ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 13.11.2016, 11:31 
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Bin dafür!


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 13.11.2016, 11:40 
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Ich auch !!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 13.11.2016, 13:14 
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"Wir rekrutieren am Bodensatz des Arbeitsmarkts" (Thomas Bäumer, CEO TUJA & Adecco / Tarifverhandlungsführer VGZ / BDA (Die nehmen aber auch wirklich jeden!) usw.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 13.11.2016, 20:33 
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Am Dienstag den 15.11.2016 ab 18 Uhr gibt es in Frankfurt die Möglichkeit seine Vorstellungen zum Thema

"Tarifrunde Zeitarbeit - Wie geht es weiter?

mit dem Mitglied der Verhandlungskommission der DGB-TG - Kollegin Carla Dietrich (Verdi) - zu diskutieren.

Siehe: http://frankfurt-am-main.verdi.de/servi ... 5400a933ef

Am 21.11.2016 gibt es eine Wiederholung in Kassel

Siehe: https://www.facebook.com/events/1111690502242115/

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 14.11.2016, 09:48 
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Hallo,

unter: http://www.dgb.de/presse/++co++eaf3395e ... 5400e5a74a

Pressemeldung zu den Tarifverhandlungen am Freitag.

Daraus: "Nach einem Austausch über die unterschiedlichen Positionen wird deutlich: die Arbeitgeber haben sich zwar vereinzelt auf die Gewerkschaften zubewegt, ansonsten liegen die Positionen noch sehr weit auseinander.Die Gewerkschaften erwarten eine deutliche Nachbesserung des Angebots der Arbeitgeberseite,....Die Verhandlungen werden am 29./30. November 2016 in Berlin fortgesetzt. "

Aha! Statt den ZAF-Verbänden mitzuteilen einen neuen Termin gibt es erst wenn eine "deutliche Nachbesserung" schriftlich mitgeteilt wird, bietet man schon einen neuen Termin an.

Außer Spesen nichts gewesen.

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 14.11.2016, 17:07 
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Das werden bombastische Tarifabschlüsse! Die Leiharbeiter werden in Massen in die Gewerkschaften gehen!! Wahnsinn! Man wird sie gar nicht mehr zwingen müssen, wie es es gewissen Automobilbauern gängige Praxis ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 14.11.2016, 19:56 
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Stellungnahme vom DGB gibt es jetzt auch!

Karls Einschätzung vom 14.11. sagt schon alles.

rw


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 15.11.2016, 11:18 
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Premutos1982 hat geschrieben:
Das werden bombastische Tarifabschlüsse! Die Leiharbeiter werden in Massen in die Gewerkschaften gehen!! Wahnsinn! Man wird sie gar nicht mehr zwingen müssen, wie es gewissen Automobilbauern gängige Praxis ist.


Hallo Premutos,

auch wenn ich mich hier nicht "allzu oft" schriftlich melde, verfolge ich doch mit großem Interesse was hier so geäußert wird.
Und wenn ich mal deine Aussage, Interpretationen und Argumente für mich zusammen fasse, kann ich nur zu dem Entschluss kommen, dass du deinen Account löschen solltest.
Das beste Beispiel dafür ist deine letzte Aussage (siehe oben). Die klingt (und andere) klingen so als ob du von den Arbeitgebern bezahlt wirst. Denn du argumentierst nur gegen die Gewerkschaften.
Ich glaube, du hast vergessen, dass Gewerkschaften nur für eine "Sparte" etwas machen, wenn dort auch Mitglieder vorhanden sind (was ich grundsätzlich auch richtig finde).
Mit deinen Aussagen erreichst du nur, dass es weniger LAK in den Gewerkschaften gibt bzw. eintreten.
In dem kompletten Forum bist du nur am jammern und beschweren wie sch... alles ist und dass keiner was Vernünftiges macht.
Auch wenn ich leider davon ausgehen muss, dass du meine Frage nicht beantworten wirst (da du bisher zu einigen Fragen die Antworten noch schuldig bist - siehe hierzu deinen Austausch mit Eugen) stell ich dir dennoch eine.

Was hast du persönlich in den letzten Jahren für die Leiharbeiter in Deutschland oder in deiner näheren Umgebung oder in einer Firma getan oder erreicht?

Bisher sehe ich dich im Großen und Ganzen immer nur gegen die Schreiben, die zum Beispiel ihre Freizeit opfern und etwas unternehmen, seien Sie Betriebsräte oder TAKO-Mitglieder oder Gewerkschaftsmitglieder.
In meinen Augen läuft auch nicht alles super in Deutschland was das Thema Leiharbeit angeht. Und ich bin auch nicht mit allen Aussagen und Ergebnissen einverstanden. Aber denkt doch mal bitte darüber nach, wie es in der Leiharbeitslandschaft aussehen würde ohne die Kollegen gegen die du immer argumentierst, denn die machen wenigsten was.
Und meiner Meinung nach sollten nur diejenigen sich über etwas beschweren, die selbst etwas unternehmen. in meinen Augen läuft es bei dir genauso wie bei den Menschen in Deutschland, die nicht zur Bundestagswahl gehen und sich hinterher beschweren, wie beschissen doch das Ergebnis ist und dass sich nichts verbessern wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 15.11.2016, 13:13 
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hallo opel,
in der "Schlichtheit" deiner Aussage hast du vielleicht nicht einmal unrecht.Allerdings kommt jetz das aber.denn die existenz eines Tarifvertrags ist keinesfalls ein beweis dafür,das es den leihkeulen deshalb besser geht als ohne tv.Ich habe darüber nachgedacht wie die leiharbeitslandschaft ohne die kollegen ausehen könnte.Vielleicht nicht einmal schlechter.Denn ich kann mich noch gut daran erimnern,wie sich die ig-metall mit ihrem Hero franz Steinkühler in den 80er Jahren standhaft geweigert hat,mit der Zeitarbeitsbranche einen tarifvertrag abzuschliessen.den leihkeulen ging es damals ohne TV keineswegs schlechter als heute den leihkeulen mit tv.Ich kann daher die vieleicht auch manchmal estwas überzogene Kritik von premutes an die gewerkschaften durchaus verstehen.denn mir leuchtet überhaupt nicht ein,wie man als Gewerkschaft überhaupt auf die idee kommen kann,mit der Haifischbranche wie chellenger sie nennt ein,arbeitszeitkonto im Tv zu bereinbaren.

