kündigung rechnen kann und auch nicht wirklich frei hat, sondern eher als im "Dienst auf Abruf" befindlich zu betrachten ist.

Schlechterenfalls weiß die IG Metall das alles aber auch und mißbraucht die leicht zu habende Zustimmung zu Kröten bei der Leiharbeit, um umgekehrt ihre Pfründe bei den Festangestellten in den Entleihbetrieben zu sichern. Der festangestellte Maschinen- und Anlagenführer kann ja auch deshalb so zuverlässig nach 4 Wochen JAZ an seinen angestammten Kaffeetisch zurück, weil während dieser Zeit zuerst einmal ein Puffer von 20 MAFs von LAF abgemeldet werden würde, bevor es an seinen Vertrag geht ...


Premutos1982 hat geschrieben:
Von mir aus können Erzieher mehr verdienen. Denn sollten Krankenschwestern jedoch auch mehr bekommen.

Auch für die Krankenpflege ist ver.di tarifzuständig ...

Anhang 1
Organisationsbereich
1. Der Organisationsbereich der ver.di umfasst:
alle Arbeitnehmer/innen, arbeitnehmerähnlichen Personen, Heimarbeiter/innen, freie Mitarbeiter/innen
und andere Personen in freien Berufen, freiberuflich Tätige, Auszubildende und Studierende
sowie Schüler/innen und Rentner/innen
im Organisationsgebiet der ver.di in den folgenden
Branchen, Wirtschaftszweigen und Berufen:

...

1.4 Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr
Dienstleistungen für die Allgemeinheit in öffentlich-rechtlicher oder privatrechtlicher Form,
insbesondere öffentliche Dienste, der Transport und Verkehr, die Ver- und Entsorgungswirtschaft
einschließlich der leitungsgebundenen Energieversorgung, der Gesundheits- und Sozialdienste,
Einrichtungen der Infrastrukturen und der Forschung und Entwicklung, Umweltschutzdienste
sowie bestimmte private Dienstleistungen.


Es ist also mitnichten ein Widerspruch zwischen dem faulen Kompromiss bei den Erziehungsberufen und der verhältnismäßig schlechten Bezahlung der Krankenpflege festzustellen, sondern vielmehr ein klarer Zusammenhang: ver.di.

Ich weiß jedenfalls eines: In der Gesundheits- und Krankenpflege wäre ich bei der komba im dbb beamtenbund und tarifunion organisiert, statt bei dieser Frittenbude namens ver.di.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.09.2015, 12:00 
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@challenger, nun hast Du das gleiche geschrieben wie vorher schon. Deinen Standpunkt kennt doch jeder der hier mitliest. Was ist mit meinem konkreten Vorschlag zu den AZKs? Du hättest ja wenigstens sagen können das ist Mist, aber gar nicht darauf eingehen? Meine Erfahrung ist, die Bande kriegst Du nur wenn Du die Leiharbeit so teuer wie möglich machst.

Ich bin bei einem namhaften Konzern festangestellt und auch dort verfüge ich nicht wirklich frei über mein AZK. Die freien Tage werden den Arbeitnehmern vorgeschrieben und der BR stimmt für die Arbeitnehmer zu. Du kannst Dir eventuell vorstellen, dass das für viele ebenfalls ein Ärgernis ist, aber in einem Großkonzern teilweise gar nicht anders zu händeln ist? Leiharbeiter war ich sieben Jahre und in diesen Jahren hat sich kein Disponent ohne meine Einwilligung an meinen Stunden vergriffen. Nur mal so als konkretes Beispiel aus der Praxis.

@Schimmelreiter, schön zu lesender Beitrag. Wie immer, aber leider seit langer Zeit der erste.


Zuletzt geändert von cortez am 05.09.2015, 12:09, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.09.2015, 12:07 
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"Eine Erzieherin mit achtjähriger Tätigkeit etwa bekommt nach Angaben von ver.di derzeit 2.946 Euro brutto im Monat, nach den Vorstellungen der Gewerkschaft soll sie künftig 3.387 Euro erhalten."

http://www.zeit.de/gesellschaft/familie ... streik-faq

Kenne keine Leiharbeiter, die diesen Lohn bekommen.

Jetzt kann man natürlich über Autobauer reden, die mit bz natürlich gut dastehen. Das sind aber nicht mehr viele. Werkverträge sind stark im kommen. Außer rumjammern wird gegen Werkverträge auch nix unternommen. Man lehnt sich zurück und wartet darauf, dass die Politik etwas tut. (Analog Leiharbeit). Diese typischen Metallberufe werden doch komplett outgesouced. Tarifflucht soweit das Auge reicht.

