ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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Sind hohe Ablösesummen bei Übernahme von Leiharbeitern üblich?
1. Nein, eher selten 0%  0%  [ 0 ]
2. Häufig, aber im von der Rechtsprechung definierten Rahmen (weniger als 1000 € bis ein Monatsgehalt) 0%  0%  [ 0 ]
3. Häufig, oft mehrere Monatsgehälter - also ein echtes Problem und Hindernis für die Übernahme 0%  0%  [ 0 ]
Abstimmungen insgesamt : 0
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BeitragVerfasst: 07.06.2018, 14:22 
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Registriert: 24.06.2013, 10:39
Beiträge: 8
Wie üblich und wie hoch sind Ablösesummen / Vermittlungshonorare, die der Entleiher bei Übernahme von Leiharbeitern an die ZAF zahlen muss?

Ich recherchiere gerade für die Medien der IG Metall und suche Zahlen, Erfahrungsberichte etc.

Sind Ablösesummen ein echtes Hindernis für die Übernahme?
Laut AÜG, BGH, TV LeiZ etc. dürfte das ja nicht so sein.
Ein Problem ist auch: Wie kommt man als Beschäftigter/ BR / Gewerkschaft an die Ablöse heran? Formal handelt es sich um einen Vertrag zwischen Verleiher und Entleiher - und nicht um Arbeitsrecht.

Danke
Dirk


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BeitragVerfasst: 08.06.2018, 11:09 
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Registriert: 11.05.2016, 22:58
Beiträge: 82
Für unseren Betrieb kann ich die Frage nicht mit einem Mausklick beantworten.

Leiharbeitnehmer werden bei uns selten und wenn, dann auch nur befristet übernommen. Mir ist auch nicht bekannt, dass ein Leiharbeitnehmer bei uns schon einmal einen unbefristeten Vertrag bekommen hätte (und ich rede von einem Zeitraum von mind. 15 Jahren).

Da wir Leiharbeitnehmer bei uns immer nur für einen bestimmten Zeitraum einstellen (z.B. Freigabe für X Leiharbeitnehmer bis zum 31.12.), bekommen die meisten bei ihrem Verleiher auch nur befristete Verträge. Wenn es dann beim Entleiher zu einer befristeten Einstellung im Anschluss eines solchen Zeitraumes kommt, muss man sie also nicht aus laufenden Verträgen rauskaufen. Deshalb ist mir von einer Vermittlungsgebühr nichts bekannt.

Als BR im Entleihbetrieb habe ich auch in die Verträge zwischen Ver- und Entleiher Einsicht. Und meines Erachtens müsste es da geregelt sein. Als Beschäftigter habe ich diese Möglichkeit natürlich nicht. Aber man kann sicher davon ausgehen, dass Ver- und Entleiher an einem guten Geschäftsklima interessiert sind und sich nicht gegenseitig in die Pfanne hauen. Da wird es schon Regelungsabsprachen geben, die NICHT schriftlich fixiert werden.


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BeitragVerfasst: 11.06.2018, 13:16 
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Registriert: 24.06.2013, 10:39
Beiträge: 8
Danke Kollege
Du hast Einsicht in die Verträge und schaust da auch rein.
Klingt - ganz unabhängig von der Ablöse - nach einem guten Beispiel.
Wenn Du willst, kontaktiere mich doch mal unter : dirk.erb@igmetall.de
Danke
LG Dirk


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BeitragVerfasst: 04.07.2018, 10:44 
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Registriert: 06.05.2010, 09:31
Beiträge: 206
Moin,

da gibt es eine Rechtsprechung der Arbeitsgerichte zu. Wenn ich das richtig im Kopf habe, ist bei '"normalen" Mitarbeitern ein Vermittlungshonorar in Höhe von maximal zwei Monatsgehältern zulässig, allerdings muss dieser betrag innerhalb von 12 Monaten gestaffelt auf "0" gehen.

Das heisst, wenn ein Zeitarbeitnehmer länger als 12 Monate bei einem Verleiher war, darf keine Vermittlungsgebühr mehr von der Zeitarbeitsfirma erhoben werden, nach 6 Monaten halt höchstens ein Monatslohn.

Alles, was darüber hinaus vereinbart wird, macht die Vermittlungsgebühr insgesamt ungültig. Dann muss der Verleiher bei einer Übernahme nichts zahlen.

Google einfach mal "Vermittlungsgebühr Zeitarbeit".

Meine ZAF hat diese Regelung in den Verträgen drin. Ich denke, die sind wohl marktüblich.

Ich glaube nicht, dass das für eine Übernahme eine echte Hürde ist. Wenn man Anzeigen schaltet und/oder erstmal ein paar Bewerber testen muss, dann verursacht das mehr Kosten, als wenn man einen Zeitarbeitnehmer einstellt, den man schon sechs Monate oder so kennt und den man gerne nehmen möchte.

Ich hatte jedenfalls schon einige Übernahmeangebote (leider nicht wirklich mein Traumjob dabei, es gibt ne ganze Menge Kunden, bei denen ich gerne ab und zu mal vorbeischaue, bei denen ich aber NIE auf Dauer arbeiten würde!), von denen hat sich jedenfalls niemand an der Vermittlungsgebühr gestört.


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BeitragVerfasst: 06.07.2018, 18:28 
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Registriert: 21.03.2014, 22:53
Beiträge: 201
Dirk Erb hat geschrieben:
Ein Problem ist auch: Wie kommt man als Beschäftigter/ BR / Gewerkschaft an die Ablöse heran? Formal handelt es sich um einen Vertrag zwischen Verleiher und Entleiher - und nicht um Arbeitsrecht.

Das ist in der Tat ein Knackpunkt.
Tipp: Manche ZAF haben diese Regelungen in ihren AGB stehen, und diese sind mitunter online zu finden. Vielleicht hilft dir das, einen kleinen Überblick zu bekommen.

Ein zweiter Knackpunkt ist, dass ein LAN bei dieser Sache nicht klageberechtigt ist. Selbst wenn er an die Daten rankommt, kann er trotzdem nichts dagegen machen.

mitterer hat geschrieben:
da gibt es eine Rechtsprechung der Arbeitsgerichte zu.

Nein, die Amts- und Landgerichte bis hin zum Bundesgerichtshof sind für Vertragsrecht zuständig.

BGH-Urteile zum Thema:
III ZR 240/09 vom 11.03.2010
III ZR 77/11 vom 10.11.2011


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