ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Pausenregelung für Leiharbeiter IGZ
BeitragVerfasst: 13.05.2016, 10:03 
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Hallo,

ich bin momentan bei einem Chemieunternehmen als LAN beschäftigt.
Dort wird 1 Stunde Pause vorgeschrieben und von meiner Entleiherfirma wird dies auch so erwartet, das ich das einhalte.

Stammbeschäftigte arbeiten soweit ich weiss dort 7,5h pro Tag. Als Leiharbeiter werden meine Kollegen und ich mit 8 h pro Tag verkauft.

Mein Arbeitsvertrag mit der Leiharbeitsfirma (angelehnt an den IGZ Tarifvertrag) sieht aber nur mind. 30 Minuten bei 8h Arbeitszeit vor.

Am Ende über das Jahr gerrechnet bedeutet das, das ich 12 Tage länger als Kollegen an anderen Standorten unbezahlt arbeiten muss.

Sehr ärgerlich ist das, weil man schon als AN 2ter Klasse länger arbeitet und dann noch durch sowas die Work life balance nurnoch zur work balance wird.

Welche Pausenregelung gilt in so einem Fall, wer muss die verlängerte Zwangspause zahlen?


Vielen Dank


Zuletzt geändert von Peters am 13.05.2016, 20:19, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 13.05.2016, 14:51 
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Die Arbeitszeit ist an die des Entleihers angepasst. Du arbeitest nicht unbezahlt, da die Pause sowieso nicht bezahlt wird.


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BeitragVerfasst: 13.05.2016, 16:31 
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Dazu finde ich nichts im Arbeitsvertrag.

Wichtiger wäre es früher also Stress-/ bzw. Staufreier nach Hause zu kommen, als sinnlos 30 Minuten länger den Chemiemuff zu atmen.

Aber es zeigt wieder die Asozialität des Systems:

Die Pausenzeit auf Stammarbeitnehmerniveau verlängern, damit die Leiharbeitnehmer auch schön lange verfügbar sind,
die Regelarbeitszeit aber gleichzeitig nicht auf Stammbelegschaftsniveau zu senken.


Zuletzt geändert von Peters am 13.05.2016, 20:20, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 13.05.2016, 16:40 
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Lass dich krankschreiben und kündigen oder friss und stirb. Sind die einzigen zwei Alternativen.

Laut Vertrag bzw. Tarifvertrag hast du dich verpflichtet zu allem ja und Amen zu sagen.

Arbeitet man im Betrieb 40 Std. + 5 Std. Pause, musst du den Spaß mitmachen und die ZAF freut sich, über die 5 Plusstunden jede Woche für die einsatzfreie Zeit bzw. die Kündigungsfrist.


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BeitragVerfasst: 13.05.2016, 16:50 
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hab nochmal schnell nachgeschaut was im IGZ Manteltarifvertrag steht unter 3.1.3:

Zitat:
3.1.3. Die monatliche Arbeitszeit wird an die des
Entleihers angepasst. Beginn und Ende der täg
-
lichen Arbeitszeit einschließlich der Pausen und
die Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen
Wochentage richten sich nach den im jeweiligen
Entleiherbetrieb gültigen Regelungen bzw. Anforderungen des Entleihers.
1


Die Frage ist inwieweit davon abgewichen werden darf :?:


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BeitragVerfasst: 14.05.2016, 18:10 
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Ich verstehe nicht so recht, warum Du vertraglich (?j eine 40-Woche hast. In der Leiharbeit sind doch 35h pro Woche tarifvertraglich geregelt. Und damit würde die Arbeitszeit der Stamm-AN mit Deiner in der Chemiefabrik übereinstimmen.

Und was bedeutet "angelehnt" an den iGZ-TV? Wird der nun vollumfänglich angewendet oder nicht? Eine Anlehnung (was auch immer das bedeuten mag) reicht m.E. Nicht, um EP auszuschließen.

Zusätzlich schreibst Du in Deinem AV wäre die Pausenlänge vertraglich geregelt, was ebenfalls sehr ungewöhnlich ist. Am besten Du stellst die wörtlichen Regelungen hier mal zur Diskussion.


