BZA-Verhandlungsergebnis inakzeptabel
Seit über fünf Jahren existiert ZOOM und in all den Jahren hat sich ZOOM (lange vor der Kampagne) für gleiches Geld für gleiche Arbeit eingesetzt. Alle Beteiligten, insbesondere die im Forum aktiven, heben dabei versucht, die Position der Gewerkschaft kritisch zu unterstützen und die Glaubwürdigkeit besonders der IG Metall zu beweisen. Das Leipziger Signal auf dem Gewerkschaftstag 2007 hatte uns Mut gemacht. Zitat: "Die IG Metall ist die Gewerkschaft für Leiharbeiter. Gemeinsam mit den Stammbelegschaften werden wir die Arbeitsbedingungen verbessern und dafür sorgen, dass der Grundsatz Gleiche Arbeit - Gleiches Geld - Gleiche Arbeitsbedingungen in der Leiharbeit gilt und Leiharbeiter nicht länger ungerechtfertigt benachteiligt werden."Mit diesem Zitat in der Tasche und dem Kampagnen-Truck unterwegs wurden viele Kolleginnen und Kollegen aus der Leiharbeit überzeugt sich unter dem Dach der IG Metall zu organisieren; nicht so viele wie erhofft, aber doch viele.
Zu den bestehenden Arbeitskreisen kamen neue, sehr engagierte, hinzu. Die Basisarbeit wuchs, der Elan war groß.
Und nun das! Ein Tarifergebnis, dass an der Lebenswirklichkeit der meisten Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer vorbeigeht, weil offensichtlich niemend merkt, das 2,5% im Niedriglohnsektor zu minimalen Entgelterhöhungen führt (von Inflationsausgleich ganz abgesehen).
Ein Tarifergebnis, dass eine unrechtmäßige Regelung wie den §8.6 zementiert (denn seine Abschaffung ist an die Einführung eines Mindestlohnes abhängig, darauf sind wir schon einmal hereingefallen). Eine Regelung übrigens, bezüglich derer den Kollegen von Seiten der Gewerkschaften geraten wird zu klagen!
Mit diesem Ergebnis drängen wir die engagierten Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer ins Abseits! Ein Blick ins Forum genügt, um die Wut und Enttäuschung deutlich zu spüren.
Wenn wir die Kolleginnen und Kollegen in Gewerkschaft halten wollen, wenn wir den Organisationsgrad in der Leiharbeit erhöhen wollen, dann müssen wir Solidarität mit ihnen zeigen - und das heißt: Für sie kämpfen!
Doch bei diesem Verhandlungsergebnis drängt sich der Verdacht auf, dass nicht gekämpft wurde, sondern die Kolleginnen und Kollegen (wieder einmal) das Opfer politischer Absprachen wurden. Wahrscheinlich wird man uns auch diesmal die sogenannten christlichen sogenannten Gewerkschaften als den enormen Druck verkaufen, der zu diesem Ergebnis geführt hat. Dabei kann es doch wohl nicht sein, dass sich der starke DGB von diesen Scheingewerkschaften wie ein Tanzbär von einem imaginären Dompteur an der Nase herumführen lässt. Doch genau dies ist fatalerweise der Eindruck der Betroffenen.
Ein Wort an die vielen engagierten Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer, besonders an die im Forum aktiven: ZOOM findet dieses Verhandlungsergebnis inakzeptabel, aber ZOOM wird euch auch weiterhin eine Plattform zur Information und Diskussion bieten.
Christoph Schulz
