ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 17.07.2016, 08:05 
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Im Zusammenhang mit den Diskussionen über die Tarifverhandlungen der DGB-Tarifgemeinschaft mit BAP und iGZ ergibt sich der grundsätzliche Einwand, ob denn die DGB-Tarifgemeinschaft überhaupt "tariffähig" sei. Wenn es keine Tarifverträge mit "tariffähigen" Gewerkschaften geben würde, dann würden EqualPay und EqualTreatment vom Tag 1 des Einsatzes in einem "Entleihunternehmen" gelten.


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BeitragVerfasst: 18.07.2016, 22:20 
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Hallo piet,

Zitat:
Wenn es keine Tarifverträge mit "tariffähigen" Gewerkschaften geben würde, dann würden EqualPay und EqualTreatment vom Tag 1 des Einsatzes in einem "Entleihunternehmen" gelten.

Das mit dem "gelten" stimmt zwar aber nur in Papierform.

Es würde mich wundern wenn die ZAF nach der Erklärung der DGB-Einzelgewerkschaften die Tarifierung der Leiharbeit definitiv für beendet zu erklären - die ZAF dann umstandslos ihre Arbeitsverträge auf equal-pay und equal treatment umstellen würden.

Dieser Zustand wäre natürlich höchst interessant. Das was nach Papierform stimmt, harrt dann aber noch der Umsetzung in die Realität. Gefragt wären dann die unmittelbar davon Betroffenen die LAN.

Meine Erfahrung sagt mir, weder die LAN noch die Einzelgewerkschaften der DGB-TG werden so etwas durchfechten.

Daraus ergibt sich für mich die Frage: Wie kommen wir dazu in der DG - TG einen Diskussionsprozess anzuleiern der das Thema equal-pay ab dem 1.Tag wieder ernst nimmt.

In der Leiharbeit haben wir das Problem, dass es extrem schwierig ist funktionierende gewerkschaftliche Strukturen für dort Beschäftigte aufzubauen. Im Gegensatz zu normalen Betrieben - auch selbst in Werkvertragsfirmen - gibt es besseren Zugriff auf die dort Beschäftigten.

Die Strukturen in der Leiharbeit sehen momentan so aus. Nach wie vor kaum BR bei Verleihern und so gut wie keine weiteren Strukturen gewerkschaftlicher Art wie Vertrauensleute oder Arbeitskreise in Verwaltungsstellen z.B. bei der IGM. Das Problem kennst Du ja aus eigener Erfahrung.

Die Kampagne "Gleiche Arbeit-Gleiches Geld" der IGM war dazu eine vorübergehende hilfreiche Unterstützung. Das Totschweigen der IGM, dass diese Kampagne inzwischen beendet wurde ist so skandalös wie die Leiharbeit selbst. Die IGM setzt inzwischen nur noch auf die Entleihbetriebe mit starken BR. So wird aber Equal-pay und equal treatment also die Umsetzung der EU-Richtlinie zu einer Farce.

ZOOM ist als Sprachrohr von Betroffenen relativ erfolgreich aber zur Bildung von gew. Strukturen in der IGM hat es bisher auch nicht gereicht. Gereicht hat es bisher zu informellen Strukturen einzelner User bei ZOOM. Das ist aber auf Dauer zu wenig wenn es Wirkung haben soll nach innen auf die IGM.

Das wäre mein Vorschlag worüber wir weiter diskutieren sollten.

Karl


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BeitragVerfasst: 25.07.2016, 19:26 
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Hallo Karl,

wenn für den LAN equal pay (und damit equal treatment) gilt,
gilt dann noch das AÜG (und hier insbesondere der Annahmeverzug)?

Das könnte dann bedeuten, dass ich wochenlang ohne Lohn zu Hause sitze,
wenn die ZAF keinen Einsatz für mich hat.

