ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 01.06.2012, 20:08 
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Zitat:
Wie demokratisch legitimiert die Tarifkommission (bzw. der Aktionskreis Leiharbeitstarifverhandlungen) eigentlich ist, wäre eine höchst interessante Frage ...


Wer gehört diesem Aktionskreis an? Wo kann man das herausfinden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 01.06.2012, 22:06 
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Registriert: 02.06.2006, 13:32
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früherwaralles hat geschrieben:
Zitat:
Wie demokratisch legitimiert die Tarifkommission (bzw. der Aktionskreis Leiharbeitstarifverhandlungen) eigentlich ist, wäre eine höchst interessante Frage ...


Wer gehört diesem Aktionskreis an? Wo kann man das herausfinden?


Versuche es mal hier: leiharbeit@igmetall.de oder unter 069 6693 2516 Quelle: Tarifinfo der IGM/ Vorstand.

_________________
Gruß

Jobber

"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."

- Mahatma Gandhi (indischer Politiker (1869-1948))


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BeitragVerfasst: 02.06.2012, 13:49 
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Nun, eine tragende Rolle spielt natürlich wieder Juan-Carlos Rio Antas (IG Metall Vorstand, Funktionsbereich Tarifpolitik) und dieser Herr Rio Antas war schon 2010 überzeugt nur Gutes abgeschlossen zu haben. Wer 2010 allerdings Gutes sah, der kann 2012 eigentlich nur in historischen Maßstäben denken. Kontaktiere den Herrn doch einfach mal (Telefon +49 (0)69 6693 2617, Mobil +49 (0)160 5331313, Fax +49 (0)69 6693 80 2617, E-Mail juan-carlos.rio-antas@igmetall.de) und lass´ Dich von den Vorzügen dieses historischen Abschlußes überzeugen.

Die restlichen Mitglieder kommen aus allen Bezirken, wobei der Schwerpunkt natürlich bei Betriebsräten von Leihfirmen und gut organisierten IGM-Betrieben liegt. Einen Großteil der Namen kannst Du Dir also zusammenreimen.

Eine Prognose für nächste Woche aufzustellen ist ebenfalls nicht schwer. Die Mehrheit des Aktionskreises wird am 05.06.2012 dem Tarifvertrag zustimmen. Ein kleiner Teil (vorwiegend aus den BRs der Leihfirmen) wird sich eventuell der Stimme enthalten. Ein Protest ist im Gegensatz zu 2010 diesmal völlig aussichtslos. Erstens hat sich der Vorstand organisationsintern an die "basisdemokratischen" Abläufe gehalten und zweitens hält sich die Aufregung unter den betroffenen Leiharbeitern, vorsichtig ausgedrückt, arg in Grenzen.

Ja, und wenn dann der 11.06. bzw. der 30.06. verstrichen sind, könnte man z.B. demjenigen involvierten zoom-Administratoren dem im Augenblick ein Maulkorb angelegt ist ein Statement zu diesem Tarifvertrag Branchenzuschläge abringen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.06.2012, 04:11 
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Hallo,

die Entscheider in der Verhandlungskommission sind Kollegin Helga Schwitzer (Vorstand), Kollege Oliver Burkhard (Bezirksleiter NRW) und Kollege Armin Schild (Bezirksleiter Hessen,Thüringen).

Inzwischen hat der Vorstand wie mir Mitglieder berichten die LAN-Mitglieder direkt über das Verhandlungsergebnis informiert. Normalerweise wartet man mit so etwas bis wenigstens die TK das Verhandlungsergebnis diskutiert hat. Bei diesem Verhandlungsergebnis ist es durchaus angebracht über Nachverhandlung nachzudenken (z.B. Länge der Laufzeit, Nichtberücksichtigung aller LAN die weniger als 7 Wochen im Kundeneinsatz sind vermutlich ein gutes Drittel, Erklärungsfristverlängerung zu vernünftiger Diskussion, der TV soll ja erst im November gültig werden).

Zum Verhandlungsergebnis zwei Stimmen aus der Politik.
Hier Frau v. d Leyen: Von der Leyen verlangt Übertragung auf alle Branchen (Handelsblatt)
Herr Vogel FDP-Bundestagsabgeordneter: „Damit wird die Zeitarbeit aus der gesellschaftlichen Schusslinie geholt“, betonte Vogel (beim iGZ-Gespräch) [b]Hier

Allein schon bei soviel Lob aus den regierenden Parteien kann man sich schon die Frage stellen ob da alles richtig gelaufen ist?


Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.06.2012, 07:17 
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Es ist so wie es ist aber ich glaube nicht das diese drei "Verantwortlichen" die Mehrheit der LANs autentisch vertreten können
Armin Schild:
Mitglied des Aufsichtsrates der Adam Opel AG, Rüsselsheim
Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates der Saarstahl AG, Völklingen
Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates der Dillinger Hüte AG, Dillingen
Mitglied im SPD-Bundesvorstand

Oliver Burkhard:
Aufsichtsratsmandate
§ Deutsche Edelstahlwerke GmbH, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender
§ ThyssenKrupp Elevator
§ Vodafone D2 Deutschland GmbH
§ Divisionsbeirat ThyssenKrupp Technologies
Mitglied der SPD

Helga Schwitzer
Zuständig für die Tarifpolitik bei Volkswagen,

weiteren VW-Konzern Gesellschaften und

der SZST Salzgitter Service und Technik GmbH.

Verhandlungsführerin bei der Auto 5000 GmbH,
der AutoVision GmbH, der Wolfsburg AG, der Autostadt GmbH, Sitech Sitztechnik GmbH
und der SZST Salzgitter Service und Technik GmbH.
Juristische Beratungen mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht


Keiner dieser Drei hat wirklich Ahnung und Wissen zum Thema Leiharbeit

_________________
Lerne die Regeln gut, damit Du sie richtig brechen kannst. Dalai Lama


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.06.2012, 07:33 
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Beiträge: 15
Moin zusammen,

na das mit keiner Ahnung in Sicht der Leiharbeiter würde ich nicht so sehen.

Ich denke eher die wissen schon worüber sie sprechen bzw. verhandeln. Nur leider sehen sie es nicht aus der Sicht der Leiharbeiter, sondern aus der Sicht derer welche uns seit Jahren so "sozial" ausleihen.

Das dem so ist kann man ja sehr gut an den Verhandlungsergebnissen ablesen.

Da greift wieder das alte Sprichwort: Wessen Brot ich ess dessen Lied ich sing.

Uns Leiharbeitern fehlt leider die Lobby im Hintergrund. Oder hat schon jemand etwas von einer Lobbyorganisation für Leiharbeiter gehört?

Die Einzigen (die Gewerkschaften) welche diese Funktion eigentlich erfüllen müßen, versagen da seit Jahren schon auf ganzer Linie.

Nein auch ich habe kein "Allheilmittel", gibt es das überhaupt, nur solche Abschlüße beweisen mir das Fehlen von Ernst zu nehmenden Verhandlungspartnern.

Was mich am meisten auf die berühmte Palme bringt, sind die Versuche das ganze noch als Erfolg zu verkaufen.

In diesem Sinne warte ich weiterhin, vielleicht auch vergebens, das wirklich mal das Ergebnis heraus kommt welches man uns immer wieder verspricht.

In diesem Sinne grüßt euch ein immer noch sehr wütender Einer von vielen


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 04.06.2012, 13:33 
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Hallo Niniane,

die Funktionen der Kolleginnen und Kollegen sind für ihre Entscheidungen beim Thema nicht relevant. Wir sollten lieber das diskutieren:

Bei diesem Verhandlungsergebnis ist es durchaus angebracht über Nachverhandlung nachzudenken (z.B. Länge der Laufzeit, Nichtberücksichtigung aller LAN die weniger als 7 Wochen im Kundeneinsatz sind vermutlich ein gutes Drittel, Erklärungsfristverlängerung zu vernünftiger Diskussion, der TV soll ja erst im November gültig werden).

Morgen trifft sich die Tarifkommission mit der Kollegin Schwitzer und da stehen nicht ihre sonstigen Funktionen in der IGM zur Diskussion sondern das Verhandlungsergebnis.


Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 06.06.2012, 18:17 
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Und gibt es irgendwelche News zu vermelden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 06.06.2012, 18:28 
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früherwaralles hat geschrieben:
Und gibt es irgendwelche News zu vermelden?

Das ist höchstens interessant, wenn Du wissen willst, was es an Gebäck gab und welche Marke der Kaffee hatte.
Behaupte ich jetzt einfach mal so ...

