ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Zeitarbeits-Prognose 2005 und 2006
BeitragVerfasst: 09.03.2005, 14:39 
Hier der ganze Artikel :

http://www.ig-zeitarbeit.de/admindownlo ... 05_iGZ.pdf

Aufgefallen ist mir dabei nur, das es scheinbar heute schon das tarifliche
" equal pay " für alle LAN in D. geben soll, was ich bisher nicht feststellen konnte !

Hier das amüsante Zitat :

" .. Auch machen sich im Jahre 2004 die Verteuerungen durch „Equal Pay“ bemerkbar, erst in den kommenden Jahren werden die Zeitarbeitsunternehmen, die Mehrkosten auf die entleihenden Firmen abwälzen können... "

Die Firma Interconnection scheint den deutschen Zeitarbeitsmarkt genauso wenig zu kennen, wie Herr Caille von Adecco. :-)

Warum sollten ZAF das "equal pay" an Entleihunternehmen abwälzen, wenn sie es im Regelfall durch die Tarifverträge gar nicht zahlen ?

" .. Mit einem Anteil von nur 1,5% Zeitarbeitern (2004) an der gesamten Beschäftigtenzahl ist eine weitere Steigerung durchaus realistisch (einige Länder liegen bereits über 4%)... "

In den NL gibt es das " equal treatment" und einen gesetzlichen Mindestlohn, was für deutsche LAN derzeit nicht zutrifft !

Tatsache ist, das viele deutsche LAN auf Grund der durchschnittlich bis zu 30 % niedrigeren Löhne Stammarbeiter ersetzen, um den Profit des Unternehmens zu erhöhen.
Hierzu zählen auch die internen ZAF von z.B. VW, der Telekom, usw. !

Gruß
Jürgen


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 Betreff des Beitrags: Neueste Zahlen von Randstad
BeitragVerfasst: 11.03.2005, 13:08 
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Registriert: 23.02.2005, 17:52
Beiträge: 1165
Zitat :

" .. Randstad Deutschland legt beim Umsatz 57 Mio. EUR zu
bei gleichzeitig gutem Ergebnis
In den letzten Tagen präsentierte Randstad Deutschland für das abgelaufenen Geschäftsjahr 2004 folgende Eckdaten:

· 11 Prozent Umsatzwachstum in 2004 auf 595 Millionen Euro
· Sehr positive Entwicklung bei Inhouse Services

· Über 300 Neuanstellungen für den internen Bereich in 2005 geplant

· Im Jahresdurchschnitt rund 24.350 Mitarbeiter/innen

· Wachstum aus eigener Kraft und durch Spezialisierungen angestrebt. "

Quelle :
http://www.es-zeitarbeit.de/index.php?s ... 311&back=1

und
http://www.es-zeitarbeit.de/download/05 ... z%20zu.pdf

Zitat :

" ..Für 2005 plant das Unternehmen seine Marktführerschaft weiter
auszubauen und ein Umsatzwachstum deutlich über dem Wert für 2004 zu erreichen. Dazu sollen über 300 interne Mitarbeiter eingestellt sowie gezielt der Ausbau spezieller Dienstleistungen vorangetrieben werden... "

Dies nur als kleine Info für die TG des DGB in Bezug auf die Verhandlungen zum Branchenzuschlag im Oktober 2005.

Gruß
Jürgen


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.03.2005, 15:58 
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Registriert: 08.02.2005, 15:41
Beiträge: 190
Wohnort: 26919 Brake/Utw.
Moin Jürgen,

das mit randstad, den Gewinnen von randstad, DIS, Manpower und Co. und den in diesem Jahr (wiederum) anstehenden Verhandlungen über Branchenzuschläge mit dem BZA ist eine Thematik für sich...

Aber trotz allem greifst du immer wieder das Equal-pay-Prinzip in deinen Beiträgen auf --> leider vergisst du immer wieder, das in diesen Ländern auch andere Rahmenbedingungen herrschen (so kannst du z.B. in den Niederlanden Mitarbeiter auftragsbezogen einstellen - die Beschäftigung ist allein uns ausschließlich vom Auftrag abhängig...).

In anderen EU-Ländern liegen auch andere Bedingungen vor - also bitte, vergleiche nicht immer wieder Äpfel mit Birnen....(obwoh wahrscheinlich überall Muss rauskommt).

Bis dann
Willi


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.03.2005, 16:51 
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Registriert: 23.02.2005, 17:52
Beiträge: 1165
Moin Willi,

" .. anstehenden Verhandlungen über Branchenzuschläge mit dem BZA ist eine Thematik für sich..."

Richtig, da kann es noch spannend werden.

