ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 19.04.2017, 12:05 
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Die IG Metall stimmt 48 Monaten zu...

http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Deutschland-Welt/Bis-zu-48-Monate-Leiharbeit-sind-kuenftig-moeglich

Zitat:
..."Eine Höchstverleihdauer von vier Jahren sieht die IG Metall als Ausnahme an, um betrieblich über den tarifvertraglich geregelten Rahmen hinaus bessere Beschäftigungsbedingungen zu sichern. Nach Einschätzung der Gewerkschaft ergänzen die Regelungen des Tarifvertrages das neue Gesetz. Dieses regele, dass die Leihbeschäftigten höchstens 18 Monate einem Betrieb überlassen werden dürfen. Das könnten Zeitarbeitsfirmen auch mit Rotationsmodellen umsetzen, indem sie ihre Beschäftigten austauschen, sagt Rio Antas. Nach dem Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie dürften die Betriebe ihre Leiharbeiter zwar sechs Monate länger beschäftigen – dann aber seien sie verpflichtet, eine unbefristete Übernahme anzubieten. Im Arbeitgeberlager begrüßt man die Flexibilität der Gewerkschaft. „Zeitarbeit hilft unseren Unternehmen, flexibel auf Auftragsspitzen reagieren zu können“, sagte der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen-Metall, Volker Schmidt. Das gelte auch für gesetzlich geregelte Personalausfälle wie etwa Elternzeiten. Leiharbeit sei für die Zeitarbeitnehmer zudem in vielen Fällen der Einstieg in eine feste Anstellung. Leider gebe es in jeder Branche auch schwarze Schafe, die dieses Instrument in Verruf bringen. „Daher begrüßen wir es, wenn der Gesetzgeber dem Missbrauch einen Riegel vorschiebt“, sagte Schmidt."




Nachziehen werden die BCE, ver.di usw...

Damit ist die gesetzliche Höchstüberlassungsdauer für die Katz! :roll:

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http://www.youtube.com/watch?v=ziDDgZdunF0


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BeitragVerfasst: 19.04.2017, 14:48 
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Und jetzt auch im Spiegel

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BeitragVerfasst: 19.04.2017, 19:06 
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Leider gebe es in jeder Branche auch schwarze Schafe, die dieses Instrument in Verruf bringen. „Daher begrüßen wir es, wenn der Gesetzgeber dem Missbrauch einen Riegel vorschiebt“, sagte Schmidt."
Irrtum Herr Schmidt. In der Leiharbeit gibt es nicht auch,
sondern NUR schwarze Schafe. Allenfalls noch das eine oder
andere graue Schaf, die in der Masse aber mehr oder wegiger
unauffällig vor sich hinblöken.

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Die Leiharbeit ist eine Maschinerie,
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BeitragVerfasst: 20.04.2017, 09:10 
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Hallo Cid,

zum Zitat aus der HAZ:
Zitat:
Nach dem Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie dürften die Betriebe ihre Leiharbeiter zwar sechs Monate länger beschäftigen – dann aber seien sie verpflichtet, eine unbefristete Übernahme anzubieten.


In den TV LeiZ heißt es wörtlich dazu:
4. Betriebe ohne Betriebsvereinbarung

4.1

Besteht keine Betriebsvereinbarung gemäß Ziffer 3, gilt Folgendes:

- Nach 18 Monaten Überlassung* hat der Entleiher zu prüfen, ob er

dem Leih- / Zeitarbeitnehmer einen unbefristeten Arbeitsvertrag

anbieten kann.

- Nach 24 Monaten Überlassung* hat der Entleiher dem Leih- /

Zeitarbeitnehmer einen unbefristeten Arbeitsvertrag anzubieten.

Dieses kann nach Beratung mit dem Betriebsrat bei akuten

Beschäftigungsproblemen entfallen.


D.h. der LAN muss zum Ende der 24 Monate abgemeldet werden. Nur was zeitlich darüber hinausgeht verpflichtet zu einer Übernahme. Wenn dann auch noch Beschäftigungsprobleme geltend gemacht werden kann auch dies hinfällig werden.


Karl


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BeitragVerfasst: 20.04.2017, 10:42 
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es ist schon faszinierend, wie man über jahre hinweg an dem thema leiharbeit herumpfuscht, immer neue konstrukte aufbaut und immer mehr vertragparteien ins boot holt, mit dem ergebnis, dass ein immer grösseres wirrwarr an regelungen entsteht und die betroffenen weiterhin die gearschten sind!