Siehe hierzu auch MIZ Einladung vom AK HH, Seite 2, rechte Spalte, Thema: Argumente contra TV / Argumente pro TV;
Autor: RAe Templin & Thiess.

munter bleiben
rw


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BeitragVerfasst: 26.07.2016, 08:43 
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Hallo red_wing,
Zitat:
wenn für den LAN equal pay (und damit equal treatment) gilt,
gilt dann noch das AÜG (und hier insbesondere der Annahmeverzug)?

Der Annahmeberzug gilt natürlich weiterhin.

Zitat:
Das könnte dann bedeuten, dass ich wochenlang ohne Lohn zu Hause sitze,
wenn die ZAF keinen Einsatz für mich hat.

Falls es keine TV zur Leiharbeit geben sollte gilt für die einsatzlose Zeit der gesetzliche Mindestlohn.

Karl


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BeitragVerfasst: 26.07.2016, 10:20 
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Warum sollte die DGB-Tarifgemeinschaft nicht tariffähig sein?


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BeitragVerfasst: 27.07.2016, 09:27 
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Jörg20 hat geschrieben:
Warum sollte die DGB-Tarifgemeinschaft nicht tariffähig sein?


Weil den Gewerkschaften das nötige Mächtigkeitsprinzip fehlt.
Die Verdi z.b. behauptet ja sie sei laut ihrer Satzung für die Leiharbeiter zuständig.
Wie kann aber zum einen die die Gewerkschaft zuständig sein wenn sie doch gar nicht ausreichende Mitglieder in diesem Bereich hat. Hinzu kommt das sie gegenüber dem Arbeitgeberverband BAP/IGZ überhaupt kein Druckmittel haben um Ihre Forderungen durchsetzen zu können.
Wenn die Gewerkschaften zum Streik aufrufen würden um Ihren Forderungen nachdruck zu verleihen, wo und wen wollen sie den Bestreiken ? Den Einsatzbertrieb wo sich grade Leiharbeiter befinden ? Die Zeitarbeitsfirma mit dem der Leiharbeiter ja seinen Arbeitsvertrag geschlossen hat ?
Man stelle sich einen Streik im Einsatzbetrieb vor , was glaubt du was die Geschäftsleitung des Einsatzbetriebes davon hält und vor allem wie will die Gewerkschaft das Deutschlandweit umsetzen ?
Wie sieht das mit den Leiharbeitern aus die grade nicht bei einem Kundenbetrieb eingesetzt sind weil grade ein paar Aufträge fehlen ? Und wie bitte sollen die Gewerkschaften eine Zeitarbeitsfima bestreiken ? Die Leiharbeiter erbringen doch bei einem Kundenbetrieb ihre Arbeitsleistung und nicht im Hause der Zeitarbeitsfirma.

Wie also sollen/wollen die Gewerkschaften also Ihren Forderungen nachdruck verleihen ?
Die Arbeitgeberverbände diktieren also schön den Tarifvertrag vor und die Gewerkschaften unterschreiben dann stillschweigend weil sie gar keine verhandlungsmöglichkeiten haben.

Ergänzend ist noch hinzuzufügen das jede einzelne Gewerkschaft für sich die Forderung durch setzen müsste und jede Gewerkschaft für sich alleine zu Streik aufrufen müsste.


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BeitragVerfasst: 27.07.2016, 12:41 
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Hafenkasper hat geschrieben:
Jörg20 hat geschrieben:
Warum sollte die DGB-Tarifgemeinschaft nicht tariffähig sein?


