ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 24.02.2018, 10:28 
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Registriert: 12.05.2016, 20:05
Beiträge: 7
Hallo zusammen,

ich arbeite momentan bei Bilfinger Peters Engineering (BPE) als Leiharbeiter für die BASF.

BPE ist seit 2012 Mitglied im IGZ und daher tarifgebunden.

Die Arbeitverträge wurden ,historisch bedingt, aber bei 40h/Woche belassen.

Nach Durchlesen des IGZ Tarifwerks taucht die Frage auf, ob die Arbeitszeit nicht an die bei der Stammbelegschaft vorgeschriebenen Arbeitszeit von 37,5h angepasst werden müsste. Wie es im IGZ MTV unter § 3.1.3. iGZ MTV dargelegt wird.

Bei mir wird leider nur die Pause angepasst vom 0,5h auf die bei der BASF zwingend vorgeschriebenen 1h.

Die Arbeitszeit soll aber bei arbeitsvertraglich 40h/Woche beibehalten werden.

Leider ist der IGZ nicht sehr hilfsbereit und eher auf der Arbeitgeberseite. Der IGZ sähe nur eine Anpassung nach oben also von 35h auf 37,5h oder 40h/Woche vor. Umgekehrt wie bei dem Fall von BPE hat sich wohl keiner Gedanken gemacht.

Nun wurde dieses 'IGZ Konstrukt' benutzt um Equal Pay zu umgehen und dabei wurde der oben beschriebene Umstand übersehen.

Meiner Meinung und Rechtsauffassung nach ist die Nichtanpassung der Arbeitszeit ein Verstoß gegen den Tarifvertrag. Eine Reduzierung der Stunden dürfte auch nicht den Lohn schmälern, da dies nicht im MTV festgelegt wird. Zudem müsste entweder der Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag die Arbeitszeit regeln eine Mischform die unter dem Strich (längere Zwangspause der BASF -aus dem Tarifrecht IGZ- + längere Arbeitszeit - aus dem Arbeitsvertrag-) eine deutliche Schlechterstellung ergibt ist fraglich und selbst dem IGZ nicht klar beantwortbar.

hier ein Zitat auf eine Anfrage bei der IGZ :
Zitat:
Die tatsächliche Arbeitszeit und deren Beginn und Ende beim Entleiher richtet sich gemäß

§ 3.1.3. iGZ MTV nach den Regelungen und Anforderungen des Entleihers.
Die Arbeitszeit mag insofern in den allermeisten Fällen relativ identisch mit den Arbeitszeiten
der internen Mitarbeiter des Entleihers sein - ob dies in jedem Fall so sein muss, lässt sich
den Regelungen des Tarifvertrages jedoch nicht zu 100% entnehmen, auch individuelle
Unterschiede im Sinne von "Anforderungen" des Entleihers sind denkbar.

Wir wollen und können nicht abschließend und pauschal beurteilen, ob eine höhere
arbeitsvertraglich vereinbarte Arbeitszeit - und damit verbunden eine höhere monatliche
Vergütung - eine Schlechterstellung gegenüber dem iGZ Tarifvertrag darstellt.
Dies kann und muss ggf. jede betroffene Person individuell für sich persönlich bewerten.



Lohnt es hier zu klagen?

Vielen Dank


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BeitragVerfasst: 25.02.2018, 18:58 
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Administrator

Registriert: 27.12.2004, 14:20
Beiträge: 2610
Wohnort: Augsburg
Hallo Peters,
Zitat:
Der IGZ sähe nur eine Anpassung nach oben also von 35h auf 37,5h oder 40h/Woche vor.

Die normale tarifvertragliche Arbeitszeit in der Leiharbeit beträgt 35 Std/Woche. Sie kann angepasst werden nach oben oder nach unten. Eine ZAF kann selbstverständlich von 40 auf 37,5 Stunden nach unten anpassen.

