ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 18.01.2010, 21:09 
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Beiträge: 1165
Der 11. AÜG-Bericht ist da:
http://www.personalorder.de/index.php?l ... t_id=21776

Link zum 11. AÜG-Bericht:
http://www.ig-zeitarbeit.de/system/file ... ericht.pdf

Stellungnahme des DGB:
http://www.dgb.de/presse/pressemeldunge ... ?pmid=3579

Zitat des DGB: "..Trotz der gesetzlichen Änderungen im Jahre 2003 ist die Leiharbeit nach wie vor ein Niedriglohnsektor; der Grundsatz der gleichen Bezahlung wurde nicht ansatzweise erreicht. So weist der Bericht ausdrücklich darauf hin, dass der Lohnabstand zu den Stamm-Beschäftigten im selben Betrieb erheblich ist. Es besteht deshalb die Gefahr der Ausgliederung ganzer Belegschaften, wobei das Untenehmen Schlecker wahrlich kein Einzelfall ist..."

Das belegen die Zahlen im 11. AÜG-Bericht eindeutig, wobei in dem Bericht die tatsächlich möglichen Bruttolöhne gar nicht genannt werden, weil wieder einmal der § 8.6 Mantel-TV BZA nicht berücksichtigt wurde!

Zitat aus Seite 23 des 11. AÜG-Berichtes:
„..Die in der Zeitarbeitsbranche abgeschlossenen Vereinbarungen legen zum Ende des Berichtszeitraums Stundenlöhne in der untersten Entgeltgruppe in den neuen Bundesländern zwischen 6,00 Euro und 6,55 Euro beziehungsweise in den alten Bundesländern zwischen 7,00 Euro und 7,38 Euro..“

Diese Bezifferung ist auf Grund des § 8.6 Manteltarifvertrag BZA nicht ganz korrekt, da 25 % des Bruttolohnes mit erbrachten Aufwendungen verrechnet werden können.
Diese Entgeltumwandlung wurde hier offensichtlich nicht berücksichtigt, die jedoch häufig angewendet wird, um damit zusätzlich erbrachte Aufwendungen in Bezug auf den § 670 BGB zu kompensieren, was natürlich ein Wettbewerbsvorteil ist.

Insofern konnten die untersten Bruttolöhne des BZA-TV im Berichtszeitraum von 2005-2008 auf je bis zu 75 % sinken!
Siehe dazu: http://www.igmetall-zoom.de/PDF/TV/Tari ... usgabe.pdf

Beispiel (2007):
1. West = 7,38 Euro/Std. – 25 % = 5,54 Euro/Std. Bruttolohn
2. Ost (7,38 Euro/Std. – 13 %) = 6,42 Euro/Std. – 25 % = 4,82 Euro/Std. Bruttolohn

Dazu heißt es auf Seite 32 des 11. AÜG-Berichtes:
„..Die Bundesagentur für Arbeit stellte jedoch im Berichtszeitraum
verstärkt Tendenzen fest, über ungerechtfertigte Einbehaltungen, zum Beispiel für Transportfahrten oder Umwandlungen von Lohn in Aufwandsentschädigungen, die Lohnkosten zu senken...“

In der Zeitarbeitsstudie des Arbeitsministeriums NRW werden erheblichen Lohndifferenzen konkretisiert:
http://www.mags.nrw.de/08_PDF/001/zeitarbeitnrw.pdf

Beispiel:
„..Das durchschnittliche sozialversicherungspflichtige Monatsentgelt von Helfern in der Zeitarbeit liegt rd. 45% unter dem von Helfern in anderen Branchen. Auch bei qualifizierten Tätigkeiten wie z. B. Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufen liegt die monatliche Entgeltlücke bei rd. 35%...“ (Seite 14)

Zitat des DGB: "..Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz muss so geändert werden, dass ein Abweichen von der Gleichbehandlung beim Lohn nicht mehr möglich ist. Die Lohndiskriminierung von Leiharbeitern verbietet auch die neue europäische Richtlinie zur Leiharbeit. Die Angleichung der Löhne ist zudem erforderlich, um die Übernahme von Leiharbeitern in feste Beschäftigung zu fördern. Der Klebeeffekt ist nach wie vor sehr gering. Nur wenn Wettbewerbsverzerrungen aufgrund von Dumpinglöhnen vermieden werden, werden Arbeitgeber bereit sein, Leiharbeiter fest zu übernehmen..."

