ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Presseberichte zur Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 07.12.2009, 15:08 
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Hallo,

unter:

http://www.donaukurier.de/lokales/ingol ... 99,2213339

interessanter Bericht.


Karl


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 Betreff des Beitrags: Nachtrag
BeitragVerfasst: 07.12.2009, 23:35 
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Hallo,


unter:

http://www.igmetall-bayern.de/News-Ansi ... 394.0.html

weitere Einzelheiten zum vorhergehenden Bericht.

Z.B. : heißt es am Ende:

Verbesserungen für Leiharbeiter

Im Zuge der Tarifverhandlungen konnte auch erreicht werden das Leiharbeiter pro Tag einen Extrabonus von 10€ erhalten. Betriebsrat und Unternehmen einigten sich auf einen maximalen Anteil von Leiharbeitern, bezogen auf die Gesamtbeschäftigung am Standort, von etwa 4 Prozent.


Nicht übel. Das einzige was mich stört ist etwa 4 %. Das etwa ist ein Einfallstor für mehr Prozente.


Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachtrag
BeitragVerfasst: 08.12.2009, 17:31 
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karla hat geschrieben:
Hallo,


unter:

http://www.igmetall-bayern.de/News-Ansi ... 394.0.html

weitere Einzelheiten zum vorhergehenden Bericht.

Z.B. : heißt es am Ende:

Verbesserungen für Leiharbeiter

Im Zuge der Tarifverhandlungen konnte auch erreicht werden das Leiharbeiter pro Tag einen Extrabonus von 10€ erhalten. Betriebsrat und Unternehmen einigten sich auf einen maximalen Anteil von Leiharbeitern, bezogen auf die Gesamtbeschäftigung am Standort, von etwa 4 Prozent.


Nicht übel. Das einzige was mich stört ist etwa 4 %. Das etwa ist ein Einfallstor für mehr Prozente.


Karl


Was verdient ein Festangestellter (Euro/Stunde/gleiche Tätigkeit) und was verdient ein Leiharbeiter?


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 08.12.2009, 21:04 
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Hallo Elsa,

Zitat:
Was verdient ein Festangestellter (Euro/Stunde/gleiche Tätigkeit) und was verdient ein Leiharbeiter?


bei Conti Temic ist der Verdienst LAN/Stammarbeiter 7,51 Euro / 14,60 Euro. Steht ja im Zeitungsartikel oben den ich eingestellt hatte.

Deine Frage konfrontierst du mit meiner Aussage: Nicht übel. Das einzige was mich stört ist etwa 4 %. Das etwa ist ein Einfallstor für mehr Prozente.

Der BR von Conti Temic hat 10 Euro/Tag Verbesserung herausgeholt Damit ist die Differenz zu den 14,60 Euro nicht annähernd erreicht.

Ich kann deine Frage nur so verstehen, dass du mir unterstellst ich würde dies für "nicht übel". halten.

Wenn du mich absichtlich missverstehst kann ich das nicht verhindern.


Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Nachtrag
BeitragVerfasst: 08.12.2009, 23:01 
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karla hat geschrieben:
Nicht übel. Das einzige was mich stört ist etwa 4 %. Das etwa ist ein Einfallstor für mehr Prozente.

Hi Karl,

so Sachen sind halt nicht einfach. Man müsste mal genau wissen, was ausgemacht ist. "Etwa 4%" klingt für mich eher so, dass der Betriebsrat sich einen Verhandlungsspielraum offen hält.

Schwierige Sache, und die Lösung ist wie dann immer: Den Mann (es darf natürlich auch eine Frau sein) vor Ort ansprechen. Was läuft da denn ganz genau.

Viele Grüße

D.F.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09.12.2009, 10:20 
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karla hat geschrieben:
Hallo Elsa,


bei Conti Temic ist der Verdienst LAN/Stammarbeiter 7,51 Euro / 14,60 Euro. Steht ja im Zeitungsartikel oben den ich eingestellt hatte.


Sorry, den ersten Artikel habe ich nicht bis zum Schluß gelesen, da er mir bekannt vorkam.

karla hat geschrieben:
Deine Frage konfrontierst du mit meiner Aussage: Nicht übel. Das einzige was mich stört ist etwa 4 %. Das etwa ist ein Einfallstor für mehr Prozente.


Meine Frage bezog sich auf das fett hervor gehobene: "Leiharbeiter pro Tag einen Extrabonus von 10€ erhalten" !

Und als ich die Frage stellte konnte ich noch garnicht einschätzen, ob 10 Euro/Tag viel sind oder nicht!

karla hat geschrieben:
Ich kann deine Frage nur so verstehen, dass du mir unterstellst ich würde dies für "nicht übel". halten.