Wenn Du jetzt 37,5 Std arbeitest baust Du in deinem AZK jede Woche 2,5 Minusstunden auf. Lt. IGZ MTV § 3.2.2 dürfen nur maximal 21 Minusstunden aufgebaut werden. Spätestens nach 8 1/2 Wochen ist diese Grenze erreicht. Frag doch einfach mal nach was deine ZAF dann machen will? Du willst es ja nicht.

Im § 3.2.4 heißt es: "Bei Ausscheiden wird..ein negatives Zeitguthaben mit Entgeltansprüchen verechnet bzw. ist zurückzuzahlen. ..ein negatives auch durch Arbeit auszugleichen.
Das Letztere geht natürlich nicht wenn die Arbeitszeit beim Entleiher gleichbleibt und er keine Überstunden anfordert.

Bevor Du klagst frag einfach nochmal nach wie deine ZAF das mit den 21 Stunden handhaben will. Da können die sich nicht rumdrücken. (Beim IGZ kannst Du dazu dann auch nochmal nachfragen).

Zitat:
Nun wurde dieses 'IGZ Konstrukt' benutzt um Equal Pay zu umgehen und dabei wurde der oben beschriebene Umstand übersehen.

Kannst du das genauer erklären warum das eine Umgehung von equal-pay sein soll? Oder meinst du damit Umgehung von equal-treatment (Gleiche Arbeitsbedingungen)?

Karl

PS:
Hast Du einen privaten Rechtsschutz oder bist Du Gewerkschaftsmitglied? Rechtsauskunft bei der Gew. hast Du ab dem ersten Tag der Mitgliedschaft. Rechtsschutz erst ab dem 4. Monat.


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BeitragVerfasst: 01.03.2018, 21:01 
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Registriert: 12.05.2016, 20:05
Beiträge: 7
Hallo Karl,
leider habe ich es verpasst rechtzeitig eine Rechtschutzversicherung abzuschliessen ich spiele aber mit dem Gedanken in die IGM einzutreten.

Die Geschäftsführung von BPE , der Betriebsrat und der IGZ sind der Meinung, das (da die Bezahlung und die Arbeitszeit im Arbeitsvertrag ) 40h/Woche zu erbringen wären.



Die Einsatzanforderung der BASF beträgt 37,5h/Woche die 40h werden aber toleriert.

Die 'Minderzeit' von 2,5h pro Woche die sich im Falle einer Stundenreduzierung ergeben würde solle im BPE Ingenieurbüro nachgearbeitet werden.


Hattest recht, ich meinte Equal Treatment. Wir wurden damals 'überredet' neue IGZ tarifgebundene Arbeitsverträge zu unterzeichnen, da das angeblich die BASF vorgeschrieben hätte.


Vielen Dank
Peters


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BeitragVerfasst: 03.03.2018, 11:58 
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Registriert: 24.02.2012, 10:18
Beiträge: 139
Du kannst hier nicht einzelne Bestandteile rauspicken.

Welchen Stundenlohn hast du denn bei 40 Std./Woche?

Fixgehalt / 173,33

Bist du auch eingruppiert nach IGZ?

Wird ein Stundenkonto geführt?

Wo ist das Problem? Du bekommst die Stunden doch bezahlt?

Wie wird Equal-Pay umgangen? Kann man doch problemlos ausrechnen.

BASF MA verdient x€ bei 162,5 Std./Monat. X€/162,5 = Stundenlohn BASF vs dein Stundenlohn

Wenn du keinen Bock auf Stress hast, rechne einfach aus, was dich der Spaß im Jahr kostet
und rechne es in Form von Sonderurlaub auf Krankenschein ab. :wink: Diskutieren mit den ZAF Dödeln bringt nix. Willst ja auch ein gutes Zeugnis. Oder lass dir zumindest ein sehr gutes Zwischenzeugnis ausstellen bevor du auf den Putz haust. Dann hast du was in der Hand, wenn das Zeugnis nach Vertragsende wesentlich schlechter ausfällt.


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