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„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. [...]” (Napoleon)


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 06.06.2012, 20:45 
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Hallo Karl. ich meinte das gerade in diesen Positionen weniger darüber nachgedacht wird wie es den untersten Stufen geht, eben jene Helfer in EG 1 die grade mal 4 Wochen im Betrieb bleiben. oder eben noch weniger.
In diesen Entgeldgruppen gibt es keine Einarbeitungszeit, also ist diese auch nicht relevant im Bezug auf die Zuschläge.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 07.06.2012, 21:00 
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Ich habe folgendes aus erster Hand: Die übergroße Mehrheit der Tarifkommission (bzw. des Aktionskreises Leiharbeitstarifverhandlungen) findet das Ergebnis der Verhandlungen zu den Branchenzuschlägen entweder toll oder akzeptabel und fordert auch keine Nachverhandlungen seitens des Vorstandes der IG Metall.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 07.06.2012, 21:02 
Das war doch klar


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 11.06.2012, 16:31 
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Hallo piet,

nach meiner Info haben von den 25-30 Leuten in dem Aktionskreis nur zwei oder drei sich kritisch zum Verhandlungsergebnis geäußert. Es waren ehrenamtliche Teilnehmer aus den Betrieben. Die Kritik wurde aber nicht angenommen. Weder in Hinblick auf die lange Laufzeit (5 Jahre) noch bei den Einwänden wegen der Helferbereiche wo man zukünftig mit verstärkter Rotation der LAN (im Klartext verschärfte Tagelöhnerei) zu rechnen hat.

Ändern wird sich daran nichts mehr. Es stellt sich aber schon die Frage wie gehen wir Krititiker zukünftig damit um? Es bringt meiner Ansicht nichts mehr einzelne Punkte zu kritisieren sondern die Tarifpolitik der IGM in der Leiharbeit muss grundsätzlich diskutiert werden.

Dazu mal ein paar Überlegungen:

Unter: http://www.boeckler.de/20939_20945.htm gibt es ein Interview mit Detlef Wetzel.

Titel:
INTERVIEW 'Das sind doch Machtfragen'

IG-Metall-Vize Detlef Wetzel über Mitgliedergewinnung, die Reorgnisation der IG Metall und den Kampf gegen die Leiharbeit


Daraus mal ein paar prägnante Zitate:
Zitat:
Was war zum Beispiel bei der Leiharbeitskampagne der wichtigste Lernprozess?
Die erste wesentliche Erkenntnis war, dass der Entleihbetrieb, in dem die Menschen eingesetzt werden, der entscheidende Angriffspunkt ist - nicht die Verleiher. Die zweite Veränderung ergab sich in der Einschätzung der IGZ- und BZA-Tarifverträge, die wir klar heruntergestuft haben in ihrer Bedeutung. Weil wir Equal-Pay-Tarifverträge mit den Leiharbeitsfirmen brauchen.

Wie soll die Aussage: Die alten Tarife - anfangs gedacht als Grundlage zur Regulierung der Leiharbeitswirklichkeit - sollen nur noch für die verleihfreie Zeit gelten. mit dem jetzigen Branchenzuschlag zusammenpassen. Es werden ganz offensichtlich Positionen zurückgenommen ohne sie jemals in der Organisation zu diskutieren.


Zitat:
...Der Einsatz von angelernter Leiharbeit ist ja auch nur deshalb möglich, weil durch die Zerstückelung der Produktion die Austauschbarkeit der Beschäftigten zunimmt. Das beraubt uns unserer Wettbewerbsvorteile. Ich wundere mich, dass die Arbeitgeber dieser Entwicklung so wenig Bedeutung beimessen.

1. Argumentiert Kollege Wetzel vom Standpunkt der Wettbewerbsfähigkeit (also vom Exportstandpunkt) als ob die Metallindustrie nur noch für den Export produziert.
2. Tut er so als ob es in der Metallindustrie nicht massenweise Helferbereiche z.B. in den Logistikbereichen gäbe. Diese Bereiche erwähnt er einfach nicht. (Das sind übrigens die Bereiche für die Verdi normalerweise zuständig ist).


Zitat:
Viele haben nicht wirklich verstanden, dass die DGB-Gewerkschaften Tarifverträge mit den Zeitarbeitsverbänden abschließen und sie dann am nächsten Tag im Betrieb bekämpfen.
Der Leiharbeiter wird nicht glücklich, wenn wir für ihn in einem Leiharbeiter-Tarifvertrag mit den Zeitarbeitsverbänden IGZ oder BZA 15 Cent die Stunde mehr aushandeln. Der Leiharbeiter hat ein Bedürfnis nach Sicherheit und dass er genau so bezahlt wird wie sein Kollege am anderen Arbeitsplatz. Deswegen haben wir uns nie für das Thema Mindestlohn oder für spezielle Tarifverträge für Leiharbeiter starkgemacht. Sondern wir sind gleich mit der Kampagne "Gleiche Arbeit, gleiches Geld" gestartet - und haben Betriebsräte und Verwaltungsstellen motiviert, sich um Leiharbeiter zu kümmern und "Besser"-Vereinbarungen abzuschließen.

Auch hier stellt sich die Frage was hat der Branchenzuschlag in seiner jetzigen Form (Stufenplan) mit oben genanntem zu tun?