Entschuldigung, aber wenn jemand etwas zitiert und danach schreibt "nicht übel" , dann gehe ich davon aus, 10 Euro/Tag sind nicht schlecht/nicht übel etc..

Was bedeutet bei Dir der Ausdruck: "nicht übel"?


karla hat geschrieben:
Wenn du mich absichtlich missverstehst kann ich das nicht verhindern.
Karl


Ihr "unterhaltet" euch hier im Forum in einer "Gewerkschaftssprache", welche wohl zu Missverständnissen führt bzw. führen kann.


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BeitragVerfasst: 09.12.2009, 10:44 
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Zitat:
Ab 1.1.2011 gilt ein neuer Vertrag zwischen dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. (VBM) und der IG Metall Bayern (IGM) für den Standort der Continental Temic in Ingolstadt.


Betreff: Leiharbeiterlohn

Was ist den nun mit den Slogen: "Gleiche Arbeit, gleiches Geld" der IG Metall, kann man so etwas in einem neuen Vertrag nicht durchsetzen?


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BeitragVerfasst: 09.12.2009, 14:11 
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Elsa hat geschrieben:
Zitat:
Ab 1.1.2011 gilt ein neuer Vertrag zwischen dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. (VBM) und der IG Metall Bayern (IGM) für den Standort der Continental Temic in Ingolstadt.


Betreff: Leiharbeiterlohn

Was ist den nun mit den Slogen: "Gleiche Arbeit, gleiches Geld" der IG Metall, kann man so etwas in einem neuen Vertrag nicht durchsetzen?


Doch kann man,

wenn wir genügend Rückhalt in der Belegschaft haben und die ggf. bereit sind dafür auf die Straße zu gehen.

Siehe Audi, Daimler, BMW und auch viele kleine und Mittelständische Unternehmen wo wir erfolgreich für bessere Löhne in der Leiharbeit gekämpft haben.

_________________
Mit freundlichen Grüßen

Christian Iwanowski

Düsseldorf


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BeitragVerfasst: 09.12.2009, 19:21 
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Iwanowski hat geschrieben:
Elsa hat geschrieben:
Zitat:
Ab 1.1.2011 gilt ein neuer Vertrag zwischen dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. (VBM) und der IG Metall Bayern (IGM) für den Standort der Continental Temic in Ingolstadt.


Betreff: Leiharbeiterlohn

Was ist den nun mit den Slogen: "Gleiche Arbeit, gleiches Geld" der IG Metall, kann man so etwas in einem neuen Vertrag nicht durchsetzen?


Doch kann man,

wenn wir genügend Rückhalt in der Belegschaft haben und die ggf. bereit sind dafür auf die Straße zu gehen.

Siehe Audi, Daimler, BMW und auch viele kleine und Mittelständische Unternehmen wo wir erfolgreich für bessere Löhne in der Leiharbeit gekämpft haben.

Ok, das ist nicht schlecht, aber es sind halt nur "Insel" Lösungen.
Mir ist kein Tarifabschluss mit BZA/IGZ/(AMP <- muss man ja schon fast mit dazu schreiben *lach*) lieber als einen Abschluss kleiner equal pay.
Insofern begrüße ich den Stillstand.

MfG
Michael Lange

_________________
NEU!!! LANis mit neuer Rezeptur
+ 8 bezahlen und 2 gratis abgreifen
+ Neue AÜG-Rezeptur!!! Dies macht unsere LANis noch bekömmlicher.
-----
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Hoffnung ist soeben verstorben.


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BeitragVerfasst: 09.12.2009, 19:45 
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Unforgiven hat geschrieben:
[....

Ok, das ist nicht schlecht, aber es sind halt nur "Insel" Lösungen.
Mir ist kein Tarifabschluss mit BZA/IGZ/(AMP <- muss man ja schon fast mit dazu schreiben *lach*) lieber als einen Abschluss kleiner equal pay.
Insofern begrüße ich den Stillstand.

MfG
Michael Lange


Was die Flächentarifverträge in der Leiharbeit angeht hast Du natürlich Recht.

Das hat aber auch dort etwas mit Durchsetzbarkeit sprich Organisationsgrad zu tun.

Daher ist das Thema Bezahlung der Leiharbeitnehmer ja auch Thema in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie.
Hier sind aber auch die LAN angesprochen. Sich daneben zu stellen - lass die mal machen schwächt uns.
Die Metallarbeitgeber sind übrigens von dre Idee nicht begeistert. :oops:

_________________
Mit freundlichen Grüßen

Christian Iwanowski

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 Betreff des Beitrags: es geht aufwärts
BeitragVerfasst: 11.03.2010, 10:02 
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Hallo,

unter: www.jungewelt.de/2010/03-11/020.php

ein aufschlussreicher Artikel was es mit dem Aufschwung in der Wirtschaft auf sich hat.