Glaubst du, dass hier bz bezahlt wird:

https://abiant.de/stelle/cnc-fraeser-m- ... stede.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.09.2015, 12:37 
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challenger hat geschrieben:
Und dies sind nun mal die Gewerkschaften, insbesondere die DGB Tarifkommission Gurkentruppe

Karl hat schon einmal darauf hingewiesen, dass es keine DGB-TaKo gibt. Durch ständiges Wiederholen wird ein falscher Sachverhalt auch nicht wahrer und Kritik sollte schon Substanz haben. Jede Einzelgewerkschaft hat eine eigene TaKo (sollte sie zumindest haben), genau wie iGZ und BAP jeweils eine TaKo haben. Die geben den Verhandlungskommissionen ihre Vorstellungen und Wünsche mit auf den Weg und haben dann fertige Verhandlungsergebnisse abzulehnen oder abzusegnen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.09.2015, 13:42 
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Premutos1982 hat geschrieben:
"Eine Erzieherin mit achtjähriger Tätigkeit etwa bekommt nach Angaben von ver.di derzeit 2.946 Euro brutto im Monat, nach den Vorstellungen der Gewerkschaft soll sie künftig 3.387 Euro erhalten."
Kenne keine Leiharbeiter, die diesen Lohn bekommen.

Was ist denn das für eine Kausalitätenkette?
Müssen jetzt alle anderen Tarifverhandlungen so lange mit negativem Vorzeichen geführt werden, bis alle Löhne und Gehälter auf das iGZ-Niveau herunterverhandelt wurden?

Nach Metall-Tarif NRW kommt
- der Blödmannsgehilfe auf 2.512,95 EUR/mtl. (Anlernzeit 4 Wochen)
- der Blödmann selber auf 2.757,15 EUR/mtl. (Anlernzeit 2 Jahre, die mit einem Trostpreis-Facharbeiterbrief belohnt wird, also z.B. MAF)
- ein Facharbeiter auf 2.900,15 EUR/mtl. (Echte Ausbildung von 3-3,5 Jahren Dauer, z.B. Industriemechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik o.ä.)
... über Meister und Techniker brauchen wir uns da nicht mehr zu unterhalten.

Jetzt vergleichen wir das ganze mal mit den 2946 EUR der Erzieherin (= Ausbildung + Weiterbildung, also dem Meister/Techniker vergleichbar) und kehren noch mal in uns:
Ist das Ziel, daß der Blödmannsgehilfe im Metallbetrieb auch nur noch 1424,25 EUR (9,39 EUR/h aus EG2 iGZ * 35h/Woche * 13 Wochen / 3 Monate) bekommt?
Dann weiter so!


Premutos1982 hat geschrieben:
Jetzt kann man natürlich über Autobauer reden, die mit bz natürlich gut dastehen. Das sind aber nicht mehr viele. Werkverträge sind stark im kommen. Außer rumjammern wird gegen Werkverträge auch nix unternommen. Man lehnt sich zurück und wartet darauf, dass die Politik etwas tut. (Analog Leiharbeit).

Zurücklehnen (statt Bumsen) ist auch eine Art, etwas zu unternehmen.
Das Bevölkerungswachstum hat sich schlichtweg den Perspektiven angepaßt.
Die Zahlen am Arbeitsmarkt sind - neben den Statistiktricks - gerade wegen des demographischen Wandels vergleichsweise gut.

Die Lüge, daß die Sozialsysteme, insbesondere die Rente, Zuwanderung bräuchten, kann man glauben, muß man aber nicht. Prinzipiell ist es wurscht, ob ich das z.B. bei der Bildung (Weil ich weniger Kinder und damit weniger Schüler habe) gesparte Geld als Zuschüsse in die Rentenkasse blase oder ob ich rechnerisch rein umlagefinanziert klar komme.
Ich habe wohlgemerkt nichts gegen Flüchtlinge, nicht einmal gegen Wirtschaftsflüchtlinge. Genug von uns, inkl. mir, würden das selbe tun, wenn sie die Option haben. So gesehen haben wir ja auch schon längst deutsche Wirtschaftsflüchtlinge, wer kann arbeitet doch lieber in der Schweiz, den Niederlanden oder anderen Nicht-Billiglohnländern.
Ich sage nur, daß wir aus wirtschaftlicher Sicht keinen Zufluß brauchen, um 1900 hatte das Deutsche Reich auch nur 56 Mio Einwohner und kam klar.