Zitat:
Nicht alle Betriebsräte sind davon begeistert, dass sie einen bestimmten Organisationsgrad vorweisen sollen, andernfalls unterstützt sie die IG Metall nicht.
...Mehr und mehr gilt: Gut organisierte Belegschaften haben gute Tarifverträge und schlecht organisierte schlechte.

1. Kollege Wetzel setzt ganz offensichtlich nur auf den Aspekt "gut organisierte Belegschaften" und denkt dabei nur an die Stammbelegschaften (die Belegschaft von Randstad, Adecco und Co stehen bei denen ja nur auf dem Papier). Folglich kann er sich nur vorstellen, dass über die Stammbelegschaften und vor allem deren Betriebsräte wenn sie viele LAN organisieren die Entleih-BR noch Unterstützung durch die IGM bekommen.
2. Gelingt es den Entleih-BR nicht LAN in nenneswerter Zahl zu organisieren spielen diese auch keine nenneswerte Rolle mehr für die IGM.
3. In Entleihbetrieben mit starken BR und Vertrauensleuten wurden aber schon in der Vergangenheit über Besservereinbarungen Ergebnisse erreicht die weit über dem Leihtarif liegen und auch besser sind als der jetzige Tarif Branchenzuschlag.

Die IGM hat jetzt einen Tarif Branchenzuschlag den sie feiert. Die Konsequenzen dieses TV (vor allem im Helferbereich) kommen aber ab Ende des Jahres zum Tragen.

Die Frage warum man der Politik - die uns das alles eingebrockt hat - das Thema equal-pay abgenommen hat spielte bei der TK natürlich auch keine Rolle. Mal sehen ob es bei Verdi noch eine Rolle spielt?

Wenn die DGB-TG so weitermacht dann werden die nächsten Verhandlungen zum Tarifentgelt-TV 2013 der nächste Reinfall.

Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 11.06.2012, 16:40 
Dies ist die aktuelle Positionierung von ver.di zum Thema:

„Der IG-Metall-Abschluss ist kein Modell für die Dienstleistungsbranchen. Rund 50 Prozent der Leiharbeitsbeschäftigten sind maximal bis zu drei Monaten im Entleihbetrieb eingesetzt, viele davon nur wenige Tage oder Wochen. Sie würden bei solch einem Stufenmodell leer ausgehen. Wir halten deshalb ausdrücklich daran fest, dass Equal Pay – also gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit am gleichen Ort – vom ersten Tag an gesetzlich klargestellt werden muss. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz sieht Equal Pay ausdrücklich als Regelfall vor, deshalb muss der von Rot-Grün eingeführte Tarifvorbehalt, der Abweichungen nach unten erst ermöglicht, gestrichen werden. Der Tarifabschluss darf nicht dazu führen, dass sich die Politik jetzt aus der Verantwortung stiehlt (wie schon beim CDU-Mindestlohn-Modell), eine gesetzliche Klarstellung zu Equal Pay ist weiterhin notwendig.

Wir begrüßen jede individuelle Regelung, die die Situation von Leiharbeitsbeschäftigten verbessert. Nötig ist aber eine einheitliche allgemeine gesetzliche Regelung, weil nur dann Leiharbeit nicht mehr für Lohndumping genutzt wird, sondern wieder als sinnvolles Instrument für Auftragsspitzen und besondere Belastungen eingesetzt wird.

Anders als von den Arbeitgebern behauptet, handelt es sich bei Leiharbeitsbeschäftigten auch nicht überwiegend oder ausschließlich um gering Qualifizierte. Einige Beispiele dafür sind examinierte Krankenschwestern, Leiharbeitsbeschäftigte bei Lufthansa Technik, Leiharbeits-Ingenieure bei BMW und viele
andere ähnliche Beispiele.
Für Equal Pay spricht auch, dass es in vielen Einsatzbereichen keine Einarbeitungsnotwendigkeiten gibt: Ein Busfahrer übernimmt direkt nach Einweisung auf seiner Linie die volle Verantwortung für alle Fahrgäste wie ein Stammbeschäftigter. Eine Krankenschwester erhält eine kurze Einweisung auf ihrer Station und ist dann genauso verantwortlich für das Wohlergehen von Patientinnen und Patienten wie Stammbeschäftigte. Ähnlich ist es etwa im Handel. Und gerade die IG Metall hat in ihren allgemeinen Tarifverträgen ausdrücklich Einarbeitungsabschläge für neu eingestellte Stammbeschäftigte vorgesehen – die dann im Zuge von Equal Pay selbstverständlich auch für Leiharbeitsbeschäftigte zur Anwendung kommen könnten.“