Weil den Gewerkschaften das nötige Mächtigkeitsprinzip fehlt.
Die Verdi z.b. behauptet ja sie sei laut ihrer Satzung für die Leiharbeiter zuständig.
Wie kann aber zum einen die die Gewerkschaft zuständig sein wenn sie doch gar nicht ausreichende Mitglieder in diesem Bereich hat. Hinzu kommt das sie gegenüber dem Arbeitgeberverband BAP/IGZ überhaupt kein Druckmittel haben um Ihre Forderungen durchsetzen zu können.
Wenn die Gewerkschaften zum Streik aufrufen würden um Ihren Forderungen nachdruck zu verleihen, wo und wen wollen sie den Bestreiken ? Den Einsatzbertrieb wo sich grade Leiharbeiter befinden ? Die Zeitarbeitsfirma mit dem der Leiharbeiter ja seinen Arbeitsvertrag geschlossen hat ?
Man stelle sich einen Streik im Einsatzbetrieb vor , was glaubt du was die Geschäftsleitung des Einsatzbetriebes davon hält und vor allem wie will die Gewerkschaft das Deutschlandweit umsetzen ?
Wie sieht das mit den Leiharbeitern aus die grade nicht bei einem Kundenbetrieb eingesetzt sind weil grade ein paar Aufträge fehlen ? Und wie bitte sollen die Gewerkschaften eine Zeitarbeitsfima bestreiken ? Die Leiharbeiter erbringen doch bei einem Kundenbetrieb ihre Arbeitsleistung und nicht im Hause der Zeitarbeitsfirma.

Wie also sollen/wollen die Gewerkschaften also Ihren Forderungen nachdruck verleihen ?
Die Arbeitgeberverbände diktieren also schön den Tarifvertrag vor und die Gewerkschaften unterschreiben dann stillschweigend weil sie gar keine verhandlungsmöglichkeiten haben.

Ergänzend ist noch hinzuzufügen das jede einzelne Gewerkschaft für sich die Forderung durch setzen müsste und jede Gewerkschaft für sich alleine zu Streik aufrufen müsste.

Hallo Hafenkasper,
so pessimistisch wie Du sehe ich die Sache Nicht.
Denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Meiner
Auffassung wollen die Gewerkschaften nicht, aus
welchen Gründen auch immer. Über die Gründe
kann man sicherlich trefflich spekulieren.
Es gibt in Deutschland durchaus eine Menge Kun-
denbetriebe, in denen teilweise hunderte LAN im
Einsatz sind. Ich kann mir durchaus vorstellen,daß,
sofern die LAN in diesem Betrieben zum Streik auf-
gerufen werden,schon Druck aufbaut und zusätzlich
eine Menge Wirbel verursacht.
Aber wie gesagt, es fehlt der Wille. Am mangelnden
Organisationsgrad kann ja mit vereinten Kräften
noch gearbeitet werden

_________________
Die Leiharbeit ist eine Maschinerie,
in die du als Schwein reingehst und
als Wurst rauskommst


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BeitragVerfasst: 28.07.2016, 17:50 
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Jörg20 hat geschrieben:
Warum sollte die DGB-Tarifgemeinschaft nicht tariffähig sein?



Hallo Jörg,

falls Du dich erinnerst fanden im Januar & April dieses Jahr Verhandlungen vor dem BAG zu dieser Frage statt - welche leider nicht entschieden wurde.

Da hat der BAP, der iGZ & die TaKo aufgeatmet, oder?

Wie ich an anderer Stelle kürzlich ausführte, benötigt es in3 Jahren pro Bezirk 5-10 LAN um bei den Wahlen zur TaKo sämtliche Disponenten herauszubekommen -
damit endlich die Personen welche davon betroffen sind über Ihren eigenen Tarif verhandeln!!

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http://www.youtube.com/watch?v=ziDDgZdunF0


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BeitragVerfasst: 29.07.2016, 23:13 
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Cid hat geschrieben:

falls Du dich erinnerst fanden im Januar & April dieses Jahr Verhandlungen vor dem BAG zu dieser Frage statt - welche leider nicht entschieden wurde.

Da hat der BAP, der iGZ & die TaKo aufgeatmet, oder?