- der TV Leiz besagt, max. 18 monate, evtl. aber auch 24 monate.
- das neue AÜG besagt, 18 monate, aber in tarifgebundenen entleihbetrieben kann über einen TV von den 18 monaten abgewichen werden.
- das neue AÜG besagt, 18 monate, aber in tarifungebundenen entleihbetrieben, kann durch eine Betriebsvereinbarung (BV)
a) eine tarifvertragliche Regelung, die die abweichende Überlassungshöchstdauer regelt, inhaltsgleich (d.h. im Ganzen und ohne Änderungen) übernommen werden.
b) eine abweichende Überlassungshöchstdauer bis maximal 24 Monate vereinbart werden, wenn der Tarifvertrag der Einsatzbranche eine Öffnungsklausel enthält.
oder
c) eine abweichende Überlassungshöchstdauer (länger als 24 Monate) vereinbart werden, wenn der Tarifvertrag der Einsatzbranche eine Öffnungsklausel für Betriebsvereinbarungen (länger als 24 Monate) enthält.

und ganz "toll" ist natürlich auch, dass die verleihzeiten vor dem 01.04.2017 nicht auf die höchstverleihdauer angerechnet werden. wer sich also zum 31.03.2017 bereits 17 monate (oder kürzer/länger) in AÜ befand, hat nun die große freude, wieder von vorne anzufangen.

ich hatte eigentlich immer die hoffnung, dass dgb-gewerkschaften und betriebsräte vereinbarungen für die beschäftigten abschließen. dass sie aber noch schlechtere regelungen als die gesetzlichen vorgaben vereinbaren, ist das letzte!

jahrelang wurde auf christliche gewerkschaften geschimpft und behauptet, die dgb-gewerkschaften wären ja "gezwungen gewesen", einen TV Leiz abzuschließen. und was war, als den christlichen gewerkschaften die tariffähigkeit in der leiharbeit abgesprochen wurde? die dgb-gewerkschaften hatten danach einen erneuten TV abgeschlossen und dann sogar noch mit einer laufzeit von 5 jahren!
so sieht also "EqualPay" aus.

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Der Sinn von Arbeit ist es die Lebensverhältnisse zu verbessern - die Lebensverhältnisse zu verschlechtern damit mehr Arbeit entsteht ist nicht sozial sondern nur zynisch.


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BeitragVerfasst: 20.04.2017, 18:17 
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Bin mal gespannt wie verdi dies toppen wird. Mit den Randstad Dispos in der TaKo hat verdi hier hochqualifiziertes Personal

Zitat:
Gesamtmetall sei sich mit der Gewerkschaft einig, dass ohne konkreten Sachgrund künftig eine Verleihdauer von maximal 48 Monaten möglich sein soll, wenn dies freiwillig zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung vereinbart wurde. Bestünden Sachgründe, etwa in Form konkreter Projekte, so solle - ebenfalls auf freiwilliger Basis - eine über 48 Monate hinausgehende Verleihdauer möglich sein, so Zander. Nach seinen Angaben sind derzeit in der Metall- und Elektroindustrie bundesweit gut 200 000 Zeitarbeiter eingesetzt. Bei insgesamt 3,8 Millionen Beschäftigten entspreche dies einem Anteil von etwa fünf Prozent.
...
»Diesen Abschluss hätte ich von christlichen Gewerkschaften erwartet, aber nicht von der IG Metall. Wenn das Gesetz am Ende besser ist als der Tarifvertrag, dann fragt sich der mündige Gewerkschafter, wozu er eine Gewerkschaft braucht, die solche Tarifverträge abschließt«, kommentierte die niedersächsische Bundestagsabgeordnete und IG-Metall-Gewerkschaftssekretärin Jutta Krellmann (LINKE): »Leiharbeiter werden zur Verhandlungsmasse zwischen Betriebsräten und Arbeitgebern gemacht. Unter den Augen und mit Zustimmung der IG Metall wird die Zwei-Klassen-Belegschaft weiter zementiert«, so die Gewerkschafterin.

https://www.neues-deutschland.de/artike ... ltung.html


PM von Jutta Krellmann dazu

https://www.linksfraktion.de/presse/pre ... as-gesetz/

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BeitragVerfasst: 20.04.2017, 19:50 
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bernie hat geschrieben:
Bin mal gespannt wie verdi dies toppen wird.

48 x 2 = 96
:evil:


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BeitragVerfasst: 21.04.2017, 09:19 
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Der iGZ apllaudiert bereits

http://www.ig-zeitarbeit.de/presse/artikel/me-tarifpartner-wollen-laengere-einsaetze-ermoeglichen

Zitat:
Tarif vor Gesetz ist ein bewährter Grundsatz im deutschen Arbeitsleben


Und nur in der LA stellen sich die AN mit diesem Grundsatz schlechter als in anderen Branchen....

der iGZ hat bei diesem Tarif gar nix mitzureden, denn das betrifft eine Vereinbarung zwischen IGM und Entleihbetriebe...
Bei Verdi wird es ein bisschen komplizierter, denn da müssen mit vielen Entleih-Branchen solche Tarife ausgehandelt werden.
Da sitzen die Randstäder nicht mit dabei, aber sie werden ähnlich viel Müll dazu verbreiten wenn es so weit ist.

