ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 22.06.2005, 11:21 
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Hallo,

hier ein Link, der nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zum Handeln (Gewerkschafter) auffordern sollte:

http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=2933

Hoffentlich können wenigstens die Gewerkschafter gut schlafen.

Viele Grüße
Selena


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BeitragVerfasst: 27.06.2005, 21:26 
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Ich sage ja Zeitkonten sind das aller letzte.

Glücklicher weise sind die bei meiner ZAF versichert.

Ich hatte das schon mal.
Auf dem Zeitkonto 157,5 Überstunden und dann INSOVENZ.
Und weg Sind die Stunden.
Die konnte ich zwar zur Tabelle anmelden doch wo nichts zu holen ist... :evil:

_________________
...und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren sollen ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe.

Ezechiel 25,17


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BeitragVerfasst: 29.06.2005, 14:51 
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Beiträge: 190
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Hallo Fresh14,

ich muss dir sowohl widersprechen als auch Recht geben:

Widerspruch: Zeitkonten sind NICHT das allerletzte - viele unserer Mitarbeiter nutzen intensiv dieses Flex-Modell um ihre Freizeit zu organisieren - außerdem können sie sich bei Bedarf auch jederzeit Stunden (auch über 20 Stunden) auszahlen lassen.

Zuspruch: Zeitkonten sollten gegen Insolvenz abgesichert werden - zumindest ab einer gewissen Größenordung.

Bis dann
Wilhelm Kalmund


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 Betreff des Beitrags: @ Kalmund
BeitragVerfasst: 29.06.2005, 20:24 
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Registriert: 16.03.2005, 12:52
Beiträge: 176
Hallo,

wieso sollen die Stunden eines Zeitkontos "zumindest ab einer gewissen Größenordnung" gegen Insolvenz geschützt werden?

Warum sollte ein Arbeitnehmer einem Arbeitgeber Arbeitszeit schenken? Ein Arbeitnehmer verkauft seine Arbeitskraft; ein Arbeitgeber kauft sie ein.

Bekommen Sie bei irgend einem Verkaufsgeschäft die eigentlich von Ihnen gewünschte Ware geschenkt? Erhalten Sie in einem Warenhaus Ihr Rasierwasser geschenkt?

Offenbar sind die Löhne der ZAN so niedrig, dass die ZA-Arbeitgeber diese Löhne nicht ernst nehmen und glauben, darauf könne ein AN leicht verzichten.

Und wie sieht es mit den Sozialabgaben aus???

Ist es nicht paradox, dass die AG einerseits über die hohen Löhne und Lohnnebenkosten stöhnen, andererseits aber erwartet wird, dass der AN locker darauf verzichten soll und die Sozialkassen entsprechend?

Viele Grüße
Selena


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BeitragVerfasst: 29.06.2005, 21:31 
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Registriert: 12.06.2005, 01:53
Beiträge: 67
Hallo @all,

selena hat uneingeschränkt Recht.

Man nehme mal bitte die "wahnsinnig arbeitnehmerfreundliche" Regelung aus dem BZA-TV : ab der 151. Stunde ( ich glaube bis zur 230.) muß nachweislich gegen Insolvenz versichert werden, nicht vorher und auch nur für die über 150 Stunden hinausgehenden Stunden!! Welch ein Wahnsinn!! :twisted: :twisted:

Man stelle sich mal vor, eine mittelgroße ZAF mit sagen wir mal 200 Mitarbeitern meldet Insolvenz an und alle Mitarbeiter hätten 150 Stunden im Konto - dies bedeutet, das diese Firma dann ihre Mitarbeiter, die Sozialversicherung und das Arbeitsamt um 30.000 Arbeitsstunden "beschissen" ('tschuldigung, aber das regt mich auf) hat.
Außerdem konnte diese Firma dann auch länger als normal am Markt bleiben und somit ist dies ja dann evtl. auch ein Schaden für andere ZAF's.

Auch muß man mal bedenken, daß 150 Stunden einen Monatslohn darstellen - welcher Mitarbeiter kann denn so ohne weiteres auf ein Gehalt komplett verzichten ?
Man kann ja durchaus der Existenz eines Zeitkontos gutes abgewinnen, aber was spricht gegen eine Insolvenzabsicherung ab der ersten Stunde?
Ich meine : nichts !
Hier muß dringend nachgebessert werden (im Interesse aller).

