ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Re: Leiharbeit-Reform 2016
BeitragVerfasst: 22.05.2016, 20:41 
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Registriert: 11.05.2016, 22:58
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schlossermicha hat geschrieben:
Die Hauptschuld an der Prekären lage tragen aber die Konzerne
(man bekommt halt den Hals nicht voll genug) und die Politik.



Ja, das haben Politik und Arbeitgeber gut hinbekommen. Die Schuldigen sind auf einmal nicht mehr die Politik und die Wirtschaftslobbyisten, sondern entweder Betriebsräte oder Gewerkschaften.
Erst diese widerwärtigen Gesetze machen und später sagen: "Da stecken wir uns nicht zwischen, das ist Sache der Tarifvertragsparteien." Divide et impera...

Sitzen ein Arbeitgeber, ein Festangestellter Arbeitnehmer und ein Leiharbeitnehmer am Tisch und sollen sich 10 Kekse teilen. Was passiert? Der Arbeitgeber nimmt sich 9 Kekse, stuppst den Festangestellten an und sagt: "Pass auf, der Leiharbeitnehmer will dir deinen Keks wegnehmen."


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 Betreff des Beitrags: Re: Leiharbeit-Reform 2016
BeitragVerfasst: 23.05.2016, 21:56 
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Registriert: 28.05.2015, 20:20
Beiträge: 40
Wenn die Gewerkschaft keinen Tarifvertrag geschlossen hätte und selbstbewußt für jedes Mitglied die geltenden §§ des AÜG (§§9 und 10) durchgesetzt hätte, würde ich sagen: Die Gewerkschaften haben etwas erreicht und getan.

Leider sind die Gewerkschaftlichlich Tarifverträge unter Qual Treatment. Es wird sogar voller Stolz auf das Egual Pay und Branchenzuschläge verwiesen.

Das Risiko trägt letztlich der Leiharbeiter:
er ist als erster draussen und konnte sich oft kein Polster anlegen. Die Stammbelegschaft mit ihren Erfolgsprämien , Cafeterialeistungen etc. scheint leider besser abgesichert.

Für die Stammbelegschaft ist die Gewerkschaft eine Bereicherung. Für uns oft nicht.

Ich freue mich, das es ein paar engagierte BR gibt, die sich für die LAK einsetzen. Beispielhaft sei der BR von Premium Aerotechnik, Augsburg erwähnt. Leider ist dies eine Ausnahme.

Liebe Gewerkschaft, lasst das mit den Tarifverträgen in der Zeitarbeit sein!
AÜG wäre uns allen genug. Dann würde nur noch die tägliche Unsicherheit und das Vagabundieren von einem zum nächsten Job bleiben.

Allen BR und Gewerkschaftlern wünsche ich den Mut, etwas nicht zu tun.
___________
Es ist schon komisch, wenn man weiß, das man sehr schnell aus dem Unternehmen heraus ist und bei Unwohlsein auf den gelben Schein verzichtet um dann fest zu stellen, wie Krank die Stammbelegschaft ist.

Im Sinne der deutschen Wirtschaft kann ich nur fordern: Zeitarbeit für alle!

Es ist die Unsicherheit, die Beziehung und Lebensqualität stark belastet. Bei vielen von uns kommt der reduzierte Urlaub, die sehr schlechte gewerkschaftliche Vertretung und weniger Lohn dazu.

Also den Vorwurf, den Sozialneid zu schüren ist ein Totschlagargument, das Unvermögen von BR in Entleihbetrieben und bei Gewerkschaften kaschiert.

Der Unterschied zwischen Qual Pay und Qual Treatment liegt in der Luftfahrt und Autoindustrie bei mehreren tausend Euro im Jahr. Neben Erfolgsprämien sind auch Betriebsrenten und weitere Vergünstigungen hinzu zu rechnen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Leiharbeit-Reform 2016
BeitragVerfasst: 26.05.2016, 01:45 
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Beiträge: 1006
Teja83 hat geschrieben:
Premutos.... DU schürst meiner Meinung nach den Sozialneid der Arbeitnehmer untereinander. Dazu gehört m.E. auch dein ständiges Gemecker über die Gewerkschaften als deinen Buhmann.


Mir wird bei Deinem Geschreibsel inzwischen auch ganz schlecht. Der Sozialneid unter AN wird also von Premutos geschürt. Was für ein Schwachsinn.
Premutos hat völlig recht: die DGB-Gewerkschaften versagen inzwischen seit Jahrzehnten bei der Leiharbeit. Und das wird jetzt wieder kommen. Wie man dieses Verhaltem immer noch schön reden kann, ist mir völlig schleierhaft.


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 Betreff des Beitrags: Re: Leiharbeit-Reform 2016
BeitragVerfasst: 26.05.2016, 05:52 
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Beiträge: 125
Ich find die Reform nicht schön sondern scheisse. Ich find da hat die Politik schuld - nicht die Arbeitnehmervertretungen Betriebsrat oder Gewerkschaft. Die sind sicher auch nicht der reine Segen - aber MEINE LETZTE Hoffnung. Und drum sag ich - im Gegensatz zu Premutos - bitte lieber eintreten und versuchen darüber noch ne Chance zu haben als die Leut animieren auszutreten. Wenn dir erst von meinem "Schönschreiben" (?) schlecht wird: ich kotz schon seit ich die Einzelheiten der sogenannten Reform gehört habe.