Karl


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.03.2010, 09:40 
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Hallo,

unter: www.jungewelt.de/2010/03-16/057.php

Bericht wie es z.B. bei Daimler wieder aufwärts gehen soll.

Mit Ersatz von Stammarbeitsplätzen durch Leiharbeit hat das natürlich nichts zu tun.


Karl


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 Betreff des Beitrags: Mehr Zeitarbeit!
BeitragVerfasst: 21.03.2010, 23:22 
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Zitat:
Zeitarbeit ist das zentrale rechtssichere Mittel für Arbeitgeber, ihren Personalstand zu planen. Die Alternativen - befristete Einstellung, befristete Erhöhung der Arbeitszeit und variable Arbeitszeitdeputate - sind rechtlich komplex und damit riskant. Selbst wenn der Arbeitnehmer seine Klage am Ende verliert - bleibt doch die Prozessbelastung, die für den Arbeitgeber erhebliche Kosten und Verwaltungsaufwand auslöst. Gerade die Zeitarbeit kann diesen Lästigkeitsfaktor vom Einsatzbetrieb fernhalten.

Das zeigt eine neue Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (Az.: 7 AZR 233/08). Die befristete Erhöhung der Arbeitszeit eines Nachrichtenredakteurs von 50 Prozent auf 100 Prozent der regelmäßigen Arbeitszeit wird einer beschränkt vorhersehbaren Angemessenheitsprüfung unterworfen. Insbesondere will das BAG der Befristung die Wirksamkeit versagen, wenn der Arbeitnehmer einen teilzeitrechtlichen Einstellungsvorrang genießt. Im konkreten Fall hat der Arbeitnehmer verloren, weil der Siebte Senat die arbeitsorganisatorischen Entscheidungen des Arbeitgebers für nachvollziehbar gehalten hat. Die Frage ist aber, ob ein vernünftiger Arbeitgeber sich diesem Risiko aussetzen will.

Zeitarbeit deckt nicht nur vorübergehenden Arbeitskräftemehrbedarf zuverlässig ab. Zeitarbeit nimmt dem Einsatzbetrieb die Rechtslasten ab und mindert so die Transaktionskosten. Dafür zahlt der Entleiher dem Verleiher zwar dessen Preis - doch erfährt er Amortisation durch geminderten eigenen Personalverwaltungsaufwand. Vor allem aber kann sich der Einsatzbetrieb auf sein wertschöpfendes Kerngeschäft konzentrieren und die fröhliche Beschäftigung mit Arbeitsrecht, Arbeitsrichtern und Anwälten anderen Frohnaturen überlassen. Nahezu jede arbeitsrechtliche Übertreibung liest sich als eine Werbung für Zeitarbeit!

Das fängt mit dem Streit um Kündigungen an - eine als diebische Elster verdächtigte Mitarbeiterin kann der Arbeitgeber an den Verleiher zurückgeben. Zeitarbeitnehmer mit arbeitsorganisatorisch unverträglichen Teilzeit- und Pflegezeitwünschen muss der Verleiher anderswo einsetzen. Befristungsrisiken gibt es nicht. Diskriminierungsschutz bei der Auswahl und Rückgabe von Zeitarbeitnehmern ist kein Problem. Die Zeitarbeit wird zum Personaldienstleister, der dem Einsatzbetrieb alle Lasten abnimmt - für diejenigen Arbeitnehmer, die nicht zur Kernmannschaft rechnen. Das geht deutlich über die vielgenannten „segmentiellen Randbelegschaften“ hinaus.


faz


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte zur Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 23.03.2010, 19:55 
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Registriert: 13.12.2009, 15:00
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Zitat:
Zitat:
Zitat:
Zeitarbeit ist das zentrale rechtssichere Mittel für Arbeitgeber, ihren Personalstand zu planen. Die Alternativen - befristete Einstellung, befristete Erhöhung der Arbeitszeit und variable Arbeitszeitdeputate - sind rechtlich komplex und damit riskant. Selbst wenn der Arbeitnehmer seine Klage am Ende verliert - bleibt doch die Prozessbelastung, die für den Arbeitgeber erhebliche Kosten und Verwaltungsaufwand auslöst. Gerade die Zeitarbeit kann diesen Lästigkeitsfaktor vom Einsatzbetrieb fernhalten.