Unsere Firma scheint diese Insolvenzversicherung übrigens so zu fürchten, wie der Teufel das Weihwasser - nicht anders kann ich es auslegen, daß bei uns in der Firma die Anweisung herrscht, nur ja nicht über 150 Stunden Guthaben zu kommen!
Ein Schelm, der böses dabei denkt. :o

So nun habe ich mir erstmal Luft gemacht. Vieleicht habt ihr ja auch eine Meinung dazu - ich freue mich drauf.

shorty


Zuletzt geändert von shorty am 16.09.2005, 00:18, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 29.06.2005, 22:38 
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Beiträge: 42
Wohnort: Berlin
Hallo zusammen!

Tja das mit den Zeitkonten ist wirklich in der Praxis ne schwierige Kiste.
Leider lassen die Tarifverträge Interpretationsspielräume, die liebend gern "einseitig" zu Gunsten der Arbeitgeber ausgelegt werden.-
Häufig fehlt es dann an genug Rückrat der Arbeitnehmer um hier für Klarheit zu sorgen, wobei hier klar gesagt werden muss, dass der Arbeitnehmer natürlich das schächere Glied in der Kette ist.
Die Angst vor Arbeitsplatzverlust lässt viele Kollegen schweigen, vor allem dann, wenn es sie nicht direkt selbst betrifft, sondern Kollegen.

Die Begrenzung von Zeitkonten einerseits und die Stundenentnahme andererseits führen zu Problemen.-
Arbeitgeber neigen dazu, bei Nichteinsatzzeiten, die Stunden an die Kollegen weiterzureichen, indem Minusstunden geschrieben werden.-
Gleiches gilt, wenn der Kundenauftrag für z.B. 30 Stunden geht, aber der AV über 35 Stunden (die Abweichung wird als Minus geschieben).
Dies ist nicht nur ein Benachteiligung des Arbeitnehmers, obendrein auch noch rechtswidrig (§615 BGB - Annahmeverzug des Arbeitgebers).
Bisher scheuen sich selbst Gewerkschaftsmitglieder, durch Arbeitsgerichtsprozesse, für eindeutige Klärungen zu sorgen.-
Fünf Millionen Arbeitslose sorgen für genügend Druck!

Bei der Begrenzung von Minusstunden siehts leider ähnlich aus.
Wir haben schon von Kollegen erfahren, die mehr als 200 Minusstunden hatten.
Da kann ich erstmal nur sagen - Respekt!
Jede als Minusstunde geschriebene Stdunee ist wie ein zinsloser Überziehungskredit.-
Maximal kann die Firma bis 35 Stunden in Rehcnung stellen, wenn man ausscheidet.-
Also ist doch die Firma selbst Schuld, wenn sie mehr zulässt.
Wenn sie Minusstunden allerdings vom Lohn abzieht, dann ist sofortiges Eingreifen nötig - Weil so etwas verboten ist!
Solchen Gesellen muss das Handwerk gelegt werden!

Grundsätzlich und "richtig" angewendet, bieten Stundenkonten eine Möglichkeit der Arbeitszeitflexibilisierung, wie sie gewünscht wird.
Einerseits können dadurch Überkapazitäten "billig" gepuffert werden, andererseits bestehet für den Arbeitnehmer die Chance auf zusätzlichen
Urlaub durch Freizeitausgleich.
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten können solche Regelungen, Arbeitsplätze sichern, weil Flexible Arbeitszeitgestaltung möglich wird.
In der Metall- und Automobilindustrie ein erprobtes Mittel.

Wenn die Gewerkschaftsmitglieder es erreichen, dass spätestens durch Gerichtsurteile, eindeutige Regelungen geschaffen werden, können die Regelungslücken der Tarifverträge ausgeglichen werden!
Dafür lohnt es sich zu streiten!

Mit freundlchen Grüssen

_________________
Arbeitskreis
"Menschen in Zeitarbeit"
der IG Metall VSt Berlin


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 Betreff des Beitrags: Falls...
BeitragVerfasst: 04.07.2005, 14:13 
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Registriert: 16.03.2005, 12:52
Beiträge: 176
jemand diese Seite noch nicht kennt:

http://www.chefduzen.de/thread.php?post ... #post15846

Was sagt "man" dazu???

Viele Grüße
Selena


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04.07.2005, 14:40 
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Registriert: 12.06.2005, 01:53
Beiträge: 67
Hey @all,
Hallo selena,

dazu fällt mir nun wirklich nichts mehr ein.

