ZeitarbeiterInnen - Ohne Organisation Machtlos

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BeitragVerfasst: 25.02.2007, 00:14 
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Beiträge: 1165
"Dumpinglöhne - wie christliche Gewerkschaften die Arbeitnehmer verraten..."

http://www.info-zeitarbeit.de/news_2007 ... 007_66.htm

http://www.ig-zeitarbeit.de/admindownlo ... norama.pdf

http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/ ... 0916_.html

Video zum anschauen:
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/ ... c-int.html

Reaktion des CGB (Max Strebl = CSU-Abgeordneter):
http://www.cgb.info/aktuell/Offener_Bri ... norama.pdf

Ich habe den Beitrag von Panorama gesehen und da mich der Herr Smits so amüsiert hat, habe ich den Beitrag noch 2mal auf Video angeschaut. :wink:

Mir ist es unbegreiflich, wie eine "Rentnergang ohne nennenswerte Mitglieder" vom BAG als Gewerkschaft anerkannt werden konnte.

Zitat:
"..O-Ton
Gunter Smits,
Generalsekretär CGB:
„Wir haben diverse Druckmittel. Wir haben einmal das Argument, was als solches zählt. Und die Kraft des Wortes, denke ich, sollte man nicht zu sehr unterschätzen. Es sind nicht immer nur physische Kampfmaßnahmen, die man androhen muss.“.."

Wollte Herr Smits mal Pastor werden? :wink:
Wie sollten christliche Gewerkschaften physische Kampfmaßnahmen (Streiks) androhen, wenn sie fast keine Mitglieder haben?
Lautet in den christlichen Gewerkschaften das Motto:
"Es ist Streik und keiner geht hin"?

Zitat der CGB (Max Strebl):
"..Genauso oberflächlich recherchiert ist auch die Aussage, dass ein Arbeitgeber völlig legal mit jeder beliebigen Gewerkschaft ohne Mitglieder im Unternehmen Tarifverträge abschließen darf. Ein Blick in das Gesetz hätte auch die panorama Redaktion zu der Erkenntnis geführt, dass eine Gewerkschaft nur dann Tarifverträge abschließen kann, wenn sie auch im Betrieb vertreten..."

http://www.cgb.info/aktuell/Offener_Bri ... norama.pdf

Zitat Panorama:
"..So wie bei der Firma Nexans. Jahrzehntelang galt bei dem Kabelhersteller der IG-Metall-Tarifvertrag. Dann wollten die Chefs Lohnkürzungen durchsetzen. Und fanden in der Christlichen
Gewerkschaft einen gefügigen Partner, der unterschrieb.
Heimlich im Hinterzimmer – am Betriebsrat vorbei.
....
O-Ton
Rolf Homeyer,
Betriebsrat Nexans:
Wir haben bei uns im Betrieb kein nachgewiesenes CGM-Mitglied. Es wäre mir absolut neu. Wir haben auch in der Vergangenheit nie eine Kandidatur eines CGM-Vertreters zu den Betriebsratswahlen gehabt.“.."

Ob es bei Nexans nun 1 CGM-Mitglied gab oder nicht, dazu sagt Herr Strebl natürlich gar nichts!

Auch ist dann die Frage, ob in einem Zeitarbeitsunternehmen ein Tarifvertrag der christlichen Gewerkschaften angewendet werden darf, wenn im Betrieb nicht 1 Mitglied einer christlichen Gewerkschaft ist bzw. eine christliche Gewerkschaft dort nicht vertreten ist.

"..Kaum zu glauben, dass diese Gewerkschaft nach eigenen Angaben auch Mitglieder in der Politik hat. Allesamt Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU..."

Wer hat etwas anderes erwartet?
Leider vereinbaren aber DGB-Gewerkschaften tarifliche Armutslöhne, von denen niemand allein leben kann und in der auch Politiker von SPD und Grünen Mitglied sind.

Der Unterschied ist für mich nur, das die "christlichen" Gewerkschaften kaum Mitglieder haben und daher für mich keine richtige Gewerkschaft sind (egal was das BAG sagt). Eine Gewerkschaft, die ihre Forderungen nicht im Extremfall mit Streiks durchsetzen kann, ist für mich keine Gewerkschaft, sondern ein "Abnicker-Verein".