Rechne mal noch 10 Mio von unseren derzeit gut 80 Mio Einwohnern runter und wir hätten keine Arbeitslosigkeit mehr:
Knapp 3 Mio Arbeitslose derzeit in der Statistik plus nochmal so viele Weggelogene = 6 Mio.
Plus sagen wir 4 Mio Stellen die wegfielen, wenn die Bevölkerung um 10 Mio zurückginge (Dann müßten ja eben auch 10 Mio weniger verwaltet, beschult, gepflegt, versorgt etc. werden), kommen wir auf unsere 10 Mio.

Ich behaupte, wir könnten die Arbeitslosigkeit, Wohnungsmangel etc. pp. notfalls auch "kalt wegduschen" oder schlucken ;).
Dazu kann man natürlich nicht die reine Arbeitslosenzahl als Maß nehmen, da auch die dann wegfallenden Stellen wiederum kompensiert werden müßten, aber ob das jetzt bei 5 Mio weniger, bei 10 Mio weniger oder bei 15 Mio weniger Einwohnern der Fall wäre ist erst einmal unerheblich, irgendwo bei einer kleineren Bevölkerungszahl gäbe es auch (echte) Vollbeschäftigung.

Da spuckt uns dann natürlich die Politik in die Suppe und setzt uns Kopulationsmuffeln entsprechende Zahlen vor, um wieviel die Bevölkerung anwachsen müßte um z.B. den Pflegenotstand zu verhindern (Also bis man Altenpfleger auch für 7 EUR/h findet).

Es tun aber schon beide Seiten etwas ...


Premutos1982 hat geschrieben:
Glaubst du, dass hier bz bezahlt wird:

https://abiant.de/stelle/cnc-fraeser-m- ... stede.html

Ein CNC-Fräser kann nahezu alles verlangen, auch bei einer LAF.
Dabei kann es ihm doch egal sein, ob er eine AT-Zulage, eine höhere Eingruppierung oder einen Branchenzuschlag bekommt ...

Außerdem sollte man vielleicht auch mal über den Tellerrand hinweg gucken.
Die Metall-Tarife nehme ich deshalb, weil alle gerne gucken, daß sie nur 90% von einem Traum-Tarif bekommen, aber keiner sehen will, daß er schon deutlich mehr kriegt, als wenn er richtig arbeiten würden.

Nimm doch einfach mal den MAF, dessen Stellenbeschreibung mit "Kaffee saufend neben der Maschine stehen und nach einem Industriemechaniker oder Elektroniker für Betriebstechnik winken wenn die Maschine ausfällt und nicht komplett offensichtlich nur ein Teil klemmt" so unpassend ja wohl nicht ist.
Davon nimmst Du jetzt mal 90% und schau nach, wie lange ein Gas-/Wasser-/Scheiße-Installateur dafür ins Klo packen müßte.

Dann hast Du auch schon den Grund für die Tarifflucht, denn die Industrie sieht auch nicht ewig den Sinn darin, Helfern mit zwei festgelegten Tätigkeiten dauerhaft viel mehr Geld zu bezahlen als das Handwerk draußen z.B. dem Kfz-Mechatroniker in der freien oder auch Vertragswerkstatt, der das Auto sogar von A-Z durchreparieren kann.

Jetzt sage ich, daß <1600 EUR netto nicht besonders viel dafür ist, daß man sich permanent mit Öl und Bremsstaub versaut, im Motorraum die Hände aufschneidet und Teil umher wuchtet, die in der Industriehalle wie von Zauberhand herbeischweben. Da muß mehr drin sein ...

Du hingegen suchst nach Beispielen, wo angeblich zuviel verdient wird (Hau Dir doch 6 Jahre Schule um die Ohren und werd' Erzieher, dann haste auch die 3 Tsd. brutto) und forderst implizit, daß dort gefälligst genauso beschissen bezahlt werden soll.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.09.2015, 13:43 
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Ist es nicht egal, ob man DGB TaKo oder TaKo der DGB Gewerkschaften sagt?


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.09.2015, 14:20 
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cortez hat geschrieben:
@challenger, nun hast Du das gleiche geschrieben wie vorher schon. Deinen Standpunkt kennt doch jeder der hier mitliest. Was ist mit meinem konkreten Vorschlag zu den AZKs? Du hättest ja wenigstens sagen können das ist Mist, aber gar nicht darauf eingehen? Meine Erfahrung ist, die Bande kriegst Du nur wenn Du die Leiharbeit so teuer wie möglich machst.