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 11.06.2012, 17:36 
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Der Vorstand hat den Branchenzuschlag abgenickt. Zitat aus der heutigen Vorstandssitzung (Berthold Huber):

"(...)Wir haben einen guten Job gemacht. Sowohl das Ergebnis von Sindelfingen, als auch die Abschlüsse mit den Leiharbeitsverbänden BAP und IGZ sind von besonderer Bedeutung (...) Die vereinbarten Branchenzuschläge für die Leiharbeitsbeschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie verbessern die finanzielle Situation der Leiharbeitenden deutlich. Sie erhalten nach der sechsten Woche 15 Prozent, und dann in Stufen bis 50 Prozent Zuschlag nach 9 Monaten auf den Entgelttarifvertrag Zeitarbeit. Helga bitte ich, das zu ergänzen. (...) Wir werden auch die Politik keinesfalls aus ihrer Pflicht entlassen. Das was wir tariflich vorbereiten, sollte auf längere Sicht durch politische Entscheidungen flankiert werden. Ich denke zum Beispiel nur an die Wiedereinführung des Synchronisationsverbots für Leiharbeit. (...) Wir haben Regelungen im Kontext der betrieblichen Mitbestimmung getroffen. Damit schließt das Ergebnis in seiner Logik an die qualitativen Vereinbarungen aus unseren letzten Tarifabschlüssen an. Die tariflichen Vereinbarungen fungieren als Rahmen für die Betriebsparteien. Diesen Rahmen haben wir jetzt erweitert. Betriebsräte haben bei den Vereinbarungen zu Leiharbeit und Übernahme mehr Rechte und damit mehr Handlungsmöglichkeiten erhalten. Das heißt auch, dass sie gezielte Unterstützung brauchen: Informationsmaterial, handlungsorientierte Qualifizierungsangebote und Beratung. Wir benötigen eine breite Diskussion über die Umsetzung der Regelungen des Tarifvertrages. Unsere Kampagnen zur Sicherung der Berufsperspektiven junger Arbeitnehmer und zur Regulierung der Leiharbeit sind keineswegs zu Ende. Sie haben eine verbesserte Grundlage erhalten und sie müssen intensiv weitergeführt werden. (...) Ich denke, wir können auf das Erreichte stolz sein! (...)"

Am 30.06.2012 endet die Erklärungspflicht. Schweigen gilt als Zustimmung. Ich persönlich erwarte aber eine Erklärung, jetzt wo alle involvierten Funktionäre vor Kraft & Stolz kaum laufen können...

_________________
"Wir rekrutieren am Bodensatz des Arbeitsmarkts" (Thomas Bäumer, TUJA Zeitarbeit / Vizepräsident BAP / Tarifverhandlungsführer VGZ)


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 11.06.2012, 18:45 
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Beiträge: 895
Das ist doch alles nicht zu fassen. Ohne Worte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 11.06.2012, 23:33 
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Beiträge: 309
Jeder ZAN der diesen Gewerkschaften noch beitritt oder treu bleibt ist einer zuviel.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 12.06.2012, 14:42 
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Beiträge: 477
Nach der IG BCE hat nun auch die NGG direkte Gespräche mit dem BAP zu Branchenzuschlägen aufgenommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 12.06.2012, 15:22 
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Hallo Exberliner,

Zitat:
Jeder ZAN der diesen Gewerkschaften noch beitritt oder treu bleibt ist einer zuviel.

Und dann?

Reichlich dünn Dein Beitrag zum Problem.


Karl


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 12.06.2012, 15:41 
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Es ist schon ein besonderer Akt von Kühnheit, diese Karikatur eines Verhandlungsergebnisses als Erfolg zu bezeichnen. Herr Huber hat getreu dem Motto verfahren: Es ist besser für den Einzelnen und für die Volkswirtschaft insgesamt, wenn die Menschen einer schlechtbezahlten Arbeit nachgehen, statt womöglich in Arbeitslosigkeit zu verharren. Da scheinen einige Angstmacher im Vorfeld ganze Arbeit geleistet zu haben.

Christlich ist dieses Ergebnis nicht. Sozialdemokratisch auch nicht. Man suchte und fand den kleinsten gemeinsamen Nenner.
Hier findet die kapitalistische Maxime Anwendung: Mach Profit- sonst bist du weg vom Fenster.
So gesehen dürfen sich alle freuen, bis auf die betroffenen Menschen. Den möglichen Mitgliederschwund sieht man auf Seiten der IG Metall gelassen entgegen. Hat man doch mit den Zugeständnissen bei den Auszubildenden, die nächste zahlende Klientel erschlossen.
Die IG Metall ist demaskiert.

