ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Kurzarbeitergeld in der Leiharbeit
BeitragVerfasst: 09.03.2020, 18:10 
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Das wird hoffentlich schnell umgesetzt. Wichtig wird darauf zu achten das dieses Geld auch bei den LAN ankommt und nicht von den ZAF als schöner Extragewinn verbucht wird.
Zitat:
Damit in der drohenden Rezession durch die Folgen des Coronavirus möglichst keine Arbeitsplätze verloren gehen, erleichtern wir den Zugang zum Kurzarbeitergeld. Das können Betriebe künftig schon beantragen, wenn nur 10 Prozent der Belegschaft vom Arbeitsausfall betroffen sind. Auch für Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer können Unternehmen Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen.
...
Wir sind also an vielen Stellen weitergekommen in der Koalition. Gut so! Schwierig genug war es allemal. Jetzt achten wir darauf, dass die Beschlüsse zügig umgesetzt werden.
https://neuigkeiten.spd.de/ov?mailing=3 ... CH-5DV1DVP

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BeitragVerfasst: 16.03.2020, 23:29 
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Eine entsprechende Verordnungsermächtigung gibt es inzwischen.
https://www.buzer.de/gesetz/13826/l.htm


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BeitragVerfasst: 16.03.2020, 23:37 
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Liebe Kollegen,
das geänderte Gesetz zur Kurzarbeit ist jetzt online. Ich verstehe aber nicht was das jetzt in der Praxis bedeutet. Auf den Seiten von IGM und verdi steht bisher nichts dazu. Vielleicht kann hier jemand helfen:

Zitat:
Artikel 2
Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes
Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. Februar 1995(BGBl. I S. 158), das zuletzt durch Artikel 48 des Gesetzes vom 15. August 2019 (BGBl. I S. 1307) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. § 11 Absatz 4 Satz 3 wird aufgehoben.
2. Nach § 11 wird folgender § 11a eingefügt:


„§11a Verordnungsermächtigung
Die Bundesregierung wird ermächtigt, für den Fall außergewöhnlicher Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates zu bestimmen, dass das in § 11 Absatz 4 Satz 2 geregelte Recht des Leiharbeitnehmers auf Vergütung bei Vereinbarung von Kurzarbeit für den Arbeitsausfall und für die Dauer aufgehoben ist, für die dem Leiharbeitnehmer Kurzarbeitergeld nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch gezahlt wird. Die Verordnung ist zeitlich zu befristen. Die Ermächtigung tritt mit Ablauf des 31. Dezember 2021 außer Kraft.



https://www.bmas.de/SharedDocs/Download ... onFile&v=5

https://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen ... chern.html

aufgehoben ist:

Das Recht des Leiharbeitnehmers auf Vergütung kann durch Vereinbarung von Kurzarbeit für die Zeit aufgehoben werden, für die dem Leiharbeitnehmer Kurzarbeitergeld nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch gezahlt wird; eine solche Vereinbarung kann das Recht des Leiharbeitnehmers auf Vergütung bis längstens zum 31. Dezember 2011 ausschließen.

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BeitragVerfasst: 16.03.2020, 23:52 
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Das heißt, der Herr Heil kann eine Verordnung erlassen, wonach der Lohnanspruch bei Nichteinsatz im Falle von Kurzarbeit entfällt.

Die jetzt aufgehobene Regelung (bis 2011) sah das auch schon vor. Der Unterschied ist nur, dass es damals direkt gesetzlich geregelt war und jetzt per Verordnung gelten soll. Wahrscheinlich will man damit flexibler sein, je nachdem wie sich die Corona-Sache entwickelt.


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BeitragVerfasst: 17.03.2020, 22:35 
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Was gilt denn als Kurzarbeit, wenn ich weniger Stunden habe als im Vertrag vereinbart, meistens 35 Std in der Woche, zahlt dann das Amt die Differenz, kommt das auch bei mir an? Oder behält es die ZAF für sich, Info und Geld, weil die Info im Überlassungsvertrag steht und das Auszahlen im TV nicht geregelt ist?
Und was ist wenn ich abgemeldet wurde weil weniger zu tun ist? Bedient sich die ZAF dann mal kurz an meinem AZK?

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BeitragVerfasst: 17.03.2020, 22:42 
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https://de.wikipedia.org/wiki/Kurzarbeit


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BeitragVerfasst: 17.03.2020, 23:31 
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Es geht mir um die praktische Umsetzbarkeit in der Leiharbeit. Nicht um die Situation bei vertraglicher Bindung mit dem Einsatzbetrieb.