Das Bundesarbeitsgericht drückt sich auch vor der Frage, um was für eine Art von Tarifverträgen es sich handelt.
Wir erinnern uns, als sich abzeichnete, dass die CGZP und damit auch nicht der DGB als Dachorganisation Tarifverträge abschlie0en darf, haben die Christen mehrgliedrige Tarifverträge mit den jeweiligen Einzelgewerkschaften abgeschlossen. Solche Tarifverträge können aber nicht wirksam arbeitsvertraglich in Bezug genommen werden.
Es spricht einiges dafür, dass es sich auch bei den Tarifverträgen der DGB-Gewerkschaften um ein derartiges Tarifwerk handeln.
Dies hätte zur Folge, dass für Nicht-Gewerkschaftsmitglieder die Tarifverträge nicht gelten, während Gewerkschafzsmitglieder aufgrund des Tarifvertragsgesetzes nur den schmalen Tariflohn erhalten.


karla hat geschrieben:
Falls es keine TV zur Leiharbeit geben sollte gilt für die einsatzlose Zeit der gesetzliche Mindestlohn.



Die Auffassung teile ich nicht. Die IGM schreibt:

„Sie haben Anspruch auf Ihren
arbeitsvertraglichen Lohn –
auch für so genannte Nichtein-
satzzeiten!“

Quelle: http://netkey40.igmetall.de/homepages/b ... 0Zeitkonto.

Da auch bei Equal Pay im Arbeitsvertrag ein Lohn genannt werden muss, vermutlich der Lohn im ersten Einsatzbetrieb, gilt dieser auch im Nichteinsatz, da das AÜG eine vertragliche Verschlechterung nicht erlaubt.
Aber auch wenn dem nicht so ist, fährt der Leiharbeiter besser als mit Tarif, weil mit Tarif durch Verrechnung mit dem Arbeitszeitkonto praktisch überhaupt keine Vergütung erfolgt und der gesetzliche Mindestlohn bisher höher war als der Leiharbeitsmindestlohn.


challenger hat geschrieben:
Es gibt in Deutschland durchaus eine Menge Kun-
denbetriebe, in denen teilweise hunderte LAN im
Einsatz sind. Ich kann mir durchaus vorstellen,daß,
sofern die LAN in diesem Betrieben zum Streik auf-
gerufen werden,schon Druck aufbaut und zusätzlich
eine Menge Wirbel verursacht.



Angenommen, in so einem Entleiherbetrieb würden bei der Urabstimmung die Mehrheit für einen Streik stimmen, dann dürfte nicht automatisch gestreikt werden. weil auch die bei anderen Entleihern eingesetzten Leiharbeiter und Disponenten der Leihbude zustimmen müssten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Disponenten bei Verdi-Mitglied sind und je nach Branche des Entleihers IGM, NGG, EVG usw. zuständig ist. Was passiert, wenn die IGM-Mitglieder sich für einen Streik aussprechen, bei Verdi aber die 75% nicht zustande kommen. Streik dann nur die IGM oder fällt der Streik dann vollkommen aus?
Sobald die IGM-Mitglieder streiken, werden sie vom Entleiher abgemeldet und damit ist die IGM nicht mehr tarifzuständig. Darf die IGM dann noch Streikgeld auszahlen? Wenn ja werde ich bei Verdi und der IGM Mitglied und bekomme von beiden Gewerkschaften Streikgeld.

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Der letzte Kampfaufruf http://www.youtube.com/watch?v=88Hh_DqJA5k
Der letzte Arbeitskampf http://www.youtube.com/watch?v=tGdVo6a0Ats


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BeitragVerfasst: 30.07.2016, 09:42 
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Hallo Hans_der_Kaempfer,
Zitat:
karla hat geschrieben:
Falls es keine TV zur Leiharbeit geben sollte gilt für die einsatzlose Zeit der gesetzliche Mindestlohn.

Die Auffassung teile ich nicht. Die IGM schreibt:

„Sie haben Anspruch auf Ihren
arbeitsvertraglichen Lohn –
auch für so genannte Nichtein-
satzzeiten!“

Auf wieviel ein LAN fei fehlenden TV in Nichteinsatzzeiten hat hängt wohl auch davon ab was dann im Arbeitsvertrag vertraglich vereinbart wurde. Darüber kann man nur spekulieren.
Mein Argument mit dem gesetzlichen Mindestlohn weist darauf hin, dass der LAN in Nichteinsatzzeiten und bei gleichzeitiger nicht tarifierter Leiharbeit auf jeden Fall Anspruch auf den getzlichen Mindestlohn hat.