Ich bin bei einem namhaften Konzern festangestellt und auch dort verfüge ich nicht wirklich frei über mein AZK. Die freien Tage werden den Arbeitnehmern vorgeschrieben und der BR stimmt für die Arbeitnehmer zu. Du kannst Dir eventuell vorstellen, dass das für viele ebenfalls ein Ärgernis ist, aber in einem Großkonzern teilweise gar nicht anders zu händeln ist? Leiharbeiter war ich sieben Jahre und in diesen Jahren hat sich kein Disponent ohne meine Einwilligung an meinen Stunden vergriffen. Nur mal so als konkretes Beispiel aus der Praxis.

@Schimmelreiter, schön zu lesender Beitrag. Wie immer, aber leider seit langer Zeit der erste.

Hallo Cortez,
Du hast Recht.Ich habs nur vergessen.Fiel mir
erst später wieder ein. Ja, Dein Vorschlag hat
was, ohne jeden Zweifel.
Was mich an dem AZK so wütend macht ist, daß
die DGB-Tarifgemeinschaft es innerhalb der rund
12Jahre die Regelung nicht dahin gehend konkre-
tisiert hat, daß einsatzfreie Zeiten, genauer gesagt,
betriebsbedingt ausgefallene Arbeitszeiten,zu Lasten
der LAN in das AZK eingestellt werden dürfen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.09.2015, 16:35 
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Wohnort: Rheinland
cortez hat geschrieben:
Ich bin bei einem namhaften Konzern festangestellt und auch dort verfüge ich nicht wirklich frei über mein AZK. Die freien Tage werden den Arbeitnehmern vorgeschrieben und der BR stimmt für die Arbeitnehmer zu. Du kannst Dir eventuell vorstellen, dass das für viele ebenfalls ein Ärgernis ist, aber in einem Großkonzern teilweise gar nicht anders zu händeln ist? Leiharbeiter war ich sieben Jahre und in diesen Jahren hat sich kein Disponent ohne meine Einwilligung an meinen Stunden vergriffen. Nur mal so als konkretes Beispiel aus der Praxis.

Es gibt da aber einen qualitativen Unterschied:

Im realen Unternehmen dient das AZK zur Flexibilisierung, eben damit saisonale Spitzen und Flauten kompensiert werden können, ohne daß man Leute heuern und feuern muß.

Der LAN wird aber trotzdem geheuert und gefeuert wie es halt gerade der Auftragslage der LAF entspricht, und das AZK dient nur dazu, daß die LAF die Einsatzlosigkeit während der Kündigungsfrist entspannt aussitzen kann.

Urlaub dann zu bekommen wenn man ihn beantragt, am besten sogar kurzfristig, ist übrigens nichts was zu seinen inhärenten Eigenschaften gehört. Es gibt z.B. genug Berufsgruppen, die sich nach den Schulferien richten müssen, z.B. Azubis, Ausbilder, Lehrer, ....
Von daher ist "Urlaub" auf AZK oder eben halt JAZ eben immer noch wirklich mit Urlaub zu vergleichen, auch wenn der Termin vom AG festgesetzt wird:
Wenn die Firma beantragt, dann und dann den Puff für 4 Wochen zuzumachen und der BR willigt ein, dann ist das meistens genauso langfristig wie in vielen Unternehmen die Urlaubsplanung.
Und selbst wenn das im Dezember - Februar ist, kann man da z.B. in Ägypten auch schön Urlaub machen. Statt schönem Urlaub geht auch Wintersport ...

Völlig anders sieht es eben beim AZK-Mißbrauch der LAF aus:
Die sagen dem LAN "Du bleibst ab morgen zuhause, meldest Dich jeden Tag und wenn wir wieder einen Einsatz haben springst Du und fragst höchstens noch danach wie hoch!". Selbst wenn der dann aus der ex-post-Betrachtung vier Wochen zuhause war, in der Zwischenzeit ein tolles Angebot für zwei Wochen Malediven (Sofern er sich die leisten kann) verpaßt hat und nach den vier Wochen tatsächlich wieder in einen Einsatz kommt hatte er eben keinen Urlaub. Er hat sich ja täglich melden/bereithalten müssen ...