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BeitragVerfasst: 18.03.2020, 09:46 
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Ich hab das ganze mit der Kurzarbeit schon mal mit gemacht. Meine damalige ZA hat mir das Geld auch überwiesen .
Da lief dann so ab: Ich habe 2 Wochen gearbeitet, sagen wir 80 Stunden. Die Differenz zu den 151,667 Stunden wurden mir dann als Kurzarbeitergeld überwiesen. Da meine Fahrkosten (ca. 26 km ein Weg) weggefallen sind hatte ich nur unwesentlich weniger, als wenn ich den ganzen Monat gearbeitet hätte.


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BeitragVerfasst: 18.03.2020, 14:47 
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Hallo,

vom Vorstand wurde an alle Geschäftsstellen folgender Text versendet mit der Bitte um Weiterleitung an die Betriebsräte der Einsatzbetriebe mit Leiharbeitern.

Zitat:
Betreff: Leiharbeit in der Krise – Kurzarbeit und Leiharbeit


Liebe Kollegin, lieber Kollege,

die Corona-Krise fordert von uns allen verstärkte Aufmerksamkeit für die Rechte von Beschäftigten und die Absicherung von Existenzen. Um schnell handlungsfähig zu sein, hat der Bundestag am Freitag, 13. März das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) geändert sowie das Arbeit-von-morgen-Gesetz verabschiedet. Darauf aufbauend wird die Bundesregierung durch eine sogenannte Verordnung die Regelungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld verbessern. Dies gilt nun auch für Leihbeschäftigte.

Somit müssen Leihbeschäftigte auch bei betrieblichen Problemen in Folge der Krise nicht zwangsläufig abgemeldet oder sogar gekündigt werden. Vielmehr kann der Verleiher als Arbeitgeber für die Leihbeschäftigten Kurzarbeit beantragen. Zudem greifen auch für diese die veränderten Regelungen zu Kurzarbeit: Das Zugangsquorum wurde auf 10 Prozent reduziert und Arbeitgeber können eine vollständige oder teilweise Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge erhalten.

Die weitere Ausgestaltung der Kurzarbeit erfolgt durch die Verordnung. So sollen zum Beispiel keine Arbeitszeitsalden ins Minus gehen, bevor Kurzarbeit genehmigt wird. Derzeit liegt die Verordnung noch nicht in gedruckter Fassung vor.

Wichtig ist nun, die Leihbeschäftigten, Verleiher und deren Betriebsräte über diese neue Möglichkeit zu informieren. Auch für sie muss gelten: Kurzarbeit vor Abmeldung oder gar Kündigung. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn parallel für die Stammbeschäftigten auch Kurzarbeit eingeführt wird. Es ist für die Beantragung von Kurzarbeit nicht notwendig, Leihbeschäftigte abzumelden, sie können parallel dazu in Kurzarbeit gehen!

Wenn Ihr Fragen zur Kurzarbeit und Kurzarbeitsvereinbarungen habt, meldet Euch bei uns. Wir gehen gemeinsam durch die Krise!

Mit freundlichen Grüßen

Gez. IG Metall Geschäftsstelle …


Karl


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BeitragVerfasst: 21.03.2020, 22:53 
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Eine Petition zum Thema:
Zitat:

Die Corona-Krise hat das öffentliche Leben fest im Griff. In der Politik fallen gerade sehr wichtige Entscheidungen. Aus der Corona Krise wird für viele nun eine Wirtschaftskrise. Millionen Arbeitnehmer sind nun auf Kurzarbeitgeld (KuG) angewiesen. Wir haben nicht viel Zeit!

Am Montag (23.03.2020) entscheidet die Bundesregierung, inklusive Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil, Wirtschaftsminister Peter Altmaier und dem Parlament voraussichtlich darüber, ob das Kurzarbeitergeld (KuG) auf 90 Prozent der letzten Nettoverdienste aufgestockt wird oder nicht! 90 Prozent KuG würde Familien und Alleinstehende entlasten! Wir brauchen diesen Schutz!

Tausende Menschen sehen gerade, als Folge der Corona-Krise, ihre wirtschaftliche Existenz bedroht. Mietzahlungen, Kreditzahlungen oder auch die normalen laufenden Kosten sind für viele Menschen mit dem aktuellen Kurzarbeitergeld (KuG) nicht oder nur schwer zu leisten! 60 bzw. 67 Prozent KuG reichen nicht!