Dazu unter:
http://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Arbeit ... 6bodyText1

Lohnuntergrenze nach § 3a AÜG
...Während der verleihfreien Zeiten hat der Arbeitnehmer nach § 10 Abs. 5 AÜG unabhängig von arbeits- oder tarifvertraglichen Regelungen ebenfalls mindestens Anspruch auf Zahlung des als Lohnuntergrenze festgesetzten Mindeststundenentgelts.


Nebenbei bemerkt:
Der Tarifvertrag zur Regelung von Mindeststundenentgelten in der Zeitarbeit

läuft zum Ende 2016 aus ohne Nachwirkung. Es sei denn er wird verlängert.

Siehe unter: http://www.ig-zeitarbeit.de/system/file ... ohn-tv.pdf

Karl


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BeitragVerfasst: 27.08.2016, 05:56 
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Hallo Karla,

aus meiner Sicht würde sich nach Wegfall des Tarifvertrages die Situation im Nichteinsatz für Leiharbeiter nicht wesentlich verschlechtern.

Laut http://www.iq-z.de/ bzw. der Bundesagentur für Arbeit übt mehr als die Hälfte der Leiharbeiter nur eine Helfertätigkeit aus und bekommt deshalb bereits jetzt im Nichteinsatz nur den Mindestlohn

Auch mit TV können Leihbuden vereinbaren, dass im Nichteinsatz nur der Mindestlohn gezahlt wird, in dem einfach in EG 1 eingruppiert wird.

Auch mit TV können Leihbuden vereinbaren, dass im Nichteinsatz nur der Mindestlohn gezahlt wird, in dem sie arbeitsvertraglich die Anwendung des TV im Nichteinsatz ausschließen. Bei Einsätzen zum Streikbruch ist es schon vorgekommen, für diesen Zeitraum auf den TV zu verzichten.

Aufgrund der Verrechnung mit dem Zeitkonto bekommt ein Leiharbeiter mit TV 0 Euro, also nicht einmal den Mindeslohn.

In der Praxis bedeutet Einsatzende die zeitgleiche Kündigung. Zu Nichteinsatzzeiten kommt es oft nur, wenn der Dispo den Kündigungstermin verpennt hat.

karla hat geschrieben:
Nebenbei bemerkt:
Der Tarifvertrag zur Regelung von Mindeststundenentgelten in der Zeitarbeit

läuft zum Ende 2016 aus ohne Nachwirkung. Es sei denn er wird verlängert.


Vor der Einführung des GESETZLICHEN Mindestlohns mag das Auslaufen des Mindeslohntarifvertrages ein Problem gewesen sein. Mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns dient der TV nur dazu, dass Leiharbeiter im Osten bis vor Kurzem die 8,50 Euro vorenthalten wurden. Aktuell liegt im Westen der tarifvertragliche Mindestlohn zwar über dem gesetzlichen Mindestlohn. Der gesetzliche Lohn wird aber demnächst auf der Basis echter Tarifverträge erhöht.


Um wieder auf das Thema von piet zurückzukommen: Bei fehlender Tariffähigkeit können die Tarifvertragsparteien auch nicht beantragen, dass der Mindestlohntarifvertrag vom zuständigen Minister für allgemeinverbindlich erklärt wird. Die Allgemeinheitsverbindlichkeitserklärung würde dann einer juristischen Überprüfung nicht Stand halten.
Bis vor Kurzem hatte der § 5 TVG die Regelung, dass ein Antrag nur zulässig ist, wenn mindestens 50% der Arbeitnehmer in einem tarifgebundenen Unternehmen tätig sind. Ich bezweifle, ob diese Voraussetzung in der Vergangenheit erfüllt war.

