ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos
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neuer Mindestlohn Auswirkung auf Fahrgeld?
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Seite 1 von 1

Autor:  Tracid81 [ 29.12.2016, 17:49 ]
Betreff des Beitrags:  neuer Mindestlohn Auswirkung auf Fahrgeld?

Hallo,

ich bekomme neben meinen Gehalt noch 200 Euro Fahrgeld steuerfrei.
Nun hat heute jeder bei uns eine Mail bekommen das ja die irre Gehaltserhöhung ab 1.1.17 kommt, sich gleichzeitig die Zulage mindert und das man sich freut das Zeitarbeit noch attraktiver wird. :mrgreen: Weiß ja nicht was man so für Drogen nimmt, aber jeder der mit denken kann, erkennt ja das es ne 0 Rechnung ist für diejenigen die eine Zulage bekommen, spätestens ja nach 9 Monaten Zugehörigkeit für alle Zeitarbeiter.
So nun meine Frage...Fahrgeld und Zulage sind ja 2 paar Schuhe......das sollte nicht von den Gehaltserhöhung betroffen sein oder doch?? Will da aber auch nicht anrufen und fragen, nicht das die noch auf tolle Ideen sonst kommen...

Autor:  Hafenkasper [ 30.12.2016, 09:57 ]
Betreff des Beitrags:  Re: neuer Mindestlohn Auswirkung auf Fahrgeld?

Tracid81 hat geschrieben:
So nun meine Frage...Fahrgeld und Zulage sind ja 2 paar Schuhe......das sollte nicht von den Gehaltserhöhung betroffen sein oder doch?? Will da aber auch nicht anrufen und fragen, nicht das die noch auf tolle Ideen sonst kommen...


Dein Arbeitgeber scheint " Übertarifliche Zulage" , auf die man im übriegen Lohnsteuer und Sozialabgaben zahlt, mit Fahrtkosten Ersatz §670 BGB zu verwechseln.
Fahrtkosten können nicht mit Tariflichen Entgeld erhöhungen verechnet werden.
Leider wird den Leiharbeitern das aber immer wieder so verkauft. Was auch wegen der großteils Unwissendheit der Leiharbeiter möglich ist.

Autor:  DDEnte [ 30.12.2016, 20:36 ]
Betreff des Beitrags:  Re: neuer Mindestlohn Auswirkung auf Fahrgeld?

Die ZAF möchte wohl dafür sorgen, dass die Mitarbeiter des zuständigen Arbeitsgerichts nicht arbeitslos werden. :twisted:

Autor:  Cid [ 31.12.2016, 09:36 ]
Betreff des Beitrags:  Re: neuer Mindestlohn Auswirkung auf Fahrgeld?

Zitat:
. Hallo,

ich bekomme neben meinen Gehalt noch 200 Euro Fahrgeld steuerfrei.
Nun hat heute jeder bei uns eine Mail bekommen das ja die irre Gehaltserhöhung ab 1.1.17 kommt, sich gleichzeitig die Zulage mindert und das man sich freut das Zeitarbeit noch attraktiver wird. :mrgreen:


Hi es gibt ZAFs welche solche Klauaeln in deren AVs einbauen.
Aber das können wir nicht beurteilen.

Sollte es so sein, dann gehe zum Kundenbetrieb erklaere dass man dir die Fahrgelder kürzt.
Wenn man dort deine Arbeit und Dich schätzt, setzt man sich bei der ZaF für Dich ein. Versuche es einfach, lass Dich nicht ausspielen, spiel die andern aus.

Autor:  Schimmelreiter [ 21.05.2017, 18:52 ]
Betreff des Beitrags:  Re: neuer Mindestlohn Auswirkung auf Fahrgeld?

Tracid81 hat geschrieben:
So nun meine Frage...Fahrgeld und Zulage sind ja 2 paar Schuhe......das sollte nicht von den Gehaltserhöhung betroffen sein oder doch?? Will da aber auch nicht anrufen und fragen, nicht das die noch auf tolle Ideen sonst kommen...


Das Verrechnen von Zulagen und dem Grundentgelt bzw. dessen Erhöhungen hat bei den LAF Programm.
Deshalb besteht man ja auch von Anfang an auf korrekter Einstufung, damit der Anteil der Zulage gering ausfällt.

Beispiel:
Du arbeitest als Facharbeiter mit diversen Zusatzqualis bei einer LAF.
Diese bietet Dir 14 EUR/h, möchte Dich aber in EG4 eingruppieren.

So wird Dein Lohn dann aussehen:
Aktuell: 12,18 EUR/h + 1,82 EUR/h Zulage = 14 EUR/h
Ab 1.4.2018: 12,52 EUR/h + 1,48 EUR/h Zulage = 14 EUR/h
Ab 1.4.2019: 12,89 EUR/h + 1,11 EUR/h Zulage = 14 EUR/h

Gegenbeispiel:
Du bestehst auf EG5, dann würde Dein Lohn so aussehen:
Aktuell: 13,75 EUR/h + 0,25 EUR/h Zulage = 14 EUR/h
Ab 1.4.2018: 14,13 EUR/h + 0 EUR/h Zulage = 14,13 EUR/h
Ab 1.4.2019: 14,55 EUR/h + 0 EUR/h Zulage = 14,55 EUR/h

Man bescheißt sich selber also um die zukünftigen Lohnsteigerungen, wenn man sich auf allzu üppige freiwillige Zulagen statt tariflichen Lohnes einläßt.
Das erste Beispiel geht ja noch viel weiter, bei den üppigen Lohnsteigerungen in der Branche ... bis die 1,11 EUR/h aufgezehrt sind, vergehen da noch einige Nullrunden!


Ach ja:
Da wo man mit 12,50 EUR/h um die Ecke kommt, würde die LAF natürlich EG3 versuchen, da würde EG4 ja nur bis zum 1.4.2018 reichen ...


Soweit die allgemeine Betrachtung.


Sollte man das Glück haben, in einer Branche zu arbeiten, in der Branchenzulage zu zahlen ist, sieht es natürlich etwas anders aus:
Wenn hier schon vor dem Zustehen der ersten Stufe der Zulage eine einsatzbezogene Zulage gezahlt wird - dann i.d.R. weil der Einsatzbetrieb das so will - dann ist es relativ klar, daß es hier Absicht war, die Branchenzulage arbeitnehmerfreundlicher auszulegen, indem man sie gewissermaßen vorzieht.

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