ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 29.09.2017, 16:44 
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Gerade lese ich auf personalorder.de (http://www.personalorder.de/index.php?l ... _id=110756):

"Nach dem Abschluss neuer Branchenzuschlagstarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie und die Chemische Industrie im Mai diesen Jahres hat die Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit (VGZ), bestehend aus dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) und dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP), acht weitere Branchenzuschlagstarifverträge mit der jeweils zuständigen Gewerkschaft abgeschlossen.
Die VGZ schloss folgende Tarifverträge ab, die allesamt rückwirkend zum 1. April 2017 in Kraft treten:

IG-Metall:
Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Arbeitnehmerüberlassungen in der Holz- und Kunststoffindustrie (TV BZ HK)
Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Arbeitnehmerüberlassungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie (TV BZ TB)
Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Arbeitnehmerüberlassungen in der Metall- und Elektroindustrie (TV BZ ME) – wurde bereits am 08.05.2017 abgeschlossen

IG BCE:
Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Arbeitnehmerüberlassungen in der Kunststoff verarbeitenden Industrie (TV BZ Kunststoff)
Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Arbeitnehmerüberlassungen in der Kautschukindustrie (TV BZ Kautschuk)
Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Arbeitnehmerüberlassungen von gewerblichen Arbeitnehmern in die Papier erzeugende Industrie (TV BZ PE – gewerblich)
Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Arbeitnehmerüberlassungen in den Kali- und Steinsalzbergbau (TV BZ KS)
Tarifvertrag über Branchenzuschläge in der Chemischen Industrie (TB BZ Chemie) – wurde bereits am 22.06.2017 abgeschlossen

ver.di:
Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Arbeitnehmerüberlassungen in der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie (TV BZ PPK)
Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Überlassungen von gewerblichen Arbeitnehmern in der Druckindustrie (TV BZ Druck – gewerblich)


TV BZ Eisenbahn soll folgen: Mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) wurde vereinbart, die Gültigkeit des Tarifvertrages TV BZ Eisenbahn um drei Monate bis zum Jahresende zu verlängern. Dieser Zeitraum soll für Verhandlungen zum Abschluss eines neuen Branchenzuschlagstarifvertrages genutzt werden."


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BeitragVerfasst: 03.10.2017, 22:44 
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Beiträge: 2550
Wohnort: Augsburg
Hallo piet,

unter: http://www.iq-z.de gibt es einen informativen Artikel Stichtag 01.10.2017 in der Zeitarbeit

Dort liest man u.a.: Da das neue AÜG am 01.04.2017 in Kraft getreten war, endet die 6 Monatsfrist am 30.09.2017. Ab dem 01.10.2017 gibt es in den Fällen ohne Anpassung an das neue AÜG keine wirksamen BZ-Tarife mehr.

Zwei Branchenzuschlagstarife (M+E und Chemie) der Verbände sind Stand Anfang September – an das neue AÜG angepasst – in Kraft getreten, einer (Holz-Kunststoff) ist in der Schwebe, da ein Teil der Gewerkschaft dem Verhandlungsergebnis widersprochen hat.


Wäre mal interessant zu erfahren was die Holz/Kunststoff da moniert hatte. Da die keine Tarifkommission haben sind diese Branchenzuschlagstarifverhandlungen nur noch Entscheidungen von ganz oben. Unten wird keiner mehr gefragt. Man muss schon Glück haben wenn man überhaupt noch informiert wird.

Karl

PS:
Wie die Verlängerung bei der Eisenbahner -Gewerkschaft um drei Monate über den Stichtag 01.10.2017 hinaus möglich ist verstehe ich nicht.


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BeitragVerfasst: 08.10.2017, 09:36 
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Administrator

Registriert: 27.12.2004, 14:20
Beiträge: 2550
Wohnort: Augsburg
Hallo,

unter: http://www.iq-z.de/ löst sich das Rätsel etwas auf was sich bei den BZ-TV verändert hat. Dort heißt es : Bei den BZ-Verträgen (z.B. M+E, Holz-Kunststoff, Textil und Bekleidung) wurde auf Druck der IG Metall die erstmalige Gleichstellung (ab 16. Einsatzmonat) auf den 01.01.2018 vorverlegt.
Mit Gleichstellung hat das ganze natürlich nichts zu tun. Es ist eine weitere Annäherung an das Tarifniveau der Stammarbeiter.

Das gleiche Spiel wie im Metallbereich. Wer den 15. Monat nicht überlebt fängt wieder von vorne an. Letzteres gilt natürlich auch für diejenigen die im 17. Monat, 18. Monat usw. abgemeldet werden. Vollkommen gleichgültig nach wieviel Monaten im gleichen Einsatz ein LAN abgemeldet wird jedes mal fängt er wieder mit dem nackten Tariflohn an um sich erneut hochzustrampeln. Nach 3 Monaten Unterbrechung kann er sogar den gleichen Einsatz wieder als Billiglöhner beginnen (Drehtüreffekt).

Die Forderung nach tariflicher Gleichstellung (Branchenzuschläge) ab dem 1. Tag, meinetwegen auch in einem mehrjährigen Stufenplan, ist in der IGM offensichtich zu einem Jahrhundertprojekt verkommen.

Wollen wir das einfach so hinnehmen?

Karl


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