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BeitragVerfasst: 21.04.2017, 17:16 
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Wer verhandelt denn, wenn nicht die TaKo?
Wenn verdi überhaupt zum Thema Höchstüberlassungsdauer verhandeln möchte.
Vielleicht findet verdí völlig andere Sachen um die IG Blech zu toppen.

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BeitragVerfasst: 21.04.2017, 20:50 
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Hallo,


unter: http://aktuelle-sozialpolitik.blogspot. ... rbeit.html

interessante Beurteilung des neuen TV LeiZ. Ob so etwas in der TK Leiharbeit der IGM die sich in zwei Wochen in Frankfurt trifft auch diskutiert wird? Oder geht die das nichts an weil es ja ein TV der Metallbezirke ist?


Karl


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BeitragVerfasst: 22.04.2017, 00:03 
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Einfach Spitzenklase wenn man sich den Text genüßlich reinzieht :

Wenn die Leiharbeiter in der Leiharbeit per Tarifvertrag eingemauert werden und ein schlechtes Gesetz mit gewerkschaftlicher Hilfe noch schlechter wird
Hat die Gewerkschaft ihre Koordinaten verloren und taumelt sie jetzt orientierungslos durch die prekäre Zone der Arbeitswelt, die sie jahrelang mit Kampagnen und wortgewaltigen Verurteilungen gebrandmarkt hat? Diese Frage mag sich dem einen oder anderen nach der Konfrontation mit dieser Nachricht durchaus stellen: IG Metall stimmt Zeitarbeit bis zu vier Jahren zu: »In der Metall- und Elektroindustrie können Leiharbeiter künftig bis zu 48 Monate in einem Betrieb beschäftigt werden - statt 18 Monaten, wie es das seit 1. April in Kraft getretene Gesetz vorsieht.« Im vergangenen Jahr hatte die Große Koalition das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) mit Wirkung zum 1. April 2017 geändert, u.a. wurde festgelegt, dass ein Leiharbeiter maximal 18 Monate lang an denselben Betrieb ausgeliehen werden darf. »Es sind jedoch Ausnahmen möglich, wenn Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften abweichende Vereinbarungen treffen. Im Fall der Metall- und Elektroindustrie haben sich der Arbeitgeberverband Gesamtmetall und die IG Metall auf die Änderungen verständigt.«

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BeitragVerfasst: 22.04.2017, 10:20 
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bernie hat geschrieben:
Vielleicht findet verdí völlig andere Sachen um die IG Blech zu toppen.


Die Kernfrage ist doch, ob der IGM-Blech überhaupt für Verdi-Mitglieder gilt.

Der TV LeiZ ist ein Tarifvertrag. Anspruch auf Leistungen aus einem TV besteht nur, wenn

a) Arbeitgeber und Arbeitnehmer Mitglieder in den vertragsabschließenden Organisationen sind oder
b) die Anwendung arbeitsvertraglich vereinbart wurde.

Beide Voraussetzungen sind bei einem Leiharbeiter, der nicht Mitglied in der IGM ist, nicht erfüllt. Folgerichtig hat das LAG Baden-Württemberg im Urteil vom 18. Juni 2015 - Az. 6 Sa 52/14 – einem Leiharbeiter, der kein IGM-Mitglied ist, Ansprüche auf ein Vertragsangebot durch seinen Entleiher auf Basis des TV LeiZ verweigert.

„1. Die Anwendbarkeit des TV LeiZ scheidet bereits wegen fehlender Tarifbindung aus. Nach Ziffer 1 TV LeiZ gilt der Geltungsbereich des Manteltarifvertrags (MTV). Der MTV gilt persönlich für alle Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer, die Mitglied der IG Metall sind (§ 1.1.3). Der Kläger ist unstreitig nicht Mitglied der IG Metall. Da nach § 4 Abs. 1 Satz 1 TVG die Rechtsnormen eines Tarifvertrages unmittelbar und zwingend nur zwischen den Mitgliedern der Tarifvertragsparteien gelten, kommt der TV LeiZ nicht zur Anwendung.“

Quelle: https://openjur.de/u/864067.html

Aus meiner Sicht hat der Gesetzgeber es versäumt, dass TVG entsprechen zu ändern bzw. die Rechtsprechung muss demnächst entscheiden, ob künftig auch Nichtmitglieder Ansprüche auf tarifvertragliche Leistungen haben. Wenn kein Anspruch auf den TV LeiZ besteht, gilt automatisch die gesetzliche Übernahmeregelung aus dem AÜG. Die gesetzliche Regelung ist günstiger als die tarifliche.

