ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Re: Mindestlohn nicht in Sicht,
BeitragVerfasst: 19.05.2010, 23:15 
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Registriert: 02.06.2006, 13:32
Beiträge: 1614
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Kannegießer äußert sich zu Mindestlohn.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/364/511470/text/
Zitat: Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser blickt bangend auf das Datum Mai 2011 - und warnt die Bundesregierung vor zu harten Eingriffen bei der Zeitarbeit.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat Verständnis für die Rufe nach einem Mindestlohn in der Zeitarbeitsbranche geäußert - und blickt mit Sorgen nach Berlin. "Wenn 2011 die bisher geltende Beschränkung des Arbeitsmarktzugangs für osteuropäische Arbeitnehmer ausläuft, brauchen wir eine Lohnuntergrenze, sonst wird der Lohndruck für die Branche zu groß", sagte der Präsident des Verbands, Martin Kannegiesser, der Süddeutschen Zeitung.

In Deutschland gelten für etwa 95 Prozent der 650.000 Zeitarbeiter Tarifverträge. Diese sind mit Beginn der vollen Freizügigkeit für Arbeitnehmer in der EU von Mai 2011 an für Unternehmen außerhalb Deutschlands aber nur maßgebend, wenn die Bundesregierung von den Tarifparteien vereinbarte Mindestlöhne in West und Ost für allgemeinverbindlich erklärt hat.

Der Gesamtmetall-Präsident, in dessen Branche ebenfalls viele Zeitarbeiter tätig sind, sagte am Dienstag: "Missbrauch zu beseitigen ist immer richtig." Dies gelte etwa dann, wenn Unternehmen systematisch Stammbelegschaften in Zeitarbeitsverhältnisse umwandeln, um Lohnkosten zu sparen. "Dieser Drehtüreffekt, erst raus und mit denselben Leuten wieder billig rein, ist aber eine perverse Ausnahme."


Und jetzt kommz der Gipfel:

Kannegiesser warf der Gewerkschaft vor, "das wichtige arbeitsmarktpolitische Instrument Zeitarbeit zu beschädigen und Verunsicherung zu schüren". Die IG Metall habe ein "Bedrohungsgemälde entworfen, das in der Sache überhaupt nicht berechtigt ist". Nur zwei bis drei Prozent der Beschäftigten seien Zeitarbeiter. Es könne auch keine Rede davon sein, dass diese in Zukunft in großem Umfang fest angestellte Mitarbeiter ersetzten. "Vielmehr gewinnen die Stammbelegschaften wegen des demografischen Wandels und des Mangels an Fachkräften an Bedeutung", sagte Kannegiesser. Dies hätten die Unternehmen ja gerade erst in der Krise demonstriert, in der viele Betriebe alles getan haben, um ihre Mitarbeiter nicht entlassen zu müssen.

Den Artikel im einzelnen zu zerpflücken überlass ich mal Jürgen1.

Eine ruhige Nacht noch.

_________________
Gruß

Jobber

"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."

- Mahatma Gandhi (indischer Politiker (1869-1948))


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 Betreff des Beitrags: Re: Mindestlohn nicht in Sicht
BeitragVerfasst: 20.05.2010, 16:08 
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Administrator

Registriert: 03.02.2005, 15:49
Beiträge: 1160
Wohnort: Düsseldorf
Zitat von Kannegiesser:

Von einer generellen Equal-Pay-Regelung will der Arbeitgeberverband Gesamtmetall denn auch nichts wissen. "Die Bezahlung könne nicht gleich hoch sein, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser der Süddeutschen Zeitung. Denn die Leiharbeiter könnten nicht "den gleichen Beitrag zur Wertschöpfung leisten"."

Ne ist klar Herr Kannegiesser. Neueingestellte Feste leisten ja auch sofort 100% und werden nicht eingearbeitet und danach?

Erlebe es immer öfters in den Betrieben das Stammbeschäftigte ganz erstaunt sind das der Kollege neben ihnen ein Leihabreiter ist. Der ist doch schon so lange dar. Stimme meinen Urlaub mit ihm ab usw.

So was scheinheiliges!

