ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 27.03.2014, 07:14 
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Guten Morgen,

ist die ZAF eigentlich verpflichtet, sich die Arbeitsplätze im Kundenbetrieb vorher genau anzusehen?Ein Bekannter ist zum wiederholten Male bei einem Unternehmen gelandet, dass weder auf Arbeitssicherheit noch auf Einhaltung der Pausenregelung Rücksicht nimmt.
Die bisherige Reaktion seitens der Disponenten war immer, er solle durchhalten und man würde ihm was anderes suchen... getan hat sich immer erst was, wenn er krank wurde. Das kann doch so nicht gewollt sein?
Dummerweise ist er so ein gutmütiger Mensch und wehrt sich immer erst, wenn es schon fast zu spät ist.

Tipps oder Erfahrungen erwünscht!

die Aeris

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Wenn schon Leiharbeit, dann mit ordentlich Zuschlag für die Flexibilität und bezahlte Weiterbildung für alle!


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BeitragVerfasst: 27.03.2014, 07:26 
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"Wir suchen Ihnen etwas anderes" ... ist klar... Warum sollten die das tun? Er geht arbeiten, er ist somit produktiv. Sollten wichtige Arbeitsschutzmaßnahmen nicht eingehalten werden, darf er die Arbeit verweigern. Zu 99,9999 % zieht das jedoch die Kündigung nach sich.

Zu gutmütig klingt ja super, besser aber ist eindeutig " Mund aufmachen". Passiert ein Unfall, ist halt blöd.


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BeitragVerfasst: 27.03.2014, 20:10 
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Gewerbeaufsicht bzw berufsgenossenschaft anrufen
da kann man auch gerne den eigenen NAmen nennen und die herbestellen.
Habe ich schon öfter mal auf dem Bau gemacht
Bau wurde gesperrt und es durfte erst nach nachbesserung weitergearbeitet werden


ansonsten Arbeit verweigern und versuchen bilder zu machen


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BeitragVerfasst: 02.04.2014, 14:46 
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Zu der Frage an sich:
Ein klares ja, die ZAF muss sich den Arbeitsplatz anschauen. Geht ja auch gar nicht anders.


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BeitragVerfasst: 05.04.2014, 07:35 
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Danke für die Infos.

Es ist noch nie einer meiner Arbeitsplätze vorab besichtigt worden- wohlgemerkt seit 2000. Auch während meiner Einsätze nicht...eventuell der Tatsache geschuldet, das ich meistens im Büro sitze. Und auch da war einiges im argen...Gibt es irgendwo ein Gesetz welches man da heran ziehen kann?

Besagter Bekannter ist wirklich zu gutmütig. Da bekomme ich immer nur, man braucht ja Geld zum Leben als Antwort. Traurig, aber sicherlich kein Einzelfall. :?

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BeitragVerfasst: 05.04.2014, 13:26 
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Spontan fällt mir da die Bildschirmarbeitsverordnung ein.
http://www.gesetze-im-internet.de/bunde ... gesamt.pdf


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BeitragVerfasst: 16.04.2014, 15:37 
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Etwas spät die Reaktion, aber vielleicht hielft es doch:

Verpflichtung des Entleihers, Arbeitsschutzvorschriften einzuhalten: § 11 (6) AÜG
Versagung der Erlaubnis bei Nichteinhaltung der Arbeitsschutzvorschriften: § 3 (1) S. 1 AÜG
Pflicht zu Schutzmaßnahmen: § 618 BGB und analog § 62 HGB
Grundpflichten des Arbeitgebers: § 3 ff. ArbSchG

Dann noch von der Berufsgenossenschaft: Grundsätze der Prävention BGV A1

Laut ASiG und DGUV Vorschrift 2 muß eine Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt (intern oder extern) die ZAF betreuen, sofern mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt werden. Laut BGI 5020 müssen alle Arbeitsplätze vor Aufnahme jeder Tätigkeit beurteilt werden (Gefährdungsbeurteilung) und die Mitarbeiter über die Gefahren unterwiesen werden.

Der (die) Disponent(in) macht sich im Falle eines Unfalls strafbar, wenn er/sie die Tätigkeit ausüben lässt, obwohl die Pflichten des Arbeitsschutzesnicht eingehalten werden.


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BeitragVerfasst: 20.04.2014, 12:51 
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Vielen Dank Euch- das hilft mir weiter.

Tatsächlich habe ich bisher nie an einem Platz gearbeitet, den ich mir zuvor ansehen konnte bzw. der durch den zuständigen Disponenten besichtigt wurde.

Vermutlich ist das, was meinem Bekannten da passiert ist, auch kein Einzelfall und ich stelle mir die Frage, ob man nicht vor Antritt eines Einsatzes eine Besichtigung vornehmen muss, mit dem Disponenten zusammen und bei Gefärdungen dann auch ablehnen kann, ohne Konsequenzen zu befürchten.