_________________
Der letzte Kampfaufruf http://www.youtube.com/watch?v=88Hh_DqJA5k
Der letzte Arbeitskampf http://www.youtube.com/watch?v=tGdVo6a0Ats


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BeitragVerfasst: 22.04.2017, 21:17 
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Hans_der_Kaempfer hat geschrieben:
Beide Voraussetzungen sind bei einem Leiharbeiter, der nicht Mitglied in der IGM ist, nicht erfüllt. Folgerichtig hat das LAG Baden-Württemberg im Urteil vom 18. Juni 2015 - Az. 6 Sa 52/14 – einem Leiharbeiter, der kein IGM-Mitglied ist, Ansprüche auf ein Vertragsangebot durch seinen Entleiher auf Basis des TV LeiZ verweigert.

Das BAG hat die Entscheidung bestätigt.

12.07.2016, 9 AZR 359/15
http://www.rechtsprechung-im-internet.d ... focuspoint


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BeitragVerfasst: 22.04.2017, 22:28 
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Zitat:
§ 3 Tarifgebundenheit
(1) Tarifgebunden sind die Mitglieder der Tarifvertragsparteien und der Arbeitgeber, der selbst Partei des Tarifvertrags ist.
http://www.gesetze-im-internet.de/tvg/__3.html

Wenn die Tarifverträge zum Nachteil des AN sind werden die natürlich gerne im Arbeitsvertrag als verbindlich erklärt. Kennen wir aus dem Bereich Mietsklaven bestens.
Bei Tarifverträgen die zum Vorteil des AN sind ist es beliebt diese im Arbeitsvertrag für verbindlich zu erkären damit nicht alle sofort in die Gewerkschaft eintreten.
Zitat:
Streng genommen profitieren nur Gewerkschaftsmitglieder vom Tarifvertrag. Nun weiß jeder, dass auch Nicht-Mitglieder das tarifliche Entgelt erhalten und die tariflichen Arbeitsbedingungen. Das hat nur einen Grund: Würden Arbeitgeber sie schlechter stellen, trieben sie die Nicht-Mitglieder in die Arme der Gewerkschaft. Und das wollen sie natürlich nicht. Allerdings hat so manch ein Nicht-Mitglied vor dem Arbeitsgericht bereits sein blaues Wunder erlebt: Wer nicht Mitglied der Gewerkschaft ist, hat nämlich keinen Rechtsanspruch auf Leistungen aus dem Tarifvertrag.

http://www.verdi.de/themen/geld-tarif/+ ... 093d114afd

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BeitragVerfasst: 23.04.2017, 18:05 
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Da https://www.facebook.com/IGMKLev/posts/1666523566987824 findet man eine rechtfertigende Erklärung IGM Köln-Leverkusen.

Was mir sofort auffällt, ist diese merkmürdige Sprache, die inzwischen auch so einige Gewerkschafter nutzen: Arbeiter oder konkreter Facharbeiter gibt es da nicht mehr, die heissen jetzt
Zitat:
Facharbeitnehmer
. :?


Zuletzt geändert von früherwaralles am 23.04.2017, 22:32, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 23.04.2017, 22:17 
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Hallo,
Unter: http://koeln-bonn.dgb.de/themen/++co++7 ... 5400e5a74a
findet man eine rechtfertigende Erklärung IGM Köln-Leverkusen zum TV leiZ mit der 48-Monatsregelung zur Höchstüberlassungsdauer.

Einerseits ist es gut, dass die IGM mal konkret auf die Kritik am neuen TV LeiZ eingeht andererseits wurde in den letzten Monaten in der Organisation nicht darüber diskutiert sondern der Vorstand hat mit dem Fachbereich Tarifpolitik schon seit Monaten Gespräche mit Gesamtmetall geführt und erst dann ihre Tarifkommissionen der Bezirke vor vollendete Tatsachen gestellt.

Die Begründung (7 Seiten DIN A4) sind mal eine Möglichkeit die Überlegungen die zu diesem Ergebnis geführt haben auf Stichhaltigkeit zu beurteilen.

Nur mal ein Beispiel:
Der Kollege Witich Roßmann (IGM Köln) argumentiert so:
Der neue TV LeihZ für die Metall- und Elektroindustrie verschlimmert nichts in der Situation der Leiharbeitnehmer. Aber er verbessert auch kaum etwas. Er passt letztlich nur den Tarifvertrag an das neue AÜG an und nutzt dabei die kleinen Verbesserungen, die in diesem Gesetz enthalten sind! Das soll im nachfolgenden begründet werden.