Das zeigt eine neue Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (Az.: 7 AZR 233/08). Die befristete Erhöhung der Arbeitszeit eines Nachrichtenredakteurs von 50 Prozent auf 100 Prozent der regelmäßigen Arbeitszeit wird einer beschränkt vorhersehbaren Angemessenheitsprüfung unterworfen. Insbesondere will das BAG der Befristung die Wirksamkeit versagen, wenn der Arbeitnehmer einen teilzeitrechtlichen Einstellungsvorrang genießt. Im konkreten Fall hat der Arbeitnehmer verloren, weil der Siebte Senat die arbeitsorganisatorischen Entscheidungen des Arbeitgebers für nachvollziehbar gehalten hat. Die Frage ist aber, ob ein vernünftiger Arbeitgeber sich diesem Risiko aussetzen will.

Zeitarbeit deckt nicht nur vorübergehenden Arbeitskräftemehrbedarf zuverlässig ab. Zeitarbeit nimmt dem Einsatzbetrieb die Rechtslasten ab und mindert so die Transaktionskosten. Dafür zahlt der Entleiher dem Verleiher zwar dessen Preis - doch erfährt er Amortisation durch geminderten eigenen Personalverwaltungsaufwand. Vor allem aber kann sich der Einsatzbetrieb auf sein wertschöpfendes Kerngeschäft konzentrieren und die fröhliche Beschäftigung mit Arbeitsrecht, Arbeitsrichtern und Anwälten anderen Frohnaturen überlassen. Nahezu jede arbeitsrechtliche Übertreibung liest sich als eine Werbung für Zeitarbeit!

Das fängt mit dem Streit um Kündigungen an - eine als diebische Elster verdächtigte Mitarbeiterin kann der Arbeitgeber an den Verleiher zurückgeben. Zeitarbeitnehmer mit arbeitsorganisatorisch unverträglichen Teilzeit- und Pflegezeitwünschen muss der Verleiher anderswo einsetzen. Befristungsrisiken gibt es nicht. Diskriminierungsschutz bei der Auswahl und Rückgabe von Zeitarbeitnehmern ist kein Problem. Die Zeitarbeit wird zum Personaldienstleister, der dem Einsatzbetrieb alle Lasten abnimmt - für diejenigen Arbeitnehmer, die nicht zur Kernmannschaft rechnen. Das geht deutlich über die vielgenannten „segmentiellen Randbelegschaften“ hinaus.

faz


Typische Arbeitgeber-Seiche!

Habe selbst schon in einem Getränkebetrieb gearbeitet,
wo für Montagmorgen, 7 Uhr,
von 18 Leiharbeitern 11 nicht erschienen sind.
3 weitere sind dann gegen 7.20 Uhr abgehauen,
weil sie länger als 10 Stunden arbeiten sollten und
auch andere einarbeiten sollten.

Wie das ganze ausgegangen ist, weiß ich nicht,
weil ich einer von den drei Glücklichen war.

mfG
rw


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte zur Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 24.03.2010, 12:04 
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der Spiegel bespricht das Thema auch diese Woche

online hab ich nur dieses gefunden:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 13,00.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte zur Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 08.04.2010, 07:58 
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FAZ von heute: Heuern und Feuern in der Zeitarbeits-Branche

Zitat:
(...) Während dieses Zeitraums verloren nach DGB-Angaben rund 430.000 Leiharbeiter ihre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Damit seien rein rechnerisch innerhalb eines Jahres rund 76 Prozent aller Zeitarbeitskräfte arbeitslos geworden. Selbst in den Aufschwungjahren 2007 und 2008 seien rund 300.000 Betroffene erwerbslos geworden. Zu den Neueinstellungen wurden keine Angaben gemacht. „Dies zeigt, dass sich die Verleihbranche immer noch durch eine Politik des Heuerns und Feuerns auszeichnet und personalpolitische Risiken auf Beitragszahler und Steuerzahler abgewälzt werden“, heißt es in dem Papier. (...)


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 Betreff des Beitrags: Re: ZDF reporter
BeitragVerfasst: 27.04.2010, 15:25 
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berichten am 6.5 über das Thema Leihabreit.

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Mit freundlichen Grüßen

Christian Iwanowski

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BeitragVerfasst: 27.04.2010, 18:17 
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Iwanowski hat geschrieben:
Wird momentan gedreht und heute Abend wird es ausgestrahlt


Neue Studie: Zeitarbeit nur selten Einstieg in die Festanstellung

* SendeterminDienstag, 27. April 2010, 21.45 - 22.00 Uhr .

