ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 14.07.2007, 15:37 
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Ich möchte als Entleiher-BR mehr meine Rechte gemäß §99 und §102 BetrVG für ZANs nutzen. Entsprechend der Formulierung im AÜG sind wir als BR's ohnehin mit im Boot, was die Einstellung im Entleiherbetrieb betrifft. Nun möchte ich aber auch eine Mitbestimmung "konstruieren", wenn es um die Abmeldung geht. Mein Ziel ist dabei, einer Willkür den Riegel vorzuschieben.
Normalerweis wird nirgends geregelt, dass der Betriebsrat auch bei der Abmeldung angehört werden muss. Das stimmt meines Erachtens in sofern, wenn der ZAN unter Angabe eines Ende-Datums eingestellt wird. Ich denke, dass Zeitarbeit auch darauf hinausläuft, dass es sich hierbei um eine befristet Einstellung handelt. Somit wäre der Status einer zeitlich befristeten Einstellun gegeben. Bei uns im Entleiherbetrieb hat sich jedoch eingeschliffen, dass man bei der Einstellung von ZANs das Beginn-Datum zwar festlegt, das Ende-Datum jedoch offen lässt. Somit würde ich diese personelle Maßnahme als eine unbefristete Einstellung definieren, die auch nur durch Kündigung gelöst werden kann. Wie gesagt, das ist ein wenig konstruiert. In diesem Fall würde eine Abmeldung auf eine betriebsbedingte Kündigung hinauslaufen. Und somit sitzen wir als BR wieder mit im Boot.

Unter diesen Umständen hätten wir nun die Möglichkeiten, bei der Auswahl der Abmeldungen, sprich betriebsbedingten Kündigungen, ein Wörtchen mitzureden. Besonders schützenswerte Kolleginnen und Kollegen, hätten somit eine bessere Chance, weiter beschäftigt zu werden, solange noch Zeitarbeiter beschäftigt sind.

Natürlich bin ich mir auch dessen bewusst, dass dann eventuell die Geschäftsleitung die Zeitarbeitsbeschäftigung grundsätzlich nur noch befristet. Was ja eigentlich das Ursprungsziel von Zeitarbeit war. Darauf müssten wir die Geschäftsleitungen immer mal wieder hinweisen. Was wiederum für den betroffenen Zeitarbeiter nicht unbedingt positiv sein kann, ist er doch nun über sein Beendigungsdatum bereits bei der Einstellung informiert.

Was meint ihr zu dieser Vorgehensweise?

Gruß, der Hugo


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 Betreff des Beitrags: Abmeldung
BeitragVerfasst: 14.07.2007, 20:52 
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Hallo Hugo,

Wenn ich dich richtig verstehe möchtest du eine betriebsbedingte Kündigung der bei euch eingesetzten ZAN durch die ZAF des ZAN vorbeugen. Von wessen Seite sollte da Willkür im Spiel sein, von der ZAF oder von deinem Entleihbetrieb? Du möchtest also einen ZAN der sich bei euch bewährt hat vor einer vorzeitigen schnellen Kündigung schützen.

Der ZAN steht doch im Vertragsverhältnis mit der ZAF und nicht mit dem Entleihbetrieb. Schwierig da etwas zu konstruieren. Wenn du als BR die Möglichkeit dazu hast und man dich anhört solltest du das zumindestens versuchen.

Gruß

jobber


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BeitragVerfasst: 14.07.2007, 21:29 
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Zitat:
...Von wessen Seite sollte da Willkür im Spiel sein, von der ZAF oder von deinem Entleihbetrieb?...


Ich geh davon aus, dass die Willkür von unserem Entleiher kommt. Also Nasenpolitik. Oftmals wird sich dann auch von IG-Metallern getrennt. Da hätten wir doch etwas Einfluss.
Dass das eigentliche Vertragsverhältnis mit der ZAF begründet ist, ist schon klar. Aber warum gewährt man dem Entleiher-BR das Mitspracherecht nach §99 und wenns dann wieder beendet wird, dann nicht. Doch sicher wegen dem eigentlichen befristeten Vertragsverhältnis. Da macht es ja keinen Sinn. Aber natürlich dient die Mittbestimmung ja immer der Stammbelegschaft. Eine Abmeldung gefährdet ja schließlich keinen AN des Entleiherbetriebes. Da liegt wohl die Antwort.

Hugo


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BeitragVerfasst: 15.07.2007, 08:40 
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Hallo,
Ich kenne das BertVG nicht im einzelnen, aber ich vermute mal als man die Mitbestimmung für die Einstellung von Leiharbeitnehmern eingebunden hat ist man davon ausgegangen das der ZAN von vornhinein nur befristet im Entleihunternehmen beschäftigt sein wird.

Narürlich ist da eine Willkür seitens der ZAF denkbar. Wenn ihr BR und Personalabt. oder wer auch immer für die ZAN zuständig ist euch einig seid über die eingesetzten ZAN´s, dann denke ich wird man auch Druck auf die ZAF ausüben können. Wenn bei euch die ZAN als Menschen und Kollegen behandelt werden und nicht als eine namenlose Nummer oder Kostenstelle müsste doch etwas möglich sein.

Gruß

jobber

_________________
Gruß

Jobber

"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."