Aus Kölner IG Metall Sicht einige Anmerkungen zum Medienecho aus der tarifrechtlichen, aber vor allem aus der betrieblichen Perspektive der betroffenen Leiharbeitnehmer, die wir als Gewerkschaft täglich vertreten müssen.

1. Was ist unsere grundsätzliche Position zur Leiharbeit ?
Grundsätzlich ist für uns Leiharbeit nur temporär und in eng begrenzten Fällen zu akzeptieren, wenn gleichzeitig ab dem 1. Einsatztag mindestens Equal Pay gezahlt wird plus einem Flexibilitätszuschlag - wie auch in anderen europäischen Ländern.


Detailliert führt er dann Argumente von LAN an z.B. so:
„Ich arbeite hier voll integriert im Projektteam. Meine Hoffnung ist auf eine Übernahme mit festem Arbeitsvertrag gerichtet. Mein Vorgesetzter will mich gerne halten, bekommt aber im Augenblick keine Planstelle bewilligt. Beim Entgelt bin ich durch den Branchenzuschlag von 50% schon nah am Entgelt eines festen Angestellten. Wenn ich aber jetzt wegen Ablauf der Fristen rausfliege, verliere ich den Projektzusammenhang. Ob meine Ingenieurbude, die mich verleiht, was anderes hat ist ungewiss. Vor allem wird es schwierig werden, dann später wieder in das gleiche Projekt zu kommen. Für mich wäre auf jeden Fall eine längere Beschäftigung in Leiharbeit mit 50% Zuschlag die bessere Alternative als eine unsichere Rotation.“

Dass LAN bei längerem Einsatz länger Zuschläge haben ist natürlich richtig. Worauf in der Rechtfertigung aber überhaupt nicht eingegangen wird ist die Frage wie kommt man dazu die Branchenzuschläge zu verbessern sprich die ersten 5 Stufen zu erhöhen und ab dem ersten Tag.

Aus dem Text geht eindeutig hervor, dass es bei den jetzigen Verhandlungen zum TV BZ (Branchenzuschläge) nur noch um die LAN geht die länger als 15 Monate im gleichen Einsatz sind.

Der Rest der LAN und das ist die große Masse geht bei diesen Verhandlungen zu den Branchenzuschlägen leer aus. Im Dezember diesen Jahres ist der alte TV BZ kündbar. Aber so wie es aussieht werden die alten 5 Zuschlagsgruppen um weitere 3 Jahre so wie der TV LeiZ verlängert. Also 8 Jahre Stillstand.

Es gäbe natürlich noch weiteres an dem Artikel zu hinterfragen. Aber es soll erst mal reichen.

Ganz offensichtlich ist die IGM von der Wahrnehmung ihres Verhandlungsergebnisses in der Öffentlichkeit doch überrascht.

Es wäre schon mal angebracht, dass die TK Leiharbeit bei ihrem nächsten Treffen in der ersten Maiwoche diese Argumentation des Kollegen Roßmann mal kritisch hinterfragen würde und nicht wie beim letzten Tarifabschluß mit überwältigender Zustimmung abnicken.

Im Papier wird gleich zu Beginn festgestellt, dass die IGM noch grundsätzlich vertritt " gleichzeitig ab dem 1. Einsatztag mindestens Equal Pay gezahlt wird plus einem Flexibilitätszuschlag". Wie schon angemerkt bei den Branchenzuschlägen akzeptiert man diskussionslos den Stand der ersten 5 Stufen beginnend ab der 7. Woche.

Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben. Allein mir fehlt der Glaube.

Karl


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BeitragVerfasst: 24.04.2017, 04:37 
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Es müsste nicht sein, dass der tv leiz auf teufel komm raus schnell abgeschlossen wird. Wieso diese Eile? Anfang 2018 hätte auch gereicht und man hätte ein adäquates Druckmittel für tv bz Verhandlungen!!

"Ihr wollt, dass wir mit dem Arbeitgeberverband Metall die Höchstüberlassungsdauer aushebeln? Erst wenn es mehr Knete gibt!"

Aber nöö! Die ig Metall ist erste Erfüllungshilfe für die Mistbranche!

Im Bereich Leiharbeit sind die gesamten DGB Gewerkschaften ein kurrupter Scheißhaufen und ich kann es immer weniger verstehen, wieso LAN diesen Mist durch Mitgliedschaft unterstützen!


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BeitragVerfasst: 24.04.2017, 08:54 
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Hallo ,

sehr interessant an dem Beitrag ist der Punkt 9.