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BeitragVerfasst: 28.08.2016, 17:57 
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Hans_der_Kaempfer hat geschrieben:
Auch mit TV können Leihbuden vereinbaren, dass im Nichteinsatz nur der Mindestlohn gezahlt wird, in dem sie arbeitsvertraglich die Anwendung des TV im Nichteinsatz ausschließen.

Ich bezweifle, ob eine solch pauschale AV-Klausel einer arbeitsgerichtlichen Überprüfung standhalten würde.
Hans_der_Kaempfer hat geschrieben:
Bis vor Kurzem hatte der § 5 TVG die Regelung, dass ein Antrag nur zulässig ist, wenn mindestens 50% der Arbeitnehmer in einem tarifgebundenen Unternehmen tätig sind. Ich bezweifle, ob diese Voraussetzung in der Vergangenheit erfüllt war.

In der Leiharbeit liegt die Tarifbindung meines Wissens bei deutlich über 90%, was darauf hindeutet dass die Leihfirmen mit diesen TV ziemlich gut leben können.


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BeitragVerfasst: 29.08.2016, 11:33 
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Zitat:
n der Praxis bedeutet Einsatzende die zeitgleiche Kündigung. Zu Nichteinsatzzeiten kommt es oft nur, wenn der Dispo den Kündigungstermin verpennt hat.


Jaein, Kollege Hans_der_Kämpfer.

Im Qualifizierten kaufm. /technischen Bereich hält man damit seine Leute, wenn

a) die Probezeit bestanden ist,
b) ein unbefristete Vertrag vorliegt und
c) der Disponent den LAN entweder gefügig macht oder er ihn für wenig renitent einschätzt!

Zitat:
Um wieder auf das Thema von piet zurückzukommen: Bei fehlender Tariffähigkeit können die Tarifvertragsparteien auch nicht beantragen, dass der Mindestlohntarifvertrag vom zuständigen Minister für allgemeinverbindlich erklärt wird. Die Allgemeinheitsverbindlichkeitserklärung würde dann einer juristischen Überprüfung nicht Stand halten.
Bis vor Kurzem hatte der § 5 TVG die Regelung, dass ein Antrag nur zulässig ist, wenn mindestens 50% der Arbeitnehmer in einem tarifgebundenen Unternehmen tätig sind. Ich bezweifle, ob diese Voraussetzung in der Vergangenheit erfüllt war.


Doch das trifft schon zu - die LAF nehmen auf einen TV Bezug, auch wenn diese dort nicht Mitglied sind. Dass wahrscheinlich unter 5% aller LAN organisiert sind, ist ne andere Sache. Aber diese 90%+ Quote ergibt sich aus dem Gesetzestext, mit welchen man EQ / ET umgeht...

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BeitragVerfasst: 31.08.2016, 19:44 
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DDEnte hat geschrieben:
In der Leiharbeit liegt die Tarifbindung meines Wissens bei deutlich über 90%, was darauf hindeutet dass die Leihfirmen mit diesen TV ziemlich gut leben können.


Tarifbindung im Sinne des Tarifvertragsgesetzes setzt die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft bzw dem Arbeitgeberverband voraus, die den Tarifvertrag abgeschlossen habe, Eine solche Mitgliedschaft besteht zum Großenteil auf Arbeitgeber- und Arbeitneherseite nicht.
Eine solche Tarifbindung ist die Voraussetzung zur Durchsetzung z.B. der Friedenspflicht. Nur bei einer derartigen Tarifbindung macht ein Tarifvertrag sinn.

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BeitragVerfasst: 02.09.2016, 11:14 
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Hans_der_Kaempfer hat geschrieben:
Hallo Karla,


Auch mit TV können Leihbuden vereinbaren, dass im Nichteinsatz nur der Mindestlohn gezahlt wird, in dem einfach in EG 1 eingruppiert wird.




Das ist so nicht richtig, da der Vertrag ja in die richtige Lohngruppe eingruppiert werden muss. Wenn dann für einen Facharbeiter nur EG1 gezahlt würde, liegt der Fehler in der Eingruppierung, nicht in der Frage des Nichteinsatztes.