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Kurt Tucholsky


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 12.06.2012, 17:26 
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Registriert: 08.11.2009, 18:21
Beiträge: 232
karla hat geschrieben:
Hallo Exberliner,

Zitat:
Jeder ZAN der diesen Gewerkschaften noch beitritt oder treu bleibt ist einer zuviel.

Und dann?

Reichlich dünn Dein Beitrag zum Problem.


Karl


Ich denke Karl, die IG Metall hat jetzt und auch in der Vergangenheit nie etwas für die ZAN getan/tun wollen und das wird sich nicht ändern.
Diesbezüglich ist der Aussage von "Exberliner" zustimmungspflichtig.

Die meisten ZAN sind eh nur wegen der angeblich kostenlosen "Rechtsberatung/Rechtsbeistand" Mitglied dieser "Gewerkschaft".

Dafür gibt es allerdings auch günstige Alternativen, wenn man nur will.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 12.06.2012, 20:57 
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Beiträge: 1169
Hallo,

ich schließe mich voll der Haltung von ver.di an, insbesondere in Bezug auf die Tatsache, das alle LAN seit dem 01.01.2004 keine Gegenleistung in Form des "equal treatment" für den Wegfall ihrer Arbeitnehmerrechte ("Restriktionen") bekommen haben (entgegen der BT-Drucksache 15/25, Seite 39)!

Da der IGM diese Tatsache bekannt ist und sie auch die Beschäftigungsstatistiken kennt, scheint auch dieser Tarifabschluss der IGM wieder unter dem Motto zu laufen: "Lieber ein schlechter Tarifabschluss, als keiner", wie Herr Schild ja bereits einmal öffentlich sagte!

Wenn nun einige oder viele LAN aus diesem Grund wieder austreten und ihre Geld lieber in eine Rechtschutzversicherung investieren, würde mich das nicht wundern, denn dieses mickrige und negativ verfestigende Ergebnis steht in keinem Verhältnis zur Leiharbeits-Kampagne der IGM.

Wenn sich organisierte und nicht organisierte LAN dadurch vera... fühlen, kann ich das sehr gut verstehen!

Dennoch gibt es bis zur gesetzlichen Konkretisierung des unbestimmten Rechtsbegriffs "vorübergehend" immer noch Klagemöglichkeiten für alle LAN die über einen längeren Zeitraum bei 1 Entleiher eingesetzt sind oder werden.

Gruß

Juergen1


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 13.06.2012, 11:51 
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Registriert: 26.05.2012, 19:00
Beiträge: 161
Wohnort: Frankfurt
Juergen1 hat geschrieben:
Dennoch gibt es bis zur gesetzlichen Konkretisierung des unbestimmten Rechtsbegriffs "vorübergehend" immer noch Klagemöglichkeiten für alle LAN die über einen längeren Zeitraum bei 1 Entleiher eingesetzt sind oder werden.


Dieser Begriff "vorübergehend" ist mir schon ein paar Mal in der Vergangenheit begegnet. Gelernt haben wir: Vorübergehend bedeutet keinen festen Zeitraum. Man kann also nicht z.B. von 1 Jahr oder 3 Monaten sprechen. Vorübergehend heißt nicht für dauernd.
Es muss also bei Beginn der überlassung innerhalb des Konzerns ein Ende vorgesehen sein. Das kann in 2 Jahren sein, das kann sein nach Erledigung der Aufgabe. Aber, ein Ende muss irgendwann eintreten (die Rückkehr muss beabsichtigt sein).

So gesehen, bleiben viele Interpretationen bestehen. Von den Protagonisten sicherlich gern gesehen.
Da muss man anders ran. Vielleicht über das Steuerrecht.

_________________
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Kurt Tucholsky


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 13.06.2012, 17:31 
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Beiträge: 237
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Schlaumeierei von Außenstehenden scheint hier bestimmend zu sein. Was ich aber erst recht nicht gut leiden kann, ist eine "was-geht-mich-mein-Geschwätz-von-gestern-an"-Haltung. Und daran will ich die Organisation, in der ich Mitglied bin, so oft wie möglich erinnern.
So hieß es z.B. Anfang Februar 2011:
"(...) Ob zwölf Monate oder ein halbes Jahr - die IG Metall will Equal Pay ab sofort. Vom ersten Tag an. Für sie ist jede Frist nur ein fauler Kompromiss. Deshalb wird die IG Metall am 24. Februar 2011 einen deutschlandweiten Aktionstag gegen Leiharbeit durchführen - mit sichtbaren betrieblichen Aktionen. Die IG Metall fordert
- "Gleiches Geld" muss die Regel für Leiharbeit werden.
- Ein gesetzlicher Mindestlohn muss auch in Deutschland für die Leiharbeit verankert werden. Nur so ist zu verhindern, dass Verleihfirmen aus dem Ausland hierzulande Leiharbeit zu Armutslöhnen anbieten können.
- "Heuern und feuern" muss auch für Leiharbeitnehmer und Leiharbeitnehmerinnen verboten werden, indem das sogenannte Synchronisationsverbot wieder eingeführt wird.
- Leiharbeit darf kein Instrument zum Abbau von Stamm-Arbeitsplätzen werden. Deshalb muss es eine Höchstverleihzeit geben."
Quelle: http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/int ... g-6892.htm