" Aber trotz allem greifst du immer wieder das Equal-pay-Prinzip in deinen Beiträgen auf --> leider vergisst du immer wieder, das in diesen Ländern auch andere Rahmenbedingungen herrschen (so kannst du z.B. in den Niederlanden Mitarbeiter auftragsbezogen einstellen - die Beschäftigung ist allein uns ausschließlich vom Auftrag abhängig...). "

Mit der Änderung des AÜG ( ab dem 01.01.2004 ) kann jede ZAF einen Bewerber synchron zu der angegebenen Einsatzdauer, befristet einstellen.
Auch für ZAF gilt jetzt das Teilzeit- Befristungsgesetz ( TzBfG ).

Hier ein Zitat aus dem Beschluss des Bundesverfassungsgericht vom 29.12.2004 ( BvR 2283/03 ; http://www.bundesverfassungsgericht.de/ ... cheidungen ) :

" .. Durch das Erste Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt vom 23. Dezember 2002 wurde das Recht der Arbeitnehmerüberlassung teilweise neu konzipiert.

Das so genannte Synchronisationsverbot, das Verbot wiederholter Befristung, das Wiedereinstellungsverbot sowie das Prinzip einer Höchstdauer der Überlassung wurden durch diese Neuregelung abgeschafft.

Im Gegenzug zu diesen Erleichterungen der Leiharbeit verpflichtete der Gesetzgeber die Verleihunternehmen, den Leiharbeitnehmern für die Zeit der Überlassung an einen Entleiher die im Betrieb des Entleihers für vergleichbare Arbeitnehmer des Entleihers geltenden wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Arbeitsentgelts zu gewähren.

Hiervon kann in den ersten sechs Wochen eines Leiharbeitsverhältnisses bei zuvor Arbeitslosen abgewichen werden sowie generell aufgrund von abweichenden Vereinbarungen in einem beim Verleiher anwendbaren Tarifvertrag."

Fazit :

1.) Im Regelfall haben die deutschen LAN bis dato noch nicht die Gegenleistung des "equal treatment" in Bezug auf die o.g. Änderungen des AÜG bekommen, da die TV`s in der Zeitarbeit bis dato kein "equal pay" oder "equal treatment" enthalten.

2.) Das Recht der LAN auf das "equal treatment" wurde mit diesem Beschluss vom BVerfG anerkannt.

Da das AÜG ab dem 01.01.2004 geändert wurde, gelten auch für alle ZAF in D. die Vorschriften des TzBfG und das Synchronisationsverbot ist Schnee von gestern !

Laut Statistik der BA ( auf Grund der eigenen Zahlen der ZAF ; siehe § 8, Abs. 1, Nr. 4 AÜG ) wurden 56,22 % der LAN max. 3 Monate in ZAF beschäftigt und 98-99 % der LAN wurden max. 12 Monate beschäftigt.
Siehe hierzu auch die Tabelle 3 unter
http://doku.iab.de/kurzber/2002/kb2002.pdf

Auf Grund der Streichung des Synchronisationsverbotes und der Geltung des TzBfG ist für jede ZAF in D., ist eine synchrone Neueinstellung in Bezug auf eine konkrete Einsatzdauer bei einem Entleiher möglich, wodurch das Betriebsrisiko des § 615 BGB ausgeschlossen werden kann, wenn der Entleiher sich an den geschlossenen Überlassungsvertrag hält.

Im Zeitraum der Befristung kann sich die ZAF um einen neuen Einsatz kümmern. Wenn der nicht da ist, läuft das Beschäftigungsverhältnis fristgemäß aus.

Wo ist also das Problem für deutsche ZAF ?

Warum sollten sie keinen LAN synchron zu einer schriftlich vereinbarten Einsatzdauer einstellen können ?

Es ist korrekt, das ZAF bisher meist unbefristet eingestellt haben, jedoch ist es auch eine Tatsache, das die meisten Beschäftigungsverhältnisse vor Ablauf der gesetzlichen max. Probezeit von 6 Monaten beendet wurden.
Laut öffentlicher Auskunft von Frau Durian ( IGZ ), wurden 80 % der LAN in IGZ-Mitgliedsunternehmen max. 5 Monate beschäftigt.

Wie sieht die Beschäftigungszeit in Deiner ZAF aus, Willi ?
Deckt sich das mit den Angaben von Frau Durian ?

Auch in den NL gilt die Zahlung des Garantielohnes ( nach 78 Wochen in Phase B und C ), wenn der Verleiher einen LAN ( in einem befristeten oder unbefristeten Beschäftigungsverhältnis ) nicht beschäftigen kann.