_________________
Willst du den Charakter eines Menschen
erkennen,so gib ihm Macht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 15.11.2016, 18:37 
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Premutos1982 hat geschrieben:
Teja83 hat geschrieben:
Challenger, du schreibst Disponenten-BRs hätten ein Interesse an der "Abzockvereinbarung" zu Zeitkonten, da dadurch Gewinne und somit Bonuszahlungen höher sind.

Leider differiert die Rechtsauffassung der (meisten!, jedenfalls ALLER die ich kenn) Arbeitgeber in der Zeitarbeit von der, der meisten Betriebsräte der Zeitarbeit die ich kenn. Und auch LAGs urteiten nicht immer so, wie ich mir das gewünscht hätte. DA bietet die Betriebsvereinbarung noch - marginale - Verbesserungen, für die MA die nicht klagen (wollen) und verhindert keine Klage, von den Kollegen, die Vorgehensweisen arbeitsrechtlich überprüfen lassen. Hope for BAG.

Und DANN rahm ich mir ein Autogramm von Cid...

Ich behaupte mal, wenn alle Firmen hoffentlich dann den Tarifvertrag so auslegen müssen, wie ichs auch sehe, nämlich Bezahlung der einsatzfreien Zeiten mit Garantielohn, freuen sich alle. Auch die Zeitarbeitsfirma. Denn dann können das alle ZAF auch in den Kundentarif einpreisen. Ok, für die Einsatzfirmen wirds teuerer.

Und was Bonuszahlungen anbelangt: Kaum eine andere ZAF bezahlt den Disponenten so wenig wie der Marktführer - dafür sind die Rahmenbedingungen sozialer als bei vielen anderen. Wenn da ein Bonus bezahlt wird, hat auch erstmal der Arbeitgeber gut verdient und ein Betriebsrat darf nicht benachteiligt werden, auch nicht, wenn er aus dem Disponentenbereich kommt. Sicher darf man nicht bevorteilt werden, aber das, was einem zusteht zu bekommen ist noch nichts korruptähnliches. Bei allen Firmen, die nen Bonus ausschütten, profitiert auch entsprechend der Betriebsrat. Da könnt ihr allen vorwerfen, sie würden Entscheidungen nur gewinnorientiert treffen. Übrigens: Equal Pay und dadurch verteuerte ZAKler schmälern auch den Gewinn bei Automobilherstellern - und trotzdem setzt sich der IG Metall Betriebsrat dafür ein.


Interessant. Werden bei Randstad denn auch die Leiharbeiter am Gewinn beteiligt oder endet dein Sinn für Gleichberechtigung bei den Externen?
Hehe


Kann jemand von R...stad bitte Premutos Frage noch beantworten? Denn die umsätze werden ausschließlich von den LAN erwirtschaftet, nicht von den Disponenten.

_________________
...Staatshaushalt - Ein Haushalt in dem alle essen, aber niemand spülen will!

http://www.youtube.com/watch?v=ziDDgZdunF0


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 16.11.2016, 12:27 
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Hallo Cid,
wenn mich nicht alles täuscht,hüllen sich die
Betriebsratten von rafftown,jedenfalls derzeit,
in dröhnendes Schweigen.

_________________
Die Leiharbeit ist eine Maschinerie,
in die du als Schwein reingehst und
als Wurst rauskommst


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 17.11.2016, 00:50 
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Hallo,

nochmal zur Pressemeldung der DGB-TG zu den Tarifverhandlungen am Freitag unter:
http://www.dgb.de/presse/++co++eaf3395e ... 5400e5a74a

"Nach einem Austausch über die unterschiedlichen Positionen wird deutlich: die Arbeitgeber haben sich zwar vereinzelt auf die Gewerkschaften zubewegt, ansonsten liegen die Positionen noch sehr weit auseinander. Die Gewerkschaften erwarten eine deutliche Nachbesserung des Angebots der Arbeitgeberseite,....Die Verhandlungen werden am 29./30. November 2016 in Berlin fortgesetzt. "

Die Bewegung schaut so aus:

Im ersten Angebot am 07. Oktober wurden angeboten 2% Entgelterhöhung pro Jahr mit einer Laufzeit von 4 Jahren (in 4 jahren also 8%) beginnend ab dem 01.07.2017. Da der TV aber zum 31.12. 2016 gekündigt wurde ergäbe es eine Erhöhung von unter 2% pro Jahr weil sich die Laufzeit um 6 Monate verlängert.

Die von der DGB-TG so bezeichnete Bewegung "die Arbeitgeber haben sich zwar vereinzelt auf die Gewerkschaften zubewegt, schaut im Detail so aus:
Während einer Laufzeit ab dem 01.07.2017 bieten die ZAF-Verbände während des ersten Jahres eine Erhöhung im ersten Jahr von 2% auf 2,2% an, für die restlichen 3 Jahre wie gehabt 2%. Also wieder eine durchschnittliche Angebots"steigerung" um die 2% (bei Laufzeit immer ab dem 01.07.2017 und ohne rückwirkende Bezahlung).

