ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 11.02.2017, 18:42 
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Hallo!
Ich schreibe über den Account von meinem Mann...Dass ihr Bescheid wisst ;)

Also...Ich versuche mein Problem so kurz wie möglich zu halten:

Ich bin seit April 2015 bei dieser ZAF als Kinderkrankenschwester. Ich habe bis Montag, den 6. Februar in einem Kundenbetrieb gearbeitet, das seit Ende Oktober. Am 8. Februar hat meine Chefin mich angerufen, weil das Krankenhaus mich plötzlich abgemeldet hat (bin vom 7. Februar bis zum 10. Februar krank geschrieben gewesen, ich schätze es geht ja darum). Am Telefon meinte meine Chefin, es gäbe keine Einsätze im Frankfurter Raum. Der nächste Einsatz wäre im Mainz. Ich glaube nicht daran, dass Mainz die einzige Möglichkeit ist "mich unterzubringen", da es auf der Homepage von der ZAF viele ausgeschriebenen Stellen (3 Stück) in Frankfurt und Umgebung gibt.

Nun muss ich am Montag zum Gespräch nach Mainz, das liegt 50 km entfernt von mir. Die Strecke finde ich schon ziemlich lang, dazu muss ich am Frankfurter Flughafen vorbei, d.h. Stau ist auf der Strecke vorprogrammiert. Ich arbeite im Schichtdienst in Vollzeit. Dazu habe ich eine 10 Monaten alte Tochter Zuhause (Mein Mann hat Elterzeit, also sie wird von ihm betreut. Trotzdem braucht sie mich. Ich bin ja die Mama). Ich schätze, dass ich für eine einfache Strecke über 1,5 Stunden bis zum Einsatzort brauche. Sind 3 Stunden tgl. wenn nicht sogar mehr. Mit der Bahn bräuchte ich 1 Std und 40 Minuten, das kommt auch nicht in Frage.

Dazu: Ich habe sowieso vor ab Mai iwoanders zu arbeiten, weil mein Mann und ich mit der Kleinen umziehen. Ich habe noch 18 Tage Resturlaub vom 2015 und 2016, die ich gerne nehmen möchte. Die ZAF weiß vom Umzug noch nichts, da ich ansonsten direkt die Kündigung bekäme.

Was soll ich nun machen? Kann ich der PDL am Montag beim Gespräch sagen, dass es nicht in meinem Sinne ist, dort zu arbeiten? Wenn sie dann zu meiner Chefin "petzen" geht?


Vielen Dank für Eure Hilfe!
Soulclaws Frau :)


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BeitragVerfasst: 11.02.2017, 19:45 
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Von 2015 wird dir sicherlich kein Urlaub mehr zustehen. Ich würde ganz blöd mal bei deiner Leihbude nachfragen, ob sie dir die 30 Ct je Kilometer vorab bezahlen. Alternativ biete an, ob du dir eine günstige Pension selber suchen darfst, die die Leihbude selbstverständlich bezahlt. Dann warte mal die Antwort ab.

Was steht denn im Arbeitsvertrag? Steht da irgendwas von wegen Region Frankfurt? Wenn ja, dankend ablehnen.


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BeitragVerfasst: 11.02.2017, 20:18 
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Registriert: 14.11.2014, 12:08
Beiträge: 13
wegen urlaub: ich habe mal gefragt, vor ca. 1 monat...es hieß ich hätte vom 2015 +2ß16 noch insgesamt 18 tage urlaub. 2015 war ich im beschäftigungsverbot wegen schwangerschaft. vll ist da die reglung anders.

30 cent pro km fahrgeld bekomme ich schon, mit der pension kommt es nicht in frage...wann soll ich meine tochter sehen?!?

es geht darum, dass ich den einsatz gar nicht haben möchte. ich will nicht 3-4 stunden lang täglich auf der autobahn verbringen. abgesehen davon ob ich fahrgeld bekomme oder nicht.

wegen region ffm steht leider nix drinne im gegenteil. es steht ich darf deutschlandweit eingesetzt werden. mündlich ist damals abgesprochen 20 bis 30 km max. die chefin von damals gibt´s leider nicht mehr.

ich möchte versuchen das krankenhaus zu überzeugen, ich bin nicht die richtige person für...wenn das kh dann petzen geht und meiner chefin davon erzählt? welche wären dann die konsequenzen?

danke schon mal für den beitrag ;)


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BeitragVerfasst: 12.02.2017, 13:27 
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Registriert: 13.12.2009, 15:00
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Wohnort: Niedersachsen
Hallo @Soulclaw,

Zitat:
wegen urlaub: ich habe mal gefragt, vor ca. 1 monat...es hieß ich hätte vom 2015 + 2016 noch insgesamt 18 tage urlaub.