9. Tarifpolitische und gesellschaftspolitische Strategien zur Leiharbeit – Was tun?

Dort heißt es:
Eine durchgreifende politische Änderung war bislang – dies gilt nunmehr
auch für den zweiten politischen Anlauf der IG Metall 2013-2017 – an den
politischen Kräfteverhältnissen gescheitert (Jeweils große Koalitionen).
Deswegen hat nach eingehender strategischer Diskussion die Kölner IG
Metall 2011 zum Gewerkschaftstag als einzige IG Metall Verwaltungsstelle
zum Thema Leiharbeit den Kampf um Branchenzuschläge als Antrag
eingebracht, der dann auch beschlossen wurde. Wir forderten zugleich für
die Durchsetzung dieser Tarifverträge ein Organisations-,
Mobilisierungs- und Arbeitskampfkonzept: Dies ist bis heute nicht
eingelöst. Die Tarifverhandlungen Leiharbeit werden weitgehend zentral,
ohne Informationen und Aktionen für und mit den Betroffenen geführt. Die
Einbeziehung der Leiharbeitnehmer, die in ihren Verleih- wie in ihren
Entleihbetrieben einem besonders harten Druck unterliegen, ist nicht
einfach – gleichwohl unverzichtbar für jegliche erfolgreiche tarif- wie
gesellschaftspolitische Strategie.



Karl


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BeitragVerfasst: 24.04.2017, 09:47 
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früherwaralles hat geschrieben:
Da https://www.facebook.com/IGMKLev/posts/1666523566987824 findet man eine rechtfertigende Erklärung IGM Köln-Leverkusen.

Was mir sofort auffällt, ist diese merkmürdige Sprache, die inzwischen auch so einige Gewerkschafter nutzen: Arbeiter oder konkreter Facharbeiter gibt es da nicht mehr, die heissen jetzt
Zitat:
Facharbeitnehmer
. :?


Würde dir Facharbeitnehmer*Innen besser gefallen?


bernie hat geschrieben:
Wer verhandelt denn, wenn nicht die TaKo?
Wenn verdi überhaupt zum Thema Höchstüberlassungsdauer verhandeln möchte.
Vielleicht findet verdí völlig andere Sachen um die IG Blech zu toppen.


die TaKo Verhandelt die Entgelte und MTV-bedinungen für die Leihbranche. Die Branchenzuschläge und Höchstüberlassungsdauer verhandelt die TaKo der Kundenbetriebe.

Den iGZ störte das bis vor kurzem immer und das Gejammer war groß.

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BeitragVerfasst: 24.04.2017, 18:45 
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Zitat:
Wir forderten zugleich für die Durchsetzung dieser Tarifverträge ein Organisations-, Mobilisierungs- und Arbeitskampfkonzept: Dies ist bis heute nicht eingelöst.

Die arme IG Blech Köln, ohne Konzept aus der Zentrale können die vor Ort nichts machen, keine Flyer drucken und vor oder im Werk verteilen, nichts im Internet posten, nichts, garnichts. Die haben keinen Kopierer, kein Passwort für Facebook, wirklich nichts. Nur einen Maulkorb.
Im Ernst, wenn ich verarscht werden will kann ich Teleshopping einschalten. Oder auf die IGZ Seite gehen.
Wenn es, wie diese endlose Erklärung für die 48 Monate Vereinbarung glauben machen will, nur um ein paar gut bezahlte Spezialisten geht, dann hätte man das von Anfang an sagen können, Mindestanforderungen an den Tarif als Bedingung festschreiben. Mindestens EG 8, mindestens EP.

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BeitragVerfasst: 25.04.2017, 18:51 
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@karla

Wäre der "Beitrag" der IGM Köln-Lverkusen auch ohne meinen Hinweis auf der Startseite des Forums gelandet? :?
Das macht es nur noch schlimmer....


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BeitragVerfasst: 25.04.2017, 21:01 
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Hallo früherwaralles, hallo bernie,

@früherwaralles
Zitat:
Wäre der "Beitrag" der IGM Köln-Lverkusen auch ohne meinen Hinweis auf der Startseite des Forums gelandet? :?

Ich bin am selben Tag auf dieser Seite http://www.drgeffken.de/nc/aktuelle-ber ... eiharbeit/ auf den Artikel gestoßen wo verlinkt wird auf ein interview zum TV LeiZ.
An dem Textende sind wiederum zwei links angegeben. Der erste führt zu einem Artikel der TAZ zum Thema der andere direkt auf die Facebookseite der IGM Köln.

Was mich mehr gewundert hat, dass der Beitrag auf Facebook schon am 20.04. vormittags zu lesen war und erst zwei Tage später von Dir und mir gefunden wurde. Bei mir war es Zufall.