Die andere Bewegung fand bei den Ostlöhnen statt. Dabei spielt der gesetzliche Mindestlohn und der z. Zt. noch gültige Mindestlohn in der Leiharbeit rein. Der momentane Mindestlohn Leiharbeit im Osten beträgt 8,50 Euro. Der gesetzliche Mindestlohn ab 01.01. 2017 beträgt im Osten 8,84 Euro.
Die "Bewegung" die fast jeden LAN schwindlig werden läßt sieht so aus: Ab dem 01.01.2017 Erhöhung von 8,50 (Ost)auf 8,89 Euro und ab 01.07.2017 auf weitere sagenhafte 8.94 Euro.

Soviel zur "Bewegung".

Zur Nichtbewegung:
Die Forderung der DGB-TG nach Angleichung der E1 an E2 kategorische Ablehnung.

Rückwirkende Forderungen falls es zu keiner Einigung zum 01.01.2017 kommt kategorische Ablehnung.

Jetzt stellt sich die Frage: Kann die Verhandlungskommission der DGB-TG bei diesem Tempo der Bewegung der ZAF-Verbände mithalten?

Oder mal ganz anders gefragt: Wieviele Frechheiten will sich die Verhandlungskommission noch und wie lange anhören? Der nächste Verhandlungstermin ist auf den 29./30. November terminiert.

Warum hat es die DGB-TG so eilig? Wegen der paar Cent Differenz beim gesetzlichen Mindestlohn und dem Mindestlohn Leiharbeit während der verleihfreien Zeit? Wenn das zu teuer wird werden die einfach gekündigt.

Karl

PS:
Die Masse der LAN hat von all diesen Vorgängen null Durchblick, aber trotzdem eine Ahnung , dass sie nur Konkursmasse sind. So wird das nichts mit "Faire Zeitarbeit".


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 17.11.2016, 07:11 
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Warum sie es eilig haben?

Nun Machterhalt spielt hier eine wichtige Rolle. Sobald der Tarifvertrag durch ablauf Hinfällig wird, ist der DGB als Verhandlungspartner nicht mehr notwendig.
Wichtig ist das Bild das der Öffentlichkeit geliefert werden soll.

Wenn jemand Tarifverträge aushandelt, dann wir!! Das ist die Botschaft die an den Mann gebracht werden muss.

Das gleiche gilt für die Arbeitgeberseite, wenn auch nicht ganz so stark.
Man verliert Einfluss, wenn AG scharenweise aus der Tarifgemeinschaft austreten. Schlussendlich ist es ja auf beiden Seiten nur ein Verein mit erweiterten Befugnissen, und nicht mehr.
Auf Gewerkschaftsseite ist es das gleiche. Wenn Mitglieder wegbleiben, bzw die Mitgliedschaft im Verein kündigen, dann verliert man Einfluss.
Also müssen Ergebnisse her, egal wie sie im Endeffekt aussehen. Man muss etwas präsentieren können was wie ein Erfolg aussieht.

Beide Seiten haben schon vor langer zeit angefangen Politisch zu agieren. In dem Zusammenhang haben sie auch immer mehr die Züge Politischer Parteien angenommen.
Die Strukturen sind nach und nach erstarrt und verkrustet. Deswegen ist die Art und Weise wie und über was Verhandelt wird, immer gleich. Mann kennt sich eben.
Man erkennt recht genau wo die andere Seite überhaupt bereit ist zu verhandeln und fügt einfach ein oder zwei Punkte ein, die man während der Verhandlung unter den Tisch fallen lässt.
Das nennt sich dann "Es konnte in diesen Punkten leider keine Einigung erzielt werden, obwohl man sich hart darum bemüht hat" den Kram kennen wir 1:1 aus der Politik.

Nun kommt aber hinzu, das das Spiel einen unerwarteten dritten Spieler bekommen hat. Die Politik hat den Focus auf das Geschehen gerichtet. Allein schon ein Zeichen dafür, wie desolat die Lage eigentlich sein muss.
Man muss also etwas Unternehmen um den Focus wieder weg zu bekommen, oder man läuft in Gefahr noch mehr Bestimungsrechte zu verliern. Deswegen hört man ja auch immer wieder das Gejammer, das die Politik sich in die Tarifautonomie einmischt.

Deswegen nochmal die Botschaft an beide Seiten.

Wenn ihr euch endlich mal an der beabsichtigten Wirkung der Gesetzte orientieren würdet. Und nicht nur an die Implizierten oder durch Phantasievolle Auslegung derselben herbeigeredeten. Dann würde die Politik auch die Füsse stillhalten.

Ansonsten könnt ihr eure Verträge auch weiterhin als hübsche, aber sinnlose, Wanddekoration verwenden. Die Gerichte und die neu getroffen Gesetzlichen Bestimmungen werden schon noch eine Erzieherische Wirkung ausüben. Daran habe ich wenig Zweifel. De Arbeitnehmer haben nämlich die Nase voll von dem ganzen Hin- und Her. Die wenden sich an den Gesetzgeber ( Wie verzweifelt muss man dafür denn schon sein ). Und dieser hört, in Zeiten dringend benötigter Stimmen auf dem Wahlzettel, dann auch mal wieder genau hin.

In diesem Sinne... auf zur nächsten Runde durch die Parlamentarischen Ausschüsse. Ich bin sicher, wir werden ein wesentlich Interssanteres Ergebniss vorfinden, als auch wieder in dieser Tarifrunde zu erwarten ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 22.11.2016, 21:18 
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Hallo Martias,

Zitat:
Sobald der Tarifvertrag durch ablauf Hinfällig wird, ist der DGB als Verhandlungspartner nicht mehr notwendig.