Gemäß §7 Abs. 3 BUrlG solltest du deinen Urlaub zeitnah, spätestens bis zum 31.03.17 nehmen, sonst verfällt dieser, fürchte ich.

§7 Abs. 3 BUrlG hat geschrieben:
(3) Der Urlaub muß im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr ist nur statthaft, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen. Im Fall der Übertragung muß der Urlaub in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahrs gewährt und genommen werden.




Zitat:
es geht darum, dass ich den einsatz gar nicht haben möchte. ich will nicht 3-4 stunden lang täglich auf der autobahn verbringen. abgesehen davon ob ich fahrgeld bekomme oder nicht.

Ganz ablehnen lässt sich der Einsatz in Mainz aber leider nicht, wenn du nicht selber kündigst, was aber mit sehr großen finanziellen Verlusten verbunden ist.
Deshalb solltest du bei deinem Entleiher seeeeeehr langsam arbeiten, vielleicht jede 3. Woche AU, damit der schnell das Interesse an dir verliert.

Im allerschlimmsten Fall bekommst du eine betriebsbedingte Kündigung von deiner ZAF, dagegen kannst du aber Rechtsmittel einlegen.
ZAF gibt es an jeder Ecke, Arbeitseinsätze auch und sicherlich lässt sich auch eine ZAF finden, die einen Arbeitseinsatz in Bankfurt für dich hat.

rw


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BeitragVerfasst: 12.02.2017, 15:36 
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Die Fahrtzeit sollte dir dann aber auch als Arbeitszeit gutgeschrieben werden


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BeitragVerfasst: 12.02.2017, 18:35 
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Die arbeitszeit auch auch als arbeitszeit? das steht aber nicht in meinem vertrag...kann man echt die fahrzeit als arbeitszeit anrechnen lassen??? O.o

beim gespräch werde ich sagen, dass ich aus weit weg komme, dass ich mind. eine stunde fahrt habe...außerdem habe ich im märz schon urlaub genommen, er ist auch schon genehmigt ;) dazu muss das kh meinen dienstplan übernehmen, da ich an meinen freien tagen wichtige termine habe (die kann ich leider nicht einfach so verschieben).

ich werde dann mir einen anwalt holen (habe eine rechtschutzversicherung^^), wenn es mit dem urlaub nicht klappt: ich werde meine chefin vorschlagen, dass ich die 18 tage ab dienstag nehme, so kann sie in ruhe nach einem einsatz für mich gucken ;) wenn sie nein sagt, rufe ich die versicherung an, der anwalt soll einen "netten" brief hinschicken :P

grüße!

ps: ich melde mich morgen...nach dem vorstellungsgespräch ;)


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BeitragVerfasst: 13.02.2017, 08:39 
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Registriert: 21.03.2014, 22:53
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18 Tage Resturlaub sind weniger als der Anspruch für 2016, da dürfte also nichts mehr von 2015 sein.

Soulclaw hat geschrieben:
kann man echt die fahrzeit als arbeitszeit anrechnen lassen??? O.o

Ja.
Das gilt auch für das Vorstellungsgespräch, Fahrtzeit ist Arbeitszeit, Fahrtkosten sind zu erstatten.
Die ZAF wird dich da natürlich nicht drauf hinweisen.

Soulclaw hat geschrieben:
ich werde meine chefin vorschlagen, dass ich die 18 tage ab dienstag nehme, so kann sie in ruhe nach einem einsatz für mich gucken ;)

Halte ich für eine saublöde Idee.
Der Urlaub ist für dich da, nicht für die ZAF.