- Mahatma Gandhi (indischer Politiker (1869-1948))


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BeitragVerfasst: 15.07.2007, 21:36 
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Hugo hat geschrieben:
Ich möchte als Entleiher-BR mehr meine Rechte gemäß §99 und §102 BetrVG für ZANs nutzen. Entsprechend der Formulierung im AÜG sind wir als BR's ohnehin mit im Boot, was die Einstellung im Entleiherbetrieb betrifft. Nun möchte ich aber auch eine Mitbestimmung "konstruieren", wenn es um die Abmeldung geht. Mein Ziel ist dabei, einer Willkür den Riegel vorzuschieben.
Normalerweis wird nirgends geregelt, dass der Betriebsrat auch bei der Abmeldung angehört werden muss. Das stimmt meines Erachtens in sofern, wenn der ZAN unter Angabe eines Ende-Datums eingestellt wird. Ich denke, dass Zeitarbeit auch darauf hinausläuft, dass es sich hierbei um eine befristet Einstellung handelt. Somit wäre der Status einer zeitlich befristeten Einstellun gegeben. Bei uns im Entleiherbetrieb hat sich jedoch eingeschliffen, dass man bei der Einstellung von ZANs das Beginn-Datum zwar festlegt, das Ende-Datum jedoch offen lässt. Somit würde ich diese personelle Maßnahme als eine unbefristete Einstellung definieren, die auch nur durch Kündigung gelöst werden kann. Wie gesagt, das ist ein wenig konstruiert. In diesem Fall würde eine Abmeldung auf eine betriebsbedingte Kündigung hinauslaufen. Und somit sitzen wir als BR wieder mit im Boot.

Unter diesen Umständen hätten wir nun die Möglichkeiten, bei der Auswahl der Abmeldungen, sprich betriebsbedingten Kündigungen, ein Wörtchen mitzureden. Besonders schützenswerte Kolleginnen und Kollegen, hätten somit eine bessere Chance, weiter beschäftigt zu werden, solange noch Zeitarbeiter beschäftigt sind.

Natürlich bin ich mir auch dessen bewusst, dass dann eventuell die Geschäftsleitung die Zeitarbeitsbeschäftigung grundsätzlich nur noch befristet. Was ja eigentlich das Ursprungsziel von Zeitarbeit war. Darauf müssten wir die Geschäftsleitungen immer mal wieder hinweisen. Was wiederum für den betroffenen Zeitarbeiter nicht unbedingt positiv sein kann, ist er doch nun über sein Beendigungsdatum bereits bei der Einstellung informiert.

Was meint ihr zu dieser Vorgehensweise?

Gruß, der Hugo


Also ich denke mal, das wird nicht wirklich Erfolg haben, zum einen ist die Abmeldung eines ZAN ja doch rechtlich was anderes, als eine betriebsbedingte Kündigung, zumal die Abmeldung ja nicht zwingend eine Kündigung seitens der ZAF, sondern vermutlich einfach einen anderen Einsatz zur Folge hat.

Zum anderen würde man dann vermutlich einfach auch ein (vorläufiges) Enddatum der ZAN-Einsätze angeben, um etwaigen Diskussionen leicht aus dem Weg zu gehen.

Trotzdem finde ich Deine Intention gut und richtig, wenn ich Dich recht verstehe, geht es Dir darum, bei Abmeldung von ZAN den Entleiher dazu zu bewegen, mit dem BR zusammen eine Art 'Sozialauswahl' vorzunehmen, wer abgemeldet wird und wer bleibt (bei Abbau eines Teils der ZAN).

Ich kenne es aus der Praxis so, dass zunächst die Kostenstellenleiter (Abteilungsleiter, Vorarbeiter, wie immer die sich nennen mögen) bei der Personalabteilung Bedarf anmelden und die Personalabteilung dann bei der ZAF Mitarbeiter anfordert, oder manchmal bestellen die Kostenstellenleiter auch direkt bei der ZAF (weil sie z.B. von vornherein ein Budget von X ZAN haben) und setzen die Personalabteilung dann in Kenntnis.

Ebenso verhält es sich bei Abmeldungen, der Schlüssel für die Auswahl der ZAN bei Einsatz oder Abmeldung liegt also bei den Kostenstellenleitern und ich denke, bei denen solltet ihr ansetzen.

Wenn ein Kostenstellenleiter wg. geringer Auftragslage z.B. 5 von 10 ZAN abmeldet, geht er vermutlich nach Arbeitsleistung und/oder Qualifikation der ZAN und hat bei 'gleichwertigen' Kollegen wahrscheinlich nicht auf dem Zettel, wer davon besonders schützenswert wäre.

Ich denke, hier könntet Ihr vielleicht mit Gesprächen was erreichen, auf 'offiziellem Wege' halte ich das für sehr schwierig.


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BeitragVerfasst: 22.07.2007, 20:10 
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Zitat:
Ich denke, hier könntet Ihr vielleicht mit Gesprächen was erreichen, auf 'offiziellem Wege' halte ich das für sehr schwierig.


Genau das ist der springende Punkt. Zeitarbeit zerstört das bisher offiziell Rechtliche. Deshalb müssen wir als Betriebsräte von Entleiherfirmen soviel Mitspracherecht gewinnen, dass Zeitarbeiter eben nicht nach Willkür geheuert und gefeuert werden können. Zumindest muss sich dann eben auch eine langjährige und natürlich gute Zeitarbeit positiv auf eine Weiterbeschäftigung auswirken.

War ja auch erst einmal eine Überlegung. Das mit der Mitbestimmung bei "betriebsbedingten Abmeldungen" von Zeitarbeitern. Aber ohne diesen Druck von uns würde sich ja gar nichts an der Situation ändern.

Oftmals wird auf eine Personalplanung gänzlich verzichtet. Als Betriebsrat sind wir da schon außen vor. Und so höhlt sich das BetrVG immer mehr von selbst aus. Na dann Gute Nacht.

Gute Nacht, der Hugo


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