Coronavirus: BioNTech-Pfizer sagt 75 Millionen weitere EU-Impfstoffe zu

Die Einführung von Impfstoffen in der EU ist aufgrund von Produktionsengpässen in die Kritik geraten. BioNTech-Pfizer plant nun, bis Ende 2021 insgesamt rund 2 Milliarden Dosen zu liefern, bisher waren es 1,3 Milliarden.

BioNtech-Pfizer hat versprochen, im zweiten Quartal 2021 bis zu 75 Millionen weitere Dosen des Coronavirus-Impfstoffs an die EU zu liefern, sagte Firmenchef Sierk Poetting am Montag in einer Erklärung.

Bislang wurde die Einführung des Impfstoffs in der EU durch blockweite Impfstoffengpässe behindert. Zwei der EU-Impfstofflieferanten, BioNTech-Pfizer und AstraZeneca, sind in Produktionsprobleme geraten.

Dies hat dazu geführt, dass die Impfraten in den EU-Ländern weit hinter denen in anderen Teilen der Welt, einschließlich Israel, den Vereinigten Staaten und Großbritannien, zurückbleiben.

Steigende Kapazität

Die deutsche Firma BioNTech und die US-Firma Pfizer werden die Produktion mit einer neuen Anlage erhöhen, die im Februar in der mitteldeutschen Stadt Marburg eröffnet werden soll. Sie wird eine Kapazität von 750 Millionen Impfstoffdosen pro Jahr haben.

Insgesamt plant BioNTech-Pfizer, bis Ende 2021 rund 2 Milliarden Dosen des Impfstoffs gegen COVID-19 für die EU herzustellen. Das ist mehr als die ursprünglich geplanten 1,3 Milliarden.

Der Pharmakonzern AstraZeneca hat sich unterdessen bereit erklärt, im ersten Quartal 9 Millionen zusätzliche Dosen seines Impfstoffs an die Europäische Union zu liefern, teilte die Exekutive des Blocks am Sonntag mit.

Deutschland will Impfstoffausbringung verbessern

Die Ankündigung von BioNTech-Pfizer kommt kurz vor einem geplanten Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den 16 Ministerpräsidenten der Bundesländer, bei dem es um Verbesserungen des Impfprogramms in Deutschland gehen soll.

Gesundheitsminister Jens Spahn versuchte, die Erwartungen im Vorfeld des Gipfels zu dämpfen, indem er der Bild-Zeitung sagte, Deutschland könne nicht „allein durch einen Gipfel“ mehr Impfstoffe produzieren.

„Die Impfstoffproduktion ist die größte Herausforderung, die es gibt“, sagte er.

Unterdessen schrieb Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller einen Brief an Merkel und forderte einen „nationalen Impfplan“. Wenn bis Ende September allen Menschen in Deutschland Impfungen angeboten werden sollen, sei ein konkreter Plan notwendig.

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