Zeitarbeit und befristete Verträge werden auf dem deutschen Arbeitsmarkt immer wichtiger, sind aber nur selten Sprungbrett für eine Festanstellung. Das ist das Ergebnis einer heute (27.04.2010) vorgestellten Studie der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh. Demnach hat sich die Zeitarbeit in Deutschland zwischen 2000 und 2007 etwa verdoppelt.
Schlange am Arbeitsamt; Rechte: picture-alliance
Zeitarbeit als eigenes Segment, nicht aber als Einstieg in die Festanstellung.

Insgesamt spielt die Zeitarbeit in Deutschland demnach weiterhin eine untergeordnete Rolle. 2007 habe ihr Anteil 1,6 Prozent aller geleisteten Arbeitsstunden ausgemacht - im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit im hinteren Mittelfeld.

Zeitarbeit stelle selten eine Brücke in reguläre Arbeitsverhältnisse dar, kritisierte Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung. Sie habe sich zu einem eigenständigen, dauerhaften Beschäftigungssegment entwickelt. Für viele Arbeitnehmer habe sie aber «die Hoffnung auf einen raschen Übergang in reguläre Erwerbstätigkeit bislang nicht erfüllen können».

WDR aktuell geht in die Betriebe und spricht mit sowohl mit Zeitarbeitern als auch mit den Verleihfirmen.

Stand: 27.04.2010

_________________
Mit freundlichen Grüßen

Christian Iwanowski

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 Betreff des Beitrags: SZ am 27.04.2010
BeitragVerfasst: 27.04.2010, 19:13 
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SZ

Zitat:
Lebenslänglich Zeitarbeit

Die Chance von Zeitarbeitern auf eine dauerhafte Anstellung liegt bei nur sieben Prozent. Der Ausbruch aus dem System ist schwierig.

Zeitarbeit ist nur selten ein Sprungbrett für eine Festanstellung. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Bertelsmann-Stiftung am Dienstag vorlegte. Zeitarbeit stelle selten "eine Brücke in reguläre Arbeitsverhältnisse" dar, kritisierte Stiftungschef Gunter Thielen. Die Untersuchung, bei der die Arbeitsverhältnisse in 23 europäischen Ländern miteinander verglichen wurden, bestätigt damit zum Teil die Kritik der Gewerkschaften an der Zeitarbeit.

In Deutschland sind derzeit fast 670.000 Menschen als Zeitarbeiter tätig. Sie werden von ihrem Arbeitgeber an andere Betriebe verliehen. Die frühere rot-grüne Bundesregierung hatte die Regeln für die Zeitarbeit im Zuge der Hartz-Reform deutlich gelockert, um neue Jobs zu schaffen und Unternehmen den Einsatz von Leiharbeitern zu erleichtern.

Aus der Studie geht jedoch hervor, dass diese Arbeitnehmer oft nicht mehr nur als Puffer dienen, wenn Unternehmen gerade besonders viele Aufträge haben; vielmehr habe sich die Zeitarbeit zu einem eigenständigen, dauerhaften Segment auf dem Arbeitsmarkt entwickelt, das sich in zwei Gruppen von Beschäftigten aufteile: Ein Teil werde "quasi dauerhaft" als Personal in der verarbeitenden Industrie eingesetzt. Der andere bekomme häufig nur Jobs mit sehr kurzfristiger Beschäftigungsdauer, "die von Phasen der Nichterwerbstätigkeit unterbrochen werden", heißt es in der Studie. Die Beschäftigungsform sei deshalb "kein Königsweg für die Eingliederung von Nichterwerbstätigen in den Arbeitsmarkt".

Die Bertelsmann-Stiftung sieht eine "deutliche Tendenz zur Spaltung zwischen Rand- und Kernbelegschaften" und spricht sich deshalb dafür aus, Löhne und Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit an die der Stammbelegschaften anzunähern. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte mehrmals angedroht, die Regeln für die Zeitarbeit zu verschärfen, um einen Missbrauch zu verhindern. Bislang hat sie aber noch keinen Gesetzentwurf vorgelegt.

Befürworter der Beschäftigungsform verweisen darauf, dass Leiharbeiter die Chance hätten, bei ihrem Einsatzbetrieb einen festen Job zu erhalten. Dieser sogenannte "Klebeeffekt" ist jedoch offenbar gering: Die Wahrscheinlichkeit, übernommen zu werden, liegt bei sieben Prozent. Diese Zahl nennt der jüngste Leiharbeitsbericht der Bundesregierung. Insgesamt spielt die Zeitarbeit in Deutschland noch eine untergeordnete Rolle. Trotz einer Verdopplung zwischen 2000 und 2007 beläuft sich ihr Anteil auf 1,6 Prozent aller Arbeitsstunden. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit im Mittelfeld.

