ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 21.08.2018, 10:27 
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Hallo zusammen,

ich bin jetzt beruflich an eine Situation angelangt, in der ich mal von euch einen Rat brauche. Ich hoffe ihr könnt mir helfen. Dazu muss ich aber etwas ausholen:

Ich bin seit gut 5 ½ Jahren über einen Ingenieurdienstleister bei einem etwas größeren Anlagenbauer (2000 MA) in der Konstruktion tätig.

Mein Aufgabenumfeld ist sehr spannend, abwechslungsreich und voller interessanten Herausforderungen. Man kann behaupten, die Arbeit ist so, wie ich es mir immer vorgestellt habe

Ich bekomme mittlerweile Equal Pay und habe auch alle andere Vorzüge, die ein Stammmitarbeiter auch hat. Also von Ausbeutung, wie es hier über die Zeitarbeit von vielen geschrieben wird, sehe ich keine Spur.

Der Kunde möchte aber jetzt die Zusammenarbeit mit meinem jetzigen Arbeitgeber/Leihfirma beenden, aber nicht auf meine Dienste verzichten. Sie haben deshalb angefragt, ob ich nicht den Dienstleister wechseln möchte. Ich hätte da einige zur freien Auswahl. Eine Festanstellung direkt bei dem Kunden ist leider nicht möglich.

Jetzt zu meiner Frage: Auf was muss ich achten, falls ich zu einem anderen Dienstleister wechseln möchte, mit Hinblick auf das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz? Des weiteren möchte ich auch finanziell nicht zurückstecken!

Habt ihr so etwas ähnliches erlebt, bzw. seid in dem Bereich etwas mehr bewandert als ich? Über jede konstruktive Hilfe bin ich sehr dankbar!


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BeitragVerfasst: 21.08.2018, 14:36 
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Registriert: 23.01.2015, 14:32
Beiträge: 71
Tja .. so einfach wie sich das der Kunde grade vorstellt bei dem du da im Einsatz bist ist es nicht.
Der Kunde möchte anscheinend die 18 Monate Höchstüberlassungsdauer umgehen .
Selbst wenn du jetz nahtlos zu einem anderen Personaldienstleister wechseln solltest und dieser dich nahtlos bei diesem Kunden zum einsatz bringt zählt die Zeit die du vorher schon da warst mit.
Nur eine dauerhafte unterbrechung von 3 Monaten + 1 Tag kommt in Frage wenn der Kunde nicht bereit ist dich mit einem Festvertrag zu übernehmen. Der Nachteil wäre allerdings das du Finaziell wieder ganz von vorne anfängst.

Die Strafe für den Verstoß gegen die Höchstüberlassungsdauer ist im übrigen ziemlich beträchltlich.
Schau dir mal das Gesetz genauer an und deren Strafen bei Verstößen.

Gruß

Hafenkasper


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BeitragVerfasst: 23.08.2018, 13:48 
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Registriert: 20.08.2018, 14:39
Beiträge: 2
Hafenkasper, vielen dank für deine Antwort. Die 18 Monatsgrenze, die jetzt ende September fällig gewesen wäre, ist überhaupt kein Thema. Der Kunde hat das Hintertürchen des AÜG 2017 genutzt und hat sich mit dem Betriebsrat geeinigt. Von Festeinstellungen (gingen ausschließlich an die eigene Ausbildungs- und Zeitarbeitsfirma), über eine max. Quote an externen Mitarbeiter hat der AG im Gegenzug eine Höchstüberlassungsdauer von 48 Monaten erreicht.

Aber schon einmal gut zu wissen, das es einen nahtlosen Übergang gibt und meine "Überlassungsuhr" nicht bei 0 anfängt sowie mein equal pay Status futsch wäre.


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BeitragVerfasst: 24.08.2018, 02:29 
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Registriert: 14.08.2018, 22:11
Beiträge: 2
lonewolf80 hat geschrieben:
Aber schon einmal gut zu wissen, das es einen nahtlosen Übergang gibt und meine "Überlassungsuhr" nicht bei 0 anfängt sowie mein equal pay Status futsch wäre.



na da bin ich ja mal gespannt was daraus wird.
Ein begeisterter Kunde der einen nicht übernimmt kommt mir recht unkosher vor.