Damit die TV der DGB-TG "ablaufen" müsste jede Einzelgewerkschaft erklären, dass sie aus den TV ohne Nachwirkung austreten und zukünftig keine TV mehr abschließen will. Verweigerte sich auch nur eine einzige DGB-Einzelgewerkschaft dies mitzumachen könnten sich die ZAF durch einzelvertragliche Bezugnahme auf diesen TV ihr Geschäft tarifvertraglich weitermachen. Dazu brauchten sie noch nicht mal einen Christenverein. Diese einzelvertragliche Bezugnahme wurde im neuen AÜG nicht beendet obwohl es eine zentrale Forderung der DGB-Gew. war. Trotzdem wurde das neue AÜG begrüßt z.B durch den Vorsitzenden der IGM.


Zitat:
Wenn jemand Tarifverträge aushandelt, dann wir!! Das ist die Botschaft die an den Mann gebracht werden muss.

Zitat:
Die Gerichte und die neu getroffen Gesetzlichen Bestimmungen werden schon noch eine Erzieherische Wirkung ausüben

Solche Überlegungen spielen mit Sicherheit eine Rolle.
Unter: http://www.bmas.de/DE/Presse/Pressemitt ... raege.html
kann man z.B. folgendes Angebot der Politik an die Gewerkschaften entnehmen:

Die wichtigsten Regelungen im Einzelnen
Leiharbeit

Zweiter wichtiger Baustein ist die Einführung einer Überlassungshöchstdauer von grundsätzlich 18 Monaten. Damit müssen Leiharbeiternehmerinnen und Leiharbeitnehmer nach 18 Monaten, wenn sie weiterhin im gleichen Entleihbetrieb arbeiten sollen, von diesem übernommen werden. Soll dies nicht geschehen, so müssen sie vom Verleiher aus diesem Entleihbetrieb abgezogen werden. Tarifpartner in den einzelnen Einsatzbranchen können sich durch einen Tarifvertrag auf eine längere Überlassung einigen. Auch nicht tarifgebundene Entleiher erhalten die Möglichkeit, im Rahmen der in ihrer Branche geltenden tariflichen Vorgaben die Überlassungshöchstdauer zu verlängern. Sie können dazu entweder einen Tarifvertrag mit einer festgelegten Überlassungshöchstdauer 1:1 mittels Betriebsvereinbarung nachzeichnen oder eine Öffnungsklausel im Tarifvertrag für Betriebsvereinbarungen nutzen. Voraussetzung ist, dass der Tarifvertrag für die Einsatzbranche repräsentativ ist. Legt der Tarifvertrag für eine solche betriebliche Öffnungsklausel selbst keine konkrete Überlassungshöchstdauer fest, können tarifungebundene Entleiher bei Nutzung der Öffnungsklausel nur eine Überlassungshöchstdauer von maximal 24 Monaten vereinbaren. Legt der Tarifvertrag eine konkrete Überlassungshöchstdauer für die Öffnungsklausel fest (z.B. "48 Monate"), können auch tarifungebundene Entleiher die Öffnungsklausel in vollem Umfang nutzen, wenn sie eine Betriebsvereinbarung abschließen. Mehr Flexibilität gibt es also nur, wenn Schutz und Sicherheit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sozialpartnerschaftlich vereinbart werden.Diese Regelung soll dazu führen, dass in Einsatzbranchen, in denen es bisher keine Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen zum Einsatz von Leiharbeitskräften gibt, diese vermehrt abgeschlossen werden (fettgedruckt von mir Karla].

Zitat:
Die Arbeitnehmer haben nämlich die Nase voll von dem ganzen Hin- und Her. Die wenden sich an den Gesetzgeber ( Wie verzweifelt muss man dafür denn schon sein ).

Wenn die Arbeitnehmer dies für eine Alternative halten, dann nützt ihnen Leiharbeit ohne Tarif auch nichts. Der Gesetzgeber schafft den rechtlichen Rahmen. Umsetzen muss das dann jeder einzelne selbst. Ich halte dies für kein Erfolgsmodell.
Zitat:
... auf zur nächsten Runde durch die Parlamentarischen Ausschüsse. Ich bin sicher, wir werden ein wesentlich Interssanteres Ergebniss vorfinden, als auch wieder in dieser Tarifrunde zu erwarten ist.

Kannst du das mit dem "interessanteren Ergebnis" vielleicht ein wenig ausmalen?

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 27.11.2016, 16:50 
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Registriert: 14.06.2011, 17:23
Beiträge: 71
karla hat geschrieben:
Hallo Martias,
Damit die TV der DGB-TG "ablaufen" müsste jede Einzelgewerkschaft erklären, dass sie aus den TV ohne Nachwirkung austreten und zukünftig keine TV mehr abschließen will. Verweigerte sich auch nur eine einzige DGB-Einzelgewerkschaft dies mitzumachen könnten sich die ZAF durch einzelvertragliche Bezugnahme auf diesen TV ihr Geschäft tarifvertraglich weitermachen. Dazu brauchten sie noch nicht mal einen Christenverein. Diese einzelvertragliche Bezugnahme wurde im neuen AÜG nicht beendet obwohl es eine zentrale Forderung der DGB-Gew. war. Trotzdem wurde das neue AÜG begrüßt z.B durch den Vorsitzenden der IGM.