Ich dachte, bei Randstand existiert ein Betriebsrat und außerdem hatte ich vermutet, daß die auf Grund ihrer Größe auch eine Rechtsabteilung haben.
Wie kann dann eine solche Betriebsvereinbarung zustande kommen ?
Offensichtlich verstößt diese doch sowohl gegen geltende Gestze des BGB bzw. AÜG sowie auch gegen den Tarifvertrag. Und soweit mir bekannt kann man diese bestehenden Gesetze mit einzelvertraglichen Regelungen und/oder Betriebsvereinbarungen nur und ausschließlich verbessern, keinesfalls aber verschlechtern.
Normalerweise müßte diese Vereinbarung, zumindest nach meinem Rechtsverständniß, null und nichtig sein.
Verbessert mich bitte, wenn ich mit meiner Rechtsauffassung falsch liege (man lernt ja gerne dazu).

Da sieht man aber andernfalls auch mal wieder, wohin schlampiges Verhandeln und Formulieren führen kann - nicht war, lieber DGB !!!

Luwisi


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 Betreff des Beitrags: Zeitkonten-BV Randstad
BeitragVerfasst: 09.07.2005, 15:26 
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Administrator

Registriert: 27.12.2004, 14:20
Beiträge: 2595
Wohnort: Augsburg
Hallo selena, Hallo luwisi,

im Betriebsratinfo 2/2005 von Randstad gibt es einen Artikel zum Thema
Zeitkonto-Freizeitausgleich -Rufbereitschaft

Ich zitiere mal auszugsweise:
Zitat:

"Das Thema Zeitkonto ist und bleibt aktuell!....
Das Recht des Leiharbeitnehmers auf Vergütung bei Annahmeverzug
des Verleihers (§ 615BGB), die Pflicht des Arbeitgebers, auch einsatzfreie Zeiten zu bezahlen, das eigentliche Risiko des Arbeitgebers, läuft mit der Neuregelung großteils auf Kosten der Zeitkonten. Der Mitarbeiter bekommt zwar die Zeit im Rahmen seiner verstetigten monatlichen Vergütung bezahlt. Einsatzfreie Zeiten, die früher als Nichteinsatz oder Rufbereitschaft bezahlt wurden, laufen heute aber als Minusstunden im Zeitkonto des Mitarbeiters auf. Dies führt zu zahlreichen Minusstunden, die es in diesem Ausmaß bisher nicht gab....
Wie wir über Rückfragen von Disponenten und überbetrieblicher Mitar-
beiter erfahren müssen, gibt es hier viele Unklarheiten."

Die Frage ob die "zahlreichen Minusstunden die es in diesem Ausmaß bisher nicht gab" überhaupt rechtens sind wird nicht problematisiert obwohl der Artikel gleich zu Beginn auf den "Annahmeverzug des Verleihers (§615 BGB)" ausdrücklich hinweist.

Es macht den Eindruck man will die heiße Kartoffel MINUSSTUNDEN
nur mit spitzen Fingern anfassen.

Dazu noch ein passender Link:
unter:

http://www.info-zeitarbeit.de/News236.htm

wird berichtet, daß Verdi Hessen vier Klagen wegen Nichtbezahlung
bei Nichteinsatz einreicht. Man kann aber aus dem Bericht nicht entnehmen ob diese einsatzlose Zeit ohne Bezahlung im Zusammen-
hang mit Zeitkonten geschah.
Ich habe versucht den Kollegen von Verdi (er ist lt. Verdi-homepage in Hessen für Zeitarbeit zuständig) telefonisch zu erreichen aber er ist
z. Zt. zur Kur. Zur Klärung könnten diese Klagen unter Umständen beitragen.
Man fragt sich natürlich: Wissen dennn alle Tarifkommissionsmitglieder
der DGB-TG darüber Bescheid? Solche Klagen könnten ihre Minusstunden-
regelung tangieren.

Wen die Problematik "Minusstunden" interessiert sollte hier im Forum
unter der Rubrik BEZAHLUNG/ARBEITSBEDINGUNGEN das Diskussions-
thema ARBEITSZEITEN,FREIZEITAUSGLEICH,AÜG anklicken und die
am 07.03. und am 08.03 dort stattgefundene Diskussion zwischen
Herrn Fuhrmann ,Biggi und Jürgen nochmals nachlesen. Kann man
nur jedem empfehlen.

Gruß
Karl

Gruß
Karl


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