Und das mit dem Sozialneid bezieht sich auf den Satz mit dem "Hauptsache Stammmitarbeiter bekommen ihre Prämien". Hier hätte m.E. stehen können: Hauptsache die Aktionäre bekommen fette Dividenden (da schür dann ich vielleicht AICH den Sozialneid - aber nicht der Arbeitnehmer untereinander). Kapischke den Unterschied, der für MICH hier wichtig ist? :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Leiharbeit-Reform 2016
BeitragVerfasst: 30.05.2016, 19:00 
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Beiträge: 507
theodor hat geschrieben:
Spätestens nach 24 Monaten bist du als Sklave doch eh raus, weil die Unternehmen nicht übernehmen wollen.


Künftig werden alle Leiharbeiter bei Vertragsabschluss unterschreiben, dass sie auf eine Übernahme beim Entleiher nach x-Monaten verzichten.

Zitat:

"Wenn C freilich einigermaßen ordentlich beraten ist, dann nutzt das Unternehmen, die Neuregelung in § 9 Nr. 1 AÜG 2017. Es bleibt sonst alles unverändert, aber alle Mitarbeiter, die Lfl schickte, haben bei der Arbeitsaufnahme bei C dort eine schriftliche Erklärung abgegeben, dass sie stets bei Lfl bleiben wollen – sonst kommen sie bei C nicht ins Haus. Diese Erklärung wäre übrigens kein „Widerspruch ins Blaue“. Die Fiktion greift im Augenblick des Arbeitsbeginns. Also trifft der Widerspruch auf den Punkt. Zwang oder Täuschung gab es auch nicht.

Hier liegt zwar immer noch illegale Überlassung vor. Die überlassenen Mitarbeiter werden wegen der im AÜG 2017 erstmals vorgesehenen Widerspruchserklärungen aber nicht mehr Arbeitnehmer von C – sie alle bleiben wunschgemäß bei Lfl."

Quelle: https://www.juris.de/jportal/portal/pag ... hricht.jsp

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Der letzte Kampfaufruf http://www.youtube.com/watch?v=88Hh_DqJA5k
Der letzte Arbeitskampf http://www.youtube.com/watch?v=tGdVo6a0Ats


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 Betreff des Beitrags: Re: Leiharbeit-Reform 2016
BeitragVerfasst: 30.05.2016, 19:18 
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Beiträge: 507
Teja83 hat geschrieben:
Ich find da hat die Politik schuld - nicht die Arbeitnehmervertretungen Betriebsrat oder Gewerkschaft. Die sind sicher auch nicht der reine Segen - aber MEINE LETZTE Hoffnung. Und drum sag ich - im Gegensatz zu Premutos - bitte lieber eintreten und versuchen darüber noch ne Chance zu haben als die Leut animieren auszutreten.


In welcher Gewerkschaft soll man den eintreten bzw. welche Gewerkschaft ist zuständig?
Die Bande legt Arbeitsverträge mit Formuliereungen wie

"4. Bis zum Beginn des ersten Einsatzes finden diejenigen mit dem iGZ abgeschlossenen Tarifverträge Anwendung, an denen ver.di als Vertragspartei beteiligt ist."

Quelle: https://www.xing.com/communities/forums/100633524

vor. Herr Dr. Alexander Bissels führt weiter aus:

"Das Gericht hat dabei offenlassen können, ob das Tarifwerk iGZ/DGB als "mehrgliedrig" oder als "einheitlich" zu qualifizieren ist."

Sollte es sich um einen mehrgliedrigen TV handeln, dann sollen zu Beginn nur die TV von Verdi zur Anwendung kommen. Kann Verdi überhaupt TV für IGM-Mitglieder aushandeln?
Die IGM erklärt sich nur tarifzuständig, wenn ein Leiharbeiter in einem Betrieb tätig ist, der im Zuständigkeitsbereich der IGM tätig iist. Bei einsatzfreien Zeiten, Urlaub usw ist der Leiharbeiter aber nicht im Zuständigkeitsbereich der IGM tätig. Macht dann eine IGM-Mitgliedschaft sinn?

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 Betreff des Beitrags: Re: Leiharbeit-Reform 2016
BeitragVerfasst: 05.06.2016, 12:22 
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Beiträge: 18
Weiss jemand ab wann die Reform in Kraft tritt?


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 Betreff des Beitrags: Re: Leiharbeit-Reform 2016
BeitragVerfasst: 05.06.2016, 12:43 
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Registriert: 11.05.2016, 22:58
Beiträge: 69
Die muss ja noch komplett durch den Bundestag - ich kann mir nicht vorstellen, dass die Änderungen vor 2017 in Kraft treten.
Außerdem:

"FRIST LÄUFT ERST MIT INKRAFTTRETEN DES GESETZES: Zudem müssen Leiharbeiter noch etwas länger warten, bis sie Anspruch auf den gleichen Lohn haben. Bei der Beschäftigungsdauer von neun Monaten, die dafür Voraussetzung ist, werden nur Zeiten ab dem Inkrafttreten gezählt. Davor liegende Beschäftigungszeiten bleiben außen vor. "Die Arbeitgeber erhalten so eine Übergangsfrist", heißt es in der Einigung."


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