Er kann erklären was immer er will. Dies wird vor Gericht nicht Standhalten. Dem ist man sich auch nur allzusehr bewusst. Schliesslich beruht ein TV auf Sozialer Mächtigkeit. Diese Frage ist im Übrigen auch noch eine Karte die im engeren Rahmen noch nicht gespielt wurde. Man sieht aber generell eine ganze reihe Aufgerichteter Nackenhaare, wenn man sie mal beiläufig erwähnt.
Wie auch immer. Die Nachwirkung wird so oder so nicht von Bestand sein.

karla hat geschrieben:
Solche Überlegungen spielen mit Sicherheit eine Rolle.
Unter: http://www.bmas.de/DE/Presse/Pressemitt ... raege.html
kann man z.B. folgendes Angebot der Politik an die Gewerkschaften entnehmen:


Ja, es ist ungefähr der selbe Wink, wie bei der Einführung der Branchenzuschläge. Auch hier hatte die Politik schon recht Eindeutig in Richtung Leiharbeit gewinkt, mit dem Hinweis das ansonsten halt feste Gesetzliche Bestimmungen eingesetzt werden würden, um den gewünschten Zustand herzustellen.
Das Ergenbiss war nicht so, wie man sich das in teilen der Politik so gewünscht hätte, was ein Nachsteuern mit sich brachte.
Wenn dies nun ebenfalls nicht zum gewünschten Ergebnis führt, nun da wird der Text wahrscheinlich nochmal etwas rauher ausfallen. Irgendwann will ja mal bei solchen Themen zum Abschluss kommen. Un es ist Wahljahr. Wahrscheinlich wird sich der Abschluss eh unter Vorgeschobenen Gründen verlagern, bis alles gegessen ist.
Auf jeden Fall wird man es Versuchen. Man möchte ja nicht gerne das Jemnd aus der gelegenheit heraus auf die Idee verfallen könnte noch schnell mal fast eine Millionen Stimmen direkt und Gottweis wie viele Indirekt einzufangen.

karla hat geschrieben:
Kannst du das mit dem "interessanteren Ergebnis" vielleicht ein wenig ausmalen?

Karl


Nein das kann ich im Moment nicht.

Marti


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 30.11.2016, 18:32 
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ich schreibe einfach nichts, sondern kopiere den Inhalt des Mailverkehrs mit dem DGB hinein. Ich schrieb die Mail anläßlich der berühmten Postkartenaktion:

hi,
eigentlich möchte ich garkeine Tarifvertrag für LAK haben. Natürlich weiß ich um die emense Verantwortung und die Gefahr für das freie Unternehmertun, wenn statt irgendwann egal Pay plötzlich Qual Treatment (AÜG§9 bzw 10) zu zahlen ist.

Aber da bin eben ein ganz unverschämter Nassauer und würde sogar wieder in die Gewerkschaft eintreten um mich gnadenlos auf kosten anderer zu bereichern.

Gruß
S.Bär
-----
Antwort von DGB vReferat Tarifkoordination Abteilung Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik:
Sehr geehrter Herr xxxxxxx,

... vielen Dank für Ihre E-Mail.

Leider ist es nicht so, dass ohne die Tarifverträge in der Leiharbeit automatisch Equal Pay bestehen würde. Zum einen gilt der gesetzliche Equal Pay-Anspruch nur in der Verleihzeit, für die verleihfreie Zeit gilt das nicht. Der Mindestlohn in der Leiharbeit wirkt nicht nach, da würde nur die Grenze des gesetzlichen Mindestlohns greifen.

Zum anderen ist es unter Jurist_innen umstritten, ob und wenn ja, wie lange die anderen Tarifverträge (jenseits des Mindestlohnes) in der Leiharbeit nachwirken würden, wenn sie nicht verlängert werden würden. Die betroffenen Beschäftigten müssten sich darauf einstellen, langwierige Prozesse zu führen zur Durchsetzung des Equal Pay Anspruchs. Das bedeutet enorme Rechtsunsicherheit mit unklarem Ausgang.

Zu diesem Punkt und weiteren Fragen finden Sie auch einige Fragen und Antworten auf unserer Internetseite: http://www.dgb.de/tarifrunde-leiharbeit Ich hoffe, dass Ihre Fragen damit alle beantwortet werden.

Freundliche Grüße, Dr. G... N...
____
Da meine Antwort hierzu nicht wieder beantwortet wurde, verschweige ich ich diese auch hier.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 01.12.2016, 10:20 
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http://www.dgb.de/presse/++co++03d98820 ... 5400e5a74a

Das erste Ergebnis liegt vor. ganz große Scheisse...


Zitat:
PM 126 - 30.11.2016

Pressemitteilung

Verhandlungsergebnis für die Beschäftigten der Leiharbeit erreicht

Durchbruch in der dritten Verhandlungsrunde

In der dritten Verhandlungsrunde der DGB-Tarifgemeinschaft Leiharbeit mit dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. (iGZ) konnte ein Abschluss erzielt werden. Stefan Körzell, DGB-Vorstandsmitglied und Verhandlungsführer für die DGB-Tarifgemeinschaft Leiharbeit, sagte am Mittwoch in Berlin: "Wir haben seit Dienstag mehr als 24 Stunden Non-Stop verhandelt und eine deutliche Erhöhung der Entgelte erreicht. Der Kompromiss enthält viel von dem, was wir gefordert hatten. Die Gewerkschaften haben die vollständige Ost-West-Angleichung ab 2021 sowie eine überproportionale Anhebung der unteren Entgeltgruppen durchgesetzt."

Die Entgelte in der Leiharbeit steigen im Westen jährlich zwischen 2,5 und 3,2 Prozent pro Stunde. Im Osten steigen sie jährlich bis zu 4,82 Prozent pro Stunde. Die vollständige Ost-West-Angleichung in allen neun Entgeltgruppen erfolgt zum 01.04.2021. Die Entgelttabelle Ost entfällt zu diesem Zeitpunkt. Die dann gültige Tabelle West wird dann im gesamten Bundesgebiet angewendet.

Eine Besonderheit des Tarifabschlusses ist die Aufwertung der unteren Entgeltgruppen durch eine überproportionale Erhöhung der Entgelte. "Am Ende der Laufzeit werden sich die Tarife in der Leiharbeit deutlich vom gesetzlichen Mindestlohn entfernt haben. Das war uns besonders wichtig."

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 36 Monaten und endet zum 31.12.2019.

Die Tarifkommissionen der Gewerkschaften werden das Ergebnis nun beraten.