Und nur weil das bei Dir und bei mir nicht so lief, weil wir zwei beide uns das nicht gefallen lassen, heißt das eben nicht, daß das nicht die Regel ist.


Mit anderen Worten:
In einem normalen Unternehmen ist das AZK ein Flexibilisierungsinstrument, um die Beschäftigung in diesem Unternehmen zu sichern und den Personalstand gleich halten zu können, selbst wenn es Spitzen- und Flautenzeiten im Unternehmen gibt.
Leiharbeit ist aber per se bereits ein Flexibilisierungsinstrument das normal in einem Entleihunternehmen mit AZK gar nicht nötig sein dürfte und welches daher seinerseits nicht noch ein ein AZK braucht.
Ein LAN mit AZK in einem Unternehmen mit AZK ist schon Flexibilisierung hoch drei und nicht nur hoch zwei.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.09.2015, 20:06 
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Schimmelreiter hat geschrieben:
Im realen Unternehmen dient das AZK zur Flexibilisierung, eben damit saisonale Spitzen und Flauten kompensiert werden können, ohne daß man Leute heuern und feuern muß.

Nein, eben nicht nur. Ins Detail will/darf ich nicht gehen, aber da werden definitiv nicht nur langfristig planbare Brückentage angeordnet.

Schimmelreiter hat geschrieben:
Und nur weil das bei Dir und bei mir nicht so lief, weil wir zwei beide uns das nicht gefallen lassen, heißt das eben nicht, daß das nicht die Regel ist.

Das ist mir natürlich klar - es war schon damals bei 99% meiner Kollegen nicht die Regel.

Schimmelreiter hat geschrieben:
In einem normalen Unternehmen ist das AZK ein Flexibilisierungsinstrument, um die Beschäftigung in diesem Unternehmen zu sichern und den Personalstand gleich halten zu können, selbst wenn es Spitzen- und Flautenzeiten im Unternehmen gibt.

Bei nicht saisonal abhängiger Industrie definitiv nicht! Jedenfalls in der Praxis nicht, solange keine Wirtschaftskrise im Anmarsch ist und da gab es einige Jahre keine. Mit viel guten Willen kann man das AZK als Instrument für zusätzliche Urlaubstage bezeichnen, aber wann die Stunden zu nehmen sind gibt immer noch der Arbeitgeber vor (persönliche Notfälle oder so mal ausgenommen, aber das ist im Handwerk nicht anders). Das die tariflichen Wochenarbeitszeiten in Ost und West nur auf dem Papier stehen, aber in der Praxis regelmäßig überschritten werden und die AZK nach oben hin keine Grenzen mehr kennen, ist übrigens bei den TaKos M&E angekommen und soll Thema der nächsten Tarifrunde werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.09.2015, 20:56 
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Premutos1982 hat geschrieben:
Ist es nicht egal, ob man DGB TaKo oder TaKo der DGB Gewerkschaften sagt?

Nein, es ist nicht egal, weil es weder eine "DGB TaKo" noch eine "TaKo der DGB Gewerkschaften" gibt.


Zuletzt geändert von cortez am 11.09.2015, 16:34, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 06.09.2015, 11:58 
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Registriert: 08.11.2014, 11:21
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cortez hat geschrieben:
challenger hat geschrieben:
Und dies sind nun mal die Gewerkschaften, insbesondere die DGB Tarifkommission Gurkentruppe

Karl hat schon einmal darauf hingewiesen, dass es keine DGB-TaKo gibt. Durch ständiges Wiederholen wird ein falscher Sachverhalt auch nicht wahrer und Kritik sollte schon Substanz haben. Jede Einzelgewerkschaft hat eine eigene TaKo (sollte sie zumindest haben), genau wie iGZ und BAP jeweils eine TaKo haben. Die geben den Verhandlungskommissionen ihre Vorstellungen und Wünsche mit auf den Weg und haben dann fertige Verhandlungsergebnisse abzulehnen oder abzusegnen.

Hallo Cortez,
wenn es keine DGB-TaKo gibt,was ist dann
die DGB-Tarifgemeinschaft. Ist denn Tarif -
gemeinschaft etwas anderes als Tarifkom -
mission??? Und wenn ja,WAS ???

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Wer montags lächelt, nimmt die richtigen Drogen.


Zuletzt geändert von challenger am 06.09.2015, 15:49, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 06.09.2015, 12:21 
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Aufpassen Challenger, sonst stehst du hier auch bald im Abseits und musst dir Beleidigungen anhören.


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