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BeitragVerfasst: 25.05.2016, 14:40 
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Beiträge: 869
Zitat:
Ich verstehe nicht so recht, warum Du vertraglich (?j eine 40-Woche hast. In der Leiharbeit sind doch 35h pro Woche tarifvertraglich geregelt


Wo ist das Problem? Man kann doch einzelvertraglich von den TV normen abweichen... Eine höhere Wochenarbeitszeit bedeutet..

a) Mehr Geld und

b) geringer gefülltes AZK!

Beides it also vorteilhaft für den LAN :D

_________________
...Staatshaushalt - Ein Haushalt in dem alle essen, aber niemand spülen will!

http://www.youtube.com/watch?v=ziDDgZdunF0


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BeitragVerfasst: 09.11.2016, 21:05 
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Folgendes vorab:

Es geht hier um die Firma Bilfinger Tebodin Peters Engineering, die etwa 60 Mitarbeiter über AÜG in den BASF Standorten beschäftigt.

Bilfinger Tebodin Peters Engineering ist seit Mitte 2012 Mitglied in der IGZ und wendet deshalb den Tarifvertrag für die Mitarbeiter an, die Arbeitszeit und das Entgelt nach IGZ wurde aufgrund der vor IGZ Arbeitsverträgen linear von 35h auf 40h verlängert.



Zusammengefasst liegt folgender Sachverhalt vor:

Die Pausenzeiten werden zu Ungunsten der Mitarbeiter auf (gemäß IGZ Tarifvertrag und der in der BASF üblichen Pausenzeit)von 0,5h->1h verlängert, die Arbeitszeit wird aber hingegen (gemäß Arbeitsvertrag von Tebodin Peters)bei 40h/Woche belassen.

Defacto bedeutet das im Endeffekt eine Verlängerung der Arbeitsdauer von 12Tagen im Jahr für den Mitarbeiter der in AÜG arbeitet.


Das heisst:



Einerseits (für die Pausenregelung) werden der Tarifvertrag und damit die Pausenzeiten des Entleihers BASF (siehe Anhang) für verbindlich erklärt , für die Arbeitszeit soll aber der Arbeitsvertrag des Verleihers (Tebodin peters)bestimmend sein.



Dies verstößt gegen das iGZ Tarifwerk (Manteltarif, §3 Arbeitszeit, 3.1.3) das eindeutig auch die Arbeitszeit (in unserem Fall BASF 37,5h/Woche) aufzeigt:

„… Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit einschließlich Pausen …. Richten sich nach dem im jeweiligen Entleiherbetrieb gültigen Regelungen ….“


Mittlerweile wurde dies an den Betriebsrat und IGZ KUSS kommuniziert, dieser zeigt sich aber noch nicht sehr hilfreich.#




Auf der Betriebsratssitzung wurde dieser Punkt nicht erwähnt und die schriftliche Frage einer Klärung bis dato nur unklar beantwortet.

untenstehend die anonymisierte Antworten unseres Betriebsrates auf unsere Frage, weshalb Manteltarif, §3 Arbeitszeit, 3.1.3 nur bei der Pausenregelung zur Anwendung käme:


Zitat:
Am 02-Nov-2016 13:45:34 +0100 schrieb xxxx@bilfinger.com:

Hallo Kolleg(e/in) ;-}







Die Arbeitszeiten sind in eurem Arbeitsvertrag mit TPE festgelegt.



Sind hier 40 Std./Woche beschrieben, gilt das unabhängig vom Verleih-Vertrag.



Es könnten auch Mitarbeiter in Teilzeit verliehen werden, obwohl sie bei TPE in Vollzeit beschäftigt sind.







Bei dem aktuellen Fall mit den BASF Verträgen verhält es sich so:



Hat ein Mitarbeiter einen 40 Std. Vertrag mit der TPE und wird nur mit 37,5 Std. an die BASF verliehen, muss die TPE dafür sorgen, dass die restlichen 2,5 Std./Woche an einem anderen ‚Arbeitsplatz‘ erbracht werden können.