Weitere Informationen zu den Tarifverhandlungen Leiharbeit finden Sie unter: http://www.dgb.de/-/3Ca


Die korrupten Randstäder werden das schon unterschreiben, im Gefolge bornierter Hauptamtlicher der IG Metall...

:roll:

_________________
...Staatshaushalt - Ein Haushalt in dem alle essen, aber niemand spülen will!

http://www.youtube.com/watch?v=ziDDgZdunF0


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 03.12.2016, 09:17 
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Cid hat geschrieben:
http://www.dgb.de/presse/++co++03d98820-b712-11e6-8a07-525400e5a74a

Zitat:
PM 126 - 30.11.2016

Pressemitteilung
[...]
Die vollständige Ost-West-Angleichung in allen neun Entgeltgruppen erfolgt zum 01.04.2021. Die Entgelttabelle Ost entfällt zu diesem Zeitpunkt. Die dann gültige Tabelle West wird dann im gesamten Bundesgebiet angewendet.



Die dann gültige Tabelle West wir erst in den Tarifverhandlungen 2019/2020 vereinbart, da dieser Tarifvertrag am 31.12.2019 endet. Man kann sich schon auf Überraschungen freuen, wenn dann z.B. zum Angleich auf die Ostlöhne auf eine Erhöhung der Lohne im Westen für längere Zeit verzichtet wird.

Sollte die Ost-West-Angleichung in diesem Tarifvertrag vereinbart sein, dann endet die Vereinbarung mit dem Tarifvertragsende, also bereits zum 31.12.2019. Hat die Angleichung überhaupt eine rechtverbindliche Wirkung für die Zeit vom 01.01.2020 bis zum Inkrafttreten am 01.04.2021?

_________________
Der letzte Kampfaufruf http://www.youtube.com/watch?v=88Hh_DqJA5k
Der letzte Arbeitskampf http://www.youtube.com/watch?v=tGdVo6a0Ats


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 05.12.2016, 00:21 
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Hans_der_Kaempfer hat geschrieben:
Sollte die Ost-West-Angleichung in diesem Tarifvertrag vereinbart sein, dann endet die Vereinbarung mit dem Tarifvertragsende, also bereits zum 31.12.2019. Hat die Angleichung überhaupt eine rechtverbindliche Wirkung für die Zeit vom 01.01.2020 bis zum Inkrafttreten am 01.04.2021?

Das dürfte wohl auf die genaue Formulierung ankommen.
Da müssen wir abwarten, was wir in den neuen TV zu lesen kriegen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 05.12.2016, 12:58 
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Hallo zusammen,

ich habe ein neues Thema "Tarifverhandlungsergebnis" aufgemacht.
Ich bitte Euch dort um euer Feedback zu dem am 30.11.2016 in Berlin getroffenen Verhandlungsergebnis.

Gruß Eugen


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 07.12.2016, 10:00 
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Und werden jetzt Brachentarifzuschläge ausgeweitet, zum Bsp. im Bereich der ver.di?

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...Staatshaushalt - Ein Haushalt in dem alle essen, aber niemand spülen will!

http://www.youtube.com/watch?v=ziDDgZdunF0


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 07.12.2016, 16:08 
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Cid hat geschrieben:
Und werden jetzt Brachentarifzuschläge ausgeweitet, zum Bsp. im Bereich der ver.di?

Da von kann man wohl ausgehen das die Verdi nun ebenfals Branchentarifzuschläge aushandeln wird.
Um die 9 Monate zu umgehen, nach dem der Leiharbeiter ja das gleiche Geld bekommen soll wie die Stammarbeiter. Siehe änderung AÜG ab 01.04.2017.
Die Frage wird aber sein wie diese Branchentarife aussehen werden bzw. muss die Verdi dies für alle seine einzelnen Fachbereiche aushandeln. Andernfalls würde für einzelne Bereiche Equal Pay nach 9 Monaten gelten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 09.12.2016, 14:46 
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Hafenkasper hat geschrieben:
Cid hat geschrieben:
Und werden jetzt Brachentarifzuschläge ausgeweitet, zum Bsp. im Bereich der ver.di?

Da von kann man wohl ausgehen das die Verdi nun ebenfals Branchentarifzuschläge aushandeln wird.
Um die 9 Monate zu umgehen, nach dem der Leiharbeiter ja das gleiche Geld bekommen soll wie die Stammarbeiter. Siehe änderung AÜG ab 01.04.2017.
Die Frage wird aber sein wie diese Branchentarife aussehen werden bzw. muss die Verdi dies für alle seine einzelnen Fachbereiche aushandeln. Andernfalls würde für einzelne Bereiche Equal Pay nach 9 Monaten gelten.


Auf meine Frage an die ver.di TaKo Leiharbeit vom November 2015 wann es denn ver.di BZ gibt, wurde von TaKo Mitgliedern geantwortet, man kämpfe ja für Equal Pay und nicht für BZ.

Im Gleichen Atemzug wurde bekanntgegeben, dass EP sehr schwer zu realisieren sei und man einen tariflosen Zustand nicht wünsche....

Die ver.di TaKo hat als erster dem neuen LA-Taif-Vertrag zugestimmt.. Ohne Worte..

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 09.12.2016, 22:19 
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Cid hat geschrieben:

Auf meine Frage an die ver.di TaKo Leiharbeit vom November 2015 wann es denn ver.di BZ gibt, wurde von TaKo Mitgliedern geantwortet, man kämpfe ja für Equal Pay und nicht für BZ.

Um so besser . Bedeutet nämlich wenn sie einen BZ nicht wollen das die ersten Leiharbeiter ab 01.01.2018 den gleichen Lohn wie die Stammmitarbeiter bekommen. Was in meiner Branche verdammt arsch viel Kohle :-)
Zitat:
Im Gleichen Atemzug wurde bekanntgegeben, dass EP sehr schwer zu realisieren sei und man einen tariflosen Zustand nicht wünsche....