In ihrer Studie weist die Stiftung auch darauf hin, dass der Niedriglohnsektor deutlich zugenommen habe. Dies hänge vor allem mit dem Wachstum des Dienstleistungssektors zusammen. Dort seien Tarifverträge weniger häufig, atypische Beschäftigungsformen, besonders Minijobs und Zeitarbeit, dagegen stärker verbreitet.

Deutschland weise in Europa mittlerweile eine "ausgeprägte Lohnspreizung" auf. Vor allem Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss, Frauen, jüngere Beschäftigte und Ausländer müssten sich mit Niedriglöhnen zufriedengeben. Die Stiftung schlägt vor, bessere Anreize für die Aufnahme von Vollzeitjobs zu schaffen. Auch ein moderater Mindestlohn sei "für den Arbeitsmarkt nicht unter allen Umständen schädlich".


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte zur Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 28.04.2010, 07:02 
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Gibt es ein Video dazu? Hatte Nachtschicht.Verpasst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte zur Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 06.05.2010, 22:38 
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Hallo,

unter: http://www.ig-zeitarbeit.de/artikel/6409 im Bericht über den iGZ-Bundeskongress kann man lesen:

"Zeitarbeit muss teurer werden" (Zitat Regina Görner, IG Metall) erregte die Gemüter zeitweise.

Obwohl sich bei den Facharbeitern die DGB-TG die Entgeltgruppen nach unten hat verhandeln lassen "erregte Gemüter" nur weil man sich noch getraut das Wort "teuer" in den Mund zu nehmen.

Manchen kann man nichts recht machen.

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte zur Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 17.05.2010, 21:06 
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karla hat geschrieben:
Hallo,
...
Obwohl sich bei den Facharbeitern die DGB-TG die Entgeltgruppen nach unten hat verhandeln lassen "erregte Gemüter" nur weil man sich noch getraut das Wort "teuer" in den Mund zu nehmen.

Manchen kann man nichts recht machen.

Karl


Naja als sie mit Gewerbeaufsicht usw. kam und mehr Kontrollen forderte wurden wohl einige sehr blass :wink:

_________________
Mit freundlichen Grüßen

Christian Iwanowski

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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte zur Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 16.12.2010, 10:42 
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Hallo,

lesenswerter Bericht unter:

http://www.jungewelt.de/2010/12-16/055.php


Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte zur Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 19.12.2010, 11:38 
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Hallo,

noch ein interessanter Bericht aus der Süddeutschen Zeitung unter:

http://sueddeutsche.de/wirtschaft/chris ... .1037615-2

Dort heißt es z.B:
Die DHV hat nach Angaben der IG Metall mit privaten Kliniken und dem Roten Kreuz zahlreiche Dumping-Tarifverträge abgeschlossen. Diese Rolle scheint nun der Berufsverband medsonet zu übernehmen, nachdem das Landesarbeitsgericht Hamburg der DHV die Tarifzuständigkeit im Sozial- und Gesundheitswesen absprach.

Das kann bedeuten, dass auch die neuen TV des AMP mit der CGZP nicht ganz sattelfest sind.

Es ist schon verwunderlich wie der BZA sich solche neuen Freunde anlacht und glaubt es würde ihre Branche endlich ins rechte Licht rücken.

Es gibt aber noch weitere Freunde des AMP:

http://www.infocenter-personal.de/newsd ... 4ccb0176a9

Die konkurrierenden Zeitarbeitsverbände,.... wie BZA und iGZ, haben sich nun nach dem BAG-Beschluss in bemerkenswerter Weise in ihren Presseerklärungen sehr zurück gehalten; sicherlich wohlwissend, dass zu viel Wirbel der gesamten Branche schadet, wie Rechtsanwalt und Branchenkenner Jörg Henning aus Berlin dies sehr zutreffend kommentierte

@ http://www.zeitarbeit-und-recht.de/tce/ ... in/832.htm
Berliner Linksregierung und klagende Gewerkschaft (Verdi) dürfen sich zu Gute halten, aus oben genannten Gründen den Verlust tausender Arbeitsplätze als Folge möglicher Insolvenzen mit zu verantworten,

Warum LAN deren ZAF den Bach runtergehen gleich ihren Arbeitsplatz beim Entleiher verlieren sollen, teilen solche "Leiharbeiterfreunde" dann so mit:

Die Konkurrenten von iGZ und BZA leiden unter der Rufbeeinträchtigung in gleichem Umfang und können sich nicht einmal auf Auftragsübernahmen von AMP-Konkurrenten freuen. Denn sobald ein nach Zahl und Sachkunde wesentlicher Teil der Belegschaft des Vorgängers übernommen wird, liegt ein Betriebsübergang vor, der den Nachfolger auch in die sozialversicherungsrechtliche Nachhaftung mit hinein zieht,

Das trifft natürlich nur zu wenn es tatsächlich einen Betriebsübergang gibt. Werden die LAN aufgrund von Insolvenz gekündigt und der Entleiher sucht sich eine neue ZAF dann bietet man den LAN die Weiterbeschäftigung bei der neuen ZAF mit Null an und nichts ist mit Betriebsübergang.

