ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

Ein Forum der IG Metall
Aktuelle Zeit: 23.11.2017, 19:28

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Polnische Löhne in Deutschland?
BeitragVerfasst: 04.12.2008, 07:14 
Offline

Registriert: 23.08.2008, 12:44
Beiträge: 43
aus: http://www.die-glocke.de/gl/cgi/news/sh ... hp?id=9807


Rheda-Wiedenbrück: Subunternehmer von Tönnies muss 4000 Euro Lohn nachzahlen


Rheda-Wiedenbrück (gl). Lohndumping vor dem Arbeitsgericht Bielefeld: Weil sie einen Stundenlohn von nur 3,50 Euro erhielt und dies als sittenwidrig erachtete, zog die Beschäftigte eines Subunternehmens der B & C Tönnies Fleischwerk GmbH & Co. KG vor den Kadi. Mit Erfolg: Der 28 Jahre alten Klägerin aus Polen, allein erziehende Mutter von drei Kindern, gab am Dienstag die Kammer unter Vorsitz von Richter Joachim Kleveman in allen Punkten recht. Das Bielefelder Urteil ist richtungsweisend für deutsche Arbeitsgerichte, weil erstmals aufgrund einer EU-Verordnung Recht gesprochen wurde.
Die Klägerin hatte sich auf eine Anzeige im Internet bei der Firma MS Meat, einem polnischen Subunternehmen des Rhedaer Fleischwerks mit unscheinbarem Büro an der Nickelstraße in Rheda-Wiedenbrück, gemeldet. Die Frau schloss einen Arbeitsvertrag in polnischer Sprache ab und kam ab März als Produktionshelferin im Bereich Sortier- und Verpackungsarbeiten zum Einsatz. 200 Arbeitsstunden im Monat, schilderte ihr Anwalt Dr. Heinz Gussen, seien für die junge Frau nichts Ungewöhnliches gewesen.
Der Fachanwalt für Arbeitsrecht stellte heraus, dass seine Mandantin den Vertrag mit dem Subunternehmen MS Meat (bundesweit 700 Beschäftigte, darunter 400 bei Tönnies) zwar in polnischer Sprache, allerdings hier in Deutschland unterschrieben habe. Deshalb müsse das deutsche und nicht polnisches Arbeitsrecht angewendet werden.
Das Subunternehmen des Fleischwerks hatte der 28-Jährigen rund 3,50 Euro Stundenlohn zugestanden. Für ihre Tätigkeit sei ein Monatslohn festgelegt worden, der sich inklusive Zulagen auf gerade mal 600 Euro summierte – eine Vereinbarung nach polnischem Recht. Begründung: Der Hauptsitz des Subunternehmens ist in Polen.
Die dreifache Mutter und ihr deutscher Anwalt hielten den vereinbarten Lohn für sittenwidrig. Sie verwiesen auf eine EU-Verordnung (Nr.44 von 2001) und den Artikel 30 des Einführungsgesetzes, wonach deutsches Recht anzuwenden sei und klagten auf 7,50 Euro Bruttostundenlohn als übliches Entgelt.


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de