Gerade Beschäftigte, die auch im normalen Alltag aufgrund ihres geringen Einkommens finanziell herausgefordert sind nun besonders betroffen! Die Bundesregierung und die Unternehmen sind gefragt. Die Budesregierung muss auch finanzielle Unterstützung für Unternehmen (die richtig und wichtig sind) sicherstellen. Gleichzeitig bleibt die Frage, wer am Ende die Krise abfedert. Der Grundgedanke: "Menschen vor Profite" darf uns als betroffene Bürgerinnen und Bürger nicht im Stich lassen! Der finanzielle Ruin der Menschen schädigt unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, sowie die Binnennachfrage in der Zeit nach Corona!

https://www.change.org/p/bundesregierun ... geld-jetzt

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BeitragVerfasst: 24.03.2020, 14:17 
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Hallo,

von der IGZ-Seite:

BA-Chef: 77.000 Betriebe beantragten Kurzarbeit

90.000 Arbeitslose mehr im Jahresdurchschnitt und 77.000 Betriebe, die binnen einer Woche Kurzarbeit anmelden: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) arbeitet auf Hochtouren. In den Branchen Tourismus, Bau und Zeitarbeit gebe es aktuell bereits die größten Verluste.

nachzulesen unter: https://www.ig-zeitarbeit.de/presse/art ... kurzarbeit

Karl


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BeitragVerfasst: 25.03.2020, 11:30 
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Hallo,

unter: https://www.igmetall.de/presse/pressemi ... uer-die-me

die Stellungnhme der IGM zu ihrem Krisenpaket mit den Metallarbeitgebern.
Dort heißt es u.a.:

Das erzielte Tarifergebnis beinhaltet folgende Punkte:

Regelungen zur Kurzarbeit, die die Nettoentgelte der Beschäftigten für die ersten Monate auf dem Niveau von etwa 80 Prozent absichern können. Dies geschieht duch eine Abschmelzung der Sonderzahlungen und einen Arbeitgeberzuschuss von 350 € je Vollzeitbeschäftigtem.

Mit Sonderzahlungen sind vermutlich das tarifliche Weihnachts -und Urlaubsgeld gemeint. Das bedeutete alles über 60 bzw. 67 % finanzieren die Kurzarbeiter direkt selbst. Die 350 Euro Arbeitgeberzuschuß machen pro Monat weniger als 20 Euro aus.

Mal sehen wie das in der Leiharbeit aussieht. Dieser TV gilt ja nur für die Metallbranche.

Wie die Plusstunden auf dem AZK bei Kurzarbeit sowie Urlaub behandelt werden wäre auch nicht uninteressant zu wissen.

Karl


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BeitragVerfasst: 25.03.2020, 21:59 
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220.279 haben bis jetzt die Petition zur Erhöhung des KuG auf 90% unterschrieben.
Morgen ist die Übergabe:
Zitat:
Neuigkeit zur Petition
Videobotschaft von Christine Behle - Petition wird übergeben - Über 210.000 Unterschriften
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

25. März 2020 —

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

bitte schaut euch folgende Videobotschaft der stellvertretenden ver.di Vorsitzenden Christine Behle zur Petition an. Zur Videobotschaft

Wir werden morgen um 11:00 Uhr die bis dahin eingangenen Unterschriften beim Petitionsausschuss der Bundesregierung einreichen. "Abschriften" werden auch an die Mitglieder des Bundesrats adressiert.

Die aktuelle Gesetzeslage, auch nach der Sitzung des Bundestags heute, sieht keine Erhöhung des KuG auf 90 Prozent vor. Nichtsdestotrotz brauchen wir schnellstmöglich eine Regelung, die ein wirtschafliches Überleben auch für die Menschen ermöglicht. Wir stecken jetzt nicht den Kopf in den sprichwörtlichen Sand.

Seid weiter dabei und kämpft mit uns, damit dort wo wir keine tarifvertraglichen oder betrieblichen Aufstockungsregelungen finden konnten oder noch finden werden, die Menschen ein sicheres Auskommen haben werden. Nutzt die Hashtags, zeigt weiter Gesicht, zeigt Solidarität.

Wir haben mit dieser Petition nach statistischer Reichweite über 50 Mio. Menschen erreicht. Über 2.000 von Euch haben bisher ihr Gesicht mit den Hashtags in den sozialen Medien geteilt. Das ist eine enorme Leistung. (Zur Erinnerung wir haben vor 5 Tagen angefangen) Danke für euer Engagement!

Zur öffentlichen Beratung des Petitionsausschusses werden wir als Petenten eure Stimmung öffentlichkeitswirksam vertreten.

In diesem Sinne, Danke an alle und lasst uns weiter machen!
Petitionslink: http://chng.it/BNxmfmYQjD

Vielen Dank für Deine Unterstützung!

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