Die Schmuddelecke Leiharbeit wird momentan nicht kleiner, umgekehrt.

Kleiner wird sie nur wenn reihenweise ZAF den Bach runtergehen und nicht wie in der Vergangenheit wie Pilze nach einem warmen Sommerregen sprießen und die Entleiher sich daran bedienen wie die Made im Speck.

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte zur Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 22.12.2010, 18:05 
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Hallo,

nachdem in der Bundestagsdebatte zur Leiharbeit die Frage wie sich die Sozialversicherungsträger noch in diesem Jahr dazu stellen gibt es in der Stuttgarter Zeitung dazu einen sehr interessanten Artikel unter:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... ahlen.html

Dort heißt es u.a.:
Das Schreiben der Rentenversicherung ist Resultat einer internen Machtprobe. Demnach haben sich die Gewerkschaftsvertreter gegen die Arbeitgeberseite durchgesetzt. Diese hatte in einem der Zeitung vorliegenden Brandbrief vehement davor gewarnt, dass sich die Sozialversicherungsträger jetzt an die Firmen wenden.

und am Ende

Die Unternehmen hätten nach den vorherigen Urteilen Risikorückstellungen vornehmen müssen. "Dass verschiedene Zeitarbeitsfirmen dies nicht getan haben, ist kein Zeugnis für solide Unternehmensführung", sagte Bliesener. Dieses Fehlverhalten noch zulasten der Versichertengemeinschaft zu schützen, sei "skandalös".

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte zur Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 05.01.2011, 11:29 
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Hallo,

ein lesenswerter Artikel in der Frankfurter Rundschau unter:

http://www.fr-online.de/frankfurt/klein ... index.html


Karl


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 Betreff des Beitrags: Studie zum Entgelt
BeitragVerfasst: 07.02.2011, 01:39 
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Zitat:
Leiharbeitskräfte mit einem Vollzeitjob verdienen im Durchschnitt nur etwa halb so viel wie Vollzeit-Beschäftigte in der Wirtschaft insgesamt. Gleichzeitig werden die Einkommensabstände zwischen Leiharbeitern und normalen Arbeitskräften immer größer. Dies geht aus einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Demnach kommt lediglich eine kleine Minderheit (19,1 Prozent) der Leiharbeiter auf monatlich mehr als 2000 Euro brutto. In der gesamten Wirtschaft gelte dies dagegen für gut 70 Prozent der Vollzeitbeschäftigten.

Der Studie zufolge erhielten Arbeitskräfte in der Verleihbranche, die in den alten Bundesländern tätig waren, 2009 durchschnittlich monatlich 1456 Euro brutto, einschließlich Urlaubs- und Weihnachtsgeld. In Ostdeutschland, wo die Löhne insgesamt etwas geringer sind, betrug der Verdienst sogar nur 1124 Euro.

Mehr als zehn Prozent im Westen und gut 20 Prozent im Osten verdienten sogar weniger als 1000 Euro brutto im Monat, obwohl sie Vollzeit arbeiten. "Armut trotz Arbeit ist hier an der Tagesordnung, selbst wenn sich Hartz IV eventuell durch einen Zweitjob am Abend oder durch eine Erwerbstätigkeit anderer Familienangehöriger verhindern lässt", sagte der Autor der Studie, Wilhelm Adamy der SZ.

Der DGB-Arbeitsmarktexperte hatte für seine Untersuchung erstmals die Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) ausgewertet, um mehr über den Verdienst von Leiharbeitern zu erfahren. Grundlage sind die Lohnangaben von fast 500.000 vollzeitbeschäftigten Mitarbeitern in der Branche. In Deutschland gibt es derzeit mehr als 900.000 Leiharbeiter.

Aus der DGB-Studie geht weiter hervor, dass der Einkommensabstand sich in den vergangenen Jahren zu Lasten der Leiharbeitskräfte vergrößert hat. "Der Lohn in der Leiharbeit ist gesunken", sagte Adamy.