Wie kann ich erfahren, ob die ZAF den Sicherheitsbeauftragten hat? Muß so etwas nicht aushängen?

Frohe Feiertage Euch Allen!

die Aeris

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BeitragVerfasst: 28.04.2014, 21:34 
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Leute, ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass sich die Leihbuden um Arbeitssicherheit usw. kümmern. Praktisch alle Leihbuden habe in ihren Überlassungsverträgen Regelungen wie:

„Der Entleiher hat dafür zu sorgen, dass bei der Arbeit alle gesetzlichen, behördlichen und sonstigen Vorschriften eingehalten werden“.

Sämtliche diesbezügliche Pflichten haben die Leihbuden den Entleihern aufgebürdet. Kommt es zu einem Verstoß, Unfall usw., dann haftet der Entleiher vollumfänglich. Den Leihbuden ist es also egal, wie die Arbeitsbedingungen sind. Ich bezweifele, dass den Entleihern klar ist, wie teuer es werden kann, falls einer Leihbude tatsächlich einmal die Überlassungserlaubnis entzogen wird.

Sollte ein Disponent einen Entleiher besuchen, dann dient das nur der Kontaktpflege bzw. der Beschaffung weiterer Aufträge. Wie die Arbeitsbedingungen für den Leiharbeiter sind, interessiert dem Disponenten nicht die Bohne.

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Der letzte Kampfaufruf http://www.youtube.com/watch?v=88Hh_DqJA5k
Der letzte Arbeitskampf http://www.youtube.com/watch?v=tGdVo6a0Ats


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BeitragVerfasst: 29.04.2014, 13:22 
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Hans_der_Kaempfer hat geschrieben:
Leute, ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass sich die Leihbuden um Arbeitssicherheit usw. kümmern. Praktisch alle Leihbuden habe in ihren Überlassungsverträgen Regelungen wie:

„Der Entleiher hat dafür zu sorgen, dass bei der Arbeit alle gesetzlichen, behördlichen und sonstigen Vorschriften eingehalten werden“.

Sämtliche diesbezügliche Pflichten haben die Leihbuden den Entleihern aufgebürdet. Kommt es zu einem Verstoß, Unfall usw., dann haftet der Entleiher vollumfänglich. Den Leihbuden ist es also egal, wie die Arbeitsbedingungen sind. Ich bezweifele, dass den Entleihern klar ist, wie teuer es werden kann, falls einer Leihbude tatsächlich einmal die Überlassungserlaubnis entzogen wird.

Sollte ein Disponent einen Entleiher besuchen, dann dient das nur der Kontaktpflege bzw. der Beschaffung weiterer Aufträge. Wie die Arbeitsbedingungen für den Leiharbeiter sind, interessiert dem Disponenten nicht die Bohne.



Das ist so nicht ganz korrekt. Der Arbeitgeber, hier also die Zeitarbeitsfirma, kommt aus ihren vertraglichen Fürsogepflichten gegenüber ihren Angestellten nicht raus. Die kann sie auch nicht auf dritte abwälzen.


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BeitragVerfasst: 03.05.2014, 15:32 
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Rechnung hat geschrieben:

Das ist so nicht ganz korrekt. Der Arbeitgeber, hier also die Zeitarbeitsfirma, kommt aus ihren vertraglichen Fürsogepflichten gegenüber ihren Angestellten nicht raus. Die kann sie auch nicht auf dritte abwälzen.


Natürlich ist bei Verstößen für die Arbeitsagentur nur die Leihbude Ansprechpartner und nur die Leihbude wird sanktioniert.
Das Bedeutet aber nicht, dass Leihbuden nicht im Überlassungsvertrag die Pflichten zur Einhaltung von Vorschriften zum Arbeitsschutz usw. den Entleihern übertragen können.
So ist es gängige Praxis, dass der Entleiher laut Überlassungsvertrag arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen veranlassen und bezahlen muss.
Kommt der Entleiher seinen vertraglichen Pflichten nicht nach, dann haftet der Entleiher der Leihbude für einen Schaden, z.B. Bußgeld.

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BeitragVerfasst: 05.05.2014, 07:49 
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Hans_der_Kaempfer hat geschrieben:
Natürlich ist bei Verstößen für die Arbeitsagentur nur die Leihbude Ansprechpartner und nur die Leihbude wird sanktioniert.
Das Bedeutet aber nicht, dass Leihbuden nicht im Überlassungsvertrag die Pflichten zur Einhaltung von Vorschriften zum Arbeitsschutz usw. den Entleihern übertragen können.
So ist es gängige Praxis, dass der Entleiher laut Überlassungsvertrag arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen veranlassen und bezahlen muss.
Kommt der Entleiher seinen vertraglichen Pflichten nicht nach, dann haftet der Entleiher der Leihbude für einen Schaden, z.B. Bußgeld.



