Category: Finanzen

Apple-CEO Tim Cook kritisiert Facebook inmitten einer sich ausweitenden Kluft

Tim Cook hat die „grassierende Desinformation“ auf Social-Media-Plattformen und deren Sammlung persönlicher Daten der Nutzer angeprangert. Mit den geplanten Datenschutzeinstellungen begibt sich Apple auf Kollisionskurs mit werbeabhängigen Plattformen wie Facebook.

Tim Cook, der Chef von Apple, nahm am Donnerstag Facebook und andere Social-Media-Unternehmen aufs Korn, als er deren Vorgehen in Bezug auf Desinformation und Datenschutz auf Social-Media-Plattformen kritisierte.

In einer Zeit grassierender Desinformation und von Algorithmen angeheizter Verschwörungstheorien können wir nicht länger die Augen vor einer Theorie der Technologie verschließen, die besagt, dass jedes Engagement ein gutes Engagement ist – je länger, desto besser – und das alles mit dem Ziel, so viele Daten wie möglich zu sammeln“, sagte Cook am Donnerstag als Redner auf der virtuell abgehaltenen Konferenz „Computers, Privacy and Data Protection“.

„Es ist längst an der Zeit, damit aufzuhören, so zu tun, als ob dieser Ansatz nicht mit Kosten verbunden wäre – mit Polarisierung, mit verlorenem Vertrauen und, ja, mit Gewalt“, sagte er. „Technologie braucht keine riesigen Mengen an persönlichen Daten, die über Dutzende von Websites und Apps zusammengefügt werden, um erfolgreich zu sein. Werbung existierte und florierte jahrzehntelang ohne sie.“

Apple im Clinch mit Facebook

Cooks Äußerungen kommen zu einer Zeit, in der Apple plant, Datenschutzeinstellungen zu implementieren, die es den Nutzern wesentlich einfacher machen, die Verfolgung ihrer Daten abzulehnen, um gezielte Werbung zu ermöglichen.

Diese Praxis lässt sich auf Apple-Geräten bereits deaktivieren, allerdings nur, wenn ein Nutzer die Option aktiv in den Tiefen seiner Einstellungen sucht. Auf dem Betriebssystem iOS14 wird in Zukunft jeder die Möglichkeit haben, dies bei der Einrichtung seines Gerätes abzulehnen.

Lehnen Nutzer dies ab, würde dies Tools einschränken, die Daten zur gezielten Werbung sammeln. Die Funktion sollte eigentlich im September implementiert werden, aber Apple sagte, es würde bis Ende März oder April warten, um Apps die Möglichkeit zu geben, sich auf die neue Funktion einzustellen.

Facebook hat unterdessen Apples Entscheidung, die Änderung vorzunehmen, in Frage gestellt. Mark Zuckerberg, der Chef von Facebook, sagte am Mittwoch, dass Apple „jeden Anreiz“ hat, seine Richtlinien zu ändern, um „wettbewerbsfeindliche Praktiken“ zu fördern, da Apple einen Katalog von bezahlten Apps und eine eigene digitale Werbeplattform hat.

Apples bevorzugte Suchmaschine Google hatte sich weit weniger offen zu dem Thema geäußert. In einem Blog-Beitrag am Mittwoch, der sich an seine Partner und Werbetreibenden richtete, warnte das Unternehmen jedoch, dass „App-Publisher einen signifikanten Einfluss auf ihre Google-Werbeeinnahmen auf iOS sehen könnten, nachdem Apples ATT-Richtlinien in Kraft treten.“ Google nimmt Änderungen an seinen Apps vor, um zu verhindern, dass sie von Apples Änderungen betroffen sind, und es ermutigte Partnerunternehmen, Updates durchzuführen, um die Kompatibilität mit Apple-Geräten zu erhalten.

Wirecard-Skandal: Deutschland will Finanzaufsichtschef ersetzen

Der Chef der deutschen Finanzaufsichtsbehörde wird seinen Posten inmitten der Kritik über den Umgang der Behörde mit dem Wirecard-Betrugsskandal verlassen.

Felix Hufeld, der Chef der deutschen Finanzaufsicht BaFin, wird ersetzt, da die Auswirkungen des Wirecard-Betrugsskandals immer größer werden.

Finanzminister Olaf Scholz kündigte den Schritt am Freitag an und sagte, er sei Teil der Bemühungen, die Behörde zu überarbeiten.

„Der Wirecard-Skandal hat gezeigt, dass die deutsche Finanzaufsichtsbehörde eine Reorganisation braucht, um ihre Aufsichtsfunktion effektiver zu erfüllen“, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums.

Scholz dankte Hufeld für seine langjährige Tätigkeit und fügte hinzu, dass die personelle Umstrukturierung ein „Neuanfang“ für die Behörde sei.

Der Nachfolger Hufelds wurde in der Erklärung des Ministeriums nicht genannt.

Die Nachricht kommt, nachdem die BaFin bekannt gegeben hatte, dass einer ihrer eigenen Mitarbeiter des Insiderhandels im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von Wirecard verdächtigt wurde.

Aufsichtsbehörde unter Beschuss

Das digitale Zahlungsunternehmen Wirecard war ein aufsteigender Stern in der Fintech-Branche, bevor es zu einem der größten Betrugsskandale in Deutschland wurde.

Im Juni letzten Jahres gab das Unternehmen zu, dass 1,9 Mrd. € (2,1 Mrd. $) seiner Vermögenswerte unauffindbar waren. Die Firma stellte daraufhin einen Insolvenzantrag.

Vorläufige Untersuchungen zeigen, dass das Unternehmen möglicherweise schon 2015 seine Bücher gefälscht hat.

Die BaFin ist wegen des Skandals unter immensen Druck geraten. Die Aufsichtsbehörden werden beschuldigt, schlecht beaufsichtigt zu haben und Warnzeichen übersehen zu haben, wodurch der Bilanzbetrug über Jahre hinweg fortgesetzt werden konnte.

Ein Parlamentsausschuss soll herausfinden, wer was wann wusste. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Scholz sollen im Rahmen der Untersuchung von den Gesetzgebern ausgefragt werden.