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BeitragVerfasst: 20.02.2017, 15:39 
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Moin moin,

nach welchem Tarif wirst Du denn bezahlt? Falls BAP-DGB, dann hast Du ab 1,5 Std. Anfahrt (tatsächliche Zeit) Anrecht auf Bezahlung der darüber liegenden Zeit. §8.1 BAG-DGB Manteltarif. Im iGZ-DGB ist das glaube ich ähnlich.

Ich habe schon verstanden, dass es Dir nicht um das Geld geht, sondern grundsätzlich darum, dass Du das nicht machen möchtest. Aber wichtig ist: Wenn es Deine Zeitarbeitsfirma mehr Geld kostet, dann haben die auch keine so große Lust, Dich da einzusetzen...

Ich bin kein so großer Freund von "passiver Verweigerung", ich würde immer versuchen, das direkte Gespräch mit Deiner ZAF zu suchen: Das ist mir zu weit weg, ich mach' das vielleicht mal für zwei Wochen wenn ihr nix anderes habt, aber ansonsten denkt dran: Mit den Fahrtkosten und der zusätzlich bezahlten Reisezeit bleibt für Euch doch auch nix übrig vom Verrechnungssatz...

Aber zugegeben: Ich kenne mich in Deiner Gegend überhaupt nicht aus und habe keine Ahnung, wie viele Krankenhäuser es da eigentlich in Deiner Nähe gibt. Sprich: Wenn das Krankenhaus in Deiner Nähe Dich nicht haben will, ob es da eigentlich überhaupt noch Alternativen gibt, zu denen Du fahren kannst?


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BeitragVerfasst: 20.02.2017, 15:45 
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Soulclaw hat geschrieben:
...kann man echt die fahrzeit als arbeitszeit anrechnen lassen??? O.o


Nee, kann man nicht, bzw. nur unter bestimmten Voraussetzungen. Irgendwie geistert das hier immer wieder durch die Gegend. Man kann das in Grenzen für echte "Dienstreisen". Aber nicht für den "normalen" Weg zu Arbeit. Auch Nicht-Leiharbeitnehmer kriegen ihre Fahrt zur täglichen Arbeit nicht bezahlt.

In den einschlägigen Tarifverträgen (BAP/iGZ) ist geregelt, was bei Ferneinsätzen passiert. Mal da nachschauen - nutzt Dir aber nix, wenn Du irgendeinen exotischen anderen Vertrag hast.


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BeitragVerfasst: 20.02.2017, 18:42 
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Registriert: 21.03.2014, 22:53
Beiträge: 182
mitterer hat geschrieben:
Soulclaw hat geschrieben:
...kann man echt die fahrzeit als arbeitszeit anrechnen lassen??? O.o


Nee, kann man nicht, bzw. nur unter bestimmten Voraussetzungen. Irgendwie geistert das hier immer wieder durch die Gegend. Man kann das in Grenzen für echte "Dienstreisen". Aber nicht für den "normalen" Weg zu Arbeit. Auch Nicht-Leiharbeitnehmer kriegen ihre Fahrt zur täglichen Arbeit nicht bezahlt.

Könnte man sich drüber streiten ...
Zitat:
1. Der Leiharbeitnehmer hat, wenn sich aus dem Arbeitsvertrag nichts anderes ergibt, einen Anspruch auf Erstattung der Fahrtkosten nach § 670 BGB, wenn er auf Weisung des Arbeitgebers nicht direkt von seiner Wohnung zum Entleiher, sondern zunächst zum Betrieb des Verleihers fährt, um mit seinem privaten Fahrzeug von dort Kollegen mit zum Einsatzort zu transportieren.
2. In einem solchen Fall kann die Fahrtzeit auch gemäß § 612 Abs. 1 BGB als Arbeitszeit zu vergüten sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Arbeitgeber sich vertraglich vorbehalten hat, den Leiharbeitnehmer im gesamten Bundesgebiet einzusetzen und der Stundenlohn des Leiharbeitnehmers so niedrig ist, dass die Fahrtzeit dann nicht schon pauschal mitvergütet sein kann. Dann wird eine objektive Vergütungserwartung des Leiharbeitnehmers auch nicht durch das Fehlen einer Regelung über die Vergütung der Reisezeit in einem von mehreren für die Branche geltenden Tarifverträgen ausgeschlossen.

Landesarbeitsgericht Köln, 13 Sa 881/06


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