Da hat der DGB völlig recht!
Hoffentlich passiert das dann auch in den Tarifverhandlungen!

Zitat des DGB:
"..Durch die niedrigen Löhne gehen auch den Sozialkassen Milliarden verloren, die von den anderen Unternehmen und deren Beschäftigten getragen werden müssen. Leiharbeit ist eine extrem unsichere Beschäftigung: Die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse dauert weniger als drei Monate und das Risiko einer Kündigung ist ungleich höher als in der übrigen Wirtschaft. Von einer Integration in Beschäftigung kann bei diesen Fakten keine Rede sein..."

Richtig, so ist es!

Zitat des DGB: "..Der Bericht macht auch deutlich, dass die Überwachung völlig unzureichend ist: So wurden im gesamten Zeitraum nur 2100 Bußgeldverfahren eingeleitet. Die Bundesagentur für Arbeit beschränkt sich häufig auf formale Kriterien – z.B. ob Steuern und Sozialabgaben abgeführt wurden –, überprüft aber nur selten die tatsächlichen Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Die Möglichkeiten zur Festsetzung von Bußgeldern sollte deswegen erweitert werden. Außerdem fordert der DGB, dass Arbeitslose von den Agenturen nicht länger in Unternehmen vermittelt werden, die Dumpinglöhne zahlen.“.."

Auch da hat der DGB völlig recht!

Zitat aus Seite 26 des 11. AÜG-Berichtes:
„..Für die Durchführung dieser gesetzlichen Aufgabe standen Ende 2004 insgesamt 77 Planstellen zur Verfügung. Im ersten Quartal 2009 waren im Fachgebiet Arbeitnehmerüberlassung bundesweit 74 Planstellen vorgesehen...“

Zitat aus Seite 28 des 11. AÜG-Berichtes:
„..Insgesamt ist die Zahl der vorhandenen Verleiherlaubnisse im Berichtszeitraum 2005 bis 2008 deutlich gestiegen. Während es am Ende des vierten Quartals 2004 noch 11.953 Erlaubnisse gab, waren es Ende 2008 bereits 15.964. Das entspricht einem Anstieg um 34 Prozent. Damit ist die Zahl der vorhandenen Erlaubnisse stärker gestiegen als im vorangegangenen Berichtszeitraum, obwohl dieser einen Fünfjahreszeitraum umfasste. Zwischen dem vierten Quartal
1999 und dem vierten Quartal 2004 betrug der Anstieg bei der Zahl der Erlaubnisse 29 Prozent...“

Obwohl die Anzahl der Erlaubnisse von 1999-2004 um 29 % gestiegen ist und von 2005-2008 noch einmal um 34 % gestiegen ist, wurde die Anzahl der Planstellen von 101,5 (Ende 1999) auf 74 Planstellen im 1. Quartal 2009 um 27 % gesenkt!


Zitat aus Seite 67 des 11. AÜG-Berichtes:
„...Die Zahl der Verleihbetriebe ist seit Ende des letzten Berichtszeitraums
um 143 Prozent gestiegen, die Zahl der Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer hat sich ausgehend von 385.000 im Jahresdurchschnitt 2004 bis auf 760.000 im Jahresdurchschnitt 2008 erhöht und damit nahezu verdoppelt...“

Da sich die Anzahl der Planstellen der BA zur Überwachung des AÜG nicht erhöht hat, muss sich logischerweise bei diesen genannten Zahlen die Qualität und Quantität der Überwachung der Verleihunternehmen verschlechtert haben.

Gruß

Juergen1


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