Seit dem 21.04. war der Beitrag auch schon beim DGB - Köln nachlesbar unter: http://koeln-bonn.dgb.de/themen/++co++7 ... 5400e5a74a Darauf hat mich heute ein User von ZOOM aufmerksam gemacht.

Viele Augen sehen mehr.

@Bernie
Zitat:
Die arme IG Blech Köln, ohne Konzept aus der Zentrale können die vor Ort nichts machen,

Die IGM Köln kritisiert in dem Beitrag nicht, dass sie vor Ort nichts machen kann. Es ist eine Kritik am Vorstand der IGM der die Kampagne Leiharbeit sang- und klanglos eingestellt hat. Als das neue AÜG verabschiedet war las man in der Presseerklärung der IGM unter:
https://www.igmetall.de/pressemitteilun ... -23952.htm
zur Leiharbeit folgendes: IG Metall begrüßt Gesetz zu Leiharbeit und Werkverträgen....Beim Einsatz von Leiharbeit enthalte das Gesetz einige konkrete Verbesserungen,... Wir sehen in dem Gesetzentwurf eine gute Basis, diese Beschäftigten auch in Zukunft tarifpolitisch wirksam zu vertreten", sagte Hofmann.

Im Beitrag der IGM Köln hört sich das ganz anders an z.B. so:"Eine durchgreifende politische Änderung war bislang – dies gilt nunmehr auch für den zweiten politischen Anlauf der IG Metall 2013-2017 – an den politischen Kräfteverhältnissen gescheitert" und weiter: "Die Tarifverhandlungen Leiharbeit werden weitgehend zentral, ohne Informationen und Aktionen für und mit den Betroffenen geführt."
Wo der Vorstand von einer "guten Basis" spricht, spricht die IGM Köln von "gescheitert".

Ich bin jetzt nur noch gespannt was die TK-Leiharbeit dazu zu sagen hat? Vielleicht erteilt sie dem Vorstand eine Blankovollmacht für zukünftige TV-Verhandlungen und beschließt ihre Auflösung.

Karl

PS:
Bei den Verhandlungen zum TV BZ 2012 waren bei der Kundgebung vor dem Verhandlungshotel ca. 300 IGM Leute da. Davon ca. 100 Vertrauensleute von Ford Köln. Also die wissen schon was man organisatorisch machen kann. LAN waren wohl in etwa auch 100 der Rest andere.


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BeitragVerfasst: 26.04.2017, 14:18 
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Wohnort: Köln
Hallo Karla,

hast du denn Orga oder TaKo Erfahrung in der IGM oder einer anderen Gewerkschaft?

Ich habe einige Erfahrung in verdi gesammelt, bevor ich die Kröte Zeitarbeit schlucken musste. Möchte dies aber nicht detailliert hier schreiben weil ich dann leicht identifizierbar bin.
Die Art wie sich die IGM Köln herauswindet ist mir bestens bekannt. Egal ob es undurchschaubare Entscheidungen sind oder misslungene oder fehlende Kommunikation mit den Leuten um die es eigentlich geht. Die vielen LAN die nicht in den oberen EG Gruppen sind, die nicht problemlos einen anderen guten Job finden. Die noch nicht einmal wissen welche Gewerkschaft für sie zuständig wäre.
Ich gebe es ehrlich zu, Kampagnen für LAN vor Mitte 2015 habe ich nicht mitbekommen. Weil ich bis dahin nichts mit dieser Branche zu tun hatte.

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Wer hat uns verraten?
Gewerkschaftsbürokraten!


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BeitragVerfasst: 28.04.2017, 09:05 
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Hallo,

unter: http://www.igmetall-bbs.de/aktuelles/me ... e-aufgabe/

äußert sich am 26.04. nun auch die IGM BBS zur 48-Monatsregelung.

Man liest dort u.a.: "Die IG Metall hat den Arbeitgebern nun überarbeitete Tarifverträge vorgelegt, mit denen die Lücken im Gesetz minimiert und die Entlohnung verbessert werden sollen. In diesen Tarifverträgen sind die Wünsche und vor allem die betriebliche Realität vieler Leihbeschäftigten mit eingeflossen. Kernpunkte sind: das Fortbestehen der Branchenzuschläge und die Einführung eines weiteren Branchenzuschlags. Ab dem 16. Monat im Einsatzbetrieb fordern wir einen Zuschlag in Höhe von 65 Prozent. Mit 65 Prozent Branchenzuschlag müssen die Unternehmen für die Leiharbeitnehmer laut unseren Tarifabschlüssen tatsächlich gleiche Entgelte (Equal Pay) bezahlen.