Dass die da was auf den Entleiher abwälzen ist klar. Wie sollen die auch aus zig km Entfernung überwachen können ob da alle Bestimmungen eingehalten werden. Falls sie überhaupt wissen was einzuhalten wäre.

Bußgelder auf den Entleiher abwälzen geht allerdings nicht. Hierzulande ist es nicht erlaubt eine "Versicherung" gegen Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten abzuschließen.


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BeitragVerfasst: 09.05.2014, 00:53 
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Rechnung hat geschrieben:
Bußgelder auf den Entleiher abwälzen geht allerdings nicht. Hierzulande ist es nicht erlaubt eine "Versicherung" gegen Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten abzuschließen.


Gibt es für diese Behauptung irgendwelche Belege?

Es ist gängige Praxis, dass ein Arbeitgeber ein gegen seinen Arbeitnehmer verhängtes Bußgeld übernimmt, wenn die Tat im Interesse des Arbeitgebers ausgeübt wurde. Bis vor Kurzem unterlagen solche Zahlungen nicht einmal der Lohnsteuer. Hier zwei Links zum Thema http://www.jurablogs.com/2014/01/23/ber ... rbeitgeber
http://www.dr-frank.de/zahlungen-durch- ... verfahren/
Warum soll ein Entleiher nicht ein Bußgeld einer Leihbude übernehmen?

Ich bleibe bei meiner Aussage: Der Leihbude sind die Arbeitsbedingungen, unter denen ein Leiharbeiter beim Entleiher schuften muss, völlig egal. Sollte eine Leihbude doch mal belangt werden, weil Bestimmungen verletzt wurden, dann wird sie sich ihren Schaden vom Entleiher ersetzentlassen.

So und nicht anders tickt diese Branche

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BeitragVerfasst: 09.05.2014, 07:32 
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Hans_der_Kaempfer hat geschrieben:
Rechnung hat geschrieben:
Bußgelder auf den Entleiher abwälzen geht allerdings nicht. Hierzulande ist es nicht erlaubt eine "Versicherung" gegen Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten abzuschließen.


Gibt es für diese Behauptung irgendwelche Belege?

Es ist gängige Praxis, dass ein Arbeitgeber ein gegen seinen Arbeitnehmer verhängtes Bußgeld übernimmt, wenn die Tat im Interesse des Arbeitgebers ausgeübt wurde. Bis vor Kurzem unterlagen solche Zahlungen nicht einmal der Lohnsteuer. Hier zwei Links zum Thema http://www.jurablogs.com/2014/01/23/ber ... rbeitgeber
http://www.dr-frank.de/zahlungen-durch- ... verfahren/
Warum soll ein Entleiher nicht ein Bußgeld einer Leihbude übernehmen?

Ich bleibe bei meiner Aussage: Der Leihbude sind die Arbeitsbedingungen, unter denen ein Leiharbeiter beim Entleiher schuften muss, völlig egal. Sollte eine Leihbude doch mal belangt werden, weil Bestimmungen verletzt wurden, dann wird sie sich ihren Schaden vom Entleiher ersetzentlassen.

So und nicht anders tickt diese Branche



Der Arbeitgeber übernimmt keine Bußgelder. Er übernimmt (im Normallfall) Schadensersatzansprüche weil sein Angestellter im Rahmen des bestehenden Dienstvertrages als Erfüllungsgehilfe für ihn auftritt (vgl. 278 BGB). Ein Bußgeld zahlt schön jeder selber. Wer im Firmenwagen geblitzt wird zahlt sein Bußgeld selbst. Ausnahmen gibt es nur wenn der Fahrer nicht ermittelt werden kann, dann haftet der Halter. In dem Fall dann die Firma.
Aber prinzipiell darf niemand ein Bußgeld auf jemand anders abwäzlen. Ein Bußgeld ist ja kein Schadensausgleich sondern eine Strafe. Und wie würde die Strafe wohl wirken, wenn sie ein anderer übernehmen muss?

Die Aussage dass dem Verleiher die Arbeitsbedingungen egal sind kann natürlich trotzdem stimmen. Nur halt nicht aus diesem Grund. Vielleicht aus Unwissenheit, Profitgier oder Faulheit. Vielleicht ist Arbeitssicherheit gegenüber einem Kunden auch ein unangenehmes Thema. Keine Ahnung.


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BeitragVerfasst: 09.05.2014, 13:22 
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Wohnort: Hamburg
Die Verwaltungs Berufsgenossenschaft (VBG) ist für die meisten Zeitarbeitsfirmen die zuständige gesetzliche Unfallversicherung.
Da gibt es diverses Infomaterial: http://www.vbg.de/DE/3_Praevention_und_ ... _node.html
Ich habe die Erfahrung gemacht, das ein Anruf bei der VBG genügt, und die schauen sich die Bedingungen im Einsatzbetrieb an.


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