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BeitragVerfasst: 24.08.2018, 19:44 
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Registriert: 27.12.2004, 14:20
Beiträge: 2693
Wohnort: Augsburg
Hallo lonewolf80,
Zitat:
Aber schon einmal gut zu wissen, das es einen nahtlosen Übergang gibt und meine "Überlassungsuhr" nicht bei 0 anfängt sowie mein equal pay Status futsch wäre.


Aufgrund der Betriebsvereinbarung zur Überlassung bis zu 48 Monaten hast Du Anspruch auf die 6. Branchenzuschlagsgruppe mit 65 % auf den Tariflohn der ZAF-Branche siehe unter:
https://www.igmetall.de/docs_Leiharbeit ... 0ad129.pdf

Mit equal-pay hat das nichts zu tun. Falls Du mehr erhältst sind das freiwillige Zahlungen der ZAF aufgrund höherer Stundensätze des Entleihers an den Verleiher.

Karl


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BeitragVerfasst: 28.08.2018, 15:07 
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Registriert: 06.05.2010, 09:31
Beiträge: 216
Hm. Vielleicht liege ich hier falsch. Aber bei einem Kollegen wurde auch überlegt, ob und wie der TVLeiZ anwendbar wäre (max. 48 Monate) aber da hieß es, dass bei diesen 48 Monaten die Zeiten vor dem 01.04.2017 mitzählen - also anders als bei der gesetzlichen Befristung von 18 Monaten, wo das erst da losgeht...

Ich habe keine Ahnung, ob das tatsächlich so stimmt - halte es aber für plausibel, weil alle anderen Fristen und Pflichten in dem TVLeiZ (Pflicht zum Übernahmeangebot, ...) ja auch nicht erst ab dem 01.04.2017 laufen.

Sprich: Ich will da keine schlafenden Hunde wecken, aber ich glaube, eigentlich müsste bei Dir ab dem 30.09.2018 Schluss sein, egal was der Betriebsrat da beschließt oder unterschreibt - denn der kann ja nicht über die Fristen aus dem TVLeiZ rüber.

Ein Wechsel Deiner Verleihfirma bringt in Bezug auf die Frist nix (wurde hier ja schon geantwortet), aber es bringt Dir einen großen Nachteil in Bezug auf Deine Betriebszugehörigkeit! Du hast ja aktuell schon Kündigungsschutz und lange Kündigungsfristen. Beim neuen Betrieb geht alles von vorne los, ggf. sogar mit Probezeit. Darauf würde ich mich nicht einlassen - wenn überhaupt, dann solltest Du darauf bestehen, dass im Arbeitsvertrag steht, dass die Betriebszugehörigkeit Deines alten Betriebs mit angerechnet werden muss.

...wenn die Sachen hier so sind, wie ich denke, dann kannst Du das aber auch einfach laufen lassen und nach dem 30.09. hast Du dann die Option, Dich bei Deinem Kundenbetrieb einzuklagen... Freunde gewinnt man so nicht, aber eine Festeinstellung... das wäre dann abzuwägen.


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BeitragVerfasst: 28.08.2018, 18:08 
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Administrator

Registriert: 27.12.2004, 14:20
Beiträge: 2693
Wohnort: Augsburg
Hallo mitterer,

Zitat:
Sprich: Ich will da keine schlafenden Hunde wecken, aber ich glaube, eigentlich müsste bei Dir ab dem 30.09.2018 Schluss sein,


Unter: http://www.igmetall-zoom.de/images/TV20 ... i_2017.pdf

heißt es :

§ 6 Fortführung des Tarifvertrags

Dieser Tarifvertrag führt den Tarifvertrag vom 22. Mai 2012 einschließlich dessen
Berechnungsregelung der Einsatzzeiten als Anspruchsvoraussetzung fort. Eine
Neuberechnung der Einsatzzeiten aus Anlass der Fortführung erfolgt nicht.

Die zusätzliche Stufe der Branchenzuschläge nach dem fünfzehnten Monat greift erstmals
ab 01. Januar 2018
. Bis zum 31. Dezember 2017 bleibt die bisherige Deckelungsregelung
aus § 2 Abs. 4 des Tarifvertrages in der Fassung 22. Mai 2012.


Den zweiten Absatz verstehe ich so: Wer am 01.01 2018 den 16. Einsatzmonat erreicht hat schon Anspruch auf die 6. Stufe.

Werde mich aber nächste Woche nochmals schlau machen.

Karl


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