_________________
Mit freundlichen Grüßen

Christian Iwanowski

Düsseldorf


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 Betreff des Beitrags: Re: Mindestlohn nicht in Sicht
BeitragVerfasst: 21.05.2010, 07:09 
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Registriert: 08.02.2005, 16:13
Beiträge: 310
Wohnort: Rheinbach
Hallo Herr Iwanowski,

bin nach meiner Verärgerung über die miserablen Abschlüsse bin ich jetzt wieder etwas ruhiger und dann auch konstruktiver.

Ihr Beispiel vom Kollegen, von dem man nicht wusste, dass er Zeitarbeitnehmer ist, zeigt doch deutlich, woran gearbeitet werden muss: An der Sensibilisierung der BR´s.

Mal ganz ketzerisch: Dank Anton Schlecker ist eine enorme Sensibilisierung in der Öffentlichkeit, in den Betrieben und in der Politik erfolgt. Wir merken, dass sich auch Entleihbetriebe um faire Zeitarbeit bemühen, weil sie sonst um ihr eigenes Image fürchten. Wir haben auch festgestellt, dass die ersten Ausschreibungen mit der Anforderung "Qualitätssiegel Zeitarbeit" laufen.

Das Qualisiegel bescheinigt halt auch "Besservereinbarungen" als die Tarife.

Also warum nicht die Gunst nutzen und etwas Konkretes gemeinsam tun?

Norbert Fuhrmann


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 Betreff des Beitrags: Re: Mindestlohn nicht in Sicht
BeitragVerfasst: 21.05.2010, 23:44 
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Registriert: 27.09.2008, 15:32
Beiträge: 396
Wohnort: Münsterland
Mein Vorschlag an Herrn Fuhrmann und Christian wäre, schließt einen Haustarifvertrag (nur einen ordentlichen was sich von allein versteht) mit einem IQZ Mitgliedsunternehmen in NRW ab auf diesen könnte dann ja der gesamte IQZ bezug nehmen, oder sehe ich das jetzt falsch? Meiner Meinung nach würde es so wenigstens für die Mitarbeiter in den IQZ Unternehmen eine gewisse Sicherheit bedeuten, da dann auch nicht plötzlich die übertariflichen Zuwendungen (jetzt ja meist gegenüber IGZ) von jetzt auf gleich eingestellt werden könnten.

Dies sollte deshalb gemacht werden, da man überall wo man Verbesserungen für die LAN durchsetzen kann diese auch umsetzen sollte!

just my two cents


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 Betreff des Beitrags: Re: Mindestlohn nicht in Sicht
BeitragVerfasst: 22.05.2010, 21:13 
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Registriert: 25.04.2009, 12:41
Beiträge: 108
Hallo

Ich sehe das genauso wie sleepy. Als ich gelesen hatte das BZA-Unternehmen mit einem Qualitätssiegel ausgestattet wurden, war ich erst total schockiert. Die Vorstellung das z. B. der Branchen(abzock)riese Kackrand, oder wie die heißen, auch noch mit einem Qualitätssiegel ausgestattet werden, würde das ganze ad absurdum führen. Das Ganze hat sich dann aber relativiert als ich den ganzen Artikel (IQZ Seite) gelesen hatte. Die Idee ist an für sich gut. Aber man muss, denke ich von diesen derzeit schmutzigen Leiharbeitstarifen weg. Die letzten Abschlüsse haben gezeigt, das es mit diesen Tarifwerken niemals auch nur annähernd so etwa wie "equal payment" geben wird. Die Regierung wird das mit allen Mitteln versuchen zu verhindern, genauso wie sie die Bemühungen von Frau von der Leyen (siehe Spiegelinterview) im Keim ersticken wird. Ich glaube nämlich das die Arbeitsministerin das durchaus ernst gemeint, eher kurzfristig Änderungen in der Leiharbeit herbei zu führen, hat Sie sich doch wirklich beispielhaft, als Familienministerin, für die Rechte von Müttern eingesetzt. Die Tatsache das sie jetzt nicht mehr Familienministerin ist, sollte nachdenklich stimmen.
Allen noch ein schönes Pfingstfest :D

_________________
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Leiharbeit in Deutschland verstösst gegen diesen Grundsatz.


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