Die hätten nur sagen brauchen das die verdi nicht gewillt ist weiterhin Tarife mit IGZ/BAP abzuschliessen sowie MTV und LTV kündigen. Somit hätte bei Nichteisatzzeiten der Mindestlohn gegolten und für Einsatzzeiten eben EQualpay. Wenn sie keinen Tariflosen zustand wollen hätten sie aber zumindest mindestens dieses Druckmittel gehabt um deutlich höhere Löhne von der IGZ und BAP zu bekommen.
Zitat:
Die ver.di TaKo hat als erster dem neuen LA-Taif-Vertrag zugestimmt.. Ohne Worte..

War mir klar das sie ganz schnell einer der ersten sind.
Da man von der Bande eh nix mehr zu erwarten hat, bin ich schon vor längeren aus dem Verein ausgetreten. Den erspraten Beitrag gebe ich lieber sinnvoller für eine Rechtsschutzversicherung aus .


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 10.12.2016, 07:04 
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Mit Datum vom 6.12. gab die IG Metall tarifinformationen zum Ergebnis der Verhandlungen mit iGZ und BAP heraus:
http://www.igmetall-zoom.de/images/Date ... ftigte.pdf
Unter anderem gibt es die Information, dass sich die bundesweite Tarifkommission der IG Metall am 20. Januar 2017 treffen soll, um das Verhandlungsergebnis vom 30.11. zu beraten. Entscheiden wird letztendlich der Vorstand der IG Metall.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 12.12.2016, 15:45 
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Zitat:
War mir klar das sie ganz schnell einer der ersten sind.
Da man von der Bande eh nix mehr zu erwarten hat, bin ich schon vor längeren aus dem Verein ausgetreten. Den erspraten Beitrag gebe ich lieber sinnvoller für eine Rechtsschutzversicherung aus .


Das liegt an deren Zusammensetzung der TaKo, mit überwiegend Randstad Disponenten. Durch Austritt wirst Du das LAN Lager nicht stärken!

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 30.12.2016, 19:49 
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ich bin auch ausgetreten, weil ich Menschen ernst nehme.

Alleine die Idee die Sprachregelung von Equal Treatment auf Equal Pay zu ändern spricht Bände. Als wenn Urlaub oder Cafeteria Leistungen vom Verdienst zu entkoppeln wären.


Die Idee mehrerer Einzelgewerkschaften unter dem Dach DGB Tarifverträge unterhalb des gesetzlichen Mindeststandard AÜG abzuschliessen ein weitere Grund.

Es gebe bei der Delegiertenversammlung in Leipzig vor einigen Jahren die klare Ansage, gleicher Lohn für gleiche Arbeit.

Wenn Reden und Tun soweit Auseinanderfallen, ist völlig klar, wie was gemeint und zu beurteilen ist. Dies bedauere ich zutiefst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 03.01.2017, 15:35 
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Ich verstehe Deinen Frust,

aber alleine wegen dem Rechtsschutz wäre ich drin geblieben, der ist definitiv anders geregelt als über eine Versicherung.
Zumal Du noch andere Dinge im Gewerkschaftlichen Leistungsspektrum angeboten bekommst. (Unfallversicherung, Mietrechtsschutz. Bildungsurlaube etc.)

Und du kannst auf Delegiertensammlungen die oberen so richtig ankacken, das geht als Außenstehender so nicht ;-)

Zitat:
Es gebe bei der Delegiertenversammlung in Leipzig vor einigen Jahren die klare Ansage, gleicher Lohn für gleiche Arbeit.


Tja, es braucht vor allem Macht um das durchzuziehen. Also viele organisierte LAN.


Zitat:
[...] Cafeteria Leistungen vom Verdienst zu entkoppeln wären.


Also das ist bereits im AÜG längst verwirklicht - Du musst die gleichen Bedingungen haben wie der Stammi zu Sozialeinrichtungen etc.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 03.01.2017, 19:00 
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Lieber Cid,
neben das Anrecht herumzumeckern bleibt lediglich der Rechtsschutz der Gewerkschaft.

Ideelle Gründe fallen ja leider weg, daher muss die Organisation sich auch Alternativen stellen. Eine Rechtsschutz (inkl Arbeitsrecht) ist privat abgeschlossen günstiger als die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft.

Du hast recht, es schwächt unsere Position. Aber die Gewerkschaft ist schwach und macht sich schwächer und unglaubwürdig. Sie konnte im Bereich Leiharbeit keine Verbesserung bei der Überarbeitung des AÜG durchsetzen oder gar eine Verschlechterung verhindern. Die Gewerkschaft fühlt sich sogar zu schwach, um auf Tarifverträge zu verzichten und sich dem Disput zu stellen. Vielleicht hat sie auch erkannt, das die privilegiert Beschäftigten nicht motivieren kann für ihre prekär Beschäftigten einzusetzen oder will kein Geld ausgeben für dann zahlreiche anstehenden Prozesshilfen.
Ich erwarte Mut von der Führung einer Interessenvertretung.
Viel schlimmer ist es, das mit der Initiative "Equal Pay" die LAK für blöde verkauft werden. Equal Treatment fordert das AÜG. Gerne können wir hochrechnen, was ein Urlaubstag wert ist, Erfolgsprämien oder Weihnachtsgeld.
Im neuen Tarifvertrag liegt die unterste Gehaltsstufe 4cent über dem Mindestlohn!
Umso begeistert bin ich, was der Leiharbeiterstammtisch als Forderung gestellt hat. Diese Ehrlichkeit vermisse ich von den offiziellen Vertretern der 8 Gewerkschaften, die nun Tarifverträge abschliessen werden.
Ich war positiv überrascht über statements von Eugen als Tako-Mitglied. Es sind leider nur kleine Kerzen im schatten einer High Led der Offiziellen Vertreter des DGB und Mitgliedsgewerkschaften und ihrer Organe.