Viele Leiharbeiter könnten von ihrer Arbeit nicht leben. Sie zählten zu den sogenannten "Aufstockern" und beziehen zusätzlich Leistungen vom Staat. So waren der Untersuchung zufolge Mitte 2010 etwa 92.000 von ihnen mit einem sozialversicherungspflichtigen Job auf Hartz IV angewiesen. Das ist fast jeder achte. "Das Verarmungsrisiko der erwerbstätigen Leiharbeitskräfte ist damit fast vier bis fünf Mal größer als in der Gesamtwirtschaft", sagte Adamy. Der DGB-Experte sieht dies mit Besorgnis: "Die Steuerzahler werden zur Kasse gebeten für das in der Branche praktizierte Lohndumping."
sueddeutsche


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 07.02.2011, 01:46 
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Zitat:
Änderungen bei der Zeitarbeit haben enorme Auswirkungen

Auf Druck von SPD und Grünen nimmt die Regierung außerdem die Zeitarbeit in die Zange, die derzeit jede dritte neue Stelle schafft. Wird das Bestreben nicht noch in letzter Minute gestoppt, gilt für diese Branche bald nicht nur ein Mindestlohn, sondern auch eine Frist, nach der ausgeliehene Arbeitnehmer genauso bezahlt werden müssen wie die Stammbelegschaft des Unternehmens, in dem sie gerade arbeiten. Als Ventil für den rigiden Kündigungsschutz in Deutschland taugt die Zeitarbeit dann bald weniger.

Der Tragweite dieser Einflussnahme scheinen sich viele unbewusst. Die gute Konjunktur und die günstigeren Arbeitslosenzahlen verführen zum Leichtsinn. Doch müssen Unternehmen mit dem, was Bundestag und Bundesrat im Rahmen des Hartz-IV-Verfahrens am Ende beschließen, auch zurecht kommen, wenn der wirtschaftliche Schwung wieder erlahmt. Tarifverträge lassen sich im Lichte der Marktlage von Unternehmen und Gewerkschaften mit gutem Willen notfalls schnell korrigieren. Mit lohntreibenden Sozialgesetzen und gesetzlich gesicherten Mindestlöhnen schafft die Politik hingegen Fakten, die aus der Wirtschaft heraus allein nicht umkehrbar sind. Das trifft vor allem jene Gruppe am Arbeitsmarkt, die es auch bei der aktuell sehr günstigen Wirtschaftslage noch äußerst schwer hat: die gering Qualifizierten.

(...)

Hilfe aus der Politik hat ihren Preis

Bedauerlicherweise missbrauchen die Sozialdemokraten im Verein mit den Grünen ihre Hartz-Vetomacht im Bundesrat stattdessen, um die Zeitarbeit zu knebeln. Mitschuldig ist die Branche selbst. Die Zeitarbeit hat den Staat zu ihrem Schutz eingeladen: Ein gesetzlicher Mindestlohn soll verhindern, dass zum 1. Mai preiswertere Konkurrenz aus den osteuropäischen EU-Ländern auf den deutschen Markt drängt. Mit der Freizügigkeit im Europäischen Binnenmarkt tut sich die hiesige Wirtschaft seit je schwer. Den ersten gesetzlichen Mindestlohn hatte einst die Regierung Kohl der Baubranche gewährt, um sie vor Billigarbeitern aus Südeuropa zu schützen.

Wenn die Wirtschaft die Politik zu Hilfe ruft, darf sie sich nicht wundern, wenn das Entgegenkommen seinen Preis hat. Der könnte die Zeitarbeit teurer zu stehen kommen als die Ost-Konkurrenz. Müssen Unternehmen nach überschaubarer Leihfrist künftig Zeitarbeitern gleichen Lohn zahlen wie der Stammbelegschaft, hinterlässt dies Spuren im Ertrag und schmälert den Nutzen der Zeitarbeit. Das wiederum schadet den Schwächsten am Arbeitsmarkt, für die Zeitarbeit oft die einzige Perspektive ist, dem trostlosen Hartz-Schicksal zu entfliehen. Die schwarz-gelben Bundestagsabgeordneten sollten aufpassen, welcher Kompromiss ihnen da serviert wird. Es geht nicht um ein paar Euro mehr, sondern um den Erhalt des Jobwunders.
faz


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte zur Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 08.02.2011, 11:44 
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Die traurige Wahrheit hinter dem Jobwunder - Handelsblatt 08.02.2011


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 Betreff des Beitrags: Re: Presseberichte zur Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 09.02.2011, 00:10 
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Hallo,

auch interessant:

http://www.express.de/news/politik-wirt ... index.html

Karl


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