Damit haben wir uns nicht nur den A. abgefroren sondern auch Leute mobilisiert!

Also - nach der IGM Verlautbarung vom Februar 2011 ist der Abschluss "Branchenzuschläge" eindeutig ein fauler Kompromiss. Das muss man auch so sagen und sich nicht selbst beweihräuchern. Dann ist das Thema durch.
Worüber wir jetzt reden sollten sind die Organisationsstrukturen (z.B. anhand der Zusammensetzung des "Aktionskreises Leiharbeitstarifverhandlungen" bzw. der Tarifkommission für diese Verhandlungen). Und genauso über die lethargische Konsumentenhaltung vieler in Zeitarbeit beschäftigter LAN. Und einige Tausend davon sind Mitglied der IG Metall.
Was machen wir in dieser Situation?
Z.B. müssen wir deutlicher machen: Die IG Metall ist eine Gewerkschaft und keine Versicherung. Und eine Gewerkschaft lebt nicht unwesentlich vom Engagement ihrer Mitglieder.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 13.06.2012, 18:07 
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Registriert: 03.03.2011, 19:39
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Zitat:
Das muss man auch so sagen und sich nicht selbst beweihräuchern. Dann ist das Thema durch.


Richtig, und schon ist das Thema für Euch erledigt. Und damit es nicht so oft zu solchen Peinlichkeiten kommt, schliessen wir die Leiharbeitstarifverträge immer mit ganz langen Laufzeiten ab.

Zitat:
Schlaumeierei von Außenstehenden scheint hier bestimmend zu sein.


Die schlauen Sprüche der Eingeweihten sind besser oder was?


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 13.06.2012, 19:18 
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piet hat geschrieben:
Worüber wir jetzt reden sollten sind die Organisationsstrukturen (z.B. anhand der Zusammensetzung des "Aktionskreises Leiharbeitstarifverhandlungen" bzw. der Tarifkommission für diese Verhandlungen).

Naja, z.B. waren mehrere Betriebsräte von Randstad, Tuja, Adecco und AutoVision Mitglieder des Aktionskreises und die vertreten nun mal die Interessen sowohl ihrer Arbeitgeber als auch ihrer internen & externen Arbeitnehmer - eine gesunde Gemengenlage kann das von Natur aus nicht sein.

Ich selbst bin durchaus zwiegespalten, denn wenn das Ergebniss wasserdicht eingehalten werden würde könnte ich einigermaßen damit leben. Wird es aber nicht, weil die vom Bäumer Thomas vertretenen Firmen aus Prinzip Schlupflöcher suchen und auch finden werden.

Der größte Pferdefuß ist die EqualPayDeckelung, denn mit dieser sind schon einmal fast alle Betroffenen im Osten und in den strukturschwachen Gebieten des Westens bei sämtlichen Lohnstufen außen vor und das auf ewig. Der zweite Punkt ist die Unterscheidung in Industrie und Handwerk. Schon diese "legalen" Umgehungsmöglichkeiten lassen einen Großteil der Metall&Elektroleiharbeiter doof in die Röhre gucken und da sind wir noch gar nicht bei Rotationen und was weiß ich nicht alles für noch gar nicht vorstellbare Tricksereien & Tarifvertragsauslegungen.

Die Betriebsräte der Leihfirmen sind ganz sicher zufrieden mit diesem Abschluß und die anderen Mitglieder des Aktionskreises überblicken die letztendlichen Konsequenzen noch genausowenig wie die Führungsriege der IG Metall. Wieder einmal hat man gutgläubig (also nicht vorsätzlich) der Politik die Drecksarbeit aus den Händen gerissen. Der Vorstand denkt in erster Linie an seine gut organisierten Betriebe. Das ist auch durchaus legitim, nur ist man eben an der Leiharbeitsmisere in Deutschland maßgeblich mitschuldig (weil man eben 2004 die schlechterstellenden Tarifverträge mit unterzeichnet hat) und läßt nun hunderttausende Menschen im Regen stehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 13.06.2012, 19:26 
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hilde hat geschrieben:
die anderen Mitglieder des Aktionskreises überblicken die letztendlichen Konsequenzen noch genausowenig wie die Führungsriege der IG Metall. Wieder einmal hat man gutgläubig (also nicht vorsätzlich) der Politik die Drecksarbeit aus den Händen gerissen.