Selbst Erfahrungen mit den meisten Betriebsräten habe ich bisher eher negativ wahrgenommen, wie hier von diversen Schreiben und in der Fachliteratur berichtet. Dennoch finde ich es toll, das einige Betriebsräten (von privilegiert Beschäftigten) sich für LAK einsetzen. Es sind jedoch zu wenige.

Ich habe gehört, das in einigen Betrieben Betriebsräte Betriebsvereinbarungen/Tarifverträge abschließen wollen, die Gewerkschaftsmitglieder besser stellen. Dies erinnert einwenig an die Gewerkschaften aus den alten amerikanischen Mafia-Filmen. Ein gefährliches Ansinnen langfristig gesehen. Wir erleben derzeit eine Verzerrung durch Fake-nachrichten in den Medien und entdeckte Unehrlichkeit wird als Kampfmittel hochstilisiert.

Sicherlich werde ich dann einen Mitgliedsantrag wieder einreichen, wenn es zum kleinen Vorteil ist und die entstehenden Koste abdeckt ist (Geld stinkt ja nicht).

Eigentlich müßte ich jeder Gewerkschaft zum Tarifabschluss einen nicht unterschriebenen Mitgliedsantrag zusenden, mit dem Vermerk, das aufgrund des Tarifvertrages, der mich nun erneut schlechter stellt und diesen nicht unterschreiben konnte.

Grüße
Bär


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlungen
BeitragVerfasst: 04.01.2017, 09:28 
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Lieber Bär,

Zitat:
Im neuen Tarifvertrag liegt die unterste Gehaltsstufe 4cent über dem Mindestlohn!


Ich weiß, dass ist ein Skandal. Aber deswegen verhandeln die TaKo der IG Metall auch nach! Als einzige der DGB Gewerkschaften übrigens.

Zitat:
Selbst Erfahrungen mit den meisten Betriebsräten habe ich bisher eher negativ wahrgenommen, wie hier von diversen Schreiben und in der Fachliteratur berichtet. Dennoch finde ich es toll, das einige Betriebsräten (von privilegiert Beschäftigten) sich für LAK einsetzen. Es sind jedoch zu wenige.


Exakt diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Ich nenne soiche BRs Edelfunktionäre, die man abwählen KANN - mit der viel beschworenen Solidarität ist es nicht weit her, taugt bestenfalls für Erste Mai Reden bei Sonnenschein mit Luftballons... User schildhorster hier ist als freigestellter BR eine löbliche Ausnahme.

Zitat:
Ich war positiv überrascht über statements von Eugen als Tako-Mitglied. Es sind leider nur kleine Kerzen im schatten einer High Led der Offiziellen Vertreter des DGB und Mitgliedsgewerkschaften und ihrer Organe.


Ich durfte Eugen persönlich kennenlernen und halte ich auch für einen guten - er ist auch LAN wie Du (?) oder ich es war, fast 4 Jahre. Allerdings hat er etwas verändert - mit der Gewerkschaft. Würde er sich das zu eigen machen was Du eröterst wäre ernicht da wo er heute ist. :-> In der Politik, und TaKo ist Politik, mahlen Mühlen sehr langsam...

Zitat:
Umso begeistert bin ich, was der Leiharbeiterstammtisch als Forderung gestellt hat. Diese Ehrlichkeit vermisse ich von den offiziellen Vertretern der 8 Gewerkschaften, die nun Tarifverträge abschliessen werden.


Das ist in jeder Orga so - die oberen reden diplomatischen kram, die Basis Klartext;-)

Zitat:
Die Gewerkschaft fühlt sich sogar zu schwach, um auf Tarifverträge zu verzichten und sich dem Disput zu stellen.


Falsch, sie sichert damit deren Stammis und möchte partout EP meiner Ansicht nach verhindern...

Zitat:
Ich habe gehört, das in einigen Betrieben Betriebsräte Betriebsvereinbarungen/Tarifverträge abschließen wollen, die Gewerkschaftsmitglieder besser stellen. Dies erinnert ein wenig an die Gewerkschaften aus den alten amerikanischen Mafia-Filmen.


Gewerkschaft sind letzlich includierte Vereine, wer außen vor ist hat gelitten. Schau die nur mal den Demographie TV der DB an, sowie die Tarife der MEtall und Chemie Industrie, welche Neueinstellungen de fakto sehr erschweren. Oder warum hat VW und die DB eine eigene Zeitarbeitsfirma, was meiner Ansicht nach mit dem AÜG nicht konform sein dürfte?? ;-)

Zitat:
Eine Rechtsschutz (inkl Arbeitsrecht) ist privat abgeschlossen günstiger als die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft.


Da ich vor meiner Zeit als LAN mehrere Jahre bei einer bekannten dt. Versicherung arbeitete, weise ich Dich auf folgendes hin:

Versicherungen haben einen negativen Erwartungswert, sprich das was Du einzahlst bekommst Du nicht zurück! Im Schadensfall einer Komposit Versicherung (Haftpflicht, Hausrat, Rechtsschutz etc.) wird geprüft, wie viele Policen Du bei einer Assekuranz hast - Versicherungshopper, welche stets die günstigste Police wählen, bekommen im Schadensfall die Bürokratie zu spüren, sprich verlangsamte Abläufe, Verzögerung, genaue Prüfung etc.

Ansonsten sind die Ausschlußklauseln genau zu beachten: Ist die Beratung gratis, hast Du freie Anwaltswahl? Ab einer bestimmten Anzahl Verfahren, legt man Dir nahe zu gehen - wirst Du von der Versicherung gekündigt, landest Du auf Listen und wirst nur schwer einen neuen Anbieter finden....

Aber immerhin kannst den Anteil REchtsschutz steuerlich als Werbungskosten ansetzen.

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