Gruß

Jürgen1


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 Betreff des Beitrags: CGB- Vorsitzender
BeitragVerfasst: 25.02.2007, 20:19 
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Registriert: 27.12.2004, 14:20
Beiträge: 2693
Wohnort: Augsburg
Max Strebl
uns seine Kenntnis der Vollzeitverdienste z.B. aufgrund des Haus-Tarifvertrags seines CGZP-Kumpan Gunter Smits mit der ZAF Allbecon.

(Er bezweifelte, dass es sich beim von Panorama erwähnten 550 Euro-Nettoverdienst um einen Vollzeitjob handeln könnte).

In der Eingangsstufe sieht dieser Haus -TV im Osten einen Stundenlohn von 4,83 Euro vor.

Rechnen wir mal nach:

Bei 151,67 Std./Monat macht das einen Bruttolohn von 732,56 Euro.

Abzüge Rente ca...........10%
Krankenk. ca......7%
Arblosenv. ca......4%
Christl. Beistandsvers........1%

macht zusammen etwa 22%

Zieht man von den 732 Euro Brutto beim CGZP/Allbecon-Haus-TV 22% SV-Abzüge ab dann kommt man auf gerade noch 571 Euro netto.

Mögliche Versteuerung ist noch nicht berücksichtigt.

Zum Nachlesen nochmals Strebls Link:

http://www.cgb.info/aktuell/Offener_Bri ... norama.pdf

Karl


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.02.2007, 22:18 
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Registriert: 16.03.2006, 17:58
Beiträge: 831
Wohnort: Zuschauertribüne (Schreihalsblock)
Hallo,

natürlich war der Beitrag nicht gut recherchiert, da hat der Strebl schon Recht. Allerdings kann man den Sachverhalt in ein paar Minuten uninformierten Zuschauern nicht fundiert darstellen.

Es war eher so ein Spiel nach dem Motto "jeder blamiert sich so gut er kann". Und bei dieser Aufgabenstellung war der Smits nun mal ganz eindeutig der stärkste Mann auf dem Platz. Dem ist wirklich jeder Ball vom Fuß gesprungen... :D

Aber mal zu Strebls Kritik im einzelnen:

* Natürlich haben die Journalisten das mit dem Geltungsbereich des Mindestlohns im Bauhauptgewerbe nicht verstanden. Das sollte ein Mann wie Smits dann eigentlich schnell erklären können. Immerhin unterschreibt er fleißig Tarifverträge. Was kommt? Ein wüstes Gestammel, der Beweis der totalen Inkompetenz.

* Der Hinweis auf die kurzen Kündigungsfristen bei TV der DGB-Gewerkschaften ist gerechtfertigt. Auch die IGM schließt alleine (nicht in der DGB-TG) regelmäßig TV ab, mit denen die gesetzlichen Kündigungsfristen verkürzt werden.

* "Wir schließen nur ab, wo wir Mitglieder haben". Das glaube ich dem Strebl sogar für Industrie und Handwerk. Der Witz dabei ist doch der, dass die CGM (die greife ich mir mal) regelmäßig der IGM folgt und wortgleiche Tarifverträge abschließt.

Guckt ihr mal hier als Beispiel:

http://www.tarifregister.nrw.de/tarifin ... lektro.pdf

Schau einer an, da haben die Unchristen sich doch gleich mit ins Boot gesetzt und den ausgehandelten TV übernommen. Nun kommt der fiese Trick:

Die Bande, die nur abschreibt, bietet die Tarifbindung den Arbeitnehmern billiger an (was anderes als billig können die ja auch nicht). Während bei 2.000 Euro Monatslohn die Tarifbindung bei der IGM halt 20 Euro im Monat kostet, bekommt man die bei der CGM schon für den Mindestbeitrag von 6 Euro.

Natürlich werden einige sich darauf einlassen, um einen Rechtsanspruch auf den TV zu haben. Man braucht den Kollegen ja nichts zu erzählen, reicht wenn der Chef das weiß und nach Tarif abrechnet. So kommt die CGM auf Kosten anderer zu Mitgliedern...

Viele Grüße

D.F.


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