Laut BASF werden die TPE-AÜs weiterhin mit 40 Std./Woche beschäftigt. Sollte allerdings nicht genügend Arbeit bei der BASF vorhanden sein, können sie den AÜler nach den vereinbarten 37,5 Std. ‚zurück schicken‘. Andererseits kann bei viel Arbeit auch ‚Mehrarbeit‘ von der BASF gefordert werden (bis zu 48 Std./Woche …. diese wird natürlich von der BASF mit dem ‚normalen‘ Stundensatz vergütet).







Interessanter ist aber, dass die TPE laut iGZ-Tarifvertrag alle Stunden über die gemittelten 40Std./Woche (auf den Monat gesehen) mit einem Faktor von 1,25 vergüten muss.



Dies bedeutet zum Beispiel:



Angenommen der Monat hätte vier Wochen mit je 5 Arbeitstagen.



Die zu leistende Arbeit bei einem 40 Std. Vertrag wären 160 Std.



Arbeitet der Mitarbeiter nun in diesem Monat 164 Std., müsste TPE dem Mitarbeiter mit der kommenden Gehaltsabrechnung den Mehrarbeitszuschlag für diese vier Stunden ausbezahlen.



Bei Annahme von einem Stundensatz von 20 Euro (Tariflohn) sind das: 25% von 20 € = 5 € mal 4 Std. = 20 €



Das Bruttogehalt würde sich so um 20 Euro erhöhen.



Die vier Stunden ‚wandern‘ auf das Arbeitszeitkonto.











Ich hoffe, ich konnte euch weiter helfen.







Viele Grüße



xxxxx







Von: AÜG Mitarbeiter Tebodin Peters [mailto:xxxx]
Gesendet: Mittwoch, 2. November 2016 13:12
An: xxxxxx (Tebodin Peters Engineering GmbH); peters, betriebsrat (Tebodin Peters Engineering GmbH)
Betreff: Re: PRIVAT: NACHTRAG - AW: AW: Arbeitszeitszeit für AÜG Mitarbeiter







Hallo xxxxx,







analog zur Pausenzeit müsste dies doch auch für die Arbeitszeit gelten ?

Am 27-Oct-2016 15:58:21 +0200 schrieb xxxxxx@bilfinger.com:



Hallo AÜG-Mitarbeiter,




bezüglich meiner Email von vorhin, muss ich eine Korrektur nachreichen.





Nach Durchsicht des iGZ Tarifwerks, des TPE Standard-Arbeitsvertrags und der TPE Richtlinien (vom Sep. 2012) ist die Sachlage doch nicht so unklar wie geschrieben. (Ich hatte fälschlich vermutet, die Pausenregelung steht explizit im Tarifvertrag.)




Im iGZ Tarifwerk (Manteltarif, §3 Arbeitszeit, 3.1.3) heißt es:







„… Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit einschließlich Pausen …. Richten sich nach dem im jeweiligen Entleiherbetrieb gültigen Regelungen ….“







Hieraus folgt, dass der Entleiher (BASF) die Pausen bestimmt und nicht die Regeln des Verleihers (TPE) gelten.








Die Pausenzeiten der TPE werden in den allgemeinen Richtlinien beschrieben. Hier sind 30 Min. bei Arbeitszeiten bis zu 9 Stunden beschrieben – analog den gesetzlichen Regelungen.






Da für AÜG-Mitarbeiter der iGZ Tarifvertrag unmittelbar und zwingend gilt, sind die Regelungen des Entleihers (BASF) anzuwenden.






Das gilt für verliehene Mitarbeiter der TPE, die den ‚neuen‘ Arbeitsvertrag mit iGZ Bezugnahme haben oder Mitglied in einer Beteiligten Gewerkschaft sind.







[Für verliehene Mitarbeiter die keinen ‚neuen‘ Arbeitsvertrag haben und nicht Gewerkschafts-Mitglied sind würden die allgemeinen Richtlinien gelten. Und die Equal Treatment/Equal Pay Methode müsste Anwendung finden.]















Viele Grüße







xxx



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BeitragVerfasst: 10.11.2016, 12:13 
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Registriert: 06.05.2010, 09:31
Beiträge: 195
Moin!

