ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 28.11.2016, 12:04 
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Moin,

im Tarifvertrag steht ja, dass die Strecke von der Zeitarbeitsfirma zum Kunden entscheidend ist - wie lange braucht hier denn das öffentliche Verkehrsmittel? Das wäre hier aus meiner Sicht die entscheidende Zeit. Wenn es da also eine direkt Verbindung < 1:30 Std. gibt, dann schaust Du in die Röhre - auch wenn es natürlich völlig sinnfrei wäre, tatsächlich erst zur ZAF und dann zum Kunden zu fahren...

Hintergrund: Wenn Du (nicht nur bei einer ZAF, sondern generell bei irgendeinem Arbeitgeber) einen Arbeitsvertrag unterschreibst, dann ist es eigentlich immer Dein Privatvergnügen, zu Deiner Tätigkeitsstätte zu gelangen. Sprich: Der Weg zur ZAF ist "mit drin", aber von der ZAF zum Kunden - das regelt dann der Tarifvertrag.

Ansonsten hast Du aus meiner Sicht grundsätzlich recht: Dein ARbeitgeber darf Dich nicht schlechter stellen als Tarif. Und die von ihm angebotene Pauschale wäre deutlich schlechter - zumindest, wenn das nicht pro Woche, sondern pro Monat gezahlt wird. Auch wenn Du das am Anfang mal irgendwo unterschrieben hast, das wäre nicht in Ordnung und Du kannst das auch der Agentur für Arbeit melden.

Aber wie gesagt: Prüfe erstmal - 150 km können ja auch mit ÖPNV in unter 1:30 Std. gehen (müssten nach Deiner Schilderung ja ca. 150 km sein)

Ach ja, und nochwas: Es geht ja um die tatsächlich aufgewendete Zeit. Wenn man also mit ÖPNV 2:30 Stunden von der ZAF zum Kunden braucht, Du aber bei einem Kollegen aus Deiner Gegend die 50 km zum Kunden in 30 Minuten im Auto fährst - dann zählt leider letzteres...


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BeitragVerfasst: 28.11.2016, 16:38 
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Registriert: 06.05.2010, 09:31
Beiträge: 195
Moin moin,

also ich GLAUBE (bin auch kein Arbeitsrechtsexperte...) Du hast zwar laut Tarifvertrag ein Anrecht darauf, dass Dir die Zeit über 1,5 Stunden vergütet wird - das heisst aber NICHT, dass sie als Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes gilt.

Vielleicht fühlt sich da jemand anders hier im Forum berufen, aber die maximal 10 Stunden pro Tag im Sinne des Arbeitszeitgesetzes beziehen sich meines Wissens ersteinmal auf die ARBEITSZEIT und gerade bei Anreise mit dem ÖPNV (wo man nicht selbst fährt, sondern im Prinzip ja ein Buch lesen kann oder sonstwas) gilt die Anreise nicht unbedingt als Arbeitszeit.

Meine Interpretation wäre: Ja, Du hast Anrecht auf zusätzliche Vergütung für die Anreise (da bin ich sicher), aber Du musst da vor Ort die "normale" Arbeitszeit arbeiten (da bin ich nicht ganz sicher, nur ziemlich sicher...)

Alles andere würde sich auch nie für die ZAF rechnen, da wärst Du schneller dort abgemeldet als Du "Reisekostenzuschuss" sagen kannst.

Äh - Das ist irgendwie echt ein Extremfall. Eigentlich sind 50 km (Wohnort zu Einsatzort) nicht sooooooo viel, wahrscheinlich würden das auch die meisten Arbeitsgerichte als zumutbar bezeichnen. Auf der anderen Seite sind natürlich 2:30 Stunden ÖPNV für eine Strecke echt hart, das ist keine Frage - wenn Du da 8 Stunden arbeiten sollst und 5 Stunden Anreise hast, bleibt Dir vom Tag nicht viel übrig. Ich habe einen eigenen PKW, wenn ich irgendwo 2:30 Stunden hinfahre, dann muss mir meine ZAF auch immer eine Übernachtung zahlen, das ist dann definitiv Fernbereich. Aber dementsprechend rechnet die dann natürlich auch mit dem Kunden ab und kann mir das auch zahlen.
Jetzt mal praktisch gedacht: Wenn Dir Deine ZAF oder der Kunde eine Mitfahrgelegenheit organisieren könnten, dann wäre doch eigentlich alles ok... dann wärst Du in 30 Minuten bei der Arbeit und hättest noch sowas wie ein Leben... mit 8 + 5 Stunden hört sich das nicht so doll an, egal ob Du nun noch ein paar Euro für die Anreise kriegst oder nicht...


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BeitragVerfasst: 21.12.2016, 06:08 
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Registriert: 28.05.2015, 20:20
Beiträge: 40
Es gibt ein Urteil für privilegierte Beschäftigte, wie lange eine Anfahrt zum Betrieb zumutbar wäre. Ich glaube, die liegt bei 2 täglich (bitte Goggeln). Das würde bedeuten, du kannst aufgrund des langen Weges jederzeit kündigen ohne Repressionen befürchten zu müssen.
Auf jedenfalls würde der Sachverhalt deine Position bei der Nachverhandlung stärken, wenn der Endkunde dich gerne weiter behalten würde.

Das mit dem Tarifvertrag weiß ich nicht. Bin auch kein Experte.

Hintergrund dürfte sein, das du ein Anrecht hast auf 11std tägliche Ruhezeit.

Gruß
Bär


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