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BeitragVerfasst: 02.09.2016, 13:04 
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Zitat:
Wenn dann für einen Facharbeiter nur EG1 gezahlt würde, liegt der Fehler in der Eingruppierung, nicht in der Frage des Nichteinsatztes.


..Soll bei Randstad ja vorkommen...

Wo bleibt das eingreifen des BRs?? :roll:

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BeitragVerfasst: 02.09.2016, 13:08 
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Jörg20 hat geschrieben:
Hans_der_Kaempfer hat geschrieben:
Hallo Karla,


Auch mit TV können Leihbuden vereinbaren, dass im Nichteinsatz nur der Mindestlohn gezahlt wird, in dem einfach in EG 1 eingruppiert wird.




Das ist so nicht richtig, da der Vertrag ja in die richtige Lohngruppe eingruppiert werden muss. Wenn dann für einen Facharbeiter nur EG1 gezahlt würde, liegt der Fehler in der Eingruppierung, nicht in der Frage des Nichteinsatztes.

Hallo Jörg,
Dein erster Satz trifft zwar zu. Richtig aber ist, daß nach
meinen Informationen NICHT richtig eingruppiert wird.
Natürlich liegt der Fehler in der Eingruppierung.Insbeson-
dere aber daran,weil die BR'te Ihrem gesetzlichen Auftrag
nicht nachkommen,die Leiharbeiter zu unerstützen,damit
sie in den Genuss der richtigen Eingruppierung gelangen.Die
BR'te von Randstad zB sind jedenfalls nicht dafür bekannt,
daß Sie im Rahmen der Unterrichtungsverfahren nach §99
BetrVG selbst offensichtlich falschen Eingruppierungen die
Zustimmung verweigern.

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BeitragVerfasst: 04.09.2016, 09:38 
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Jörg20 hat geschrieben:
Das ist so nicht richtig, da der Vertrag ja in die richtige Lohngruppe eingruppiert werden muss. Wenn dann für einen Facharbeiter nur EG1 gezahlt würde, liegt der Fehler in der Eingruppierung, nicht in der Frage des Nichteinsatztes.


Nach dem IGZ-TV


„Für die Eingruppierung ist die tatsächlich notwendige
Qualifikation für die im Kundeneinsatz
ausgeübte Tätigkeit maßgeblich.“

bestimmt die Eingruppierung die Tätigkeit im ersten (?) Kundeneinsatz. Eine Leihbude kann also einen Facharbeiter als Helfer einstellen und dann am ersten Arbeitstag sagen, der Kundeneinsatz ist weggefallen, aber wir haben aufgrund ihrer Qualifikation
einen neuen Kundeneinsatz als Fachkraft für sie.. Einen solchen höherwertigen Einsatz erlaubt der TV ausdrücklich:

„Werden dem Arbeitnehmer zeitweise Arbeiten
übertragen, die einer höheren Entgeltgruppe
entsprechen, werden diese durch eine Zulage für
die entsprechende Dauer der Tätigkeit abgegolten.
Während der Zeit, die der Arbeitnehmer nicht bei
einem Entleiher eingesetzt ist, erhält er die Vergütung
gemäß Stammentgeltgruppe.“

challenger hat geschrieben:
Natürlich liegt der Fehler in der Eingruppierung.Insbeson-
dere aber daran,weil die BR'te Ihrem gesetzlichen Auftrag
nicht nachkommen,die Leiharbeiter zu unerstützen,damit
sie in den Genuss der richtigen Eingruppierung gelangen.Die
BR'te von Randstad zB sind jedenfalls nicht dafür bekannt,[...]



Bevor ein Entleiher einen Leiharbeiter ordern kann, benötigt er die Zustimmung des Entleiher-BR. Der Entleiher-BR ist insoweit auch in der Pflicht. Dieser Pflicht kommt der Entleiher-BR regelmäßig nicht nach, ansonsten gäbe es nicht soviel Leiharbeiter auf Dauerarbeitsplätzen.

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