Nein.
Diese Ausrede gilt nicht mehr. Das galt vielleicht 2003/2004, aber nicht mehr in späteren Verhandlungen.
Die IG Metall inszeniert genug Schauspiele von Demonstrationen, Schwarzbüchern, Kampagnen, etc. pp. um sich noch auf Unwissenheit berufen zu können. Der Zug ist abgefahren.

Nein, die IG Metall wusste ganz genau, wie die Zeitarbeits-"Arbeitgeber" hätten behandelt werden müssten.

Da sie das nicht getan hat, muß sie sich nun "korrupter und verlogener Sauhaufen" schimpfen lassen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 13.06.2012, 19:30 
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früherwaralles hat geschrieben:
Und damit es nicht so oft zu solchen Peinlichkeiten kommt, schliessen wir die Leiharbeitstarifverträge immer mit ganz langen Laufzeiten ab.

Die lange Laufzeit sehe ich in diesem Fall überhaupt nicht als Problem an. Wenn die inhaltlichen Fehler nicht wären, könnte man einen Branchentarifvertrag von mir aus auch auf Jahrzehnte festzurren. Mit Lohnabschlüssen hat der Branchentarifvertrag bekanntlich überhaupt nichts zu tun.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 13.06.2012, 22:09 
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Beiträge: 1169
Hallo Tig,

der Begriff "vorübergehend" im AÜG und in der EU-Richtlinie Leiharbeit ist ein bis dato unbestimmter Rechtsbegriff, d.h. im Klartext, das keine konkrete Zeitdauer definiert wurde.

Da im AÜG (absichtlich!) keine konkrete Zeitdauer genannt wurde (siehe Entwurf des AÜG), müssen das im Extremfall Arbeitsgerichte beurteilen, denn vorübergehend ist nun einmal nicht dauerhaft.

Auf Grund des Urteils des BAG vom 14.12.2010 (Randnummer 86, letzter Satz) gibt es für mich persönlich bis dato keinen einzigen wirksamen Flächen-Tarifvertrag in der Arbeitnehmerüberlassung, da die Geltungsbereiche dieser Tarifverträge die Organisationsbereiche der unterschrieben Gewerkschaften überschreiten (wenn denn die Gewerkschaften überhaupt tarifzuständig und tariffähig sind, was bei vielen Gewerkschaften verneint werden kann). Die GdP ist z.B. überhaupt nicht für LAN zuständig, Transnet ist nicht mehr in der TG, usw.

Gruß

Juergen1


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 Betreff des Beitrags: Re: Tarifverhandlung Zeitarbeit
BeitragVerfasst: 14.06.2012, 18:31 
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Hallo Juergen1,

dieser Begriff „Vorübergehend“ und der Versuch einer Definition, die ich genannt habe, stammt ursprünglich von Herrn Regierungsdirektor Dr. Dieter Marschall , Leiter des Referats „Arbeitnehmerüberlassung“, Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, im Gespräch mit Rechtsanwalt Dr. Kurt-Dieter Klag, Arbeitgeberverband der Chemischen Industrie Köln und als Moderator wird Herr Dr. Sieges genannt.
Diese „Schlaumeier“ versuchten schon 1987, relativ erfolglos, sich den Begriff „Vorübergehend“ zu nähern. Auch ein Herr Dipl. rer.pol. Dieter Paulmaderer war in der illustren Runde anwesend. Soweit ich informiert bin, ist dies der Gründer der späteren DIS AG.
25 Jahre später wählt man ausgerechnet wieder diesen Begriff, der schon ein in grauer Urzeit nicht erklärbar war. Ist übrigens ein hochinteressantes Buch. Wenn man sich die Gedanken, Wünsche und Absichten der Genannten zum Thema AÜG, Werk-und Dienstvertrag durchliest und mit dem vergleicht was man 2012 vorfindet, stehen einem die Haare zu Berge.

@piet: Wünsche dir viel Spaß bei der Mobilmachung der Massen. Wusste gar nicht, dass man in einem Forum für Leiharbeitnehmer nach „inneren Zirkel“ und „Außenstehenden“ unterscheidet. Da möchte man ja gar nicht dabei sein.

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Ein Land ist nicht nur das, was es tut- es ist auch das, was es verträgt, was es duldet.
Kurt Tucholsky


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