In Phase A sind die befristeten Verträge an eine Mindestzeit von 3 Monaten gebunden, was mit dem deutschen TZBfG nicht der Fall ist.
In Phase 1 (A) gibt es keine Lohnfortzahlung des Verleihers bei Krankheit ( der Vertrag endet bei Krankheit ), jedoch bekommt der LAN 70 % seines letzten Lohnes als Krankengeld durch die GAK. Gilt ein ABU-Tarifvertrag sind es 91 % des Lohnes als Krankengeld.
Siehe :
http://www.ig-zeitarbeit.de/download/za ... rlande.doc

Das Einstiegsgehalt liegt über dem gesetzlichen Mindestlohn ( von derzeit 1265 Euro / Monat, Januar 2004 ; 1265 Euro / Monat : 152 Std. / Monat = 10,12 Euro / Std. !!! ).

Welcher LAN verdient in D. als Helfer einen Stundenlohn von über 10,12 Euro / Std. in Bezug auf eine vertragliche Arbeitszeit von 152 Std. / Monat ?

Wurden deshalb von Herrn Dijkhuizen nicht die Entgelte der niederländischen LAN genannt ?

ZAF, wie z.B. Randstad, Adecco, Vedior, usw. müssen LAN in den NL allein auf Grund des gesetzlichen Mindestlohnes schon einen Lohn von mind. 10,12 Euro / Std. in Bezug auf eine vertragliche Arbeitszeit von 152 Std. / Monat zahlen und hier in D. wird gesagt, das so eine Lohnzahlung nicht möglich wäre.

Zum Schluß ist noch anzumerken, das einige ZAF in D. ihr Betriebsrisiko in Bezug auf den § 615 BGB mit der Anordnung von Urlaub und Freizeitausgleich minimieren, was Dir auch bekannt sein dürfte.

Fakt ist nun einmal, Willi, das deutsche LAN heute teilweise Armutslöhne für ihre Vollzeitarbeit erhalten ( von denen niemand allein in D. sich und seine Familie finanzieren kann ), obwohl sie eigentlich einen Anspruch auf das "equal treatment" haben, weil es für die ZAF erhebliche Erleichterungen im AÜG gab !

Wenn Randstad, Adecco, Vedior, usw. den LAN in den NL mind. 10,12 Euro / Std. in Bezug auf 152 Std. / Monat zahlen, dürfte das doch in D. kein Problem sein, weil gerade das Synchronisationsverbot gestrichen wurde und somit LAN synchron zu den Einsatzzeiten befristet eingestellt werden können, oder nicht ?

Gruß
Jürgen


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.06.2005, 00:04 
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Registriert: 12.06.2005, 01:53
Beiträge: 67
Hallo Jürgen,
Hallo Willi,
Hallo @all,

dies ist zwar schon ein etwas älteres Thema, aber ich möchte auch etwas dazu sagen.

Es wäre sehr schön, wenn bei den im Oktober 2005 anstehenden Verhandlungen endlich einmal wenigstens der Weg in Richtung "Equal Pay" eingeschlagen würde - das dies schon dann voll erreicht werden wird, bezweifle ich stark. Aber es muß auf jeden Fall in diese Richtung gehen !!

Auch was das leidige Thema Arbeitszeitkonto angeht muß unbedingt nachverhandelt werden (zumindest im BZA). Hier muß es unbedingt zu einer Begrenzung der Minusstunden auf z.B. max. -35 bis -50 Stunden kommen.

Und erst recht muß diese 25%-Regelung vom Tisch !!

Man sieht, die Gewerkschaften haben viel zu tun.
Ich denke aber, bei den Erfolgsmeldungen aus den ZAF bezüglich Umsatz- und Gewinnsteigerung müßten die Gewerkschaften ja gute Argumente haben, oder ?

Mir fällt übrigens dabei noch ein, daß man eventuell auch mal über die Eingrupierungsrichtlinen bzw. die Auswahl der Eingrupierung nachdenken sollte. Es ist nämlich meistens so, daß Facharbeiter, die auch als solche eingesetzt werden sollen, einfach in die Helfergruppe 2 oder höchstens in Stufe 3 (2 jährige Ausbildung) eingestuft werden - auch eine Form des Lohndumpings in meinen Augen.
Hier müßte in meiner bescheidenen Meinung nach irgendeine Art der Eingrenzung der Möglichkeit der Einstufung nach unten geschaffen werden, z.B. das ein Facharbeiter unabhängig von seiner gerade geforderten Einsatztätigkeit immer als Facharbeiter (Stufe 4) eingrupiert werden muß.
War nur mal so ein Gedanke.


Viele Grüße aus Hamburg

shorty


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