Das läßt schon einiges offen:

1. Das Fortbestehen der Branchenzuschläge ohne eine Verbesserung der ersten fünf Zuschlagsgruppen ist eine erneute Mogelpackung. Die Höchstüberlassungsdauer führt zu einem schnelleren Austausch von LAN die dann wieder von ganz unten mit dem nackten Tariflohn anfangen müssen. Deren Wünsche fallen bei diesen Verhandlungen vollkommen durch den Rost.

2. Die 65 % sind eine Verbesserung aber kein gesetzliches equal-pay. Man fragt sich schon kennt die IGM BBS die BAG-Urteile zu equal-pay immer noch nicht oder will sie nichts davon wissen?

Karl


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BeitragVerfasst: 28.04.2017, 13:18 
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Bei Porsche bekamen die Festangestellten dieses Jahr einen Bonus über 9111€

Wieviel haben LAN bekommen?


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BeitragVerfasst: 30.04.2017, 09:26 
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Premutos1982 hat geschrieben:
Bei Porsche bekamen die Festangestellten dieses Jahr einen Bonus über 9111€

Wieviel haben LAN bekommen?

1. Den Bonus bekommen die Porsche-Festangestellten erst noch.
2. Der Bonus ist für das letzte Geschäftsjahr.
3. Was bringt die Polemik, hier so ein Extrembeispiel dem Elend der Leiharbeiter gegenüber zu stellen?

@Premutos, den hohen Bonus haben die Porscheleute ihrem starken Betriebsrat zu verdanken. Die Leiharbeiter bei Porsche treibt eine ganz andere Sorge um, nämlich das sie Opfer von Personalverschiebereien innerhalb des VW-Konzerns werden können...


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BeitragVerfasst: 30.04.2017, 09:40 
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Ob wie und wann der Bonus ausgezahlt wurde interessiert mich nicht. Es geht um diese schwachsinnige Behauptung, dass mit 65% bz ja quasi EP gezahlt wird. Das ist natürlich NICHT der Fall, da Einmalzahlungen (welcher Art auch immer) dazugehören sollten!

Porsche ist übrigens nicht der einzige AG, der ein Jahresbonus auszahlt, wobei auch langjährige LAN leer ausgehen. Ich finde das ein Skandal!


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BeitragVerfasst: 02.05.2017, 10:12 
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Hallo,

Interview mit dem 1. Bevollmächtigten der IGM Berlin zu den TV-Verhandlungen unter:

https://www.jungewelt.de/artikel/309862 ... rbeit.html

Dort liest man u.a. folgende Aussage: Für sämtliche Betriebe sind hingegen Branchenzuschläge geplant, die zusätzlich zu dem gezahlt werden, was der Leiharbeitstarifvertrag vorsieht. Genau das ist auch der offene Punkt, der noch verhandelt wird: Wir wollen, dass alle Leiharbeitnehmer nach 15 Monaten einen Zuschlag in einer solchen Höhe bekommen, dass sie auf dem Niveau des Metalltarifs sind.

Die IGM verhandelt also nur über einen zusätzlichen Zuschlag für die LAN die das "Glück" haben nicht übernommen zu werden aber länger im gleichen Einsatz bleiben und dafür auf equal-pay verzichten.
Diejenigen LAN die das Pech haben nicht übernommen zu werden und gleich abgemeldet werden dürfen dann beim nächsten Einsatz wieder ganz unten zum nackten Leihtarif anfangen.

Kein Wort im Interview über eine zusätzliche Verbesserung der ersten 5 Zuschlagsgruppen um den Absturz wenigstens besser abzufedern.

Bin gespannt ob die TK-Leiharbeit diese Zumutung genau so absegnet wie beim letzten Tarifabschluß.


Karl


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BeitragVerfasst: 02.05.2017, 11:16 
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karla hat geschrieben:
Bin gespannt ob die TK-Leiharbeit diese Zumutung genau so absegnet wie beim letzten Tarifabschluß.

Sie wird.
Da bin ich ganz sicher.


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BeitragVerfasst: 02.05.2017, 13:24 
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Beiträge: 502

Wenn ich mir das dümmliche Gesetz und das ebenfalls genau
so dümmliche Geschacher um den BTV ansehe,dann erinnert
mich das immer wieder an folgenden makaberen Witz :


Kind : Mutti !
Ja mein Kind, was hast Du denn ?
Du Mutti. Sind das Kekse, die oben auf dem Schrank stehen ?
Ja mein Kind.
Kann ich die Kekse haben.
Aber sicher mein Kind. Nimm sie dir doch einfach.
Aber Mutti, ich habe doch keine Arme.
Tja mein Kind. Keine Arme, keine Kekse.

_________________
Die Leiharbeit ist eine Maschinerie,
in die du als Schwein reingehst und
als Wurst rauskommst


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