Also, ich fasse nochmal zusammen:
Anders als die meisten Zeitarbeitnehmer hast Du einen 40-Stunden Vertrag, nicht 35 Stunden (wie z.B. ich).

Das ist grundsätzlich aus meiner Sicht ein VORTEIL, da bei Wartezeit, Entgeltfortzahlung, etc. dann eben auch 40-Stunden pro Woche gezahlt werden müssen. Es ist natürlich ein Nachteil, wenn man eigentlich nur 35 Stunden arbeiten möchte.

Das mit der Pause habe ich noch nicht verstanden. Du schreibst, die Stammbeschäftigten habe 1 Stunde Pause bei 35 Stunden Arbeitszeit. Also Beispiel: Die fangen um 7 Uhr an und machen um 15 Uhr Feierabend (7 Std. Arbeit + 1 Std. Pause). Und was machst Du jetzt? Du fängst um 7 Uhr an, hörst auch um 15 Uhr auf, machst aber nur 30 Minuten Pause? Oder fängst Du um 7 Uhr an, arbeitest bis 15:30 Uhr und machst auch eine Stunde Pause?

So oder so verstehe ich das grundsätzliche Problem nicht. In beiden Fällen arbeitest Du natürlich mehr - aber Du kriegst ja auch mehr Stunden bezahlt (40 statt 35 pro Woche)!!??

Wenn Du nur 35 Stunden arbeiten würdest, hätte Dein Arbeitgeber ein Problem - denn er würde Dich nicht ausreichend beschäftigen, Du hast ja schließlich Anspruch auf 40 Stunden... deshalb wohl auch die entsprechende Einigung mit dem Kunden, dass ihr eben 40 Stunden arbeitet... vielleicht möchtest Du ja lieber 35 arbeiten (und auch nur 35 bezahlt bekommen!!!), aber ist das denn Konsens unter Deinen Kollegen? Kann ich mir nicht vorstellen, hier bei mir herrscht bis auf wenige Ausnahmen eigentlich die Auffassung "je mehr, je besser" vor, insbesondere, wenn man dann auch Überstundenzuschläge kriegt...

Du könntest mit Deiner ZAF sprechen und fragen, ob Du ebenfalls einen 35 Stunden - Vertrag kriegen kannst - vielleicht würden die das sogar machen. Das ist dann natürlich weniger Geld - aber dafür arbeitest Du dann genau so wie der Kunde. Empfehlen würde ich persönlich das nicht, wie gesagt, eigentlich würde ich einen 40-Stunden-Vertrag als "gut" bezeichnen.

Sorry, vielleicht habe ich hier auch irgendwas nicht richtig verstanden.


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BeitragVerfasst: 10.07.2017, 20:46 
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Beiträge: 5
ja, da hast Du etwas falsch verstanden.

40h arbeiten zu können ist was anderes als zu müssen, zumal die meisten nicht direkt aus nächster Umgebung sind.

Dazu geht es um die Ungerechtigkeit in der Anwendung des Tarifvertrages, da dieser nur bei der Arbeitszeit zu Ungunsten des MA's angewandt wird,d.h. die Arbeitszeit wird nicht auf das BASF Niveau gesenkt.

Ein Basf Mitarbeiter arbeitet 7,5h +1h Pause = 8,5h anwesend

Tebodin Peters MA in AÜG bei der BASF aufgrund des Arbeitsvertrages mit Leihbude 8h +1h pause = 9h tägliche Anwesenheit

Die offizielle EA (Einzelanforderung) der BASF sieht für die AÜG Mitarbeiter aber seit 2017 nur 37,5h vor. Inoffiziell sollen wir aber 40h bringen oder ansonsten 2,5h am Stammsitz von Tebodin Peters nacharbeiten ( Klogehen+ Kaffeetrinken).

Lt. IGZ wird die Arbeitszeit und Pausenzeit dem Entleihunternehmen angepasst werden. Das wäre nach unserem Betriebsrat und KuSS nur mit Entgeltverzicht machbar.

Scheinbar ein Gentlemen Agreement zwischen der BASF und den Leihbuden.


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